Die Nanny: Transkript der Folge "Der Weinkeller" [#2.10]

Transkript der Folge "Der Weinkeller" [#2.10]

Deutsches Transkript erstellt von EF (Abschrift erstellt von Timo)

 

Bei diesem Skript handelt es sich nicht um ein Originaldrehbuch, sondern um die Mitschrift der TV-Version dieser Folge!
 

 

 

Originaltitel: The whine cellar
Ausstrahlung: 14.11.1994
Deutscher Titel: Der Weinkeller
Ausstrahlung: 27.07.1996
Buch:
Regie:

Darsteller

Fran Drescher (Fran Fine)
Charles Shaughnessy (Maxwell Sheffield)
Daniel Davis (Niles)
Lauren Lane (C.C. Babcock)
Nicholle Tom (Maggie Sheffield)
Benjamin Salisbury (Brighton Sheffield)
Madeline Zima (Grace Sheffield)

 

Gastdarsteller

Inhaltsangabe
Frans Mutter Sylvia will ihren fünfzigsten Geburtstag mit einem großen Fest begehen. Da Maxwell und C.C. von einem berühmten Kritiker in dessen Landhaus eingeladen sind, stellt Maxwell sein eigenes Haus großzügig für die Feierlichkeiten zur Verfügung. Während die Vorbereitungen für das Fest schon auf Hochtouren laufen, will C.C. aus dem Weinkeller noch schnell ein gutes Tröpfchen heraufholen, sperrt sich in der Hektik jedoch selbst im Keller ein. Kurz darauf glaubt C.C., die Rettung sei nahe, wird jedoch böse enttäuscht, als auch Fran, die im Keller erscheint, die Tür hinter sich zufallen lässt. Nun sind sich die beiden Rivalinnen auf Gedeih und Verderb ausgeliefert...

 


1. Szene:
(Wohnzimmer: Fran, Niles, Maggie, Brighton und Gracie schmücken das Wohnzimmer für Sylvias 50. Geburtstag)

 

Brighton: (mit nachgeahmter Piepsstimme) Hallo mein Name ist Maggie Sheffield und ich bin ein totaler Idiot!

Maggie: Wann wirst du endlich erwachsen?

Fran: (auch mit Piepsstimme) Ja, Brighton, wann wirst du endlich erwachsen? (Fran und Brighton kichern)

Niles: Miss Fine, Ihre Mutter wird 50, hat sie da nicht ein wenig an der Wahrheit gedreht?

Fran: Ich bitte Sie, das einzige woran mehr gedreht wird ist die Steuererklärung der Queen. Ich meine den Putzlumpen für die Kronjuwelen abzusetzen ist einfach lächerlich!

Sylvia (vor der Haustür): Tja, ich frage mich ob meine Tochter Fran zu Hause ist, ich glaube ich werde mal nachsehen. (es klingelt)

Fran: Kommt schon Kinder es geht los. (alle gehen zur Haustür)

Grace: Fran, warum proben wir eine Überraschungsparty, dann ist es doch keine Überraschung!

Fran: Oh Schätzchen, in deinem Alter sind Überraschungen aufregend, in ihrem Alter kann man ihr nach einer Überraschung einen Kranz flechten und den Sargdeckel schließen!

(Sylvia kommt rein)

Alle: Überraschung!!!

Sylvia: (übertrieben) Oh mein Gott, oh mein Gott.

Fran: Ma, ich hoffe bei Daddy simulierst du überzeugender.

Sylvia: Ich war seine erste, was weiß der denn schon?

Niles: Entschuldigen Sie Miss Sylvia, ich würde gerne das Menü durchgehen: Fleischbällchen, Cocktailwürstchen, Käsehäppchen, trauen Sie etwa Ihrer Familie den Umgang mit Silberbesteck nicht zu?

Sylvia: Schätzchen Sie sollten wissen, was auf einem Zahnstocher steckt macht nicht dick!

Fran: Ja, meine Tante nimmt zwei und hält sie wie Essstäbchen; sie sieht aus wie eine sehr stark geschminkte Gottesahnbeterin. Stimmt doch, oder?

