Dr. House: Transkript der Folge "Risiken" [#1.22]

Transkript der Folge "Risiken" [#1.22]

Deutsches Transkript erstellt von MG (Abschrift erstellt von Hurly)

 

 

Bei diesem Skript handelt es sich nicht um ein Originaldrehbuch, sondern um die Mitschrift der TV-Version dieser Folge!
 

 

 

Originaltitel: Honeymoon
Ausstrahlung:
Deutscher Titel: Risiken
Ausstrahlung:
Buch: Lawrence Kaplow & John Mankiewicz
Regie: Frederick King Keller

Darsteller

Hugh Laurie ... Dr. Gregory House
Lisa Edelstein ... Dr. Lisa Cuddy
Omar Epps ... Dr. Eric Foreman
Robert Sean Leonard ... Dr. James Wilson
Jennifer Morrison ... Dr. Allison Cameron
Jesse Spencer ... Dr. Robert Chase

 

Gastdarsteller

 

 

special: Sela Ward ... Stacy Warner
Currie Graham ... Mark Warner

 

 

Inhaltsangabe

 


VORSPANN

Ein Restaurant. House sitzt an einem Tisch und versucht, zwei Gabeln auf seinem Bierglas zu balancieren. Stacy kommt dazu und setzt sich. Die Gabeln fallen runter.

House: Hm. Ich muss los.

Stacy: Er wird gleich hier sein. Er hat sich 'n bisschen verspätet. Kann doch passier'n.

House: Er hat zwei Untersuchungen abgesagt. Er wird…

Stacy: Er hat angst vor dir.

House: Das hätte ich vor mir auch. Absolut einleuchtend.

Stacy: Er hatte früher niemals angst.

House: Ja, und du siehst angst vor mir als ein Symptom ernsthafter Beschwerden.

Stacy: Stimmungsschwankungen, infantile Regression, Bauchschmerzen, zwei Ohnmachten. Ja, ich vermute da schon ein medizinisches Problem.

House: [sieht auf seine Uhr] Er ist zwanzig Minuten über die Zeit. Ich gehe.

Stacy: [drückt seine Hand] Bitte, er kommt sicher gleich.

House: Wieso? Weil er dich liebt und immer tut, was du sagst?

Stacy: Weil ich nicht gesagt hab', dass du hier bist.

House: [sieht auf ihren silbernen Kettenanhänger, ein Kruzifix, und rückt ihn zurecht] Er ist ein Augentyp.

Stacy: Ja, das ist er. [House lächelt; Mark kommt zum Tisch]

Mark: Stace. Wie sieht's aus?

Stacy: Hey, das, äh…

House: Hi, ich bin Greg House und Sie sind bestimmt Matt.

Stacy: Mark.

Mark: Mark Warner. [er und House reichen sich die Hände] Bleiben Sie sitzen. [setzt sich zu Stacy und gibt ihr einen Kuss] Entschuldige, die Elternkonferenz. Hi. [wieder zu House] Wow, Greg House.

House: Ja, wow.

Mark: Ich hab' mich nicht gedrückt. Ich wollte Ihnen nur nicht die Zeit stehlen. Die anderen Ärzte haben mich durchgecheckt und gesagt, es wäre nur Stress. Das College, die vielen Kinder und obendrein noch die Eltern.

House: Klingt ziemlich logisch.

Stacy: Greg!

House: Ja, aber was soll ich da machen?

Stacy: Du hast gesagt, du würdest ihn untersuchen.

House: Er sagt, er ist gesund. Was ist da zu untersuchen?

Mark: Das war wohl 'n Missverständnis. So konntet ihr wenigstens alte Zeiten auffrischen. Sieht aus, als hätte es Spaß gemacht.

House: Oh, er ist gut. Wer Ehrlichkeit vortäuschen kann, kann so ziemlich alles vortäuschen. Du glaubst gar nicht, wie sehr mir dein Kerl gefällt.

Mark: Ja, ganz meinerseits. Ich dachte, Sie würden nur sarkastisch sein und verbittert, weil, hm, weil… Stacy mich genommen hat.

House: Wir sollten uns mal treffen, möglicherweise 'n paar Bälle werfen, so Männersachen eben.

Mark: Wir könnten zusammen joggen.

House: [zu Stacy] Ja, er ist Oscar Wilde.

Stacy: Wow, dieser Schwanzvergleich törnt mich wirklich an. Greg, er muss ins Krankenhaus.

House: [erhebt sein Glas Bier] Auf die Frauen! Man kann nicht mit ihnen leben. Man kann sie nicht umbringen und dann den Nachbarn sagen, sie strippt in Atlantic City.

Mark: [erhebt ebenfalls sein Glas] Verdammt richtig. [beide trinken hastig ihre Gläser leer]

House: Ich bin definitiv größer.

Mark: Ich habe mehr Haare. Und ich denke… oh… oh… [ihm wird schwindlig]

Stacy: Mark? [House erhebt sich und fängt Marks Kopf auf, bevor dieser auf den Tisch knallt; zwei Sanitäter kommen herein]

Sanitäter: Jemand hat über Notruf einen Rettungstransport ins Plainsboro bestellt.

House: Garçon! [zeigt mit dem Finger auf Mark; die Sanitäter kümmern sich um ihn]

Frau: Was ist passiert?

House: Schon gut Ladies and Gentlemen, kein Grund zur Sorge, es sei denn, Sie hatten das Kalbfleisch.

Stacy: Du hast ihn betäubt.

House: Ich sagte, ich untersuch' den Typen. Ich hatte nur angst, dass die da sind, bevor er umkippt, dann hätte ich ihn schwer zum trinken überreden können. Willst du mitfahr'n? Dann können wir reden. [Stacy sieht ihn wütend an und geht]

ERÖFFNUNGSSEQUENZ/CREDITS

Kamerafahrt über das Klinikgelände.

Schnitt zum Besprechungsraum.

Cameron: [mit betont tiefer Stimme] Bauchschmerzen, Lustlosigkeit, ohne erkennbare Ursache. Differenzialdiagnose! [geht zur Schreibtafel und räuspert sich] Foreman, wollen Sie sich beteiligen oder sind Sie zu erledigt vom Autoknacken? [Foreman sieht sie böse an] Ich spiele House. Sollte witzig sein.

Foreman: Ich weiß. Mir kommt schon die Milch aus der Nase raus.

House: [betritt den Raum] Morgen! Haben Sie die Patientenakte? Was ist los?

Cameron: Die bisherigen Tests haben nicht gezeigt, was Abdominalschmerzen oder Stimmungsschwankungen verursacht.

