King of Queens: Transkript der Folge "Die Stimme aus dem Grab" [#5.11]

Transkript der Folge "Die Stimme aus dem Grab" [#5.11]

Deutsches Transkript erstellt von MG

Bei diesem Skript handelt es sich nicht um ein Originaldrehbuch, sondern um die Mitschrift der TV-Version dieser Folge!
 

Originaltitel: Mentalo Case
Ausstrahlung: 16.12.2002
Deutscher Titel: Die Stimme aus dem Grab
Ausstrahlung: 06.07.2003
Buch: David Bickel
Regie: John Fortenberry

Darsteller

Kevin James [Doug Heffernan]
Leah Remini [Carrie Heffernan]
Jerry Stiller [Arthur Spooner]
Victor Williams [Deacon Palmer]
Patton Oswalt [Spence Olchin]
Nicole Sullivan [Holly Shumpert]

Gastdarsteller

Daniel Smith [Deacon als Kind]
Damani Roberts [Major Palmer]
Adam Carl [Kenny]

 

Inhaltsangabe
Weihnachten steht vor der Tür und sorgt für gehörige Aufregung im Hause Heffernan: Carrie möchte ihrem Vater eine Kreuzfahrt auf die Bermudas schenken und erzählt dummerweise Holly von ihrem Plan. Die hat natürlich nichts Eiligeres zu tun, als Arthur diese Information zu stecken, woraufhin der Carrie ebenfalls ein herausragendes Geschenk machen möchte. Er bittet Holly darum, dezent nachzuforschen, was Carrie erfreuen könnte. Holly stellt sich jedoch so ungeschickt an, daß Carrie schließlich glaubt, Holly wolle ihr einen teuren Ledermantel schenken. Sofort zieht Carrie los, um für Holly im Gegenzug ein paar teure Ohrringe zu besorgen. Das führt jedoch dazu, daß sie nun kein Geld mehr für die Kreuzfahrt hat. Douglas versucht sich unterdessen einen alten Kindheitstraum zu erfüllen und will einen "Mentalo" kaufen. Von dieser Puppe, die Fragen nach der Zukunft "beantwortet", hat er schon immer geträumt. Dummerweise hat seine Freud Deacon denselben Wunsch und schnappt Doug den letzten verfügbaren "Mentalo" auf einer Spielzeugmesse vor der Nase weg... [Text: RTL II]

 


Szene 1 – Dougs und Carries Haus
Tag. Doug und Deacon sitzen im Wohnzimmer auf der Couch vor dem Fernseher. Carrie steht am Eßtisch und telefoniert. In der Ecke des Wohnzimmers, rechts neben der Eingangstür, steht ein geschmückter Weihnachtsbaum.

Carrie: [am Telefon] Na das ist doch großartig. Also in dem Preis für die Kreuzfahrt meines Dads ist also alles drin, richtig? Essen, Shows. Was ist mit Trinkgeld? Der Mann hat nämlich die Angewohnheit, keins zu geben. Ich fänd's schrecklich, wenn Stan und Olli leer ausgehen würden. Ich kann mir denken, daß Sie solche Witze oft hören. Ok, danke, alles klar, bye-bye. [Holly kommt durch die Hintertür herein] Wer ist der glücklichste Vater der Welt?

 

Holly: Ich würde sagen: Ozzy Osborne.

Carrie: Nein, ich sprach von meinem Dad. Ich schenke ihm nämlich zu Weihnachten eine Kreuzfahrt zu den Bermudas.

Holly: Oh wow, was für ein großzügiges Geschenk, das wird ihm sicher gefallen.

Carrie: Ja. Normalerweise schenke ich einen Bademantel oder so eine Altherrenmütze, aber diesmal dachte ich, gehe ich etwas tiefer in die Tasche und schenke ihm was Besonderes.

Holly: Oh, sowas würd' ich meinem Dad auch gerne schenken. Aber dafür müßte ich ihn erst ausfindig machen.

Carrie: Wie dem auch sei, Holly, wir haben hier am Samstag eine kleine Weihnachtsfeier. Deacon kommt auch vorbei mit seinen Kindern, also, wenn Sie nichts vorhaben.

Holly: Wirklich?

Carrie: Ja.

Holly: Oh mein Gott, ich komme gerne. Danke, Carrie!