Maggie: Kommen auch Jungs in meinem Alter zu der Party?

Sylvia: Am besten verkuppeln wir sie mit deinem kleinen Cousin Irvin. Ach er ist ein so netter Bursche mit einem wunderbar charmanten Charakter.

Fran: Oh ja ne tolle Idee Ma, läutet der immer noch die Glocken in Nôtre-Dame? (zu Maggie) Keine Sorge, keine Sorge, wenn ich ihn sehe gebe ich dir ein unauffälliges Zeichen. (macht eine Bewegung bei der sie sich die Ohren zwickt, unter die Achseln greift und ihren Finger in den Mund steckt.

(Maxwell und C.C. kommen)

Maxwell: Ah da ist ja das Geburtstagskind!

Sylvia: Oh Mr. Sheffield, es ist so nett von Ihnen, dass wir hier meine Party feiern dürfen. Wissen Sie wir haben nur eine Toilette und äh ... Mortys Brüder haben gesagt sie wollen alle vorbeikommen!

Fran: Oh, oh, das erinnert mich an was! (zu Gracie) Schätzchen, stell bitte ein Blütenduftspray in jedes Badezimmer.

Sylvia: Sagen Sie Miss Babcock, kommen Sie auch zu meiner Überraschungsparty?

Maxwell: Ah, ich befürchte, nein!

C.C.: Und es tut uns ja so wahnsinnig leid!

Maxwell: Wir fahren ins Landhaus von Gene Shallad dem Broadwaykritiker.

Sylvia: Gene Shallad! Oha! Ist der sexy oder nicht?

Fran: Ma, du findest Gene Shallad sexy? Oh es wird wirklich Zeit, dass du aufhörst dein Haarspray zu inhalieren.

C.C.: Er gibt einen Empfang vor den Nominierungen für die Tony Awards. Maxwell und ich teilen uns ein kleines Gästehaus, direkt unten am Wasser.

Niles: Wie günstig, Sir, für den Fall, dass Sie sich ertränken wollen!

Fran: Oh Miss Fine, ich hab was für Sie! Erlauben Sie mir, dass ich zu der kleinen Feier Ihrer Mutter zwei Fläschchen Chaint-Vertain beisteuere.

Fran: Oh!

C.C.: Maxwell, ich dachte dieser Wein wäre für unser Wochenende. Ich glaube die Fines haben kein Interesse an Jahrgangs-Burgunder.

Fran: Oh doch, wir sind absolute Fans von Jahrgangsgetränken! In unserem Keller zuhause steht noch ne Kiste Cola aus meinem Geburtsjahr.

C.C.: (geht zur Haustür) Na schön! Maxwell wir treffen uns dann am Bahnhof, ich besorge noch schnell ein Gastgeschenk für die Shallads. Worüber würden sie sich am meisten freuen, was glaubst du?

Niles: (drängt C.C. raus und schließt die Tür) Wenn Sie den Zug verpassen!

 

Vorspann

 

2. Szene:
(Küche: Fran, Maggie, Brighton und Gracie stehen am Tisch; Fran schüttet den Inhalt aus zwei Flaschen in eine Schüssel)

 

Brighton: Das wird bestimmt ne tolle Party, ein Haufen alter Omas die mir in die Wangen kneifen.

Maggie: Finde dich damit ab, so nah wirst du nie wieder an Frauen rankommen.

Brighton: Ich sage nur zwei Worte, Cousin Irvy.

Fran: Kinder, seht diese Party einfach als wissenschaftliches Experiment an, ihr müsst euch vorstellen ihr seid Tierforscher die wilde Gorillas beobachten. ... Ihr dürft nur nicht zu nahe an sie rangehen, sie könnten euch die Nase abbeißen.

Grace: Was ist das ganze Zeug auf dem Boden der Flasche?

Fran: Mmmh Schätzchen, das ist das Allerbeste, das ist das Weinkonzentrat.

