Die Nanny: Transkript der Folge "Zeigt her eure Füsse" [#3.19]

Transkript der Folge "Zeigt her eure Füsse" [#3.19]

Deutsches Transkript erstellt von EF (Abschrift erstellt von Anika)

Bei diesem Skript handelt es sich nicht um ein Originaldrehbuch, sondern um die Mitschrift der TV-Version dieser Folge!
 

 

 

Originaltitel: Your feets too big
Ausstrahlung: 19.02.1996
Deutscher Titel: Zeigt her eure Füsse
Ausstrahlung: 05.04.1997
Buch:
Regie:

Darsteller

Fran Drescher (Fran Fine)
Charles Shaughnessy (Maxwell Sheffield)
Daniel Davis (Niles)
Lauren Lane (C.C. Babcock)
Nicholle Tom (Maggie Sheffield)
Benjamin Salisbury (Brighton Sheffield)
Madeline Zima (Grace Sheffield)

 

Gastdarsteller

Inhaltsangabe
Fran wird zu einem Wiedersehenstreffen ihrer ehemaligen Modelagentur eingeladen. Die Nanny hatte einst für diese Agentur als Fuß-Model gearbeitet. Einige Tage vor dem Treffen erfährt Fran, dass ihre Mutter sich Fett absaugen lassen will. Fran ist zwar der Ansicht, dass ihre Mutter es nicht nötig hat, sich einer Schönheitsoperation zu unterziehen, trotzdem begleitet sie ihre Mutter zu der Klinik. Dort erfährt sie zufällig, dass die Füße einer Frau im Alter weiter wachsen. Diese Nachricht alarmiert die Nanny, denn sie befürchtet, dass sie sich vor ihren Ex-Kolleginnen mit ihren mit den Jahren gewachsenen Füßen blamieren wird. Die Nanny beginnt eine verzweifelte Suche nach einem Paar Schuhe, mit denen sie die Größe ihrer Füße kaschieren kann.

 


Szene 1:

(Küche)

(Niles geht die Post durch, Fran liest Zeitung)

Niles: Oh, das ist für Sie. (gibt ihr einen Brief) Ihre alte Modellagentur veranstaltet ein Treffen.

Fran: Oh, das ist ja witzig. Mann, ich weiß gar nicht, wie ich das ausgehalten habe, dieses Leben als Modell. Ich meine, jeden Morgen türmst du dir deine Haare auf, schmierst dich voller Schminke und zwängst dich in diese engen Kleider rein. Ich sag Ihnen, ich vermisse es nicht.

(es klopft)

Fran: Oops, das ist Ma.

Niles: Woher wissen Sie das?

(der Backofen macht ping)

Fran: Der Kuchen ist fertig. (öffnet die Tür) Hallo.

Syl (kommt rein): Ah, Fran. Ich bin vollkommen durcheinander. Ich weiß nicht mal, wie ich hierher gekommen bin.

Fran (säubert ihre Jacke): Also, hier sind ein paar Pizzakrümel von Luigi, etwas Senf vom Würstchenstand und ein paar Krokantsplitter aus der Eisdiele. Ich würde sagen, du hast die U-Bahn zur 59. genommen und bist dann die Lexington runter.

Syl: Mach dich nur über mich lustig. Mein Leben ist eine glatte Katastrophe! Dein Vater interessiert sich nicht mehr für mich. Aus und vorbei. Ich hab sogar versucht, ihn zu überraschen und ihm nackt die Haustier geöffnet.

(Fran und Niles gucken geschockt)

Fran: Ma, das ist nicht wahr!

Syl: Es ist wahr. Auf jeden Fall ist eines sicher: Du wirst nie wieder einen Zeugen Jehovas in unserm Mietshaus sehen.

Fran: Ma, zerbrich dir jetzt mal nicht den Kopf. Das geht bestimmt wieder vorüber.

Syl: Schätzchen, wir haben seit 2 langen Wochen keinen Verkehr mehr miteinander gehabt.

Fran/Niles: 2 Wochen!

Fran/Niles (sarkastisch): Oh furchtbar, mir kommen gleich die Tränen. / Bitte, erzählen Sie das jemandem, der es hören will.

