Die Nanny: Transkript der Folge "Joan hat was, was Fran nicht hat" [#4.06]

Transkript der Folge "Joan hat was, was Fran nicht hat" [#4.06]

Deutsches Transkript erstellt von MG (Abschrift erstellt von Anika)

 

Bei diesem Skript handelt es sich nicht um ein Originaldrehbuch, sondern um die Mitschrift der TV-Version dieser Folge!
 

 

 

Originaltitel: Me and Mrs. Joan
Ausstrahlung: 30.10.1996
Deutscher Titel: Joan hat was, was Fran nicht hat
Ausstrahlung: 28.04.1999
Buch:
Regie:

Darsteller

Fran Drescher (Fran Fine)
Charles Shaughnessy (Maxwell Sheffield)
Daniel Davis (Niles)
Lauren Lane (C.C. Babcock)
Nicholle Tom (Maggie Sheffield)
Benjamin Salisbury (Brighton Sheffield)
Madeline Zima (Grace Sheffield)

 

Gastdarsteller

Inhaltsangabe
Bei einem Stadtbummel mit Fran trifft Maxwell fast der Schlag: Er sieht seinen Vater, mit dem er seit Jahren verkracht ist, in einer Galerie. Um zu vermeiden, dass sein Vater ihn erkennt, küsst Maxwell kurzerhand Fran. Doch zu Maxwells Ärger kommt sein Vater trotzdem auf ihn zu. Fran versteht nicht, dass ihr Chef sauer ist, nur weil sein Vater damals mit der Sekretärin durchgebrannt ist - die jetzt Maxwells 'Stiefmutter' ist. Daher lädt Fran heimlich Vater James nach Hause zum Essen ein und bittet Mutter Sylvia und Oma Yetta gleich dazu. Der Abend endet - wie nicht anders zu erwarten - im totalen Chaos...

 


Szene 1:

(Stadt, vor einer Galerie, Maxwell und Fran betrachten ein Bild)

Max: Miss Fine, ist Ihnen aufgefallen, wie… wie üppig und ausladen dieser Akt ist? Der Künstler wurde offensichtlich durch Rubens inspiriert.

Fran: Tja, also wenn Sie mich fragen, hat die selber ein paar Rubens zuviel gekippt.

Max: Nein, Miss Fine. Eine mollige Figur hat damals dem Schönheitsideal entsprochen.

Fran: Mag sein, aber heutzutage, würde sie mit ihren schwulen Freunden in 'ner Pianobar hängen und Chansons zum besten geben.

Max (entdeckt einen Mann): Oh mein Gott, das ist mein Vater!

Fran: Ach, wissen Sie. Meinem Onkel Loui sind mit 60 auch Brüste gewachsen.

Max: Was? Nein. Nein, nein, nein, nein, Miss Fine. Mein Vater ist in der Galerie.

Fran: Oh!

Max: Oh, ich hätte dem ja schon einiges zu sagen, diesem kalten, manipulativen Ekel… Oh mein Gott, er kommt raus. Kommen Sie, kommen Sie… (zerrt an Fran)

Fran: Nein, nein, hör’n Sie auf!

Max: Verstecken Sie mich!

Fran: Nein, ich werde Ihnen NICHT helfen, diese schwachsinnige Fehde zwischen Ihnen und Ihrem Vater aufrecht zu erhalten. Die ist absolut…

Max: Küssen Sie mich!

Fran: Ok! (wirft sich ihm an den Hals)

(beide küssen sich)

James (kommt raus): Maxwell! Junge, welche Überraschung!

Max: Vater! Oh guter Gott. Du liebe Güte, Miss Fine, ist das zu fassen? Mein Vater war doch tatsächlich in der Galerie, vor der wir uns gerade geküsst haben!

Fran (zu James): Was für ein irrer Zufall! – Wo treiben Sie sich morgen rum?

James: Wer ist diese hinreißende Person und wieso küsst sie DICH und nicht MICH? (küsst ihre Hand) James Sheffield, Maxwells Vater.

Fran: Fran Fine, Maxwells … tja, kommt drauf an, welcher Tag gerade ist.

James: Ach, komm’ schon, Sohn. Umarm’ deinen alten Herrn!

Max: Ah, wirst du von der Sekretärin, für die du deine Familie verlassen hast, nicht genügend umarmt? (zu Fran): Schlampe!

