Die Nanny: Transkript der Folge "Das neue Kindermädchen" [#1.01]

Transkript der Folge "Das neue Kindermädchen" [#1.01]

Deutsches Transkript erstellt von EF

 

Bei diesem Skript handelt es sich nicht um ein Originaldrehbuch, sondern um die Mitschrift der TV-Version dieser Folge!
 

 

 

Originaltitel: Pilot
Ausstrahlung: 03.11.1993
Deutscher Titel: Das neue Kindermädchen
Ausstrahlung: 21.05.1995
Buch:
Regie:

Darsteller

Fran Drescher (Fran Fine)
Charles Shaughnessy (Maxwell Sheffield)
Daniel Davis (Niles)
Lauren Lane (C.C. Babcock)
Nicholle Tom (Maggie Sheffield)
Benjamin Salisbury (Brighton Sheffield)
Madeline Zima (Grace Sheffield)

 

Gastdarsteller

 

 

Rachel Levin (Val)
Jonathan Penner (Danny)

 

 

Inhaltsangabe
Fran Fine, lebenslustige Verkäuferin im Brautsalon ihres Verlobten Danny, macht eine ernüchternde Entdeckung: Danny hat schon seit geraumer Zeit ein Verhältnis mit einer anderen Frau und will sich von Fran und ihren Wünschen nach ehelicher Zweisamkeit trennen. Da Danny aber dummerweise auch der Besitzer des Ladens ist, in dem Fran arbeitet, verliert sie mit der Trennung gleichzeitig auch ihren Job. Kurzentschlossen disponiert Fran um und wird Vertreterin für Kosmetikprodukte. Ihr Weg von Wohnungstür zu Wohnungstür führt sie auch zum Haus des Broadwayproduzenten und Millionärs Maxwell Sheffield. Der entnervte Vater dreier überaus eigenwilliger Sprösslinge ist gerade wieder einmal auf der verzweifelten Suche nach einem neuen Kindermädchen, nachdem die letzte "Nanny" nach einem vorgetäuschten Selbstmordversuch des gerade zehnjährigen Brighton das Handtuch geworfen hat. Fran wird bei ihrer Ankunft irrtümlicherweise für die neue Bewerberin gehalten. Nachdem sie die beeindruckende Wohnung der Sheffields begutachtet hat, ist sie überzeugt, dass auch der Job einer Nanny ihr keinerlei Probleme bereiten wird. In seiner Not willigt Maxwell Sheffield ein, es mit Fran zu versuchen - eine Entscheidung mit ungeahnten Konsequenzen... (Text: VOX)

 


 

Akt 1

Szene 1 - Dannys Brautmodensalon
Val bedient eine Kundin. Fran kommt aus dem Nebenraum hinzu.

Fran:
(beeindruckt) Oh, Schätzchen, du siehst ja richtig hinreißend aus! Wie die Unschuld vom Lande. Hier hast du 'n paar Kekse gegen deine Morgenübelkeit (gibt der Kundin einige Kekse)

Dottie:
Und wann landest du mit Danny endlich vor dem Traualtar?

Fran:
Ach, du kennst mich! Ich werd' noch tausend Bräute einkleiden, bevor es mich erwischt. (zu Danny, der hinter der Kasse steht) Oder, Danny?

Danny:
Was soll ich sagen?

Fran:
Wie wär's mit "Hier ist der Ring, auf zum Pfarrer!" (Danny und Fran lachen) Ich meine es ernst. Wir haben uns vor drei Jahren verlobt, es wird Zeit für etwas Neues.

Danny:
Es tut mir leid, ich hätt' es schon eher sagen sollen, aber ich wollte es unter vier Augen tun.

Fran:
(erfreut) Oh, wow!

Danny:
(nimmt Frans Hand) Also gut, hör zu. Ich glaube, wir sollten versuchen neue Partner zu finden.

Fran:
(entsetzt) Was!? Seit wann glaubst du diesen Unsinn?

Danny:
Seit ich Heather gefunden hab'.

Fran:
(böse) Ich glaub's nicht, hast du sie nicht mehr alle! Wieso bist du solange mit mir gegangen, weil du keine bessere Verkäuferin hast?

Danny:
Das ist das nächste. Heather sucht 'n Job.

Fran:
(aufgebracht) Heißt das etwa du feuerst mich? Ich glaub einfach nicht, dass ich drei Jahre meiner wertvollen Jugend mit einer verlogenen Schnapsnase wie dir verschwendet hab'! Du kannst mich nicht feuern, Danny Imperiale! Ich kündige! (geht zur Tür, knallt die Tür hinter sich zu, öffnet sie jedoch nochmals) Nein, du feuerst mich. So kriege ich wenigstens Arbeitslosengeld!

VORSPANN

Szene 2 - Das Haus der Sheffields
Fran steht vor der Tür und drückt den Klingelknopf. Sie hat einen pinkfarbenen Kosmetikkoffer unter dem Arm und ist im Begriff ihre Waren anzupreisen.

Fran:
Hallo, ich bin Fran Fine und entführe Sie in die wunderbare Welt der Orientkosmetika. (leise) Oh mein Gott ist mir schlecht.