House: Dann sind wir durch. Geh'n wir zum Baseball, in den Zoo? Mir ist alles recht, ich will nur mit Ihnen abhängen.

Chase: Was ist mit Drogen? Der Toxtest hat 'ne massive Menge Chloralhydrat gezeigt.

House: Ja, sorry, das bin ich gewesen. Ich musste ihn voll pumpen, um ihn hierher zu kriegen. Er denkt, er ist nicht krank.

Cameron: Wer tut das schon?

House: Seine Frau.

Cameron: Die, mit der Sie früher zusammen waren?

House: Die Frau hat auch einen Namen. Laut Führerschein heißt sie Stacy. Worauf wollen Sie hinaus?

Cameron: Sie glauben ihr mehr als dem Patienten, nicht wahr? Und deshalb übernehmen Sie den Fall.

House: Die Wahrheit ist, ich höre fortwährend Stimmen, pausenlos, die mir sagen, was ich tun soll. Verrückt, nicht?

Cameron: Was ist mit "Jeder Mensch lügt!"?

House: Ich hab' gelogen. [an alle] Machen Sie die, die… blah, blah, blah… Sie wissen schon, was die anderen Docs schon gemacht haben. Wenn es negativ ausfällt, schallen Sie seinen Bauch. Falls auch das negativ ausfällt, erstellen Sie ein CT des Abdomens und Beckens mit und ohne Kontrastmittel. Hab' ich irgendwas vergessen?

Chase: Wär' denn da noch was?

House: Na ja, wir könnten zum Beispiel… [grinst] oh, Sie Schlaumeier. [geht in sein Büro]

Schnitt zu House und Wilson, die einen Flur entlang gehen.

Wilson: Ich weiß, was du willst. Du willst den Helden spiel'n. Ihn retten und sie dadurch wieder zurückgewinnen. Mal wieder beeindruckend dieses Maß an krankem Narzissmuss.

House: Die Frau ist verheiratet. Ich hab' schon verlor'n wie du weißt.

Wilson: Du darfst dich Stacy Warner gar nicht weiter, als fünfzehn Meter nähern.

House: Du wolltest doch, dass ich ihn behandle.

Wilson: Ja, den Ehemann. Halt dich von ihr fern.

House: Was ist, wenn sie ständig aneinander kleben? Was mach ich dann?

Wilson: Hey, du musst das wie jeden anderen Fall angeh'n. Sei einfach nur du. [House steigt in einen Fahrstuhl] Kalt, interesselos, distanziert.

House: Bitte, stell mich nicht auf ein Podest. [die Fahrstuhltür schließt sich]

Schnitt zu Cameron, die Mark und Stacy im Krankenzimmer die aktuelle Situation erklärt.

Cameron: Wir haben Ihren Bauch tomographiert. Da ist nichts, was die Magenschmerzen erklärt. [Mark sieht Stacy mit einem "Ich hatte recht" Blick an]

Stacy: [zu Cameron] Und was wäre der nächste Schritt?

Mark: Hier zu verschwinden. Wie viel Tests brauchen Sie noch? [zu Stacy] Was müssen die Ärzte noch tun, damit wir wieder ein normales Leben führ'n können?

Stacy: Das muss nur EIN Arzt.

Mark: House.

Cameron: Es ist sicher unangenehm, von einem Mann behandelt zu werden, der mit ihrer Frau liiert war. [Stacy guckt irritiert]

Mark: Es ist unangenehm, im Krankenhaus zu liegen, wenn einem nichts fehlt.

Schnitt zu einem Flur, wo Cameron, House und Chase entlang gehen.

Cameron: Die MRA war unauffällig. Das heißt, er ist wahrscheinlich völlig gesund. Er wirkt nicht paranoid und zeigt keine Anzeichen von…

House: Nein, das heißt, wir wissen nur nicht, was sein Problem ist. [sie treffen auf Foreman]

Foreman: Der Terminplan von Goldstein ist voll. Er kann es erst morgen machen.

House: Nein, heute. Sagen Sie ihm, ich mache es möglich. [Foreman geht los]

Cameron: Sie woll'n ihn aufschneiden?

House: Halt! Stopp! [Foreman kehrt wieder um] Ein explorativer Eingriff ist nicht nötig. Dr. Cameron hat eine Diagnose.

Cameron: Nein. Ein explorativer Eingriff scheint mir nur verfrüht und vermutlich unverantwortlich, bevor wir wissen, ob er wirklich krank ist.

House: Nein, es wäre verfrüht, ihn auf die Liste für Hospizpflege zu setzen. Viel unverantwortlicher finde ich, mir zu unterstellen, mein Handeln sei nicht rational begründet.

Cameron: Wir haben nur die Angaben seiner Frau.

House: Und die sagt, er hat Magenprobleme. Das reicht mir.

Cameron: Der Patient fühlt sich nicht krank. Warum sollte er einwilligen in…

House: Seine Frau ist Juristin. Sie ist sehr überzeugend. [zu Foreman] Rufen Sie Goldstein an. Wir operieren. [er geht]

Schnitt zur OP. Foreman sieht zu.

Chirurg: Sehr gut. Mal seh'n wie es da drinnen aussieht. [zur Schwester] Halten Sie das mal, sehr gut. [auf einem Monitor sieht man den Magen]

Schnitt zu einem Flur. Stacy sitzt auf einer Bank und spricht in ein Diktiergerät.

Stacy: Leslie gegen Leslie ist vermutlich zitierbar, aber ich bin sicher, dass sie eine Ausgrenzung versuchen werden. Sorry, sie werden eine Ausgrenzung versuchen, indem sie sich auf die Minderheiten berufen. [House steht plötzlich neben ihr und reicht ihr einen Becher Kaffee]

House: Viel Milch, ohne Zucker.

Stacy: Das hat sich geändert. Inzwischen steh' ich auf Zucker. [House setzt sich neben sie und klopft mit seinem Stock auf den Boden]

Stacy: Manche Menschen stört das Klopfen.

House: Weißt du, warum Leute im Wartezimmer rumsitzen?

Stacy: Was kommt denn jetzt?

House: Weil die meisten denken, je näher ich dem OP Saal bin, desto interessierter scheine ich.

Stacy: Deswegen bin ich hier. Ich werd' erst weggehen, wenn mich alle gesehen haben.

House: Hm. Hast du noch Sex mit jemand anderen außer Mark? [Stacy guckt überrascht.] Rein medizinische Frage.

Stacy: Wenn es so wäre, wäre seine Paranoia keine Paranoia, sondern eine verständliche Reaktion und somit kein begründetes Symptom.

House: Ich wusste, du verstehst es.