Fran: Was kann ICH dafür?

James: Maxwell, ich hatte nie vor, deine Mutter zu verletzen. Sie ist eine zauberhafte Frau. (zu Fran): Schlange!

Fran: Ich akzeptier’s ja von IHM, aber SIE hab' ich gerade erst kennen gelernt!

Max: Tja, es war wunderbar, dich wiederzusehen, Vater. Wieso wiederholen wir das nicht in weiteren… 10 Jahren! (geht aus dem Bild)

James (schreit ihm nach): Maxwell! War’s das, du gehst weg?! Bohrst einen Dolch durch das Herz deines Vaters. In einem Jahr könnt’ ich tot sein, das würde dir dann leid tun!

Fran: Mein Gott, Sie sind jüdisch?!

 

VORSPANN

 

Szene 2:

(Küche)

Brighton (kommt rein): Sagen Sie mir, was ist so verkehrt daran, wenn ein 15-jähriger Junge Ballett lernen will?

Fran: Gar nichts, mein Schätzchen. – Redest du etwa von DIR?!

Brighton: Ja, ich rede von MIR!

Maggie (lacht): Du siehst doch im Unterhemd immer schon aus, wie ein frisch gerupftes Suppenhuhn.

Und jetzt auch noch Strumpfhosen?!

Fran: Aufhören! Sieh’ nur, wie reif sich deine kleine Schwester verhält.

Grace: Er geht auf 'ne andere Schule. Keiner weiß, dass wir verwandt sind.

(Maggie und Grace verlassen die Küche)

Brighton: Was habt ihr für’n Problem?

Fran: Lasst euren Bruder in Ruhe! Er will sich doch nur auf künstlerischer Ebene verwirklichen! – Du willst Weiber aufreißen?!

Brighton: Ja! (verlässt den Raum)

Fran: Tja, wissen Sie, Niles. Ich denke, es wird höchste Zeit, dass ich in Mr. Sheffields Büro abschiebe und ihm sage, dass sein Sohn unbedingt eine Ballerinawerden will.

Niles: Hmm, was haben Sie angestellt, was nicht mehr so schlimm wirken wird, wenn sie ihm DAS hier gesagt haben?

Fran: Ich hab' seinen Vater zum Essen eingeladen.

Niles: Und Sie sagen's ihm JETZT? Oh, lassen Sie mich erst an die Gegensprechanlage. (bevor er den Knopf dreht): Zeig's mir, Baby!

 

Szene 3:

(Wohnzimmer)

CC: Ich kann’s nicht fassen, dass sie seinen Vater zum Essen eingeladen hat! Was hat er gesagt? (Niles schweigt)

CC: Oh, schon gut, schon gut, schon gut. (holt Geld aus ihrer Tasche)

Niles: Danke. Er war fuchsteufelswild. Er hat gesagt, dass sie diesmal zu weit gegangen ist und hat angedroht, sie zu… (schweigt)

CC: WAS? WAS? Sie zu feuern?

(Niles schüttelt den Kopf)

CC: Ok! (holt noch mal Geld aus ihrer Tasche)

Niles: Sie zu feuern!

Max (kommt ins Zimmer, dicht gefolgt von Fran): Miss Fine, ich kann nicht fassen, dass Sie meinen

Vater eingeladen haben! Wollen Sie mich umbringen, Sie stehen nicht im Testament, wissen Sie?

Fran: Sie können jetzt nicht einfach gehen! Meine Mutter kommt rüber, die denkt sonst womöglich, wir haben Probleme!

Max: Zurecht! SIE werden demnächst im Fluss treibend aufgefunden und ICH werde zum Kreuzverhör abgeführt!

CC: Oh, das ist fabelhaft!

Niles (holt eine Kassette aus der Kamera): Kostbare Momente für daheim, 19,95!

CC: Es ist soviel los! Ich wünschte, ich könnte heute Abend auch hier essen…

Niles (schlägt ihr die Tür vor der Nase zu): Aber Sie sind nicht eingeladen!

Max: Miss Fine, Sie haben überhaupt keine Ahnung, in WAS Sie sich da einmischen!

Als ich das letzte Mal mit ihm gegessen habe, sind wir fast handgreiflich geworden.