Syl: Also hab ich mich jetzt dazu entschlossen, mich einer Schönheitsoperation zu unterziehen. Ich werde mir meine Arme machen lassen. Sieh dir das an. (hebt einen Arm, zeigt Fran, wie das Fett dort wackelt) Das hier fühlt sich genauso an wie Wackelpudding.

Fran: Ma, das ist Wackelpudding! (säubert Sylvias Arm)

 

VORSPANN

 

Szene 2:

(Stadt, vor der Arztpraxis)

Fran: Soll ich dir was sagen, Ma? Nicht viele würden einem Schönheitschirurgen trauen, dessen Praxis zwischen einer Metzgerei und einer Begräbnisfirma liegt.

Syl: Das hier ist der Arzt von Tante Siel und ich finde, sie sieht aus wie ein Kunstwerk.

Fran: Ja, Ma. Wie ein Picasso. (macht ein schiefes Gesicht)

Maggie: Fran, ich brauch dringend etwas aus „Brooks Brothers“.

Fran: Wieso, was denn?

Maggie (grinst): Den Krawattenverkäufer. (geht)

Fran (zu Sylvia): Ich könnte ruhigen Herzens morgen sterben, denn ich habe meine Mission erfüllt.

Brighton: Wir treffen uns im Schuhgeschäft. Ich geh ein paar Bräute aufreißen. (will gehen)

Fran: Ist gut. (sieht, dass aus seiner hinteren Hosentasche sein Geld quillt) Oh Brighton, warte mal, warte mal. Man kann ja dein ganzes Bargeld sehen. Das ist gefährlich.

Brighton: Oh, das ist Absicht. Für die, die mich abblitzen lassen. Ich will, dass sie’s richtig bereuen! (geht)

Fran (zu Grace): Willst du mit deinen Geschwistern mitgehen?

Grace: Nein. Nein, ich gehe sehr gern zum Arzt. Praxisluft, Zeitschriften, das Drama. Da kann man sich so richtig wohlfühlen!

Syl (lächelt): Ist sie nicht wunderbar? (tätschelt ihr den Kopf)

(Grace geht zur Tür)
Syl (zu Fran): Dieses Kind ist völlig daneben.

(Fran, Grace und Sylvia gehen rein)

 

Szene 3:

(Sprechzimmer)

(Sylvia sitzt vor einem kleinen Spiegel und prüft, wie sie mit dünneren Armen aussehen würde, Fran nimmt ihr den Spiegel weg und stellt ihn zu Grace, Grace prüft, wie sie mit größeren Brüsten aussehen würde, Fran legt den Spiegel hin, der Doktor kommt rein)

Doc: Ladies. Ich bin Doktor Roberts. Also, wer ist die Patientin?

(Fran und Sylvia lachen geschmeichelt)

Syl (zu Fran): Ich wusste, dass der Mann gut ist.

Doc: Für wie alt halten Sie mich?

Syl: Ehm…

Fran: Ehm, na ja, keine Ahnung. 60?

Doc: Aha! Ich bin 50. Und zwar deswegen, weil ich mich nicht selbst behandeln kann!

Syl (zeigt ihm ein Bild): Ehm, können Sie’s vielleicht hinbiegen, dass ich so aussehe?

Fran: Was denn, wie Claudia Schiffer, Ma? Er ist nicht David Copperfield!

Doc: Ladies, bei mir ist alles möglich. Sie sind doch versichert. (gibt Sylvia eine Broschüre) Haben Sie ein Eigenheim?

Fran: Ehm Ma, lass dich jetzt ja nicht von ihm beschwatzen! Er wird versuchen, dir alles mögliche anzudrehen, was du nicht nötig hast. Du bist eine wunderschöne Frau. Hoffentlich seh ich in deinem Alter auch so aus!

Doc: Das werden Sie auch!

Fran: Wie bitte?

Doc: Der Alterungsprozess ist genetisch bedingt. Die Knochenstruktur, der Kiefer, die Augen, die Lippen. (zeigt auf Sylvia) Das hier ist Ihre Zukunft!