Stacy: Andererseits, wenn es wirklich nur eine medizinische Frage wäre, wärst du nicht selber hier. Warum nur mich ärgern und nicht auch die anderen? Hey, Dr. Mandingo, fragen Sie die Frau, ob sie noch woanders rummacht. Du willst wissen, ob ich untreu bin, weil ich dann vielleicht… vielleicht auch mit dir schlafe. [verärgert] Die Antwort ist nein. Ich schlafe mit keinem anderen. Vermerke das bitte in deiner Akte. [Foreman kommt hinzu]

Foreman: Mrs. Warner. Die Operation ist gut verlaufen. Sie können jetzt zu ihm. [Stacy steht auf und geht; zu House] Goldstein fand nichts weiter als 'ne gedehnte Blase.

House: Eine neurogene Blase ist nicht die Ursache der Schmerzen.

Foreman: Und auch nicht der Persönlichkeitsveränderungen. Andererseits wäre es eine plausible Erklärung für Camerons Diagnose. Der Patient ist absolut gesund.

House: Ich will das OP Video. Hol'n Sie es.

Kamerafahrt über das Klinikgelände. Es ist schon dunkel.

Schnitt zu House, der sich in seinem Büro das OP Video ansieht, nachdenkt, etwas liest, mit der Jalousie spielt und seinen Gehstock herumwirbelt. Auf dem Tisch liegt eine angegessene Pizza. Er findet etwas, doch es ist nur ein Fleck auf dem Bildschirm. Er "besorgt" sich aus der gynäkologischen Abteilung einen größeren Monitor mit höherer Auflösung und sieht sich das Video noch einmal an. Nun fällt ihm tatsächlich etwas auf. House benutzt sein Handy.

House: Dr. Mandingo, Sie werden im Plantagenhaus verlangt.

Schnitt zum Team. Alle sitzen in House' Büro. Er führt ihnen das Video vor. Keiner sagt etwas und sie sehen müde aus.

House: [nimmt Vicodin] Bitte nicht alle durcheinander reden.

Cameron: Da ist nichts. [House sieht sie fragend an und schaut dann in ihre Blickrichtung; auf dem Tisch hinter dem Monitor steht eine Flasche Schnaps]

House: Hör'n Sie auf, die fast leere Flasche anzustarren. Sehen Sie auf den Bildschirm. Hier der Grund, warum ich so viel verdiene. [startet das Video] Das hier ist Nichts… eine erweiterte Version von Nichts. Und das hier ist das Problem. [zoomt einen Ausschnitt des Videos heran]

Foreman: Das glaub' ich einfach nicht.

Chase: Tremor in den Muskelfasern.

Cameron: Das ist keine Peristaltik. Das ist 'ne abdominale Epilepsie.

Foreman: Das bedeutet irgendein neurologisches Problem.

House: Eine Zeitbombe in seinem Gehirn. Wer hat gleich noch mal gesagt, es sei nichts?

Schnitt zu Marks Krankenzimmer. Foreman misst seine Hirnströme.

Schnitt zum Besprechungsraum, den Foreman und House nun betreten.

Foreman: Ich hab' eine sehr kleine, diffuse Abweichung in den Gehirnwellen gesehen. Wahrscheinlich in der weißen Substanz. Das bedeutet, seine Nervenenden sterben ab und das erklärt die neurogene Blase.

House: Wenn die Nerven den Geist aufgeben, stirbt er auch.

Foreman: Globaler, axonaler Nervenzellentod. Wahrscheinliche Ursache Enzephalitis oder Alzheimer.

Cameron: Früheinsetzende Alzheimer. Die schlimmste Form.

House: Er wird nicht gleich sterben. Er wird es sich nur wünschen.

Cameron: Checkt das Blut auf Alzheimerproteinmarker.

House: Ich dachte, Alzheimer hätte eine genetische Komponente. Hat der Patient Eltern?

Cameron: Sie starben bei einem Autounfall. In der Vorgeschichte keine Demenz.

House: Ich will 'n großes Blutbild und 'ne Virusserologie zum Ausschluss von Enzephalitis und suchen Sie nach Tauproteinen zur Diagnostik von Alzheimer. [zeigt Cameron die Akte, die sie ihm gerade gegeben hat] Und das hier ist etwas zu dünn.

Cameron: Ich hab' eine vollständige Anamnese erhoben.

House: [zu Foreman] Sie werden ihr Haus durchsuchen und nehmen Sie Sparky mit. [deutet mit einem Blick auf Chase]

Chase: Die wohnen in Short Hills, zwei Stunden von hier.

House: Die Maut kriegen Sie erstattet. [Foreman und Chase gehen zur Tür]

Cameron: Die Vorgeschichte wollen Sie gar nicht wissen. Sie sind 'n Voyeur und spionier'n lieber Ihre Ex aus.

House: [ruft Chase und Foreman hinterher] Ihr geheimes Tagebuch ist das Wichtigste. Doch wenn Sie schon mal da sind, werfen Sie auch einen Blick in den Medizinschrank. Suchen Sie nach Toxinen, Schwermetallen, irgendeinen Hinweis auf etwas außer Enzephalitis oder Alzheimer. Und ich brauche eine Maut-Quittung. [das Team geht]

Schnitt zu Cameron, die im Labor den Test auf Alzheimer durchführt. Stacy kommt zu ihr.

Stacy: Machen Sie was zu essen? Ich neh'm an, das ist für Mark.

Cameron: Wir wissen etwas über seine Eltern. War davor was bekannt? Bei den Großeltern, Onkel, Tanten. Wie war deren Gesundheit?

Stacy: Greg fischt nicht gern im trüben. Er hat sicher 'ne Theorie.

Cameron: Die wahrscheinlichste Ursache ist derzeit Alzheimer.

Stacy: Nein, es gab nie so was wie Gedächtnisverlust. Er vergisst, wo sein Schlüssel liegt, aber wer tut das nicht?

Cameron: Irgendeine Vorgeschichte?

Stacy: So was wie Verrücktheiten? Seine Schwester hat für Bush gestimmt, zwei mal. Das war alles.

Cameron: Waren Sie mit House zusammen, als es passierte? Das, äh, mit seinem Bein?

Stacy: Oh, Sie interessier'n sich für ihn.

Cameron: Wir waren mal aus, doch… es lief nicht besonders.

Stacy: Das war bei uns zuerst auch so. Ich wollte ihn nie wieder seh'n. Eine Woche später bin ich zu ihm gezogen für fünf Jahre. Was möchten Sie wissen?

Cameron: Wie war er vor der Erkrankung?