Carrie: Nichts zu danken. Irgendwelche besonderen Wünsche?

Holly: Einen Eimer Eierlikör und jemand, der mich nach Hause fährt.

Carrie: Gut.

SCHNITT: Im Wohnzimmer. Doug und Deacon sitzen noch immer vor dem Fernseher. Doug hat eine Schüssel mit Essen in der Hand.

Doug: Ach, verdammt.

Deacon: Was?

Doug: Ich hab Mist gebaut. Ich hab die ganzen Würstchen rausgepickt, jetzt hab ich nur noch 'ne Schale voller Bohnen.

Deacon: Ja. Das ist wie beim Rosinenmüsli, nachdem man alle Rosinen rausgegessen hat.

Doug: Ja. Ganz genau so ist es. [es klopft an der Eingangstür] Herein!

Spence: Hey, Jungs!

Doug: Hey, Mann!

Deacon: Hallo, Spence.

Spence: Guckt mal, was ich da habe. [zeigt Doug und Deacon eine kleine Plastikfigur in einem neongelben Anzug]

Doug: Was ist das denn?

Spence: Hallo?! Kennst du das nicht mehr aus deiner Kindheit? Das ist eine Joe-Roger-Action-Figur, circa 1975.

Doug: Das ist keine Action-Figur, das ist 'ne Puppe.

Deacon: Ja. Die einzige Action, die der kennt, ist 'n Kuß von Ken.

Spence: Ja, lacht ihr nur, das ist zufällig ' n echtes Sammlerstück und hat mich schlappe 70 Dollar bei Ebay gekostet.

Doug: Du hast dafür 70 Mäuse bezahlt?

Spence: Dazu gehören noch 6 Outfits.

Doug: Das ist doch völlig verrückt, Mann. Das einzige Spielzeug, für das ich Geld raustun würde, wäre Mentalo. Wißt ihr noch, Mentalo?

Spence: Das war doch der Kopf mit dem Turban drauf, der die Zukunft voraussah. Er sagte: „Meine Grabesquellen haben mir Folgendes mitgeteilt: Mach weiter!“

Doug: Ja, genau das ist es! Oh man, ich hab dieses Spielzeug geliebt! Wißt ihr was, ich werd versuchen, so 'n Ding aufzutreiben.

Deacon: Mentalo, das war doch ' n Spielzeug für Weicheier, Mann.

Doug: Weicheier? Sag, bist du auf Droge?

Deacon: Das war nichts weiter als 'ne Wahrsagekugel für Blöde.

Doug: 'Ne Wahrsagekugel? [tut so, als würde er eine Kugel schütteln] „Versuchen Sie's später nochmal.“

SCHNITT: In der Kellerwohnung. Arthur sitzt an seinem Tisch und wickelt ein Packet Eßstäbchen ein. Holly kommt die Treppe herunter.

Holly: Arthur? Fertig für unseren Spaziergang?

Arthur: Ich packe nur noch das Geschenk hier ein, dann bin ich soweit.

Holly: Eßstäbchen? Für wen sind die denn?

Arthur: Sehen Sie doch mal auf die Initialen.

Holly: [sieht sich ein Stäbchen an] C. H.

Arthur: Für Carrie Heffernan.

Holly: Wow, Sie haben sie gravieren lassen?

Arthur: Nein, der Besitzer der Curry-Hütte hat sie gravieren lassen. Zwei Essen die Woche, ein Mantel mit weiten Ärmeln und voilá: hier kommt der Weihnachtsmann!

Holly: Und das ist alles, was Sie Carrie schenken werden? Ein Paar Eßstäbchen?

Arthur: Ein Paar Eßstäbchen? Ich schenke ihr ein ganzes Bündel davon. [zeigt Holly ein Bündel] Dann kann sie Reis essen, bis sie 100 ist.

Holly: Arthur, sind Sie sicher, daß das Geschenk gut genug für sie ist?

Arthur: Glauben Sie mir, das reicht völlig. Sie wird mir wahrscheinlich wieder so 'ne Alte-Männer-Mütze schenken. Ich weiß nicht, wieviel von denen ich noch „aus Versehen“ im Bus vergessen kann.

Holly: Glauben Sie mir, Arthur, es wäre dieses Jahr besser, wenn Sie ihr etwas Netteres schenken würden.