(Niles kommt)

Niles: Ach du meine Güte, was machen Sie da mit Mr. Sheffields bestem Burgunder?

Fran: Äh, ich mixe eine Sangria. (Niles ist geschockt)

Maggie: Soll noch mehr Zitronenpulver rein?

Fran: (probiert) Ja, zwei Päckchen!

Niles: Oh Miss Fine, diesen Wein für Sangria zu verwenden ist genauso schlimm als würde man von Pavarotti verlangen, Ámore Ámore zu singen.

Fran: Würde er das tun, wäre er bestimmt so berühmt wie Julio Iglesias. ... Oh Kinder! Bevor ich’s vergesse, könntet ihr mir meine Albeno und Romina Powerplatten bringen? Auf dieser Party wird die Post abgehen. ... (probiert etwas auf der Theke) Oh Niles, wollten Sie nicht ein Süppchen für uns machen?

Niles: Das hab ich doch, mit Venusmuscheln, Atlantikkrabben und Lachskaviar.

Fran: Ach, jetzt muss ich noch mal losgehen und ne Dose Zwiebelsuppe besorgen! Dann kann ich auch gleich noch Gummibärchen holen! (Niles haut sich den Kopf auf die Theke)

Fran: Lächeln Sie doch mal, habe ich Ihnen schon gesagt, dass meine Cousine Sophie auch da ist?

Niles: Und ich nehme an sie ist wahnsinnig klug und hat einen wundervollen Charakter.

Fran: Oh nein, sie ist dumm wie Bohnenstroh, aber sie hat unglaublich große...

Niles: Reden Sie nicht weiter! Geben Sie mir einfach ein unauffälliges Zeichen. (Macht dieselbe Bewegung wie Fran vorhin, am Schluß aber, macht er die Rundungen einer Frau nach).

(Fran lacht, C.C. kommt rein)

C.C.: Wo ist Maxwell?

Fran: Oh, ich dachte Sie wollten sich am Bahnhof treffen, er ist schon längst weggefahren.

C.C.: Niles! Ich wollte ihn hier zuhause abholen, ich hab angerufen, ich sagte überbringen Sie ihm die Nachricht!

Niles: Oh, ich hab verstanden verbringen Sie mit ihm die Nachtschicht. Ich hielt das nicht für angebracht. (geht hinaus)

C.C.: Ich werde mich an diesem Wochenende von keinem ärgern lassen. Da ich schon mal hier bin, werde ich mir noch ein Fläschchen Wein schnappen, um Maxwell in Stimmung zu bringen. Wir haben im Zug ein Privatabteil ... (gedämpfte Stimme) und heute Nacht ist Vollmond!

Fran: Hoffentlich hat sie das Enthaarungsmittel nicht vergessen!

 

3. Szene:
(C.C. im Keller)

 

C.C.: (singt) Luck be a lady tonight, (nimmt eine Flache Wein und tänzelt zur Tür) luck if you’ve ever been a lady to begin with, luck be a lady to... (greift nach dem Türgriff und reißt ihn aus der Tür) ........ Hhm he, he, he, he, oh nein! He, he (versucht den Griff wieder reinzuschieben) nein das darf doch einfach nicht wahr sein. He, he, he (ihr lachen geht über in ein heulen, bei dem sie sich an die Tür lehnt) ... Ok, es gibt bestimmt noch einen anderen Ausgang! (geht die Treppe wieder hinunter)

(Fran kommt rein)

Fran: Miss Babcock, mir ist das Zitronenpulver ausgerutscht, könnten Sie mir vielleicht noch eine Flasche von dem Burgunder geben?

C.C.: (kommt angerannt) Oh, Miss Fine, ich liebe Sie! (die Tür fällt zu) Sie blöde Gans!

Fran: Man, Sie wissen aber auch nicht was Sie wollen! ... Wissen Sie viele Frauen bekommen ihre Wechseljahre sehr früh, deswegen müssen Sie sich nicht schämen!

C.C.: (hält ihr den Griff hin) Sie haben die Tür zufallen lassen und jetzt sind wir hier drin gefangen und ich werde meinen Zug verpassen!