Fran: Sie sollten mal meine Familie sehen, wenn Mink-Chau kein Schwein süß-sauer mehr macht.

Niles: Schwein, Miss Fine?

Fran: Es zählt nicht, wenn’s vom Chinesen kommt. (zu Maxwell): Wieso geben Sie ihrem Vater keine Chance, die verlorene Zeit aufzuholen? Ich möchte wetten, Sie haben jede Menge Gemeinsamkeiten.

Max: Nein, im Gegensatz zu meinem Vater, habe ich nicht vor, mich vor meiner Verantwortung zu drücken, nur um mit einem billigen Flittchen, das für mich arbeitet, irgendwelche Sexabenteuer zu erleben.

Fran: WIESO NICHT?

(Türklingeln, Niles öffnet)

Niles: Sir!

James: Niles, Sie haben sich kaum verändert, seit Sie für mich gearbeitet haben.

Niles: Das war mein Vater, Sir.

James: Ach, dann sehen Sie beschissen aus. Maxwell! Ich war sehr gerührt, als ich im Hotel erfahren habe, dass du mich zu einem Versöhnungsessen einlädst. Nur ein Mann von wahrer Größe bringt so was fertig!

Max: Genauer gesagt, eine Frau von wahrem Größenwahn!

Fran: Wieso lassen Sie ihren Vater nicht in Ruhe? Dann hatte er eben vor 25 Jahren eine Affäre mit der Sekretärin, na und? SIE werden immer sein Sohn sein. Und, wo ist SIE heute?

Joan (kommt rein): Da bin ich, Schätzchen!

Fran und Joan (haben fast das gleiche Kleid an): Echt abgefahren!

Fran (zu James): Oh, sie ist ja 'ne echte Wucht und so was von geschmackvoll!

Joan: Maxwell, Schätzchen! Lass' dich ansehen. Als du 'n kleiner Junge warst, hast du's geliebt, Verstecken zu spielen. Du wolltest dich dauernd unter meinem Rock verstecken, haha. (zu James): Oder war das dein Vater?

James: Schatz, nicht vor den Kindern, ich bitte dich.

Joan: Oh, er hat uns gerne nachspioniert. Er und dieser pummlige kleine Kerl, der bei ihm aufgeräumt hat.

Niles: Hey, das war 'ne schwierige Phase.

(Türklingeln)

Fran: Ich geh' schon, ich geh' schon.

(Sylvia und Yetta kommen rein)

Max: Ach, da sind sie ja: Naomi und Winona.

 

Szene 4:

(Esszimmer)

Sylvia (versucht, einen Fleck aus James’ Krawatte zu bekommen): Glauben Sie mir, die Chansonflecken kriegt man auf jeden Fall wieder raus. Oh, sehen Sie sich DIESEN Fleck an! (zu Yetta): Sieht er nicht genauso aus, wie das ungeschminkte Gesicht von Madonna?

Yetta: Ich beklecker' mich auch oft. (zeigt auf ihre Jacke): Das, war früher mal ein Salat.

Joan: Keine Sorge, Schätzchen. Mir ist es lieber, wenn James gar keine Krawatte trägt, sonst brauch' ich nur noch länger, um ihn auszuziehen.

James: Schatz, keine weiteren Geheimnisse aus unserem Schlafzimmer.

Joan: Welches Schlafzimmer? Ich rede von gestern Nacht im Aufzug vom Aguaty-Building. Uhuhu… (Maxwell beginnt, zu husten)

Joan (zu Fran): Ich könnte Ihnen vielleicht Geschichten erzählen über den hier!

Fran: Man, könnt' ich IHNEN vielleicht Geschichten erzählen über DEN hier! (zeigt auf Maxwell, dieser sieht sie ungläubig an, zu Maxwell): Klar hab' ich die erfunden, aber die würden Sie aus den Latschen kippen!

Sylvia: Wissen Sie, James, es ist nicht witzig, dass ausgerechnet SIE bei jemandem aus der Arbeiterklasse gelandet sind. Wie der Vater, so der Sohn!

Fran: MA!

Joan: Das kränkt mich nicht. Ich bin … ich bin stolz darauf, dass mein Vater 30 Jahre lang untertage gearbeitet hat.

Fran: Meinem Vater ist erst nach 40 Jahren ein Licht aufgegangen.