Fran (geschockt): Sie müssen was unternehmen, schnell!
Doc: Oh, keine Panik. Dafür bin ich doch da: Das Unvermeidliche zu vermeiden. Schokolade? (holt eine Pralinenschachtel, Fran und Sylvia nehmen ein Stück) Essen Sie heute, wir können sie morgen wieder absaugen

Grace (liest eine Zeitschrift): Oh Fran, das sollten Sie unbedingt lesen! Wissen Sie, was passiert, wenn man so alt wird, wie Sie?

Fran (warnend): Man verliert die Geduld mit kleinen, frechen Kindern...?

Grace: Nein, Ihre Füße wachsen.

Doc: Allerdings, denn alles wächst immer weiter. Ihre Nase, Ihre Ohren, Ihre Füße.

Syl: Und dein Hintern wächst schneller als Unkraut.

Fran: Ja, aber das kannst du nicht kontrollieren. Das liegt am Dünger.

Syl: Ja, aber dagegen kann man nichts machen. Keine Chance.

Fran: Vollkommen sinnlos.

Doktor: Noch ein Stück Schokolade?

Syl: Danke.

(Fran und Sylvia nehmen ein weiteres Stück)

 

Szene 4:

(später, Schuhladen)

Fran (bewundert einen roten Schuh): Oh, die sind einfach hinreißend! (sieht auf den Preis) Oh, und viel zu teuer.

Maggie: Fran, Sie wissen doch, dass wir die selbe Größe tragen. Ich kauf sie einfach auf Daddys Karte für mich und Sie können sie... mal ausleihen, kapiert?

Fran (flüstert): Sag’s den anderen nicht, aber: Du bist mein Lieblingskind!

Grace: Fran, meine Füße sind schrecklich gewachsen. Wissen Sie noch, was der Arzt gesagt hat? (wimmert) Ich werde alt und sehe bald so aus, wie Ihre Mutter!

(hebt einen Arm, prüft das Fett dort, wimmert mehr)

Fran: Liebling, Liebling, beruhige dich! Lass uns erst mal darüber reden. Ich bin immer für dich da. (gibt einem Verkäufer den roten Schuh) Die in 37. (zu Grace) Gracie, älter zu werden kann ziemlich aufregend sein, weißt du? Ich meine, du veränderst dich und wirst klüger und erfahrener. Darauf kann man sich doch freuen.

(der Verkäufer bringt die Schuhe, versucht vergebens, sie Fran anzuziehen)

Verkäufer: Die sind zu klein. Sie brauchen ne 38.

Fran: Hohoho, das halt ich für ein Gerücht. (zwängt sich in die Schuhe)

Verkäufer: Miss!

Fran: Die sind fantastisch, absolut traumhaft. Die sitzen bestens! (steht auf, macht ein schmerzverzerrtes Gesicht)

 

Szene 5:

(Sheffieldhaus, Küche)

Fran: Oh Niles, Sie wissen ja gar nicht, was für ein Glück Sie haben. Ich meine, Sie haben immer noch diese hübschen, kleinen Füße. – Hey, Sie wissen doch, was das bedeutet, oder...? (auf seinen Blick) Nicht so wichtig.

Niles: In England kommt es auf die Größe der Hände an. (hält die rechte Hand hoch, die in einem sehr großen Topfhandschuh steckt, grinst)

Fran (setzt sich zu Grace, die sich ein Fotoalbum ansieht, an den Tisch): Was tust du da, Schätzchen?

Grace: Ich seh’ Fotos von mir an, als ich noch jung war.

Fran: Oh.

Grace (zeigt auf ein Bild): Ach, sehn Sie nur, wie straff meine Haut war. Da hängt nichts runter.

Fran (blickt drauf): Also, ich weiß nicht. Ich finde, diese Windeln hängen ziemlich tief.

Grace: Fran, ich will nicht älter werden.

Fran: Du musst gerade reden. Ich stehe mit einem Fuß, Größe 38, im Grab.

(C.C. und Maxwell kommen rein)

Grace: Fran, sind Sie sehr viel älter als ich?

Fran: Ich versuch, es mal zu beschreiben: Wenn du 20 wirst, werde ich 40 sein. Wenn du 30 wirst, werde ich 40 sein. Und wenn du 40 wirst, wirst du wissen, warum ich immer noch 40 bin. Das sind die neuen Matheregeln. Lern sie.