Niles, der Butler, öffnet die Tür.

Fran:
Hallo, ich bin Fran Fine -

Niles:
Ja, kommen Sie herein. Wir haben Sie erwartet.

Fran:
Oh, ach wirklich?

Sie treten ein.

Niles:
Sie sind doch wegen der Stelle des Kindermädchens hier?

Fran:
(sieht sich um) Das ist gut möglich… (beeindruckt) Wow, der Schuppen ist ja noch schärfer, als die Villa von meinem Onkel, und die hat er nur, weil er das Finanzamt bescheißt.

Niles ist sichtlich amüsiert.

Niles:
Haben Sie irgendwelche Empfehlungen für Mr. Sheffield?

Fran:
(verdutzt) Irgendwelche Empfehlungen? Wissen Sie, wieso holen Sie nicht einfach diesen Mr. Sheffield, dann kann ich mich ihm ja höchstpersönlich empfehlen.

Niles:
Ganz wie Sie wünschen. (im Gehen) Die Frau hat Mut.

Im Arbeitszimmer von Maxwell Sheffield
Maxwell steht am Schreibtisch und hält ein Stück Papier in der Hand, er liest. C.C. Babcock sitzt auf dem Schreibtisch.

Maxwell:
Wir werden nie eine Darstellerin für diese Rolle finden. Ann Miller fällt aus, Gwen Verdon fällt aus, Ruby Keeler fällt aus. Waren wir nicht auf ihrer Beerdigung? Wieso steht sie noch auf dieser Liste?

C.C.:
Beruhige dich Zuckerschnäuzchen. Eine Massage wird dir gut tun.

Sie beginnt Maxwell zu massieren. Niles kommt herein.

Niles:
Verzeihen Sie die Unterbrechung, Sir. (zu C.C.) Wie ich sehe, arbeiten Sie so hart wie immer, Miss Babcock.

C.C.:
Das Theater ist schon immer meine große Leidenschaft gewesen.

Niles:
Hmm, ich wüsste gern, welcher Vorhang bei Ihnen als nächstes fällt.

Maxwell:
Ja Niles, was gibt es?

Niles:
Ein neues Kindermädchen möchte sich vorstellen, Sir.

C.C:
Was ist denn aus dem alten geworden?

Maxwell:
Brighton hat wieder einen seiner Selbstmorde inszeniert.

Niles:
Sehr beeindruckend. Er lag mitten auf dem Parkett und etwas Ketchup tröpfelte aus seinem Ohr.

C.C.:
Wir haben fast alle wichtigen Geldgeber in New York zu unserer Party eingeladen und ich will keinesfalls, dass die Kinder hier frei herumlaufen. Das heißt aber nicht, dass ich sie nicht liebe, als wenn sie meine eigenen wären. (Niles "Mh-Hm". Zu Niles) Das tue ich wirklich.

Im Wohnzimmer der Sheffields
Fran sitzt auf einem Stuhl, den Kosmetikkoffer auf den Knien. Sie schreibt mit einem Lippenstift auf ein Blatt Papier. Brighton kommt hereingewankt, ein Messer steckt in seinem Magen, sein Hemd ist mit Ketschup verschmiert. Er "stirbt" zu Frans Füßen.

Fran:
(sieht auf Brighton herab) Hast du 'n Stift für mich?

Fran:
Ach, vergiss es.

Maxwell und Niles kommen hinzu.

Maxwell:
Brighton, du warst schon mal überzeugender. (zu Fran) Ich bin Maxwell Sheffield. (zeigt auf Brighton) Das ist mein Sohn, der verstorbene Brighton Sheffield.

Fran steigt über Brighton hinweg und geht auf Maxwell zu.

Fran:
Augenblick, ich kenne Sie doch. Das "Esquire Magazine" hat Sie in der Liste der zehn begehrenswertesten Witwer New Yorks erwähnt. Da wir gerade davon reden, mein Beileid.

Maxwell:
(erstaunt) Sie lesen das "Esquire"?

Fran:
Nur wenn die zehn begehrenswertesten Witwer New Yorks drinstehen. (reicht ihm die Hand) Hallo, ich bin Fran Fine.

Maxwell:
Wenn Sie mir dann folgen würden.

Maxwell geht voraus in Richtung seines Arbeitszimmers.

Fran:
Oh man, das ist aber ein knackiger Arsch.

Maxwell:
(verdutzt) Wie, wie war das bitte?

Fran:
(nimmt eine Skulptur vom Tisch) Oh, äh, na ja, den Staubfänger meine ich. Echt heiß!

Maxwell:
Ah, der Rodin. Ja wissen Sie, er war, äh, er war wirklich ziemlich berühmt für seine knackigen Ärsche. (nimmt ihr die Skulptur ab und stellt sie zurück auf den Tisch) Dürfte ich jetzt ihre Empfehlungen sehen?

Fran:
Oh ja klar. Hier. (gibt ihm ein Blatt Papier)

Maxwell:
Kreide?

Fran:
Lippenstift.

Maxwell:
Ah natürlich. Die Farbe ist hinreißend.

Fran lacht, Maxwell sieht sie mit einem breiten Grinsen an.