Joan: Wissen Sie, bevor ich James kannte, hätte man mich beinah im Buckingham Palace engagiert, um die Queen zu frisieren.

Fran: Ah! Und ich hätte um ein Haar Michael Tunten in Queens frisiert!

James: Tja, Maxwell, offenbar haben wir den selben Geschmack, was Frauen betrifft.

Du hast mein Talent geerbt, Geschäfte mit Vergnügungen zu verbinden.

Max: Tja, ich enttäusch' dich nur ungern, Vater, aber ich habe Miss Fine nur aufgrund ihrer Erfahrung in Kindererziehung engagiert. (trinkt ein Glas Wein)

Fran: Sehr richtig. Genug. (nimmt ihm das Glas weg): Niles, nehmen Sie das mit.

Sylvia: Tja, James, Sie haben ja offensichtlich viel erreicht im Leben. Das ist ja nicht gerade 'ne billige Krawatte. – Obwohl sie jetzt keinen Pfifferling mehr wert ist.

James: Es geht mir ganz gut, Sylvia. Das meiste Geld hab' ich durch Anlagen gemacht. Ich hab' auch gerade 'n heißen Typ bekommen, verdreifacht garantiert Ihren Einsatz, keine Verpflichtungen, kurze Laufzeit.

Max: Keine Verpflichtungen, kurze Laufzeit? Ergänz' das mit 'n paar Kindern und 'ner sitzengelassenen Frau und du hast dein Leben!

(eine Zeit lang Schweigen)

Joan: Ist das nicht bemerkenswert? Wo haben Sie nur diese köstliche Krevette gefunden?

Yetta: Ich bin mit der da drüben gekommen. (zeigt auf Sylvia)

Joan: Nein, meine Liebe, ich meinte damit, das Schalentier.

Yetta: Oh, sie ist meine Tochter.

Joan: Sehr drollig.

James: Ja.

Joan: Tja, wo waren wir? Ah ja, Maxwell nannte mich gerade eine Schlampe!

Max: Bei allem Respekt, Joan. Aber, Vater, ich verstehe nicht, welcher Teufel dich geritten hat, diese Person in mein Haus mitzuschleppen?! Meine arme Mutter, alleingelassen, wie 'n alter Gaul.

Fran: Ich denke, Sie hassen ihre Mutter?!

Max: Aber jetzt mag ich sie!

Yetta: Kennt einer von euch Babe? Wie haben die das Schwein dazu gebracht, diesen irrsinnig vielen Text zu lernen?

Fran: Wieso lassen Sie Ihren Vater nicht in Ruhe? Ich meine, er will offensichtlich nur ein stressfreies Leben, ohne jegliche Verpflichtungen führen. IHNEN nicht ganz unähnlich… Lassen Sie ihn doch, der Mann hat das Recht, sich 'ne Freundin zu nehmen.

Joan: Nicht, wenn seine Frau ein Wörtchen mitzureden hat!

Fran: Hah! Sie sind verheiratet?! (schlägt Maxwell bei jedem Wort): IST DAS NICHT BEMERKENSWERT?!

James: Nachdem wir solange Katz und Maus gespielt hatten, hab' ich beschlossen, eine ehrbare Frau aus ihr zu machen.

Fran: Junge, hab' ich mich getäuscht. Sie und Ihr Vater sind vollkommen verschieden und ich mag IHN lieber! (schlägt ihn noch mal)

James: So Maxwell, wie wär's mit einem Trinkspruch? Auf mich und meine neue Frau!

Max: Frau? Ich denke, Goldgräberin ist die passendere Beschreibung!

(verlässt den Raum)

James: Wie kannst du es wagen, so mit deiner Mutter zu sprechen?! (folgt ihm)

Joan: Stiefmutter, Schätzchen. Jugendliche Stiefmutter. (geht ihm nach)

Sylvia: Denkt ihr, nach allem, was hier vorgefallen ist, hat noch irgendjemand Lust auf seine kleinen, rosa Zwergkartoffeln? (Fran gibt ihr, ihren Teller, Sylvia macht sich alles auf ihren)

Yetta: Bin ich misshugge? Als ob ein Schwein Text lernen könnte! Also bestimmt hatte es einen Souffleur.

 

Szene 5:

(Wohnzimmer)

Niles: …und dann hat Mr. Sheffield sie eine Goldgräberin genannt.