(Grace geht hoch, Fran steht auf)

Max (stellt sich vor sie): Miss Fine, sind Sie kleiner geworden?

Fran: Oh nein! Ich werde älter und jetzt schrumpf ich auch noch! Das hat genetische Ursachen: Ich hatte eine Großmutter, die ist durch die Hundeklappe ins Haus gegangen. (sieht an sich hinunter) Ach nein, jetzt weiß ich, was es ist. Ich trage Pantoffeln. Meine Füße haben höllisch wehgetan. Irgend so ein dämlicher Verkäufer hat mir Schuhe verkauft, auf denen die falsche Größe drauf stand.

Max: Vielleicht sind Ihre Füße gewachsen. Wissen Sie, wenn man älter wird, da kann es sein, dass...

Fran (fällt ihm ins Wort): Nein, das halt ich für ein Gerücht!

C.C.: Erfreulicherweise werden die Babcocks im Alter eleganter.

Niles: Ja, Sie waren schon immer eine Ausnahme.

(C.C. geht raus)

Max: Miss Fine, das Aussehen eines jeden Menschen verliert im Laufe der Zeit. Es..es kommt nur darauf an, was für innere Qualitäten ein Mensch hat.

Fran: In was für einer merkwürdigen Welt leben Sie denn?!

Max: Mit dem Alter kommt die Weisheit...

Fran: Ja, für einen Mann kommt die Weisheit und eine 20-jährige Schlampe.

Niles: Tja, er hat nicht gesagt, dass das Leben fair ist.

(Maxwell und Niles grinsen, Niles geht raus)

Fran: Ich hab es ernst gemeint! Meine Füße sind um eine Größe gewachsen. Und Mas Arzt hat gesagt, wenn du älter wirst, wachsen deine Gliedmaßen die ganze Zeit immer weiter! – Wieder `n Vorteil für Männer.

Max: Ich versteh nicht, warum Frauen so eitel sind.

Fran: Oh, ich schätze, Sie haben Recht. (sieht auf seinen Hinterkopf) Ich meine, Sie stört es überhaupt nicht, dass Sie diesen kahlen Fleck da an Ihrem Hinterkopf haben.

Max: Was?! (versucht mit einem Löffel, die Stelle zu sehen)

Fran: Oh, ist nur eine Kleinigkeit, nicht der Rede wert. Tja, wenn Sie rausgehen, sollten Sie vielleicht ein bisschen Sonnencreme draufschmieren. Das ist alles.

Max (nervös): Holen Sie mir einen Spiegel! Holen Sie mir schnell einen Spiegel!

Fran: Ah, warum so aufgeregt? Haben Sie nicht gerade gesagt, es kommt auf die inneren Werte an?

Max: Ich habe von Ihnen geredet und nicht von mir!

Fran: Oh.

Max: Wissen Sie..wissen Sie, warum ich so erfolgreich bin? Ich meine, jeder kann ein altes Musical ausgraben und es auf die Bühne stellen, aber..aber..aber die Leute wollen Geschäfte mit mir machen, weil ich... na ja... süß bin. Volles, schönes, buschiges Haar und diese Ausstrahlung. Ich bin ein Spitzenmodel der absoluten Luxusklasse!

Fran: Ein waschechter Oldtimer. Jedenfalls gehe ich bestimmt nicht zu dem Treffen von meiner Modellagentur mit diesen Elefantenstampfern!

Max: Miss Fine, Sie sind eine hübsche Frau, bei dem Treffen schaut doch keiner auf Ihre Füße!

Fran: Ach ja?! Ich bin ein Fußmodell gewesen! Ich hab diese Frauen seit 10 Jahren nicht gesehen, ich will nicht, dass sie mitkriegen, dass ich eine alte Schachtel geworden bin. Sie müssen wissen, wir reden hier von miesen, gemeinen, giftspritzenden Weibern!

Max: Wieso wollen Sie dann hingehen?