Fran: (nimmt den Griff) Okay, nur nicht aufregen, keine Panik, vielleicht kann ich die Sache ja reparieren. Tss! (geht zur Tür und probiert den Griff wieder reinzustecken) Nein! (Fängt furchtbar an zu schreien und trommelt gegen die Tür)

C.C.: (hält sich ein Ohr zu) Halt, hören Sie auf, es wird Sie sowieso niemand hören, das Ding war ursprünglich ein Luftschutzkeller.

Fran: (kommt die Treppe wieder runter) Hey unterschätzen Sie bloß die macht dieser Stimmbänder nicht. Ich hatte mal Nachbarn, die sind deswegen neben den Flughafen gezogen. ... Hey, dieser Raum ist wirklich ziemlich klein!

C.C.: Leiden Sie unter Klaustrophobie?

Fran: Oh herzlichen Dank! Jetzt haben Sie mich daran erinnert! ... Ich weiß es noch wie gestern. Im Kaufhaus, in der Umkleidekabine, Winterschlußverkauf, 200 nackte Frauen und jede von ihnen hat geplärt: “Wo haben Sie das gefunden?” (packt C.C. am Kragen und reißt sie zu sich) Ich habe mich am Rock meiner Mutter festgehalten! Krampfadern, Krampfadern überall! Von hellblau bis violett! ... (wird zur Wand gedrängt) Und dann, und dann, und dann (C.C. gibt ihr eine Ohrfeige, Frans Gesicht dreht sich zur einem grauen kasten an der Wand) Sehen Sie mal, eine Alarmanlage. (öffnet sie) Wenn wir die Kabel durchschneiden lösen wir Alarm aus, dann kommen die Bullen her und finden uns! (deutet auf C.C.s Handtasche) Was ist da drin?

C.C.: (durchwühlt ihre Tasche) ... Eine Nagelschere!

Fran: Ausgezeichnet! (schneidet die Kabel durch) ..... Na ja, entweder ist diese Alarmanlage viel zu leise ... oder (beide schauen nach oben) ... das sind die Kabel vom Ventilator gewesen ... Und jetzt werden wir hier grausam ersticken. Oh, bevor ich’s vergesse! (gibt C.C. eine Ohrfeige)

C.C.: (empört) Wieso geben Sie mir eine Ohrfeige?

Fran: Waren Sie nicht gerade hysterisch?

C.C.. Nein!

Fran: Oh, dann hab ich mich geirrt!

 

4. Szene:
(Yetta im Wohnzimmer vor den ganzen Gästen der Party)

 

Yetta: Also vergesst bitte nicht, wenn Sie hereingekommen ist, dann rufen wir alle: “Überraschung!” ... (zu Maggie) Wieso?

Maggie: Weil Ihre Tochter heute den 50. Geburtstag feiert.

Yetta: 50? Sie hat Büstenhalter die älter als 50 sind! Wenn sie 50 ist, bin ich (stockt) ... Was soll ich sagen, sie ist 50!

(Es klingelt)

(Alle Gäste laufen in Richtung Tür, Maggie schaltet das Licht aus)

Sylvia (von draußen) Tja, ich frage mich ob meine Tochter Fran zu Hause ist, ich glaube ich werd mal nachsehen!

(Niles öffnet die Tür, Sylvia kommt rein, das Licht geht an, alle rufen: “Überraschung!”)

Yetta (steht vor der Tür neben dem Kamin, verärgert): Würdet ihr bitte warten bis hier reinkommt!

Sylvia ( hat ein rotes, glitzerndes Kleid an und ruft übertrieben): Oh mein Gott, mein Gott, ich hatte ja keine Ahnung! Ich seh furchtbar aus. Wir waren gerade auf dem Weg ins Kino und wollten uns “Pulp Fiction” ansehen.

Yetta (zu Brighton): Schmouie! Gehen wir zu deinem Onkel Stanley.

Brighton: Was soll denn das schon wieder?