Arthur: Wieso? Wissen Sie etwa, was sie mir schenkt?

Holly: Ich? Nein, woher sollte ich das denn wissen? So'n Quatsch!

Arthur: Raus damit, oder ich erzähl’, daß Sie mich schlagen.

Holly: Das wär’ aber gelogen.

Arthur: Mein Wort gegen Ihres, und ich kann mich ziemlich gut selbst verstümmeln, ich bin wie 'ne reife Banane.

Holly: Na schön, gut, gut. Sie schenkt Ihnen eine Kreuzfahrt auf die Bermudas.

Arthur: Eine Kreuzfahrt auf die Bermudas? Was für ein unglaublich großzügiges Geschenk. Verdammt! Jetzt muß ich ihr auch ein schönes Geschenk besorgen. Was glauben Sie, würde ihr gefallen?

Holly: Das weiß ich nicht.

Arthur: Dann müssen Sie es rausfinden.

Holly: Nein, nein, nein, das will ich nicht.

Arthur: Wenn Sie mir nicht helfen, werde ich mich selbst solange schlagen, bis ich k.o. bin!

 

Szene 2 – Dougs und Carries Haus
Abend. Doug sitzt im Arbeitszimmer vor dem Laptop. Carrie kommt herein.

Carrie: Hey. Ich hab grad mit der Frau vom Reisebüro über die Kreuzfahrt meines Vaters gesprochen und rate mal, wie sie heißt.

Doug: Keine Ahnung.

Carrie: Gertrude. Und ich sag dir, die ist jünger als wir. Ist das nicht merkwürdig?

Doug: [desinteressiert] Aha.

Carrie: Was machst du da?

Doug: Ich biete auf einen Mentalo in tadellosem Zustand, und in 30 Sekunden gehört mir das gute Stück. Oh Mist, da versucht mich jemand zu überbieten! Verschwinde, RosieFan19!

Carrie: Was soll denn das? Du bietest 180 Dollar? Hast du sie noch alle? Hör auf mit dem Blödsinn, geh sofort da raus!

Carrie will Doug vom Laptop wegschubsen, doch Doug wehrt sich. Es kommt zu einem kleinen Handgemenge.

Doug: Läßt du wohl die Finger da weg? Hör auf! [ein Piepen ist zu hören] Danke! Das war der einzige Mentalo bei Ebay.

Carrie: Douglas, du kannst doch nicht einfach 180 Dollar für so 'n Spielzeug ausgeben.

Doug: Oh ja, letzte Woche hast du zweimal soviel in einen Rentenfond eingezahlt, an den wir nicht mal rankönnen und der uns nicht mal die Zukunft vorhersagen kann.

Carrie: Hörst du wohl auf damit. Wir geben dieses Weihnachten ohnehin schon zu viel Geld aus. Allein die Kreuzfahrt meines Vaters kostet schon über 600 Dollar.

Doug: Warum schenkst du ihm überhaupt 'ne Kreuzfahrt? Schenk ihm doch wieder 'ne Alte-Männer Mütze. Die letzte hat er im Bus vergessen.

Carrie: Weil ich ihm diese Freude machen will. Wieso bist du eigentlich so scharf auf dieses Spielzeug?

Doug: Keine Ahnung, ich weiß nicht. Es erinnert mich vielleicht an eine Zeit, in der mein Leben einfacher war. Eine Zeit, in der ich mir keine Gedanken über unbezahlte Rechnungen oder die große Beförderung machen mußte.

Carrie: Doug, darüber hast du dir ja noch nie Sorgen gemacht.

Doug: Aber ich weiß, daß ich das tun sollte, und das streßt mich total, ok? Du weißt nicht, was Mentalo mir bedeutet.

RÜCKBLENDE: Doug ist wieder ein kleiner Junge. Er kommt mit einem Baseballhandschuh und einem Baseball in der Hand in sein Zimmer. Auf einer Kommode steht der Mentalo.

Janet: [aus dem Erdgeschoß] Dougie, komm runter! Dad geht mit dir zum Angeln an den Fluß!

Dougie: Ich komme! [nimmt den Mentalo] Mentalo, sag, werden wir heute Welse fangen?