Fran (selbstverständlich): Weil sie meine Freundinnen sind. (geht raus, lässt einen verwirrten Maxwell zurück)

 

Szene 6:

(Modelltreffen)

(Fran und Maxwell betreten den Saal)

Fran: Oh Mr. Sheffield, ich bin Ihnen wirklich sehr dankbar, dass Sie darauf bestanden haben, mich zu diesem Modelltreffen zu begleiten. – Das ist die offizielle Version, falls einer fragt. (entdeckt ein Plakat) Oh, sehen Sie sich das an, das bin ich!

Max: Oh du meine Güte, Miss Fine. Sie waren in dieser Werbung, in der diese Frauen mit hohen Absätzen Basketball gespielt haben?

Fran: O ja. Wissen Sie, nach 8 Stunden auf dem Spielfeld haben sie vielleicht ausgesehen wie Pumps, aber sie haben gestunken wie Turnschuhe.

Max: Und? Sind Sie jetzt ein wenig lockerer?

Fran: Hmhm.

Max: Wissen Sie, Sie sind bei Weitem die hübscheste Frau in diesem Raum.

Fran: Oooh, das ist süß von Ihnen! (sieht sich kurz um) Gut aufgesagt. Etwas lauter, niemand hat Sie gehört.

Fotograf: Ladies, könnten wir uns alle zu einem Gruppenfoto aufstellen?

Fran (versteckt sich hinter Maxwell): Oh verstecken Sie mich, verstecken Sie mich! Ich will auf keinem Foto sein.

Modellkollegin: Fran, du siehst einfach hinreißend aus, genau wie früher.

Fran (stellt sich in die Mitte der Frauen): Los, los! Fotos, Fotos! Kommt schon!

Fotograf: Okay Ladies, hoch mit den langen Kleidern. Ich will eure schönen Füße sehen!

(die Frauen ziehen ihre Kleider etwas hoch, plötzlich erschrecken alle)

Fran: Was? Was? (blickt hinunter, sieht, dass ihre Füße riesig sind)

Fran: NAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAIIIIN!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!

 

Szene 7:

(Traumsequenz)

(Fran schläft unruhig auf dem Sofa im Wohnzimmer)

Fran (im Schlaf): Nein! Nein! Nein! Nein! Nein!

Max (weckt sie): Miss Fine! Miss Fine, wachen Sie auf!

(Fran wacht auf)
Max: Haben Sie etwa schon wieder geträumt, dass Barbra Streisand aufhört zu singen?

Fran (setzt sich auf): Nein, nein, ich... So was dürfen Sie nicht sagen, sonst passiert es wirklich!

Max (setzt sich ihr gegenüber auf den Tisch): Miss Fine, Sie zittern ja! Immer mit der Ruhe.

Fran: Ich hab von dem Modelltreffen geträumt. Ich war dort, wie ich’s geplant hatte. Ich sah toll aus, wie ich’s geplant hatte. Hach, ich war sogar 6 Pfund schlanker. Ein kleiner Bonus von meinem Unterbewusstsein. Dann hab ich runtergesehen auf meine Füße. Sie waren riesengroß!

Max (nimmt ihren rechten Fuß in seinen Schoß): Oh Miss Fine, Ihre..Ihre Füße sind wunderschön. Sie sind wunderschön.

Fran (weinerlich): Ach Mr. Sheffield. – Huh?

Max: Miss Fine, die..die Kinder sind heut Abend alle 3 nicht zuhause...

Fran: .....Und Sie sagen mir das, weil Sie...

Max (setzt sich dicht neben sie): Das..das heißt, wir beide haben frei...

Fran: Und können...

(beide küssen sich leidenschaftlich und wälzen sich in den Kissen)

Max (erregt): Fran... Oh Fran...

 

Szene 8:

(Traumsequenz)

Syl: Fran! Fran! Fran!

(Fran wacht auf dem Sofa im Wohnzimmer auf)

Fran: Oh nein, Ma. Los, verschwinde! Ich muss wieder einschlafen.

Syl: Fran, ich hab dir was Wichtiges mitzuteilen.

Fran: Ma, bitte glaub mir. Die Träume von uns beiden werden wahr. Also verschwinde!