CC: Welcher Mr. Sheffield?

(Niles schweigt, CC gibt ihm ihre Perlenkette)

Niles: Der Jüngere.

(Fran kommt die Treppe runter)

Niles: Oh, wir setzen das später in der Küche fort. Bringen Sie ein paar Krokodil-Guccis mit, Größe 42.

(CC verlässt den Raum)

Fran: Oh Niles, ich hätte dieses Abendessen nie planen sollen. Das hat nur all die alten Gefühle von Verzweiflung und Gräuel geweckt.

Niles: In IHNEN, als Sie erfuhren, dass ein Sheffield eine Angestellte heiraten will?

Fran: Ja!

(Niles verlässt den Raum)

Brighton (kommt rein): Oh Fran, ich muss den Ballettunterricht hinschmeißen. Da gibt’s lauter muskulöse Schönlinge, die offensichtlich auch Weiber aufreißen wollen.

Fran: Nicht zwangsläufig. Wieso hörst du nicht einfach auf?

Brighton: Fran, ich kann nicht. Ich bin der Leichteste, sie haben mich schon zum Schwanenkönig ernannt!

Fran: Wovor hast du dann Angst? Dass sie dich in 'ne Schublade stecken? Hör' zu, es gibt jede Menge sehr maskuline Balletttänzer: Baryschnikow,… Hey, weißt du was? Du sagst deinem Vater, dass du Ballettunterricht nimmst, der holt dich in 2 Sekunden raus!

Brighton: Oh danke, Fran! (springt die Stufen hoch)

Fran: Und keinen Moment zu früh…

(Türklingeln)

Fran: Ich geh' schon!

Joan (kommt rein): Oh Fran, ich hoffe, es stört Sie nicht, aber ich muss mit Ihnen reden! Beide (haben ein ähnliches Kleid an): Scharfes Outfit!

Joan: Oh, ich fühl' mich so schrecklich, wegen dem, was neulich passiert ist. Wissen Sie, James tut so, als wär' ihm egal, was Maxwell denkt, aber, das gehört zu den Gründen, die ihm schlaflose Nächte bereiten. ICH bin der andere.

Fran: Oh, ich finde es so furchtbar, wenn Vater und Sohn im Klinsch liegen.

Joan: Oh ja.

Fran: Ich wünschte, ICH hätte mal die Gelegenheit, Mr. Sheffield zu trösten, wenn er sich schlaflos im Bett wälzt. – Würde mir irre gut tun.

Joan: Wissen Sie, ich hätte es nie für möglich gehalten, dass Maxwell später mal genauso übergriffig und engstirnig werden würde, wie der Rest von James' Familie. Die fanden doch wirklich, ich wär' unter seinem Niveau. (beide pulen sich was aus den Zähnen)

Fran: Das ist ein solcher Mist.

Joan: Wussten Sie, dass es 10 Jahre gedauert hat, bis James sich endlich getraut hat, sich ranzumachen?

Fran: 10 Jahre…

Joan: Was ihn dann noch dazu bewegt hat war, dass ich in sein Büro kam, um das Farbband seiner Schreibmaschine auszuwechseln, mit nichts, als einem sexy knappen Top und einem sehr, sehr kurzen Minirock bekleidet.

Fran: Ich kann so was nicht anziehen, ich pass' ja auf Kinder auf.

Joan: Ich werd' nie vergessen, wie er mich in die Arme nahm, mir in die Augen sah und schmachtend sagte, dass er mich liebt!

Fran: …Und dann nahm er's zurück?

Joan: Nein, dann hat er's bewiesen, sechs mal…

Fran: Ich hasse mein Leben. (gibt Joan einen Drink)

Joan: Zuerst hat er das Licht gedämmt, dann hat er mich gepackt und meinen Körper an seinen gezogen und dann hat er mit einer Armbewegung das ganze Zeug von seinem Schreibtisch gefegt und dann… Oh, haben Sie Eis?

Fran (kühlt sich den Hals mit einem Eiswürfel): Oh,…ja, hier.

(Joan lächelt)

Fran: Was ist? Was ist?

Joan: Das war auch das erste Mal, dass ich an James' Ohr herumgeknabbert habe. Das hat den Armen vollkommen verrückt gemacht. Und dann hab' ich… (flüstert es Fran ins Ohr)

Fran: Oh, das kann ich nicht machen, ich bin Jüdin.