Mentalo: Die spirituelle Welt sagt mir: „Ja.“

Dougie: Astrein!

ENDE DER RÜCKBLENDE

Carrie: An den Fluß?

Doug: An den Fluß.

Carrie: Aha. Und wo genau ist der Fluß? In Queens?

Doug: Ok, nun bleib mal ganz locker. Ich will damit nur eins sagen, und zwar, daß ich Mentalo geliebt hab. Und wenn meine Schwester ihn nicht zerstört hätte, als ich sie auslachte, als sie ihre Tage bekam, würde er mich noch heute glücklich machen. [geht]

 

Szene 3 – Dougs und Carries Haus
Tag. Carrie packt im Eßzimmer Geschenke ein, Holly und Arthur kommen durch die Hintertür in die Küche.

Arthur: [eindringlich] Tun Sie mir den Gefallen, Holly.

Holly: Nein, Arthur, das kann ich nicht machen. Ich bitte Sie, zwingen Sie mich nicht dazu. [Arthur schubst sie ins Eßzimmer; zu Carrie] Hey.

Carrie: Hi, Holly.

Holly: Na, spüren Sie ihn auch schon, den Weihnachts-Rap?

Carrie: Ja.

Holly: Wenn Sie die Geschenke einpacken und mich dabei verprügeln, dann wären Sie ein Weihnachts-Gangster-Rapper. [fängt an zu rappen]

Carrie: [irritiert] Entschuldigung, hab ich vergessen, Sie zu bezahlen oder so?

Holly: Nein, nein, ich bräuchte mal Ihre Hilfe. Ich muß, ich muß ein Geschenk kaufen, für meine Cousine, und es soll etwas wirklich Tolles sein. Hätten Sie vielleicht ein paar Vorschläge?

Carrie: Na ja. was mag sie denn so?

Holly: Was mögen Sie denn?

Carrie: Ich?

Holly: Ja, ich meine, Sie haben praktisch denselben Geschmack. Sie sind wie Zwillinge, die bei der Geburt getrennt worden sind, verstehen Sie? Ich meine nicht im siamesischen Sinn, sondern so, als wäre einer von Ihnen gestohlen worden.

Carrie: Haben Sie heute schon etwas Eierlikör getrunken?

Holly: Nein, ich gerate nur in Panik, weil ich diese Geschenke noch besorgen muß. Hätten Sie vielleicht irgendwelche Ideen? Sie wissen schon, etwas Nettes.

Carrie: Ok, nett. Oh, ich hab da diese schicke dunkelrote Lederjacke bei Wilson's gesehen.

Holly: Das ist doch toll, klasse. Welche Größe?

Carrie: Woher soll ich das wissen?

Holly: Na ja, welche Größe haben Sie denn? Dann nehm’ ich einfach 'ne Nummer größer. Sie hat nämlich 'n ziemlichen Bratarsch.

Carrie: Also, ich habe Größe 36.

Holly: Das ist doch perfekt. Wunderbar. Danke. [geht]

Carrie: Oh, mein Gott.

Doug: [kommt die Treppe herunter] Was ist mit deinem Gott?

Carrie: Ich hab grad rausgefunden, was Holly vorhat. Ich glaube, daß sie mir eine superteure Lederjacke zu Weihnachten schenken will.

Doug: So?

Carrie: Ich schätze sie war sehr gerührt, als ich sie zu unserer kleinen Weihnachtsfeier eingeladen habe. Verflixt aber auch. Wie sieht das denn aus, wenn sie mir 'ne Lederjacke schenkt und ich schenke ihr irgendeinen Damenrasierer?

Doug: Als wärst du ein knickriger Pfennigfuchser.

Carrie: Herrje, jetzt muß ich ihr auch irgendetwas Besonderes kaufen. Das und die Kreuzfahrt für meinen Vater. Das kann ich mir unmöglich leisten. Was soll ich denn jetzt tun?

Doug: Wenn wir doch jetzt nur einen Apparat hätten, der in die Zukunft sehen könnte. [geht]

SCHNITT: Eine Spielzeugbörse. Viele Händler haben ihre Waren aufgebaut und Kunden umlagern die Tische. Doug und Spence kommen herein und sehen sich um.

Doug: Jetzt versteh' ich, warum du diese Spielzeugbörsen so gerne magst. Du wirkst ja wie Bruce Willis unter all den Figuren.