Brighton:
Ich hasse Sie.

Maxwell:
Na, Brighton. Wir wollen doch nicht voreilig sein.

Fran:
Ja genau. Du kennst meine Gute-Nacht-Geschichten noch nicht.

Maxwell:
Miss Fine, wenn ich (zeigt auf das Blatt) das richtig entziffere, steht hier eine Empfehlung der Mutter der Queen?

Fran:
Was? Zeigen Sie mal her. (geht zu ihm hinüber) Oh nein, das ist doch nicht von der Mutter der Queen. Das ist von meiner Mutter aus Queens.

Die Tür geht auf. Maggie und Grace, die Töchter von Maxwell, kommen aus der Schule nach Hause.

Grace:
Hallo Daddy!

Maxwell:
(zu Grace) Oh, hallo Liebling. (zu Maggie) Maggie.

Maggie:
(mit gesenktem Blick) Tag Vater.

Fran:
(geht auf Maggie zu) Was haben wir denn da für eine bezaubernde Prinzessin? Schau dir diese Haare an. (zu Maxwell) Wissen Sie, keine Tönung der Welt kann ihnen so eine schöne Haarfarbe verpassen, ich hab's versucht.

Maggie:
Ich geh' in mein Zimmer, ich muss Hausaufgaben machen. (sie geht)

Brighton:
Bei der schläft jeder Verehrer ein.

Fran:
(zu Brighton) Die wachen schon wieder auf, wenn sie die Erbschaft sehen.

Maxwell:
(zu Grace) Na Liebling, wie ist die Therapie heute gelaufen, hm? Hat es neue Erkenntnisse gegeben?

Grace:
Dr. Bern und ich hatten eine sehr interessante Sitzung. Wir haben eine Reise in meine Kindheit unternommen.

Fran:
War bestimmt 'n sehr kurzer Ausflug.

Grace:
(zu Fran) Oh, wenn Sie wüssten. Sie ahnen ja nicht, wie kompliziert ich sein kann…

Fran:
Therapie, hä?

Brighton:
Jetzt müssen wir uns den Quatsch wenigstens nicht mehr anhören.

Maxwell:
Danke das reicht, Brighton. Geh in dein Zimmer.

Brighton:
Ist gut, komm Grace. Vater will allein sein, wenn er wieder versucht, jemanden für seine Problemkinder anzuheuern.

Niles, Brighton und Grace gehen.

Fran:
Na du bist aber eine bittere kleine Person. Ach, wir werden uns gut verstehen!

Maxwell:
(bedrückt) Es tut mir sehr leid, das Sie das mit ansehen mussten. Ich werd' Sie rausbegleiten.

Fran:
(aufgebracht) Was hab' ich denn getan? Ein Kommentar von dem kleinen Klugscheißer und ich krieg' den Job nicht. Das ist nicht fair.

Maxwell:
Wie Sie sehen können, brauche ich wirklich Hilfe hier. Mehr Hilfe, als ich von einer Kosmetikvertreterin erwarten kann. (gibt ihr den Kosmetikkoffer in die Hand)

Das Telefon klingelt.

Maxwell:
Niles!

Das Telefon klingelt erneut.

Maxwell:
Niles! (geht die Treppe hinauf)

Fran:
(winkt ab) Ach was soll's, dann geh' ich eben ran. (nimmt den Hörer ab) Ja, hier bei Sheffield. Nein Schätzchen, hier ist Fran.

Maxwell:
(kommt dazu) Ge-ge-ge-geben Sie mir den Hörer.

Fran:
Es ist die Kindermädchen Agentur.

Maxwell:
(nimmt den Hörer) Maxwell Sheffield, hier. (zu Fran) Auf wieder sehn.

Fran:
Ah ja, verstehe.

Fran geht in Richtung der Tür, Niles kommt die Treppe herunter

Maxwell:
(am Telefon; drängend) Nein, nein, äh Montag kommt nicht in Frage. Ich brauche ein Kindermädchen für dieses Wochenende.

Niles öffnet die Tür für Fran. Maxwell legt den Hörer auf und blickt in Richtung der Tür. Fran steht in der Tür und winkt ihm zu.

Maxwell:
Haben Sie irgendwelche Erfahrungen mit Kindern?

Fran:
(kommt wieder ins Haus) Soll das 'n Witz sein? Ich hab die zwei Kinder meiner Schwester praktisch allein aufgezogen, als sie im Knast gewesen ist.

Maxwell:
Es gibt sicher noch 'ne Agentur.

Fran:
(drängend) Oh ich bitte Sie. Ich hab' sehr viel Erfahrung. Es gibt nichts, was mir ihre Kinder an den Kopf werfen könnten, was ich nicht schon mal gesehen habe. Abgesehen von ihren Kontoauszügen. (lacht)

Maxwell:
Na gut, versuchen wir es. Aber nur auf Probe!

Fran:
Oh vielen Dank Mr. Sheffield, vielen, vielen Dank! Sie werden es nicht bereuen! (fällt ihm um den Hals)

Maxwell:
Irgendwie bin ich mir recht sicher, dass ich es doch tun werde. Niles wird ihnen ihr Zimmer zeigen.