Syl: Fran, wach auf! Ich habe fantastische Neuigkeiten! Ich lasse mir die Arme nicht operieren. Ich werde mit Würde alt werden, denn nichts ist herrlicher, als die Schönheit des Alters.

Fran (setzt sich auf): Will die Versicherung nicht zahlen?

Syl: Nein. In Daddys Police steht, dass die Versicherung nur in einem einzigen Fall zahlt. Und zwar nur dann, wenn ich zuhause bin und im Wohnzimmer von einem Traktor überfahren werde.

Fran: Weißt du Ma, ich würde gern länger hier sitzen und weiter reden, aber es gibt da etwas sehr wichtiges, das ich unbedingt zuende führen will. Gute Nacht!

(schickt Sylvia weg und legt sich wieder hin)

 

Szene 9:

(etwas später, Büro)

Max (kommt rein): Niles, der verdammte Abfluss in meinem Badezimmer ist wieder verstopft. Ist das nicht Ihre Aufgabe?

Niles: Oh ich sehe das nicht nur als eine Aufgabe an, es ist meine Berufung.

Max: Ja ja, Ihre Berufung sollte Sie veranlassen, endlich mal einen Klempner anzurufen.

Niles: Was glauben Sie, was da drinhängt, Sir?

(Maxwell sieht ihn an)

Niles: Vielleicht weiß Ihr Hinterkopf die Antwort...

Max: Ich habe keinen Haarausfall, ist das klar?

Niles: Oh natürlich, Sir. Ihr Haar ist sehr dicht und füllig und hat diese flotte, flippige Tolle vorn.

Max: Das reicht, Niles! Ich bin nicht in der Laune für billige Schmeichelein.
Niles: Tut mir leid, Sir. Ich hab nur gerade gedacht, Sie sehen allmählich wie Pierce Brosnan aus.

Max (geschmeichelt): Ach wirklich? Das hat man mir schon öfter gesagt.

Niles: Miss Fine hat das mit dem Haarausfall nur erfunden, weil sie dachte, Sie interessieren sich nicht für ihr Problem.

Max: Herrgott, ich bitte Sie, Niles. Sie hat doch gar kein Problem, verdammt noch mal! (schließt die Tür) Hör’n Sie, sie ist eine junge, wunderschöne Frau. Was soll ich noch tun, um sie davon zu überzeugen, dass sie begehrenswert ist?

Niles: Oh, ich bin sicher, es wird Ihnen etwas einfallen. (holt aus einer Schublade ein Parfum) Ich meine, denken Sie nach. Sie sind ein Mann, sie ist eine Frau. (sprüht ihm Parfum auf beide Seiten des Halses und aufs linke Handgelenk) Setzen Sie das Lösungswort ein. (öffnet die Tür) Die Kinder sind in der Schule, sie liegt auf dem Sofa und wenn Sie noch nicht weiterwissen (sprüht ihm noch Atemspray in den Mund): Was würde Pierce Brosnan tun... (schickt Maxwell „auf in den Kampf“ ins Wohnzimmer, schließt die Tür)

 

Szene 10:

(Wohnzimmer)

(Fran umarmt fest ein Kissen)

Max (weckt sie): Miss Fine, Miss Fine, wachen Sie auf!

Fran (öffnet das linke Auge, sieht sich kurz um): Gut, es hat funktioniert. Ich bin zurück! (lächelt ihn an)

Max: Miss Fine, haben Sie meinen blauen Anzug aus der Reinigung geholt?

Fran (setzt sich auf): Oh Mr. Sheffield. Es tut mir schrecklich leid, ich schlafe normalerweise nicht während des Tages. (auf seinen Blick) Na ja, ich tu’s schon. Aber normalerweise erwischen Sie mich nicht.

Max (setzt sich ihr gegenüber auf den Tisch): Miss Fine, ich..ich verstehe nicht, warum Sie wegen diesem Modelltreffen so aufgeregt sind. Ich meine, Sie haben absolut keinen Grund, sich echte Sorgen zu machen. (nimmt ihren rechten Fuß in seinen Schoß) Ihre Füße sind wunderschön. Sie sind wunderschön.

Fran (weinerlich): Oh Mr. Sheffield. – Huh?!