Spence: Willst du Mentalo nun haben oder nicht?

Doug: Klar will ich ihn haben, ich hab das Gemecker von Carrie leid. Ich will mal was anderes hören als: „Iß einmal die Woche Gemüse.“

Spence: Mein Freund Kenny hat einen. Also sehen wir ihn uns mal an. [gehen zu Kenny hinüber] Hey, Kenny.

Kenny: Hey, Spabence. Ibich bibin glabeich babei dibir.

Spence: Cool.

Doug: Wieso redet der denn so?

Spence: Kenny spricht gern Ubbi-Dubbi.

Doug: Was?

Spence: Ubbi-Dubbi. Die Sprache aus der Fernsehserie „Zoom“ . Ubbi-Dubbi. Du weißt ja gar nichts.

Doug: Ja, ich bin der Loser. Danke.

Kenny: Abalsobo.

Spence: Oh, das ist mein Freund Douglas. Er sucht nach dem Mentalo.

Kenny: Oh. Ibich hababebe ihbihn verkauftebe.

Spence: Was?!

Doug: Was hat er gesagt?

Spence: Er hat ihn verkauft. Kenny, an wen hast du ihn verkauft?

Kenny: Abalsebo dibi Sabachebe

Doug: Ich will's verstehen!

Kenny: Mir hat einer dafür 'n sehr gutes Angebot gemacht.

Spence: War es Rory, dieser Mistkerl?

Kenny: Nein, es war keiner von den Stammkunden, es war 'n großer Schwarzer mit 'nem Bart. Und wißt ihr was? Er trug 'ne IPS-Mütze, genau wie die da.

Doug: Deacon?

Spence: Sekunde. Warte mal. [nimmt seine Brieftasche heraus und zeigt sie Kenny] War es der da?

Doug: Du hast 'n Bild von Deacon in deiner Brieftasche?

Spence: Keine Sorge, du bist auch drin.

Kenny: Genau das ist er. Hat ihn gerade vor einer halben Stunde gekauft. Tut mir Leid.

Doug: Er sagte, das wäre was für Weicheier. Wieso hat er ihn dann gekauft?

Spence: Vielleicht hat er ihn ja für dich gekauft.

Doug: Was?!

Spence: Zu Weihnachten.

Doug: Wir haben ausgemacht, daß wir uns nichts schenken. Du kannst Recht haben, wir haben ihn zu Weihnachten eingeladen, und vielleicht will er mir deswegen was schenken.

Spence: Da hast du's.

Doug: Deacon ist 'n verdammt guter Kumpel. Jetzt werd ich ihm auch 'n Geschenk kaufen. Und zwar eins, wo ihm die Ohren abfliegen.

Spence: Wie wär's mit einem Wonderwoman-Cocktailset?

Doug: Wie wär's, wenn du mein Bild aus deiner Brieftasche nimmst?

 

Szene 4 – Dougs und Carries Haus
Tag. Carrie sitzt im Arbeitszimmer am Schreibtisch und telefoniert.

Carrie: Hallo, Gertrude? Carrie Heffernan. Es geht um die Kreuzfahrt meines Vaters. Ich hätte eine Bitte an Sie. Es hat sich rausgestellt, daß das alles etwas zu teuer für mich ist. Hätten Sie etwas Preiswerteres? Ok, das verstehe ich, aber könnten wir den Preis dann etwas reduzieren? Ich meine... oh, na ja, ich weiß nicht, vielleicht könnte er bei der Crew schlafen oder für den Zauberer aufräumen? Entschuldigen Sie bitte, Gert. Ich bin eine sehr gute Tochter, ich kann mir das nur zurzeit nicht leisten. Ich habe nämlich noch ein paar andere Geschenkverpflichtungen und abgesehen davon sieht es nicht so aus, als würde er mir etwas so Tolles schenken.

SCHNITT: Arthur ist bei Wilsons und bezahlt eine Lederjacke.

Arthur: 198,50...60...1...2...3 hier, bitte.

Verkäufer: Oh, da wird aber dieses Jahr eine glückliche Frau ein frohes Weihnachtsfest haben.

Arthur: Halten Sie doch die Klappe.