Maxwell geht. Niles und Fran bleiben zurück.

Fran:
(erfreut) Ooh, heißt das etwa ich werde hier pennen?!

Niles:
Ist das ein Problem für Sie?

Fran:
Oh ja, es wird mir bestimmt fehlen mit 29 Jahren noch zuhause bei meinen Eltern zu wohnen, aber wenn es das Beste für die Kinder ist…

Niles:
(grinst) 29?

Fran:
Wir werden uns nie wieder über diese Zahl unterhalten.

Sie verlassen das Wohnzimmer und gehen die Treppe hinauf.

Szene 3 - Das Esszimmer der Sheffields
Maxwell und die Kinder sitzen beim Frühstück. Niles schenkt Tee ein. Fran kommt im Morgenmantel und Pantoffeln herein.

Fran:
Guten Morgen meine lieben Täubchen. Also dieser Whirlpool bringt ein müdes Mädchen am morgen wirklich ganz schön auf Touren… (sieht die Sheffields genauer an) Sagt mal, schlaft ihr in den Klamotten?

Maxwell:
Nein, ein erstaunlicher Zufall will es, dass ich in flauschigen rosa Pantöffelchen schlafe, die genau wie ihre aussehen.

Fran:
Ein einfaches "wir frühstücken in Abendgarderobe" hätte gereicht. (zu Niles) Sie müssen mir solche Sachen doch sagen, Niles.

Niles:
Ich nahm an, Sie wüssten es.

Fran:
(geht zum Büffet und häuft Essen auf einen Teller) Ich sag' Ihnen was Niles. Von mir können Sie gar nichts annehmen, vor allem keinen Scheck.

Niles starrt Fran entgeistert an.

Fran:
Oh, ich liebe ein gutes Frühstücksbuffet.

Niles:
Es kostet nichts, Miss Fine. Sie dürfen sich einen Nachschlag holen.

Fran:
Oh, ähem, wo sitze ich?

Niles:
Ihre Vorgängerin saß in der Küche.

Fran:
Was für eine ungesellige Person. (sie nimmt einen Stuhl und stellt ihn an den Tisch) Also Kinder, was sollen wir heute tun? Im Park spazieren gehen oder uns einfach auf's Sofa lümmeln und die Seele baumeln lassen?

Brighton:
(enttäuscht) Wir dürfen nicht hier bleiben. Vater hat uns wieder rausgeworfen

Maxwell:
Nein, Brighton, das ist nicht wahr. Ich will nur nicht, dass ihr die Leute vom Heimservice tyrannisiert, während sie das Büffet für die Soiree vorbereiten.

Fran:
Ooh, eine Soiree, häh? Wissen Sie, eine meiner Schwestern hat auch einen Heimservice und ihr kleines porcine pruneaux - das ist französisch und heißt Schwein mit Pflaumen - ist nicht nur köstlich, sondern auch ein natürliches Abführmittel.

Maxwell:
Danke für diesen kleinen Vortrag, Miss Fine.

Fran:
Soll ich meine Schwester anrufen?

Maxwell:
Nein, danke. C.C. hat alle Vorbereitungen getroffen.

Fran:
(erstaunt) C.C.? Was ist ein C.C.?

Maggie:
Die Freundin von unserem Vater.

Maxwell:
Maggie Schatz, sie ist eine Geschäftspartnerin, nichts weiter.

Niles:
Um-hmm.

Das Telefon klingelt. Niles geht zum Telefon

Fran:
Ich hoffe ja nur, dass wir heute Abend satt werden. Diese Schnallen aus dem Büro bestellen immer viel zu wenig Essen. (schenkt sich Tee ein) Zu saufen gibt's immer was, aber man verhungert.

Maxwell:
Diese Schnallen? Ist das so etwas wie eine Frau?

Fran:
Ja, aber sie kosten Sie das Doppelte.

Niles kommt zurück. Er hält das Telefon in der Hand.

Niles:
Es ist Ms. Babcock. Für Sie, Sir.

Maxwell:
Danke, Niles. Ich nehme das Gespräch in der Bibliothek an. (er geht)

Niles:
Miss Babcock lässt sich ausgesprochen gern in der Bibliothek nehmen. (nimmt die Teller von Maxwell und geht)

Fran:
Kann ich mir denken. Also Kinder, es gibt heute eine Party. Was wollen wir anziehen?

Grace:
(traurig) Wir sind nicht eingeladen.

Brighton:
Und Sie erst recht nicht!

Fran:
Ach was, euer Vater bezahlt, also sind wir eingeladen. Wir werden was essen, was trinken, (zu Maggie) Du bringst deinen Freund mit.

Brighton:
Maggie hatte noch nie 'n Freund.

Fran:
Ist das wahr?

Maggie:
Ich bin den Jungs noch nicht aufgefallen.

Brighton:
Oh doch, du bist ihnen aufgefallen. Deswegen hast du ja keinen Freund.

Fran:
Was soll das, was ist mit dir los, Brighton?

Grace:
Ein schweres Kindheitssyndrom.

Brighton:
Danke Frau Freud.