Max: Wissen Sie, die..die Kinder sind heute Abend alle 3 nicht zuhause.

Fran: Oh mein Gooott!!! Warten Sie mal. (kneift sich in den Arm, flüstert) Au! (zu Maxwell) Okay, legen Sie los!

Max (setzt sich dicht neben sie): Na ja, ich dachte nur, wenn... niemand zuhause ist, hätten wir beide frei und könnten...

Fran (lächelt ihn hoffungsvoll an): Was?

Max: Zusammen zu dem Treffen gehen.

Fran: Zu dem Treffen gehen?! So ist das nicht gelaufen! Zurückspulen, zurück!

Syl (kommt rein): Fran! Fran!

Fran: Nicht so weit! Nicht so weit!

 

Szene 11:

(Abends, Wohnzimmer)

(Niles kommt mit einem Paar Schuhe und Schuhputzmittel rein, entdeckt C.C. schlafend auf der Couch, malt ihr einen Spitz- und einen Schnurrbart ins Gesicht, ihn durchläuft ein Freudenschauer)

 

Szene 12:

(vor dem Haus)

(Fran und Maxwell sitzen auf der Treppe)

Max: Ach eine wundervolle Nacht, nicht wahr?

Fran: Hmhm.

Max: Schön, dass wir nicht gleich reingegangen sind.

Fran: Oh Mr. Sheffield, vielen Dank, dass Sie mit mir auf dieses Treffen gegangen sind. Ich hab soviel Spaß gehabt.

Max: Ja, ich auch. (lacht) Wissen Sie eigentlich, dass alle Ihre Freundinnen dachten, ich wäre Ihr Ehemann?

Fran: Verrückt. Ich frage mich wirklich, welche Irre so ein Gerücht verbreiten kann... – Es war beängstigend, wie alt die alle geworden sind. Nur ich sehe natürlich noch genauso aus wie früher.

Max: Ich..ich..ich weiß genau, was Sie meinen. Wissen Sie, jeden Morgen, wenn ich vor dem Spiegel stehe, sehe ich einen jungen Mann Mitte 20.

Fran: Das ist witzig. Jeden Morgen, wenn ich vor dem Spiegel stehe, hoffe ich, einen jungen Mann Mitte 20 zu sehen.

Max: Sein wir ehrlich, Miss Fine. Das Alter ist unbedeutend. Es ist Einstellungssache.

Fran: Absolut richtig. Es kommt nur darauf an, wie jung du dich fühlst.

Max: Ja.

(beide stehen auf, stöhnen dabei und halten sich den Rücken, betreten das Haus, Maxwell macht das Licht an)

C.C. (setzt sich auf): Maxwell!

(Fran und Maxwell sehen erschrocken, dass C.C. einen aufgemalten Bart und aufgemalte Augenbrauen im Gesicht hat)
Max: C.C., was soll denn...?

C.C.: Was denn? (steht auf) Ich hab hier nicht rumgesessen, um zu sehen, wann ihr nach Hause kommt. Ich... ich hab nur vorbeigeschaut. Ehm ich war im... (sieht Niles hilfesuchend an)

Niles: Theater.

C.C.: Ja genau. In einer Vorstellung von...

Niles: Viktor und Viktoria.

C.C.: Richtig. Tja, ich muss los. Ich hab `ne Verabredung. (geht)

Fran (zu Niles): Oh, hoffentlich steht er auf so was.

(Niles lacht und geht in die Küche, Grace kommt runter)

Max: Oh hallo Liebling. Warum bist du denn noch so spät auf?

Grace: Ich kann nicht schlafen. Ich mach mir Sorgen über das Altwerden und den Tod.

Fran: Oh Liebling, das wird noch ewig dauern. Du darfst dir das nicht so zu Herzen nehmen.

Grace: Ich meine Ihren Tod.

Fran: Meinen? Oh Schätzchen. Ich werde die Welt nicht verlassen, bevor ich in einer Villa sitze, ein paar Kinder habe und einen Ehemann, der mich mit den Kronjuwelen behängt.

Max (zu Grace): Siehst du, Schatz? Sie wird für immer hier bleiben.

(Fran sieht ihn vielsagend an, Max blickt ganz unschuldig)