 

Szene 4 – Deacons Wohnung
Tag. Doug steht vor Deacons Wohnung und klopft. Deacon öffnet.

Deacon: Komme!

Doug: Hey! Einen schönen Heiligen Abend, Tag.

Deacon: Das wünsche ich dir auch.

Doug: Ich liebe dich. Komm her! Komm her, Mann! [umarmt Deacon]

Deacon: Ok, Bruder, hör auf, solange es noch nicht peinlich ist.

Deacon: Und was verschafft mir die Ehre?

Doug: Oh, ich war grad in der Nähe. Ich hab 'n paar Sachen bei Allkauf besorgt. Oder wie ich es nenne: „Alle kaufen bei Allkauf, wo sie wirklich alles kaufen können.“ Die haben da wirklich alles, weißt du.

Deacon: Oh ja.

Doug: Nur mal so aus Neugier: Was findest du in dem Laden am Allerbesten?

Deacon: Tja, ich weiß nicht. Oh, die haben da den neuen Plasma-Fernseher. 125cm. Das Ding ist sowas von cool.

Doug: Plasma-Fernseher. Und was findest du da am Zweitbesten?

Deacon: Na ja, die Golfschläger aus Titanium. Oder die Jetski.

Doug: Und was findest du am Besten in der Nähe der Kasse?

Deacon: Warte 'ne Sekunde. Du hast doch nicht vor, mir etwas zu kaufen. Es war abgemacht: keine Weihnachtsgeschenke.

Doug: Klaaaaar. Ernsthaft.

Deacon: Ernsthaft. Ich hab dir nämlich nichts gekauft.

Doug: Klaaaaar.

Deacon: Was soll denn dieses dämliche „klaaaaar“?

Doug: Ich weiß, daß du mir was gekauft hast.

Deacon: Hab ich nicht.

Doug: Klaaaaar.

Deacon: Hör jetzt auf damit!

Doug: Wirklich nicht?

;;;;Deacon: Nein!

Doug: Wo ist er?

Deacon: Wo ist wer?

Doug: Der Mentalo, den du von dem Ubbi-Dubbi-Typ gekauft hast.

Deacon: Spinnst du?

Doug: Der einzige, der hier spinnt, ist der, der Lügen erzählt. [schaut in Deacons Schränke]

Deacon: Also, das ist wirklich unerhört!

Doug: Im Schlafzimmer.

Deacon: Hast du sie noch alle? Du verschwendest bloß deine Zeit!

Doug: Ach ja, wirklich? [kommt mit dem Mentalo in der Hand aus dem Schlafzimmer]

Deacon: Wo kommt der denn her?

Doug: Ich faß' es nicht, Mann!

Deacon: Na und, ich hab 'n Mentalo gekauft, was ist schon dran? Ich hab nichts Unrechtes getan.

Doug: Du weißt doch, daß ich wieder einen haben wollte.

Deacon: Nur weil du das Wort „Mentalo“ laut gesagt hast, verdienst du ihn mehr als ich?

Doug: JA!

Deacon: Dumm gelaufen, das ist meiner!

Doug: Aber du hast doch gesagt, daß wär' 'n Spielzeug für Weicheier?

Deacon: Das hab’ ich gesagt, weil ich eifersüchtig war. Ich wollte einen Mentalo haben, seit ich 12 Jahre alt war.

RÜCKBLENDE: Deacon ist wieder ein kleiner Junge und schaut sich im Schaufenster eines Geschäfts den Mentalo an. Er zählt sein Geld, als sich die Tür des Ladens öffnet und eine ältere Frau mit einem Jungen herauskommt. Der Junge hat einen Mentalo im Arm.

Deacon: Verdammt.

Omi: Magst du dein neues Spielzeug, Winthrop?

Winthrop: Ich glaube, es ist ganz in Ordnung, Omi.

Omi: Nur in Ordnung?

Winthrop: Ich möchte viel lieber 'n Pony haben.

Omi: Oh, ganz wie du möchtest, Schatz. Anderson, zu den Ställen, bitte.

Winthrop: Sei recht herzlich bedankt, Omi. [steigt ins Auto und wirft den Mentalo aus dem Fenster; als das Auto anfährt überrollt es den Mentalo]

Deacon: Oh, verdammt!

ENDE DER RÜCKBLENDE.