Yetta: Stell keine Fragen, vertrau mir... (zu Onkel Stanley) Stan, das ist Schmouie! Du hast ihn nicht mehr gesehen seitdem er so klein war. Er feiert seinen Geburtstag während du auf deiner Kreuzfahrt bist!

Onkel Stanley: (zu Brighton) Tut mir leid, dass ich nicht kommen kann. (holt einen Geldschein aus seiner Hosentasche) Hier, das ist von mir und deiner Tante Cookie.

Brighton: Oh danke, sehr nett von Ihnen.

Yetta: (zu Brighton): Also pass auf, wir teilen alles 50:50!

 

5. Szene:
(Keller)

 

Fran: Och, ich glaub einfach nicht, dass ich die Party verpasse! (holt sich eine Weinkiste) Ich meine wie oft wird eine Mutter schon 50, vielleicht zwei, drei mal. (setzt sich auf die Kiste)

C.C. (schüttet Wein in einen Plastikbecher): Hier, trinken Sie nen Schluck, das wird Sie beruhigen!

Fran: Ich trinke nicht.

C.C. (entsetzt): Was tun Sie wenn Sie nervös sind?

Fran: Frisieren.

C.C. (verschluckt sich): Was?

Fran (steht auf und mustert C.C.): Ich frisiere!

C.C.: Schlagen Sie sich das sofort aus dem Kopf, meine Liebe.

Fran: Wie Sie wollen. ... (singt) Hundertzehn Flaschen voll Bier im Bauch, hundertzehn Flaschen voll Bier!

C.C. (steht auf und setzt sich auf Fran‘s Kiste): Wie wär's mit einer klitzekleinen Dauerwelle?

Fran: Stets zu Diensten verehrte gnädige Frau, tja wollen wir mal sehen, was wir da tun können. (nimmt C.C.’s Mantel) Tut mir Leid, das Waschen muss leider ausfallen. (hängt C.C. den Umhang, wie beim Friseur um)

C.C.: Ich glaubs einfach nicht, es ist zum heulen! Das sollte das Wochenende werden an dem Maxwell und ich ...

Fran (fängt an zu frisieren): Nur zu, ich bin ganz Ohr!

C.C.: Na ja, das letzte Mal waren wir so knapp davor.

Fran: Hmmh, neigen!

C.C.: Wir waren auf dem Rückweg von einer Produktion in Sydney und unser Flugzeug machte plötzlich eine Notlandung auf den Fidschi-Inseln, es war Nebensaison, also waren wir ganz allein. Tja den Rest können Sie sich vielleicht denken.

Fran: Nehmen wir an ich kanns nicht, reden Sie weiter.

C.C.: Wir waren in der Bar, wir tranken ein paar Cocktails, Maxwell hatte diese hungrigen Augen.

Fran: Ähaaa! (beide kichern)

C.C.: Aber er war einfach zu sehr Gentleman.

Fran: Ich fasse mal zusammen; er war betrunken, Sie waren die einzige Frau auf einer verlassenen Insel ... und er hat Sie dennoch nicht angefasst. Und Sie dachten ein Wochenende auf dem Lande würde ihn in Stimmung bringen.

 

6. Szene:
(Küche: Yetta und Gracie, Sylvia kommt tanzend herein)

 

Sylvia: Ich mache mir so große Sorgen um Fran.

Yetta: Vielleicht wollte sie dir noch ein Geschenk besorgen.

Sylvia: Das hab ich längst von ihr gekriegt. ... Und was bekomm ich von dir? ... Hast du’s vergessen Ma?

Yetta: Wie könnt ich meine kleine Tochter vergessen, wofür hältst du mich? Es steht da draußen neben all den anderen Paketen.