Stacy: Im Grunde nicht anders.

Cameron: [sieht sich den Ergebnisbericht an] Alles okay. Keine Alzheimer.

Stacy: Ja, genau wie ich vermutet hab'. [sie geht]

Schnitt zum Haus der Warners. Foreman und Chase sind in der Garage.

Foreman: [nimmt eine Plane ab.] Heißes Mountainbike, ist aber 'ne Weile nicht benutzt worden.

Chase: Er hat sich auf Yoga verlegt. Nagelneue Yogamatte und 'n Video.

Foreman: Er wird älter.

Chase: Oder der Mann hat Rückenschmerzen.

Foreman: So was hätte die Frau erwähnt.

Chase: Yoga soll auch gut zum Frauenaufreißen sein.

Foreman: Nicht, wenn du es bei dir zuhause machst. Es ist zwar 'ne Veränderung aber kein Symptom. [öffnet einen Schrank und findet einen Teller mit Keksen und einen Zettel] Chase! [Chase kommt zu ihm; Foreman liest vor, was auf dem Zettel steht] "Liebe House Boys, eine kleine Stärkung vor der Hausdurchsuchung. Hoffentlich mögen Sie Haferkekse. Liebe Grüße, Stacy."

Chase: Wow. [gibt Foreman eine Tablettendose] Ähm, das lag in der Nachttischschublade unter Papier versteckt. Kleiner Drogenvorrat.

Schnitt zum Besprechungsraum. Chase und Foreman zeigen House die Tablettendose.

Chase: Amphetamine.

Foreman: Regelmäßige Einnahme kann zu Neurotoxizität führen. Das würde den axonalen Nervenschaden und die Persönlichkeitsveränderung erklären.

House: [liest das Etikett] Verordnet wurden die Pillen D. W. Brown.

Cameron: Falscher Name, gefälschtes Rezept.

House: Aber der Name des Arztes ist echt. Denn dem wurde gerade die Zulassung entzogen wegen illegaler Rezepte, die er Schulkindern ausgestellt hat.

Foreman: Mark ist Vertrauenslehrer an der Highschool.

House: Und laut Mister Browns Geburtsdatum ist er siebzehn Jahre alt. Ist es vielleicht möglich, dass die von einem Vertrauenslehrer konfisziert wurden? [steckt sich die Pillen in die Tasche] Sonst noch was?

Chase: Ähm, ja, er ist vom Mountainbike hin zu Yoga gewechselt. Wär' das vielleicht…

House: Schlechtes Alter. Was sagt uns der Befund über Enzephalitis?

Cameron: Er sagt nein. Komplett negativ. Keine roten Zellen, keine weißen Zellen, Serologie negativ.

House: Das würde bedeuten, wir sind wieder bei Alzheimer.

Cameron: Ich hab' ihr gesagt, er hat keine. Die Markertests waren negativ.

House: Wie wär's, wenn Sie ihr gesagt hätten, dass er dennoch Alzheimer haben kann. Ein PET-Scan wird Änderung der metabolischen Aktivität im Kortex zeigen. [zu Foreman] Führen Sie ihn durch und checken Sie sein Erinnerungsvermögen. [das Team geht]

Schnitt zum Untersuchungsraum.

Foreman: [zu Mark] Ich spritze Ihnen einen chemischen Marker namens FDDNP und dann werde ich Ihnen ein paar Fragen stellen.

Mark: Sie prüfen mein Gedächtnis.

Foreman: Ja, aber zuerst prüfen wir ein paar spezielle Hirnfunktionen. So was wie 'n Motor-Check, bevor wir richtig losfahren. [geht in den Überwachungsraum, wo House schon auf ihn wartet; zu House] Hm, kontrollier'n Sie mich?

House: Ich steh' auf all die hübschen Lichter.

Foreman: Ja. [eine Schwester spritzt Mark das Mittel; Foreman kommuniziert nun über eine Sprechanlage mit Mark] Okay, dann woll'n wir mal. Ihr vollständiger Name?

Mark: Mark Warner.

Foreman: Lebt Ihre Mutter noch?

Mark: Nein.

Foreman: Limbisches System intakt. [wieder zu Mark] Okay, angenommen, Sie finden auf der Straße einen frankierten Umschlag. Was tun Sie?

Mark: Ich werfe ihn in einen Briefkasten.

House: Jesus, was für'n Kerl. Sein Frontalhirn arbeitet viel besser als meins. [nun drückt er die Sprechtaste] Wissen Sie noch, wann Sie geheiratet haben?

Mark: Im Juli vor drei Jahren. Wer spricht da?

House: [zum irritierten Foreman] Was ist? Sein Langzeitgedächtnis funktioniert vielleicht nicht. [wieder zu Mark] War's 'ne große, kirchliche Trauung?

Mark: Ist das House?

House: Stimmen erkennt er.

Foreman: Tze, das hier dient keinem, diagnostischen Zweck.

House: Ich weiß, aber ich finde, Sie haben das limbische System zu schnell abgehakt. Die emotionalen Reaktionen. Ich will nur gründlich sein. [zu Mark] Trug die atheistische Braut ein hübsches, weißes Kleid?

Mark: Glauben Sie, sie dachte dabei an Sie? Ist das 'ne medizinische Frage?

House: Was hat sie dabei für einen Schmuck getragen?

Mark: Sie trägt niemals Schmuck, außer diesem Kreuz, ein Geschenk von ihrer Mutter. Auch keine Unterwäsche. Zumindest nicht an dem Tag. Ich erinnere mich noch, wie sie sich das weiße Kleid im Auto vom Leib gerissen hat. Ist das die Sorte Antwort, die Sie hör'n wollen, Doktor?

House: Er ist etwas genervt.

Foreman: [zu House] Hör'n Sie auf damit, gleich.

Mark: Und in den Flitterwochen waren wir in Paris. Das weiß ich noch, weil wir das Hotelzimmer zwei Wochen nicht verlassen haben. Wollen Sie noch nähere Einzelheiten?

House: Etwas aggressiv.

Foreman: Tze, es ist keine Paranoia, wenn Sie jemanden drangsalier'n.

Schnitt zum Dach der Klinik. Es ist schon dunkel. House lehnt an der Brüstung und guckt in die Ferne. Stacy betritt das Dach. Sie scheint wütend.

House: [zu sich selbst] Hm, jetzt wird's ernst.

Stacy: [stürmt auf ihn zu und schubst ihn] Er ist krank und paranoid und du bombardierst ihn mit Fragen.

House: Der Sinn und Zweck war die… die Bestimmung der operativen Parameter seines limbischen Systems.