Fran:
Hört jetzt auf. Ihr hört auf und zwar alle. Wir sind 'ne Familie, klar? Und bevor die Party steigt, haben wir viel zu tun. Wir gehen einkaufen, lassen uns die Haare schneiden, gehen zur Maniküre. Und ehe der Abend gelaufen ist, hast du zehn Heiratsanträge. So, ich werd' mich nur schnell umziehen und dann marschieren wir los. (steht auf, dreht sich um und greift nach ihrem Teller) Das werd' ich mitnehmen, wär doch 'ne Verschwendung.

Maggie:
Dad wird stinksauer sein.

Grace:
Und die doofe C.C. wird völlig ausrasten.

Brighton:
Wird sicher 'ne Spitzenparty.

Akt 2

Szene 1 - Danny's Brautmodensalon
Fran steht mit Maggie vor einem Kleiderständer, sie hält ein rosa Kleid in der Hand. Grace und Brighton spielen im Laden

Fran:
Also, was ist deine Lieblingsfarbe?

Maggie:
(verlegen) Ich-ich weiß nicht. Beige?

Fran:
Oh je. Na Gracie, wie sieht's bei dir aus, Schatz?

Grace:
(traurig) Ich fühle mich einsam und sehr allein.

Fran:
Willst du 'n Pfefferminzbonbon?

Grace:
(erfreut) Okay.

Fran gibt ihr das Bonbon.

Val:
Erzähl mir schon von deinem neuen Job, Fran! Wer ist der Kerl, wo ist das Haus?

Fran:
Ich hab' 'n paar Fotos dabei. (zeigt Val die Bilder) Hier, das ist mein Boss. Süß, häh? Etwas verklemmt…

Val:
… aber er hat wunderschöne Haare…

Fran:
…und die sind alle echt. Oh, das ist der Butler, Niles.

Val:
(beeindruckt) Ein Butler? Das ist ja richtig nobel.

Fran:
Val, der olle Cäsar hatte es nicht besser. Hmm und die Kinder. Ich fürchte, die werden die größte Arbeit machen. Ich meine, das Mädchen hat keine Persönlichkeit, (zeigt auf Maggie) das hat 'n paar verschiedene Persönlichkeiten (zeigt auf Grace) und Brighton… Brighton, wo ist Brighton?

Brighton:
(kommt unter einer Puppe hervor) Sind diese Puppen anatomisch korrekt?

Fran:
(zieht ihn hervor) Was treibst du denn da?! Du bist zehn Jahre alt, würdest du dich auch so benehmen?

Brighton:
Oh cool, ne Kakerlake! Hey, gibt's hier auch Ratten?

Fran:
Warte bis Danny hier auftaucht. (zu Val) Wo steckt der Kerl übrigens?

Val:
Er lässt sich die Brust enthaaren.

Fran:
Gut, dann haben wir den ganzen Tag Zeit. Ah, an die Arbeit, wir wollen aus Maggie eine Schönheit machen.

Brighton:
Wir können ihr 'ne Tüte überziehen.

Maggie:
Halt die Klappe, Brighton!

Fran:
Sei ein bisschen netter zu deiner Schwester.

Brighton:
(sarkastisch) Wieso? Weil wir eine Familie sind?

Fran:
Ja ganz genau. Und wenn dein Vater eines Tages alt und krank ist, wirst du wollen, dass er bei ihr wohnt.

Fran gibt Maggie ein auffällig rosafarbenes Kleid.

Maggie:
Das ist zu auffällig, wenn ich das trage, starren mich alle an.

Fran:
Und? Sie werden dich für 'n hübsches Mädchen halten.

Maggie:
Ich-ich weiß nicht. Ich bin nicht so erfahren wie Sie.

Fran:
Schätzchen, deswegen bin ich doch hier. Erwartest du etwa, dass du einfach vierzehn wirst und - schwupps - so umwerfend selbstsicher und souverän wirst wie eine Frau meines Alters und mit meiner Erfahrung? Hörzu, als ich vierzehn war - ach, zieh's einfach an.

Maggie geht in Richtung Umkleidekabine.

Fran:
Wer hätte gedacht, dass dieser Job so anspruchsvoll ist.

Val:
Bitte, wenn jemand Stress hat, dann ich!

Szene 2 - Das Haus der Sheffields
Die Party ist vollem Gang. Es sind mehrere Gäste anwesend, ein Klavierspieler spielt leise Musik.

Maxwell:
Ich danke ihnen herzlich. (steckt einen Scheck ein; zu C.C.) Hat dir schon jemand gesagt, wie gnadenlos gut du heute Abend aussiehst?

C.C.:
Maxwell, du bist so ein Charmeur. Die Sache ist bis jetzt ziemlich gut gelaufen, nicht wahr?

Maxwell:
Ahh..einfach perfekt. Das Essen ist exzellent, die Musik ist wundervoll und die Gäste geradezu widerlich wohlhabend.

C.C.:
Sieht unsere Ivana nicht umwerfend aus? Mein Schönheitschirurg natürlich.

Niles:
Miss Fine würde Sie gerne sprechen, Sir.

Maxwell:
Ach wirklich? Wo ist sie denn?