Sylvia: Oh Ma! (geht zum Kühlschrank)

Yetta (leise zu Gracie, schreibt etwas auf einen Zettel): Psssst, ... Geh da raus und kleb das auf das größte Paket, dass du findest. (Gracie ab)

 

7. Szene:
(Keller: Fran feilt C.C. die Nägel, diese sitzt da mit einer wahnsinnig stark auftoupierten Frisur)

 

Fran (seufzt): Mokka, Schoko, Walnuss, Walderdbeer, Pfirsich, Kirsch, Pralinen, Sahne, Kaffee-Trüffel. Das sind ... alle 30 Sorten. Oh mein Gott, die Eisdiele hat gelogen! Wieso, 30 sind sehr viel, warum haben sie bloß 31 gesagt. Oh warten Sie mal, ich hab die Sorbets vergessen! Na schön ich fang noch mal an. Vanille, Ko ...

C.C. (reißt sich den Mantel herunter und brüllt): Schluß damit!

Fran: Wissen Sie, das erinnert mich an einen Film in dem zwei Frauen versehentlich in den Kühlraum einer Metzgerei eingesperrt wurden. Gott sei dank hat ein Haufen militanter Vegetarier das Ding aufgebrochen, sonst wären die immer noch drin.

C.C.: Also folgende Themen werden von jetzt an nicht mehr angeschnitten: Wie man eine Laufmasche mit Nagellack aufhellt, welche Zeitschrift zeigt die knackigsten Männerärsche, welche Formen haben die Muttermale von Osteuropäerinnen.

Fran: Ist ja gut, ich hab verstanden, aber Sie schränken unseren Gesprächsstoff gewaltig ein. (hält ihr einen Taschenspiegel hin) Wie wär's wenn Sie sich Ihre neue Frisur ansehen.

C.C. (betrachtet sich): Oh ... mein ... Gott.

 

8. Szene:
(Wohnzimmer: die Party ist in vollem Gange)

 

Onkel Stanley (zu Brighton): Ich schwöre dir, das Beste ist immer noch ... Styropor!

Brighton: Aber das ist nicht biologisch abbaubar.

Onkel Stanley: Wer sagt denn, dass du’s essen sollst?

 

Cousin Irvy (zu Maggie): Hi!

Maggie: Hi!

Cousin Irvy: Wieso stehst du hier so alleine rum, schöne Frau?

Maggie: Na ja, ich versuch nur irgendwie zu vermeiden, dass ich in diesen Trottel Irvy reinrenne. Ich bin Maggie.

Cousin Irvy: Ich bin Irvy! (geht weg, Maggie haut sich den Kopf gegen die Wand.

 

(Einige Gäste machen eine Bolognese, Maxwell kommt zur Haustür rein)

Maxwell: Großer Gott.

Niles (hält einen Luftballon in der Hand) Was tun Sie denn hier?

Maxwell: Niles, was geht hier eigentlich vor, das ist ja unglaublich, wo ist Miss Fine?

Niles: Oh sie ist verschwunden.

Maxwell: Verschwunden?

Niles: Schhhhht, seien Sie bitte nicht so laut, wir wollen niemand beunruhigen.

Maxwell: Wirklich merkwürdig, Niles, Miss Babcock ist ebenfalls verschwunden!

Niles (lässt den Luftballon los) Yippiiiiiieee!

 

9. Szene:
(Keller)

 

C.C.: Warum spielen wir nicht “Wahrheit oder Lüge”?

Fran: Weil alle Ihre Wahrheiten so furchtbar langweilig sind.

C.C.: Och bitte.

Fran: Oh Nein!

C.C.: Hmmh, Sie dürfen mich auch schminken!

Fran: Okay!

C.C. (setzt sich auf eine Kiste): Okidoki, fragen Sie mich!

Fran: Wahrheit oder Lüge?

C.C.: Hmmmh, ich nehme die ... (mysteriös) Wahrheit! (kichert)

Fran: Okay, wenn Sie mit jemandem die Nacht verbringen dürften, wen würden Sie wählen? Wir wissen beide, dass das Spiel vorbei ist, zuerst die Wangen.

C.C.: Abwarten, meine Antwort wird Sie vielleicht überraschen.

Fran: Gut, schießen Sie los.