Stacy: Hör' auf mit diesem Fachchinesisch. Du wolltest ihn nur quälen. Unterste Schublade, sogar für dich.

House: Medizinisches Quälen gehört zu meinem Job.

Stacy: Und dann rennst du weg wie ein Zwölfjähriger und versteckst dich hier auf dem Dach wie früher?

House: Ich war fünf Jahre nicht mehr hier oben. [Stacy scheint überrascht; beide schweigen bedrückt] Ich weiß nicht, was ihm fehlt. Es ist nicht Alzheimer, keine Enzephalitis. Es ist nicht umweltbedingt und nicht immunologisch. Alle Testresultate waren immer negativ. Er ist kerngesund, aber sein Gehirn stirbt.

Stacy: Ich hätte niemals gedacht, dass du mal ratlos sein würdest.

House sieht sie an und geht auf sie zu. Stacy lehnt ihren Kopf an seine Brust und weint. Er umarmt sie.

House: Ich werde nicht aufgeben.

Stacy: Und was machen wir jetzt?

House: Wir warten.

Stacy: Auf was?

House: Dass sich irgendwas ändert. Das ist die große Tragödie des Lebens, [sie löst sich von ihm] dass sich immer… immer was ändert.

Schnitt zu Marks Krankenzimmer. Er scheint in Panik und fühlt nach seinen Füßen.

Mark: Schwester! [drückt den Alarmknopf] Schwester!

Die Schwester und ein Pfleger kommen herein. Stacy und House kommen aus dem Fahrstuhl und eilen ebenfalls ins Zimmer.

Stacy: Was ist passiert? Was ist?

Mark: Meine Zehen waren plötzlich taub. Erst so'n Kribbeln, dann war Schluss. Kein Schmerz, gar nichts.

Stacy: Schon okay. Sie werden sich um dich kümmern.

Mark: Ich habe angst, Stacy. Halt meine Hand. [Stacy hält bereits seine Hand] Was ist? [CGI Effekt durch die Nervenbahnen]

Stacy: [zu House] Was ist mit ihm?

House: Die Zeit läuft für ihn ab. Er kann sich nicht bewegen. [Abblende]

Schnitt zum Besprechungsraum.

Foreman: Die Symptome imitieren nur eine Attacke auf das periphere Nervensystem.

Chase: Aber er hat signifikante Parästhesien entwickelt und er kann weder Hände noch Zehen bewegen.

House: Das ist periphere Schädigung. Das Guillain-Barré-Syndrom attackiert dort, nicht das Gehirn.

Foreman: Nein, nein. Ich habe bereits einen indirekten Coombs-Test gemacht. Keine Agglutination, keine Antikörper.

House: Initiative. Das gefällt mir. Geben Sie ihm IV Immunsuppression.

Foreman: Keine Antikörper bedeutet, er hat nicht Guillain-Barré. Punkt.

House: Punkt? Eher wohl was, was, was. Was, wenn er doch 'n Virus hat, aber keine Antikörper produziert?

Foreman: Ach kommen Sie. Die Chancen dafür steh'n…

House: Ich hab' Sie nicht nach der Vegas Line gefragt. Ich sagte nur "Was, wenn?".

Foreman: Das würde bedeuten, er ist krank und sein Körper unternimmt nichts dagegen.

Cameron: Dann bekämpfen wir das für ihn oder er stirbt in kürze.

House: Hey, "stirbt" hör' ich nicht so gern.

Chase: Aber ohne Antikörper können wir keine Tests durchführ'n. Und wir wissen nicht, ob wir richtig liegen.

House: So riskant ist die Therapie nicht. Plasmapherese und IVIG. Wenn's hilft, haben wir recht. Wenn er stirbt, war's irgendwas anderes.

Schnitt zu Marks Krankenzimmer. Er wird bereits behandelt. Stacy und Cameron sind bei ihm.

Mark: Das heißt, die Lähmung ist vielleicht nicht dauerhaft.

Cameron: Das hoffen wir, aber man weiß nie. Das Gehirn ist unberechenbar.

Unweit des Zimmers steht House. Er sieht Stacy an und macht eine Kopfbewegung, die andeutet, dass sie ihm folgen soll. Mark bemerkt es.

Mark: Was soll das?

Stacy: Was?

Mark: Das Nicken und dieser Blick?

Stacy: Er, er will mich sicher sprechen.

Mark: Wenn's was medizinisches ist, soll er mit mir sprechen.

Stacy: [geht zur Tür] Ich, äh, geh' mal kurz vor die Tür.

Mark: Ja, verschwinde. Rede mit ihm. Du verlässt mich ja sowieso.

Stacy: [geht wieder auf ihn zu] Nein, das wird nicht passier'n.

Mark: Du hast ihn auch verlassen. Dann, als er gehumpelt hat. Wenn ich nicht mehr gehen oder dich umarmen kann… [weint]

Stacy: Ich, ich geh' nirgendwohin, Schatz. Ich werde nicht mit ihm reden.

Mark: Und wenn ich nicht mehr alleine essen kann…

Cameron: Was Sie empfinden, ist so was wie eine Täuschung. Das ist das Virus. [Mark atmet schwer]

Stacy: Was ist los?

Cameron: Mark? [leuchtet ihm in den Rachen] Seine Atemwege sind verengt. Er kriegt keine Luft. [ruft] Notfall! Code Blau, schnell! Es ist 'ne Reaktion auf das IVIG. Ich brauche Epi, sofort. [die Schwester reicht ihr ein Laryngoskop; Cameron versucht Mark zu intubieren] Ich krieg' das Laryngoskop nicht in den Rachen.

House: [steht an der Tür] Abbrechen!

Cameron: Er hat eine allergische Reaktion. Er stürzt ab.

House: Tut er nicht. Seh'n Sie mal auf die Vitalwerte. O2-Sättigung ist im Normalbereich. Ich wette, die einzigen Auffälligkeiten sind schwitzige Hände. [Stacy nickt ihm zu] Spritzen Sie zwei Milligramm Ativan i. V. [Cameron tut es; Mark beruhigt sich wieder] Keine allergische Reaktion, nur eine Panikattacke. Irgendwas hat ihm schwer zu schaffen gemacht. [liest eine Grußkarte, die im Zimmer liegt; zu Stacy] Hm, können wir jetzt reden?

Schnitt zum Flur vor dem Zimmer.

Stacy: Konntest du nicht einfach ins Zimmer kommen?

House: Ihn kamen heute fünf Leute besuchen. Ich kannte keinen von denen. Sechs weitere haben ihm Blumen geschickt, Süßigkeiten und einen Teddybär, was er bestimmt sehr tröstlich findet. Aber ich kannte keinen von den Namen auf der Karte.