Fran:
(vom Treppenabsatz) Ich bin hier oben.

C.C.:
Was ist das?

Maxwell:
(sprachlos) Das… Kindermädchen.

Der Klavierspieler spielt "Lady in red" und Fran kommt in einem aufregenden roten Kleid die Treppe herunter.

Maxwell:
(bewundernd) Sieh' sich einer dieses Kleid an.

C.C.:
Maxwell!

Maxwell:
Du siehst auch sehr nett aus, das sagte ich schon.

C.C.:
"Gut" sagtest du, "gnadenlos gut".

Fran:
(geht auf Maxwell und C.C. zu) Den Fetzen habe ich von meiner Cousine geliehen, Miss Long Island, 1989.

Niles:
Ein wirklich guter Jahrgang.

Fran:
Ich wollte nur sagen, dass die Kinder fertig sind.

Maxwell:
Wofür?

Fran:
Für die Party.

Maxwell:
Miss Fine, die Kinder sind nicht eingeladen und das wussten Sie.

Fran:
Wusste ich das? Oh, ich glaube jetzt werde ich gleich rot.

C.C.:
Das passt besser zum Rest ihres Aufzugs.

Niles:
Hmm, da war er wieder, der bissige Humor, den wir alle so fürchten.

Maxwell:
Tja, nachdem wir so nett geplaudert haben, können Sie ja jetzt wieder raufgehen und den Kindern sagen, dass sie nicht kommen können.

Grace und Brighton kommen die Treppe herunter.

Grace:
Hallo Daddy!

Maxwell:
(zu Fran) Miss Fine, das war ein schmutziger Trick. (zu Grace) Hallo Schätzchen.

Grace:
Gefällt dir mein Kleid? Die siebzig Prozent Ermäßigung fallen gar nicht auf.

Fran:
(zu C.C.) Die wird noch 'ne echte Wühltischmaus.

Brighton:
Hallo Dad. Überrascht?

Maxwell:
Du wirst nichts anstellen, Brighton.

Brighton:
Werd' mich zusammenreißen.

Maxwell klopft Brighton von oben bis unten ab.

Maxwell:
Hmm-Hmm. Alles klar.

Fran:
(ruft die Treppe hinauf) Komm schon, Maggie, du musst nicht schüchtern sein.

Maggie kommt in einem eleganten schwarzen Kleid mit türkisfarbenem Kragen die Treppe herunter.

Maxwell:
(beeindruckt) Mein Gott, ich hatte ja keine Ahnung, wie ähnlich sie ihrer Mutter sieht.

Maggie:
Gefällt es dir?

Maxwell:
Du siehst irgendwie so erwachsen aus.

Grace:
(erwartungsvoll) Also Daddy, dürfen wir jetzt auf die Party?

Maxwell:
(überlegt einen Augenblick) Aber selbstverständlich. (er geht in Richtung Wohnzimmer; zu Fran) Wir zwei sprechen uns noch. (zu den Partygästen) Freunde, Freunde, darf ich um ihre Aufmerksamkeit bitten. Bevor ich ihnen ein wenig mehr über meine neueste Produktion sage, stelle ich ihnen zunächst die frei gelungensten Produktionen meines Lebens vor… meine drei Kinder.

Die Gäste applaudieren.

Fran:
(zu C.C.) Och, ist das nicht niedlich? Ich könnte vor Rührung tot umfallen.

C.C.:
Wieso tun Sie es nicht einfach?

Fran:
Davon muss ich ein Foto machen.

Maxwell:
Miss Fine, ich denke Sie haben genug getan. Ich wäre sehr froh…

Partygast:
Eine wunderbare Familie, Sheffield.

Maxwell:
Bitte alle mal lächeln.

Fran macht das Foto.

Fran:
Klasse!

Fran macht ein Foto vom Büffet. C.C. kommt hinzu.

C.C.:
Ich rate ihnen sich ein wenig zurückzuhalten. Sie sind hier etwas fehl am Platz.

Fran:
Ach kümmern Sie sich nicht um mich, ich war schon auf viel fieseren Festen. Mein Onkel Jack hat in seiner Rockerkneipe tierische Punkfeten geschmissen. Da war was los, das können Sie mir glauben.

Schnitt: Maxwell und Fran stehen an der Tür

Fran:
Gute Nacht, Ivana. Lass den Kopf nicht hängen, du wirst sicher auch jemand anderen finden.

Szene 3 - Das Wohnzimmer der Sheffields
C.C. sitzt auf dem Sofa mit dem Sektglas in der Hand. Als Niles vorbeigeht hält sie das Glas hoch

C.C.:
Niles - mehr!

Niles schenkt ein und geht. Fran und Maxwell kommen hinzu.

Fran:
Was sehen meine entzückten Augen? Lächeln mich auf diesem Scheck etwa vier Nullen an?

Maxwell:
Na schön, ich gebe zu es war doch kein so großer Fehler den Kindern die Party heute Abend zu erlauben.

Fran:
Oh Mr. Sheffield, Sie untertreiben!

Maxwell:
Ja, Sie haben recht, es ist hervorragend gelaufen. (nimmt den Scheck) Darf ich den - danke sehr - zu den anderen legen.