C.C.: Es ist Maxwell. (kichert lautstark)

Fran: Na das darf doch nicht wahr sein. (fängt an zu schminken)

C.C.: Ach ja, ich könnte jetzt mit ihm auf einem Bärenfell vor dem Kaminfeuer liegen, mich ganz dicht an ihn kuscheln, seine Finger gleiten zärtlich durch meine Haar... (fährt mit den Fingern durch ihre Haare und bleibt hängen).

Fran: Schätzchen Sie sollten mal tief Luft holen, Sie kriegen nicht genug Sauerstoff.

C.C.: Sie haben Recht, das wär zu schön, er interessiert sich nicht für mich. Meine Therapeutin sagt ich bin besessen von ihm.

Fran: Wieviel mussten Sie bezahlen, um das rauszufinden?

C.C.: Wenn er doch nur nicht so verflucht attraktiv wäre!

Fran: Er ist niedlich.

C.C.: Hhmm, erzählen Sie mir was neues, diese kleine graue Strähne macht mich (schüttelt sich).

Fran: Wissen Sie was, das wär das allererste was ich wegfärben würde! Es ist einfach zu ete-petete.

C.C.: Haben Sie ihn schon mal in der Badehose gesehen?

Fran (laut, C.C. kichert laut): Nein!

C.C.: So ein Pech!

Fran: Na ja, ich hab ihn nackt gesehen, zählt das auch? (C.C. dreht sich schnell um, so dass sie den Schminkpinsel in den Mund bekommt)

C.C.: Wann denn?

Fran: Och keine Angst, es war ein Versehen, ich hab ihn unter der Dusche erwischt. (C.C. zieht die Augenbrauen hoch). Vergessen Sie’s, er schließt seitdem ab.

C.C. (steht auf) Die Wahrheit ist, dass er mich für andere Männer verdorben hat, verstehen Sie?

Fran: Sie? Neben Mr. Sheffield sehen alle Kerle mit denen ich ausgehe wie komplette Vollidioten aus. Hey ... Vielleicht sind alle Kerle mit denen ich ausgehe komplette Vollidioten!

C.C.: Wenigstens gehen Sie aus! Eines Morgens werde ich als vertrocknete alte Jungfer aufwachen.

Fran: Ruhig, warten Sie ... Oh wenn das Niles nicht dazu gebracht hat runterzukommen, sind wir verloren.

C.C.: Wen interessiert‘s, am besten sterb ich gleich, dann kann ich ihn wenigstens heimsuchen. Und ich als Geist werde Maxwell schrecklicheres antun, als mit Ketten zu rasseln. (schüttelt die unsichtbaren Ketten)

Fran: Hören Sie damit auf, ich fürchte mich sonst.

C.C.: Ich rate Ihnen, Miss Fine, Sie sollten auf mich hören. Verlassen Sie dieses Haus, solange Sie noch können, sonst enden Sie genau wie ich!

Fran: (entsetzt): Nein!!!

(Maxwell kommt rein)

Maxwell: Ah, da seid ihr ja, wir haben euch überall gesucht.

Fran: (kreuzt ihre Finger) Keinen Schritt weiter, bleiben Sie uns vom Leib, Sie bringen Unheil über unser junges Leben!

Maxwell: Was!?

Fran (schubst C.C. zu Maxwell): Sagen Sie’s ihm Schwester!

C.C. (umarmt Maxwell): Maxwell, Gott sei Dank! (Fran steht mit offenem Mund da) Sie hält einfach nie die Klappe, sie hat die furchtbarsten Dinge über dich gesagt! (Fran ist entsetzt)

Maxwell: Ganz ruhig, ruhig meine Damen, gehen wir rauf dann können wir uns unterhalten, ihr seid wohl ziemlich durcheinander nach eurem, ... eurer ... C.C., hast du etwa eine neue Frisur? (geht nach oben, C.C. will ihm folgen)

Fran: Miss Babcock?

C.C.: Ja?

Fran: Ihre Handtasche!

C.C.: Oh! (geht wieder runter um die Tasche zu holen, Fran geht hoch, winkt kurz und schließt die Tür, C.C. bleibt vor der verschlossenen Tür stehen)

 

10. Szene:
(Wohnzimmer)

 

Sylvia: Liebling, das war die schönste Party meines ganzen Lebens!