Stacy: Oh Schock, Mark hat Freunde und ich hab' ein paar neue.

House: Hm, es ist kein Schock, dass du neue Freunde hast. Ähm, doch es ist schockierend für mich, dass du deine alten abgeschoben hast.

Stacy: Hab' ich nicht.

House: Das hab' ich auch nicht gedacht. Die Frage ist nur, wieso hast du keinem von ihnen gesagt, dass du hier bist? Kannst du das beantworten? [ein Arzt, der neben House steht, telefoniert gerade]

Arzt: Das glaub' ich einfach nicht. Verbinden Sie mich mal mit Dr. Miller. [House und Stacy gehen weiter weg]

House: Wieso verschweigst du deinen ältesten Freunden, dass du Mark ins… ins Princeton Plainsboro Krankenhaus gebracht hast, um sein Leben zu retten?

Stacy: Ich hab' viel zu tun und jetzt weiß ich nicht mehr, wer was weiß.

House: Na, meine alten Freunde raten mir zur Vorsicht. Sie glauben anscheinend…

Stacy: Er. Und er hat den Bär gebracht.

House: Hm, genau. Er glaubt, ich, äh, häng' immer noch an dir. Und es wär' gefährlich für mich, Zeit mit dir zu verbringen. Ich hab' das Gefühl, deine Freunde haben vielleicht ähnliche Ansichten. Deswegen hast du verschwiegen, dass du hier bist, bei mir.

Stacy: Was soll mir das sagen? Dass ich dich immer noch liebe und meinen todkranken Mann verlasse und mit dir nach Rio verschwinde?

House: [zögerlich] Nein.

Stacy: Ich bin dir dankbar für das, was du für uns tust, aber Wilson hat vielleicht recht. Vielleicht solltest du dich von mir fernhalten. [sie geht]

Kamerafahrt über das Klinikgelände.

Schnitt zu House' Büro. Er nimmt ein Fax entgegen und sieht beim Blick auf das Blatt nicht sehr glücklich aus.

Schnitt zu einer Bar. House sitzt am Tresen und trinkt etwas. Im Hintergrund hört man den Song "I Call It Love" von Windy Wagner. Wilson kommt herein und setzt sich zu ihm.

Wilson: Was gibt's?

House: Superbärchen. Zum knuddeln.

Wilson: Meine Frau wird mich umbringen, denn wir haben Besuch und sie hat gekocht.

House: Ich habe Marks neueste Blutwerte. Er spricht auf keine Therapie an.

Wilson: Das tut mir leid.

House: Mich hat's gefreut. [Wilson sieht ihn an] Er ist mein Patient und sicher 'n guter Kerl, bestimmt sogar 'n sehr guter und sicher 'n viel besserer als ich. Ein Teil von mir will, dass er stirbt. Ich bin nur nicht sicher, ob es deswegen ist, weil ich sie wiederhaben will oder weil ich sie leiden sehen will.

Der nächste Tag. Kamerafahrt über das Klinikgelände.

Schnitt zu Marks Krankenzimmer. Diesmal öffnet House die Tür.

House: Hey, ist es in Ordnung, wenn ich kurz mit Stacy spreche? [Stacy sieht zu Mark; Mark nickt]

Stacy: Ich bin nur kurz draußen, Schatz.

Mark: Hmh. [Stacy geht]

Schnitt zu einem Flur. House und Stacy gehen nebeneinander her.

House: Ihr zwei passt gut zusammen.

Stacy: Du weißt gar nichts über Mark.

House: Er war mit dir in Paris. Das reicht mir schon. [Stacy bleibt stehen; House dreht sich zu ihr]

Stacy: Wir waren nie in Paris.

House: In den Flitterwochen. Das war doch deine Traumstadt. Du wolltest dahin, seit du sechzehn bist. Er ist mit dir hingeflogen.

Stacy: Nein, ich musste arbeiten. Wir haben in New York übernachtet und sind dann zurück nach Short Hills. Was überlegst du?

House: Wann war Marks Wechsel vom Mountainbiking zu Yoga?

Stacy: Vor etwa einem Monat. Zu dem Zeitpunkt, als er krank wurde. Was bedeutet das?

House: Wir haben zwei neue Symptome. [er geht]

Schnitt zu House' Büro. Er klemmt eine Aufnahme von Marks Gehirn an die Lichttafel. Das Team ist bei ihm.

House: Dem Patienten wurden einige Fragen gestellt, um die Funktion seines Gehirns zu prüfen.

Foreman: Ach, die Fragen bezogen sich nur auf Stacy.

House: Was auch immer. [klemmt noch eine Aufnahme an die Tafel] Der Punkt ist, er hat uns gesagt, was für eine Diagnose wichtig ist. Vorausgesetzt, wir sehen Ihren tollen PET-Scan als Lügendetektor. Das ist nämlich ein sehr kreativer Prozess, das Lügen. Die Wahrheit zu sagen, ist viel einfacher. Sehen Sie her. Frage neun. Da gibt Mark eine ausschweifende Antwort über seine Hochzeitsreise nach Paris. Was sagt uns der PET-Scan dazu?

Foreman: Minimale Aktivierung in den Frontal- und Temporallappen.

Chase: Er sagte, er war in Paris und der PET-Scan bestätigt das. Was…

House: Sie waren nicht da. [er und das Team gehen rüber zum Besprechungsraum] Sie waren nicht in Paris und doch glaubt Marks Gehirn, er hätte tatsächlich vierzig France für eine Besichtigung der Bastille ausgegeben. [geht zur Schreibtafel, wischt sie ab und fügt ein neues Wort hinzu] Also, wir hätten da ein intermittierendes Syndrom, das sich mit Abdominalschmerzen, Polyneuropathie, Paranoia und Wahnideen zeigt. Und was ist das Irre an intermittierender Porphyrie? Sie überfällt einen in der Seitengasse, prügelt einen krankenhausreif und lässt einen blutend zurück. Sie trägt aber Handschuhe, also keine Fingerabdrücke, kein Nachweis im Bluttest, Urintest, nirgends. Es sei denn, man ertappt sie und zwar inflagranti.

Chase: Doch es gibt noch andere Symptome von AIP.

House: Und zwar?

Chase: Lichtempfindlichkeit.

House: Ja, aber eine der echten Tragödien dieser Krankheit ist, dass es Sie dazu veranlasst, Ihr cooles Mountainbike in die Garage zu stellen und sich eine andere Sportart zu suchen wie Yoga. Starten Sie die Therapie. Hämatin und Glukose.