Maxwell geht in Richtung Arbeitszimmer davon. Fran geht zu C.C.

C.C.:
Vom Kindermädchen zur Königin der Nacht. Ich gratuliere. Das ist ja wohl ein voller Erfolg gewesen.

Fran:
Was bitte kann schief gehen, wenn man einen liebenden Vater mit seinen Kindern zusammenbringt?

C.C.:
Ich glaube, mir wird schlecht.

Im Arbeitszimmer legt Maxwell den Scheck in eine Schublade und schaut dann auf den Balkon. Dort sitzen Maggie und Eddie, der Kellner, und küssen sich.

Maxwell:
Maggie!

Maggie:
Daddy!

Eddie, der Kellner:
Mr. Sheffield, I wollte gerade -

Maxwell:
Du wolltest gerade gehen.

Eddie:
Genau.

Eddie läuft davon, Maggie folgt ihm.

Maggie:
Eddie - warte!

Maxwell:
Maggie! Maggie, komm sofort zurück!

Maggie:
Eddie!

Maxwell läuft hinterher

Maxwell:
Maggie!

Im Wohnzimmer, Fran kommt hinzu.

Maggie:
Wie konntest du mich nur so bloßstellen?!

Fran:
Aber was ist denn los?

Maxwell:
(erbost) Dieses-dieses Monster ist auf dem Balkon über sie hergefallen!

Maggie:
Es war doch nur ein Kuss!

Fran:
(erfreut) Er hat dich geküsst?

Maggie:
Ja.

Fran:
Wie aufregend, dein erster Kuss! Ist ja riesig! Oh, wo ist die Kamera?

Maxwell:
Miss Fine, das ist nicht aufregend, das ist abstoßend. Sie ist doch noch ein Kind!

Maggie:
(aufgebracht) Das bin ich nicht!

Fran:
Das ist sie nicht.

C.C.:
Ich glaube, es geht mir schon etwas besser.

Maggie:
Dad, ich bin vierzehn Jahre alt.

Fran:
Wissen Sie, als ich vierzehn war... das erzähle ich vielleicht ein andermal.

Maxwell:
Maggie, geh' ins Bett und-und wasch' dir diese Schminke ab. (Maggie geht, Fran will ihr folgen; zu Fran) Sie!

Fran:
Ich?

Maxwell:
Ja Sie. Ohne Sie wäre das nicht passiert.

C.C.:
Ja, es geht mir auf jeden Fall besser.

Fran:
Was zum Teufel habe ich getan?

Maxwell:
Was Sie getan haben? Sie haben ein unschuldiges Schulmädchen in ein Abendkleid gesteckt und haben aus ihr…

Fran:
Eine junge Frau gemacht!

Maxwell:
Sie ist noch ein kleines Kind!

Fran:
So ein Schwachsinn, sie ist eine Frau! Das können Sie nicht verhindern und wenn Sie die arme Maggie nicht für den Rest ihres Lebens in einen goldenen Käfig einsperren wollen, dann wird sie erwachsen werden und jemand… jemand muss ihr doch dabei helfen.

Maxwell:
Ohh, Sie überschreiten ihre Kompetenzen ein wenig. Sie ist nicht ihre Tochter!

Fran:
Leider nicht, wenn sie es wäre, wäre sie jetzt nicht da oben und würde sich die Augen ausheulen, statt sich über den schönsten Augenblick ihrer Jugend zu freuen.

Maxwell:
Ich danke ihnen herzlich für ihre Anteilnahme.

Fran:
Sie sind wirklich gemein.

Maxwell:
Und Sie sind gefeuert.

Fran:
Gefeuert? Nach all dem was ich für Sie getan habe? Das ist der Dank dafür? Sie können mich nicht feuern, Maxwell Sheffield, ich kündige! (sie geht zur Tür hinaus, öffnet sie jedoch noch mal) Nein, Sie feuern mich, so kriege ich wenigstens Arbeitslosengeld.

Szene 4 - Das Wohnhaus der Sheffields
Im Arbeitszimmer sitzt Maxwell und betrachtet das Foto seiner verstorbenen Frau. Niles kommt mit einem Teller in der Hand herein

Niles:
Ich habe Miss Babcock nach Hause gefahren und die "Anonymen Alkoholiker" angerufen. Man wird sie morgen abholen.

Maxwell:
Danke sehr, Niles.

Niles gibt ihm den Teller mit dem Sandwich

Niles:
Nachdem Sie noch nichts zu sich genommen haben, dachte ich, Sie könnten ein Häppchen vertragen.

Maxwell:
(deprimiert) Ich habe überreagiert, nicht wahr Niles?

Niles:
Wie Reagan in Grenada.

Maxwell:
(seufzt) Ich weiß nicht. Maggie sah wirklich so aus wie ihre Mutter. Ich habe Sarah schon verloren, ich… ich wollte mein kleines Mädchen nicht auch noch verlieren.

Niles:
Das verstehe ich sehr gut, Sir.

Maxwell:
(beißt in das Sandwich) Hmm, was ist das?