Fran: He, he, danke Mum! (küssen sich). Weißt du, nächstes Jahr kaufen wir ein neues “Glückwunsch zum 50. Transparent.” Das Ding hat auf der Rückseite schon Altersflecken! (Beide kichern und gehen Richtung Tür) Gute Nacht!

Sylvia: Gute Nacht!

Fran: Und Niles?

Niles: Mmhh?

Fran: Haben Sie’s richtig krachen lassen?

Niles: Ja, man wird noch in Jahren davon sprechen.

Fran: Wo haben Sie eigentlich während der letzten Stunde gesteckt? (Niles macht dieselbe Bewegung wie damals in der Küche) A haha, also haben Sie meine Cousine Sophie kenngelernt, ist sie nicht nett?

Niles: Sie ist ein Knüller! (geht, Fran kichert)

(draußen hupt es)

Fran (ruft): Oh, beeil dich, Yetta, Daddy wartet schon!

Yetta (zu Maxwell auf dem Weg zur Haustür): Ich danke Ihnen für den wundervollen Abend und wenn Sie zufällig einen schönen, goldenen Diamantring finden, schicken Sie ihn mir doch bitte ins Altersheim!

Fran: Yetta, du hast doch überhaupt keinen goldenen Diamantring!

Yetta: Ich habe nur gesagt, ‘wenn ihr einen findet!’ (Fran küsst sie, geht)

Maxwell: Der Abend war verrückt, huh?

Fran: Wieso?

Maxwell: Ich versuch mir einfach nur vorzustellen, wie Sie und Miss Babcock dort eingeschlossen waren. Worüber haben Sie sich die ganze Zeit unterhalten?

Fran: Ach wissen Sie, über dieses und jenes ... Über Ihre Haare zum Beispiel!

Maxwell: Wirklich?

Fran: Ja, sie gefallen ihr nicht, sie findet sie (schnell) viel zu ete-petete!

Maxwell: Miss Fine, kann ich Ihnen mal was sagen, ganz vertraulich, es, es geht um Miss Babcock.

Fran: Ich bin ganz Ohr!

Maxwell: Wissen Sie, ich glaube, dass ich ihr irgendwie gefalle!

Fran: Nein, nein, nein! Na ja, da wir gerade so vertraulich sind, sie ... äh hat mir von dieser Sache erzählt, Sie wissen schon auf den Fidschis...

Maxwell: Ich erinnere mich noch gut!

Fran: Cocktails in der Bar ...

Maxwell: Nein ... Eiweißvergiftung im Konsulat. Ich war im Krankenhaus und hab dort für ein paar Tage im Delirium gelegen!

Fran: Na ganz offensichtlich waren Sie auf dieser Reise nicht der einzige im Delirium.

Maxwell: Was meinen Sie?

Fran: Och gar nichts. Tut mir Leid, dass Ihr Wochenende bei Gene Shallad ins Wasser gefallen ist!

Maxwell: Es ist fast so als ob ich da gewesen wäre! Ihre Tante Aida hat eine verblüffende Ähnlichkeit mit ihm!

Fran: Wissen Sie, ich habe die Frau gewarnt! Wenn sie sich die Haare färben lässt, darf sie den Schnurbart nicht vergessen!

 

Abschlussszene:
(Wohnzimmer: Yetta, Brighton)

 

Yetta: Das sind 75 für dich und 185 für mich!

Brighton: Hey Sie sagten Fifty-Fifty, das ist nicht fair.

Yetta: Ich sage dir was fair ist; du lebst in einer Villa und ich in einem Altersheim, du hast dein ganzes Leben noch vor dir, ich habe ein, zwei Wochen, wenn's hoch kommt, du kannst feste Nahrung essen, hier, jetzt zeig ich dir mal was (rollt ihr Oberteil hoch)...

Brighton: Oh, Sie kriegen es, Sie kriegen alles!

 

Abspann

 

---=== ENDE ===---