Cameron: Wenn Sie ihm jetzt Hämatin geben und Sie irren sich, wird er heute noch sterben.

Foreman: Es gibt nur eine Diagnosesicherung der AIP. Eine Urinentnahme während einer Attacke.

Chase: Und es lässt sich unmöglich voraussagen, wann er die hat.

House: Doch, kann ich.

Schnitt zu Marks Krankenzimmer.

House: [zu Mark] Akute intermittierende Porphyrie hat sehr spezifische Auslöser. Barbiturate, Alkohol oder erhöhte Proteinspiegel sind auslösende Faktoren.

Stacy: Welcher Auslöser war's bei Mark?

House: Ich habe keine Ahnung, deswegen gebe ich ihm die Kombipackung. Das volle Programm.

Stacy: Wenn er diese Krankheit hat und du eine Attacke auslöst, wird sein Zustand schlimmer, nicht wahr? Oder?

House: Ja, aber dann wissen wir, was es ist und können es behandeln.

Mark: Was ist, wenn ich das nicht habe und… und Sie geben mir das Zeug? Was passiert dann?

House: Ich hab' keine Ahnung. Wenn wir nicht wissen, was Ihr Gehirn schädigt, wissen wir auch nicht, wie es reagier'n wird. [Mark sieht Stacy an]

Stacy: Okay, ich wär' gern 'ne Minute mit ihm allein.

House: [nickt] Hm.

Von draußen sehen House und das Team zu, wie Stacy und Mark sich unterhalten. Stacy kommt aus dem Zimmer und House deutet seinen Kollegen mit einer Kopfbewegung, dass sie gehen sollen.

Stacy: Er will den Auslöser nicht. Er will warten, bis wir eine andere Erklärung finden. Wenn es AIP ist, wie viel Zeit haben wir dann noch?

House: Keine Ahnung. Die nächste Attacke kann ihn umbringen. Vielleicht noch sechs Monate. Vielleicht aber auch nur fünf Minuten.

Stacy: Testet ihn.

House: Gut. Dann veranlasse ich einen HMB Synthese Mutationstest und einen Gentest. Das Labor meldet sich aber erst in einem Monat.

Stacy: Also, schön. Gib ihm den Cocktail. Löse eine Attacke aus.

House: Nein.

Stacy: Wieso nicht?

House: Weil er das nicht will.

Stacy: Ich verklag' dich schon nicht. Ich zeig' dich bestimmt nicht an.

House: Er vielleicht.

Stacy: Er ist gelähmt. Wenn du ihn nicht heilst, wird er nie wieder schreiben können, Gregory.

House: Ich werd' das nicht tun. [er geht]

Stacy: [geht ihm hinterher] Wieso nicht?

House: Du stellst immer dieselben Fragen, aber meine Antwort ändert sich nicht. Ich hab' ihm gesagt, wie's läuft. Es ist seine Entscheidung. [er will sich einen Becher Wasser nehmen; Stacy reißt ihn wütend am Arm und der Becher fällt zu Boden]

Stacy: Du willst, dass Mark stirbt.

House: Ich hab' die Diagnose gestellt und meine Arbeit gemacht. Wenn du willst, dass ihn jemand fesselt und zur Behandlung zwingt… darin bist du besser als ich. [trinkt nun einen Becher Wasser]

Stacy: Worum geht es hier? Rache für dein Bein? Ich hab' dir das Leben gerettet, wie du weißt.

House: Ja, das wär' möglich.

Stacy: Du willst Mark umbringen, um mir 'ne Lektion zu erteilen.

House: Nur, weil er zu stur ist, die richtige Entscheidung zu treffen, wird er sterben.

Stacy: Sturheit ist wohl dein Fachgebiet.

House: Ich respektiere die Entscheidung deines Mannes und weiß nicht, warum du damit ein Problem hast.

Stacy: Weil das gelogen ist, deshalb. Weil du Patienten unter Druck setzt, einschüchterst und belügst und weil es dir völlig egal ist, was sie denken. Ich tat nur, was du tust, immerzu. Der Unterschied ist nur, dass es DICH getroffen hat.

House: Er wird dir das nie verzeihen.

Stacy: Doch, ER wird das. [sie geht]

Schnitt zu Marks Krankenzimmer. Das Team ist bei ihm. Stacy kommt hinzu.

Foreman: Es gibt nichts neues.

Stacy: Geht's ihm nicht schlechter?

Foreman: Nein, keine Veränderung.

Stacy: Und das ist vereinbar mit AIP. Bis eine erneute Attacke eintritt, bleibt sein Zustand stabil.

Cameron: Ja.

Stacy: Glaub' mir Mark. Du musst…

Mark: Ich will diesen Test nicht. Nicht, bis sie ganz sicher sind.

Stacy: Du kennst Gregory.

Mark: Ja, nicht so wie du. Bei unserer ersten Begegnung hat er mich gleich ins Abseits gestellt. [House steht in der Tür mit einer Spritze in der Hand]

House: Man, jetzt klingeln mir aber die Ohr'n.

Mark: [sieht auf die Spritze] Was ist das?

House: Cocktailstunde. Auch, wenn Sie nicht mitbechern dürfen, woll'n wir Sie nicht ganz ausschließen.

Mark: Gehen Sie weg damit!

Stacy: Mark, wenn es wirklich das ist, was er vermutet, dann…

Mark: Du traust seinem Urteil mehr als meinem?

Stacy: Seinem medizinischen Urteil.

Mark: Und darauf würdest du mein Leben verwetten?

Stacy: Das würde ich.

Mark: Ich nicht.

House: Clever, aber leider sind Sie ja gelähmt. [nimmt die Schutzkappe der Spritze ab und will Mark den Cocktail durch den Zugang geben; Foreman reißt ihm den Schlauch aus der Hand] Bing, Telefon für Dr. Foreman. Verlassen Sie den Raum. Es ist nicht Ihr Problem.

Foreman: Ohne seine Einwilligung, dürfen Sie das nicht tun.

House: Er ist nicht klar im Kopf.

Cameron: [stellt sich House nun auch in den Weg] Dann brauchen Sie 'ne gerichtliche Anordnung.

House: Okay, hol'n Sie eine. Wir warten hier. [zwinkert ihr zu] Ich mach' auch nix. [Chase stellt sich ebenfalls zu seinen Kollegen] Huho, jetzt kommt die Musketiernummer. Ich mach' mir in die Hose.

Cameron: [streckt die Hand aus] Geben Sie mir die Spritze.

Stacy: [sieht House flehend an] Bitte, wenn du recht hast, hat Mark vielleicht nie wieder so eine Chance.