Niles:
Ich glaube Miss Fine nennt es einen kleinen "Hungertöter".

Maxwell:
Das ist köstlich. Miss Fine, ja?

Niles:
Ja, Sir. Genau das, was sie gebraucht haben.

Maxwell:
Sagen sie Niles, das Sandwich meinen sie jetzt aber nicht, oder?

Niles:
Nein Sir. Das Sandwich meine ich nicht.

Szene 5 - Sylvia und Morty Fine's Apartment
Fran liegt auf dem mit Plastiküberzügen geschützten Sofa und sieht fern. Ihre Mutter, Sylvia, kommt mit einer Pralinenschachtel in der Hand hinzu

Sylvia:
Fran, willst du 'nen Karamelltrüffel?

Fran:
Oh nein, Ma. Du kannst nicht alle Probleme durch essen lösen.

Sylvia:
Oh, mittlerweile haben dein Vater und ich unsere gesamte Beziehung rund um das Essen aufgebaut. Leidenschaft ist vergänglich, Sex ist vergänglich und miteinander geredet haben wir sowieso nie. Aber futtern kann man immer. (Fran nimmt eine Praline; Sylvia schreit in Richtung des anderen Raumes) Morty, willst du noch 'n Karamelltrüffel? Morty?

Fran:
Ma, Daddy kann dich nicht hören, er sieht sich die Sportsendung an… wieso kann ich nicht auch so einen Kerl haben? Taub und mit 'ner guten Rente!

Sylvia:
Das wird schon.

Es klingelt an der Tür.

Fran:
Ich geh schon, ich geh schon. (sie öffnet die Tür) Oh Gott Ma, Mr. Sheffield.

Maxwell:
Es tut mir Leid, das ich so reinplatze, Miss Fine. Ich wollte ihnen nur ihre restlichen Sachen vorbeibringen. (gibt Fran einen Koffer)

Sylvia:
Oh, jemand wie Sie kann uns überhaupt nicht stören, Schätzchen. Ich bin die Mutter von Frannie, Sylvia. (reicht ihm die Hand und macht einen Hofknicks)

Maxwell:
Maxwell Sheffield.

Sylvia:
Kommen Sie doch rein. Ich mache ihnen einen hübschen Kakao.

Maxwell:
Oh vielen Dank, ich kann leider nicht bleiben. Da draußen hat sich eine ganze Menschenmenge um meine Limousine versammelt.

Fran:
Ach darum kümmere ich mich, das haben wir gleich. (geht zum Fenster und schreit heraus) Lasst die Karre in Ruhe, hier ist niemand gestorben und es wird auch keine Wohnung frei! (zu Maxwell) Eine Wohnung hier geht schneller weg, als 'ne Kotztüte auf 'ner stürmischen Kreuzfahrt. Setzen Sie sich.

Sylvia:
(zu Fran) Na, du musst alles geben. Zeig's ihm.

Fran:
Mutter, könntest du uns jetzt bitte allein lassen?

Sylvia:
Ist ja gut, ich versteh' schon. Mr. Sheffield, en chanté. (sie reicht ihm die Hand und geht)

Maxwell:
(sieht sich um) Sie haben Plastikbezüge auf ihren Möbeln.

Fran:
Ja, die brauchen sie noch für das Leben nach dem Tod. (zu Maxwell) Wie geht's Maggie?

Maxwell:
Na ja, leider spricht sie nicht mit mir. Aber Brighton hat behauptet, es geht ihr gut.

Fran:
Brighton?

Maxwell:
Ja, er ist überraschenderweise sehr freundlich zu ihr. Er sagt mir nicht wieso, er hat mich nur gefragt wo ich wohnen werde, wenn ich mal alt und krank bin.

Fran:
Kinder.

Maxwell:
Es tut mir sehr leid, das die Sache so enden musste.

Fran:
Hören Sie... ich meine, Sie und ich, wir kommen aus zwei verschiedenen Welten, ich meine, wenn ich Sie wäre und mich… als Kindermädchen hätte, wäre ich darüber ziemlich glücklich.

Maxwell:
Ja, aber Sie sind nun mal nicht ich. Ich hab' überhaupt noch niemand erlebt, der so ist wie Sie. Wobei ich natürlich zugebe, das muss kein Nachteil sein, nicht-nicht unbedingt. Wenn wir es also schaffen sollten zu akzeptieren, dass wir verschieden sind… könnten wir's noch mal versuchen?

Fran:
Heißt das, Sie wollen, dass ich zurückkomme?

Maxwell:
Ja, ich glaube schon.

Fran:
Also, was Sie wirklich sagen wollen ist, das ihnen die ganze Sache verdammt Leid tut und wenn es ihnen nicht zu peinlich wäre, würden Sie jetzt vor mir auf die Knie gehen und mich um Verzeihung bitten.

Maxwell:
(steht erbost auf) Miss Fine!

Fran:
Entschuldigung angenommen… Ma, pack' meine Sachen, er will mich wieder!

Sylvia:
(kommt mit einem Fotoapparat aus der Küche) Bitte lächeln! (Fran umarmt Maxwell und Sylvia macht ein Foto)

 

 

 

---=== ENDE ===---