 

Szene 6:

(Büro)

Fran (kommt mit einer Hose und einem sehr kurzen Top bekleidet rein): Oh, Mr. Sheffield! Höchste Zeit, für'n neues Farbband. Wo ist ihre Schriebmaschine?

Max: Die ist auf dem Dachboden mit meinen Pink-Floyd-Postern.

Fran (schmeißt das Band in den Mülleimer, ist auf dem Weg nach draußen fängt an, sich das Top runterzukrempeln): Das war's!
Max: Ach, warten Sie, Miss Fine!

Fran (krempelt es wieder hoch): Jaaa…?

Max: Ich hatte gerade eine Epiphanie.

Fran: So schnell, nur von dieser Geste?

Max: Ich habe meinem Vater immer übelgenommen, dass ihm alle Gefühlsregungen, außer seinen eigenen, völlig egal waren. Er war immer nur auf sein eigenes Vergnügen aus. – Vielleicht ist das gar nicht so übel, eh? Ich meine, vielleicht sieht er das ja ganz richtig. Ich meine, ich bin auch nur ein Mann, ich hab' auch meine Bedürfnisse, nicht wahr?

Fran: Oh gut, ich könnte nämlich auch ein paar multiple Epiphanien gebrauchen.

Brighton (kommt rein): Ich hab' 'n Problem!

Fran: Na gut, Schätzchen. Lös' es selber, das formt den Charakter!

Brighton: Nein, nein, nein. Ok, Dad, ich nehm' Ballettunterricht. Es ist mir egal, was du dazu sagst. Es gefällt mir und ich mach' weiter!

Max: Mein Sohn, wenn es dich froh macht!

Brighton: Selbst, wenn du die Schule anrufst und verlangst, dass sie mich rausholen, ich hör' nicht auf!

Max: Ich will, dass du's machst!

Brighton: Würdest du dich raushalten aus meinem Leben? Verflixt noch mal, ich bin Ballerina! (verlässt den Raum)

Fran: Oh, ich sag's Ihnen. Er hat so'n Glück, dass es Leute gibt, die ihn lieben und hinter ihm stehen. – Ah, kommen Sie mal her, sehen Sie, wie sein Hintern in dieser Strumpfhose schlottert! (schließt die Tür) Tja, Sie sagten, Sie sind 'n Mann und ham' Bedürfnisse…

Max: Na ja, vielleicht sollt' ich mich damit abfinden, dass mein Vater sich in seine Sekretärin verliebt hat.

Fran: Und ihre Schwester hat sich in den Chauffeur verliebt.

Max: Und mein Großvater hat die Magd geheiratet.

Fran: Gibt keinen Grund, die Tradition zu brechen.

Max: Keinen Ersichtlichen…

(beide küssen sich)

Fran (stößt ihn weg): Warten Sie, da fällt irgendwas…

Max: Was? Was?

Fran: Oh, ich weiß schon! (schmeißt ein paar Hefter von seinem Tisch)

(Maxwell springt auf sie, beide liegen auf dem Schreibtisch, küssen sich leidenschaftlich, Niles kommt rein)

Max: Was machen SIE denn hier?!

Niles: Mir vorstellen, wie mir wohl Miss Babcocks BMW steht.

(Maxwell und Fran stehen vom Tisch auf, Joan und James kommen rein)

James: Wir sind auf dem Weg nach Saint-Tropez.

Joan: Ja, wir wollen uns nur verab… (sieht, was Fran anhat) …schieden. Halloooo… Oh, Schätzchen, Sie haben da was am Po kleben.

Fran: Oh! (macht den Zettel ab)

Max: Vater, ich bin froh, dass du hier bist. Ich muss mich bei dir entschuldigen…

James: Was?

Fran: Sie wollen sie ja sicher nicht aufhalten. Ich mein', da, wo Sie hinfahren, ist 'n großer Zeitunterschied zu hier. Sie sind jetzt schon spät dran!

Max: Moment mal, Miss Fine. Ich möchte meinem Vater noch etwas sagen.

Fran: Auch in Ordnung!

Max: Vater, ich glaube, ich habe mich getäuscht, was dich betrifft, ich…

Fran: Das war prima! Ich wünsch' Ihnen einen schönen Urlaub!