House: Also, was machen wir? Du nimmst den Schwarzen, ich nehm' die Kleine und der Aussie entfleucht ja sowieso wie 'n aufgeschreckter Wombat, wenn's brenzlig wird. [resigniert] Ich kann's nicht.

Alle scheinen erleichtert. House geht langsam an Chase vorbei und rammt Mark dann mit voller Wucht die Spritze in sein rechtes Bein. Alle sind erschrocken.

Mark: Sie elender Mistkerl.

House: Haben Sie's alle gesehen? [Chase leuchtet Mark in die Augen; Cameron hört seine Lunge ab]

Stacy: Wann passiert es?

Chase: Wenn er AIP hätte, hätte es schon passier'n müssen.

House: Jeder ist eben anders.

Foreman: Das ist nicht gut. Es kann eine Embolie eintreten, eine Tachykardie, ein… [Mark schreit und bäumt sich auf]

Stacy: Was ist denn jetzt los?

Chase: Zwei Milligramm Ativan.

Stacy: Ist das eine Attacke?

Cameron: [reicht Chase eine Spritze] Hier.

House: [schlägt sie ihr mit seinem Stock aus der Hand] Nein, Sie versauen die Probe. Chase, entnehmen Sie Urin aus dem Katheder.

Foreman: Das ist keine Attacke. Das ist ein Schlaganfall.

Chase: Er braucht Ativan.

House: Es ist kein Anfall. Der Deltawellenburst ist nur ein Vasospasmus.

Chase: Der Katheder ist schon raus. Die Probe können wir nicht mehr nehmen.

Foreman: Herzratenwert ist unter fünfzig. Bradykardie. Wir verlieren ihn.

House: Halten Sie ihn fest.

Stacy: Gib ihm irgendwas, Greg.

House: Keine Painkiller!

Foreman: Sie lagen falsch.

House: [rammt Mark eine Spritze in den Bauch und entnimmt Urin] Direkt aus der Blase. Frischer geht es nicht. [an sein Team] Jetzt geben Sie ihm schon das Ativan, dafür muss er nicht wach sein. [er geht]

Schnitt zu einem Labor. House füllt den Urin in ein Reagenzglas und spritzt noch eine Flüssigkeit dazu. Dann schüttelt er das Glas langsam mit kreisenden Bewegungen.

Cameron: Immer noch gelb.

House: Weg da. [greift nach einer Lampe]

Cameron: Was ist?

Chase: Denken Sie, anderes Licht macht einen Unterschied?

House: Organische Chemie. Mehr Licht, mehr Oxydation. Klingelt's da bei Ihnen? [der Urin verfärbt sich dunkel] Der Patient bekommt einhundertfünfzig Milligramm Glukose und fünfundsiebzig Milligramm Hämatin. [das Team geht; House ist sichtlich erleichtert]

 

Schnitt zu Marks Krankenzimmer. Man hört, dass es gewittert. Stacy sitzt schlafend bei ihm und hält seine Hand. Als er seinen Daumen bewegt, wird sie wach.

Mark: Hey.

Stacy: Hey.

Mark: Lust auf 'ne Runde Armdrücken? [Stacy lächelt] Komm her. [sie legt sich zu ihm, umarmt und küsst ihn] Er ist trotzdem 'n Irrer.

Stacy: Ich weiß.

House steht vor dem Zimmer und beobachtet die beiden. Cameron sieht ihn dabei und geht auf ihn zu.

Cameron: Dr. House? Wie geht es ihm?

House: Ging ihm nie besser. [sieht sie an]

Cameron: Ich dachte, Ihre Seele ist zu krank, um jemanden zu lieben. Das war ein Irrtum. Sie konnten nur mich nicht lieben. Das ist gut. Ich freu' mich für Sie. [sie geht]

Schnitt zu House' Büro. Es regnet. Auf dem Plattenspieler läuft der Song "Delia" von Blind Willie McTell. Stacy kommt herein. House stellt die Musik ab.

Stacy: Du hast ihn wieder hingekriegt.

House: De nada.

Stacy: Vielen Dank. Du hattest recht.

House: Er wird es schaffen.

Stacy: Nein, was mich betrifft. Ich bin nicht drüber weg. Du warst… du warst der Eine und wirst es auch immer sein. Doch ich kann nicht mit dir leben. [beide sehen sich lange an]

House: Äh, ich bin also der Eine, doch du willst den anderen, der aber logischerweise nicht der Eine sein kann.

Stacy: Weißt du, was toll an dir ist? Dass du immer glaubst, du hast recht. Doch viel frustrierender finde ich es, dass du fast immer recht hast. Du bist brillant, witzig, überraschend, sexy… doch, ähm… bei dir war ich einsam und bei Mark hab' ich einen Platz.

House: Verstehe.

Sie küsst ihn zärtlich auf die rechte Wange und er schließt seine Augen. Stacy geht.

Schnitt zu House, der die Klinik gerade verlassen will. Cuddy kommt eine Treppe herunter und läuft ihm hinterher.

Cuddy: Ich wollte Ihnen nur noch schnell was sagen.

House: [laut, so dass es alle hören können] Ich will keinen Sex mehr mit Ihnen. Nie wieder. [Cuddy guckt peinlich berührt] Das erste Mal war schon wenig erfüllend. All dieser verzweifelte, administrative Notstand.

Cuddy: Stacys Ehemann wird eine Weile eine stationäre Überwachung brauchen. Und da wir sie sehr gut im Krankenhaus brauchen können, hab' ich ihr eine Stelle angeboten, als Leiterin der Rechtsabteilung.

House: Hat sie "ja" gesagt?

Cuddy: Sie sagte, nur wenn Sie keine Einwände haben. [House geht zur Tür] Ja oder nein? [im Hintergrund hört man den Beginn des Songs "You Can't Always Get What You Want" von den Rolling Stones, der noch bis zum Ende der Episode weiter läuft]

House: [nickt] Fein. Gut. [er geht]

Schnitt zu House' Apartment. Er genehmigt sich einen Drink und wirft seinen Stock weg. Dann versucht er, ohne ihn, ein paar Schritte zu gehen, knickt aber schon beim ersten mit seinem rechten, lädierten Bein ein und muss sich an einem Sessel stützen. Man sieht, dass er Schmerzen hat. House setzt sich auf seinen Pianohocker.

Schnitt zu Mark und Stacy, die sich küssen und umarmen.

Schnitt zu House, der aus seiner Hemdtasche Vicodin nimmt. Er wirft eine Pille in die Luft und fängt sie mit dem Mund auf. Blick in die Kamera.

ENDE