Sylvia (kommt rein): Wir sind pleite! Wir haben durch die Anlage, die SIE empfohlen haben, 25 000 Dollar verloren!

James: Mal gewinnt man, mal verliert man. Zum Glück haben Sie nicht mehr investiert.

Sylvia: Das sind unsere gesamten Ersparnisse gewesen!

James: Ach, kommen Sie…

Sylvia: Sie haben gesagt, dass sich unser Einsatz bestimmt verdreifacht.

Fran: Ma, Ma, niemand hat dich gezwungen. Du kannst ihn nicht verantwortlich machen.

Sylvia: Mit dem Geld wollten wir später mal nach Boca ziehen.

Fran (packt James am Kragen): Sie sind 'n toter Mann!!!

Max: Vater, wie kannst du nur so kaltschnäuzig sein? Diese Leute leben von einem festen Einkommen.

Sylvia: Ich fühle mich schwach, ich brauche irgendetwas.

Niles: Ich hole Ihnen ein Glas Wasser.

Sylvia: Nein, ein Steak, ich brauche Proteine.

(Sylvia und Niles gehen aus dem Raum)

James: Tja, Schatz, ich denke, wir sollten uns auf die Socken machen, wenn wir Konstantins Yacht nicht verpassen wollen.

Max: Gott, wie kannst du nur so unglaublich gefühllos sein?!

James: Was heißt hier, ich bin gefühllos? Nur deinetwegen komme ich zu spät zu meinem Cocktail.

Max: Was hab' ich mir nur gedacht? Und ich habe gerade noch versucht, so wie du zu werden. Aber jetzt weiß ich wieder, wie viele Schmerzen deine Selbstsüchtigkeit anderen Menschen bereitet. Tut mir leid, Miss Fine. Tut mir leid, was hier beinah passiert wäre. Das wird bestimmt nie wieder vorkommen.

Fran: Auch in Ordnung. (schmeißt den Deckel einer Pralinenschachtel weg, nimmt eine)

James: Dir ist ja hoffentlich klar, dass unsere kleine Weihnachtsfeier in meinem Haus in der Toskana ausfällt!

Max: Denkst du wirklich, ich hätte Lust meine Ferien damit zu verbringen, mir in Italien den Bauch mit Spezialitäten voll zu hauen und mit der europäischen Schickeria endlose Partys zu feiern? Bestimmt nicht! Und ich würd' auch nicht im Traum auf die Idee kommen, meiner Familie so etwas zuzumuten.

(verlässt den Raum)

Fran: WIESO NICHT?

James: Komm' schon, Joan! (verlässt den Raum)

Joan: Einen Moment noch! (zu Fran): Schätzchen, ich weiß, was Sie denken, aber James hat auch seine gute Seite, das schwör' ich. Nicht so gut, wie vor 20 Jahren, aber…trotzdem brauchbar. Oh und übrigens, Schätzchen, ich denke, den Junior könnte man weich klopfen, aber an Ihrer Stelle würd' ich die Finger von der Schokolade lassen… (klopft ihr auf den Po, verlässt den Raum)

(Fran spuckt die Schokolade in einen Blumentopf, verlässt das Zimmer)

 

Abschlussszene:

(Stadt)

Max: Oh Miss Fine, ich fühle mich furchtbar, dass Ihren Eltern jetzt der Weg nach Boca versperrt ist.

Fran: SIE fühlen sich furchtbar?

Max: Ich könnte ihnen ja irgendwas schenken, um die Sache wieder aus der Welt zu schaffen.

Fran: Enkelkinder?

Max: Vielleicht sollte ich ihnen einfach das Geld, das sie verloren haben, zurückerstatten.

Fran: Kommt überhaupt nicht in die Tüte! Das würden sie nie annehmen, sie sind viel zu stolz. Sie werden jetzt nur permanent davon reden, es Ihnen ständig vorhalten und Sie bis zu ihrem Tode damit nerven ... oh, sehen Sie nicht hin, aber Ihr Vater ist schon wieder in dieser Galerie! Schnell, er kommt raus!

Max: Kommen Sie her! (zieht Fran an sich, küsst sie)

(ein fremder Mann kommt aus der Galerie)

Max (sieht ihm nach): Miss Fine, das ist nicht mein Vater!

Fran (tut ganz unschuldig): Oops, mein Fehler!