Doug: „Sei recht herzlich bedankt, Omi?“

Deacon: Okay, ich hab’s 'n bißchen ausgeschmückt, aber die Sache ist die: Mentalo konnten sich nur Kinder von reichen Eltern kaufen. Ein Junge von der Straße konnte sich sowas nicht leisten.

Doug: Von der Straße? Dein Vater war Zahnarzt!

Deacon: Ja, aber er hat mir nie einen Mentalo gekauft. Er glaubte, daß sie nicht kindgerecht waren. Ich wollte immer dieses Spielzeug haben, und jetzt habe ich es endlich geschafft. Und als mein bester Freund, solltest du verstehen, wie wichtig das für mich ist. Weißt du was, Doug? Wenn dir dieses Spielzeug wichtiger ist als unsere Freundschaft, dann bitte schön. Los doch, nimm ihn dir. [stellt den Mentalo auf den Tisch]

SCHNITT: Dougs und Carries Schlafzimmer. Doug liegt auf dem Bett, den Mentalo vor sich.

Doug: Mentalo, sag, soll ich mehr Sport treiben?

Mentalo: Die Stimmen aus der Tiefe des Grabes sagen: „Nein.“

Doug: Ich danke dir vielmals, mein arabischer Freund. [Carrie kommt herein] Oh, guck mal da, Mentalo. Das ist die gemeine Frau, die nicht will, daß wir zusammen sind.

Carrie: Was? Du hast dir einen Mentalo gekauft?

Doug: Ganz recht und ich behalte ihn. Also, geh weg.

Carrie: Seh’ ich das richtig, obwohl ich dir verboten hab, einen zu kaufen, hast du es trotzdem getan?

Doug: Nein, ich hab’ Deacon seinen weggenommen.

Carrie: Aber... du mußt ihn zurückgeben.

Doug: Wird’ ich nicht.

Carrie: Doug, vertrau’ mir. Du wirst ihn Deacon zurückgeben wollen.

Doug: Ich vertraue dir nicht. Und ich werde ihn Deacon nicht zurückgeben.

Carrie: Und ich sage dir: Gib ihn zurück!

Doug: Und ich sage dir: Nein!

Carrie: Gib ihn zurück!

Doug: Nein!

Carrie: Doug!

Doug: Was liegt dir daran?

Carrie: Weil ich dir einen gekauft habe, du Idiot!

Doug: Echt?

Carrie: Ja! Ja, zu Weihnachten. Deine Flußgeschichte hat mich tatsächlich gerührt. Also bin ich ganz hoch gefahren nach Nyack und hab’ einen gekauft. Das und die Ohrringe für Holly haben mich ein Vermögen gekostet. Und deswegen mußte ich auch die Kreuzfahrt für meinen Vater canceln.

Doug: Warum hast du mir nicht gesagt, daß du mir ein Mentalo gekauft hast?

Carrie: Weil es ein Weihnachtsgeschenk ist.

Doug: Ich fühl mich furchtbar. Ich hab dir nur 'n Simpsons-Kalender gekauft.

Carrie: Das ist völlig in Ordnung, weil ich nämlich 'ne schicke Lederjacke von Holly bekomme. Gibst du ihn Deacon wieder zurück?

Doug: Klar wird’ ich ihn zurückgeben. Gleich morgen, wenn er zu unserer Weihnachtsfeier kommt. So, als wär' ich der Klügere, der nachgibt. Und dann tu ich ganz überrascht, wenn ich meinen Mentalo bekomme. Das ist doch 'ne gute Idee, oder?

Carrie: Hm.

Doug: Ich hab nicht dich gefragt.

Mentalo: Meine Grabesquellen haben mir mitgeteilt: „Mach weiter!“

Doug: Aha.

 

Szene 5 – Dougs und Carries Haus
Tag. Die Gäste sind da. Arthur sitzt mit Deacons Kindern am Eßtisch und spielt, Deacon und Holly sitzen auf dem Sofa und Carrie steht hinter dem Sofa. Doug kommt aus der Küche.

Carrie: [zu Holly] Oh, alles klar, jetzt versteh ich.

Arthur: Entferne den Musikantenknochen.

Major: Das ist der.

Arthur entfernt den falschen Knochen und bekommt einen Stromschlag, die Kinder lachen.

Doug: Okay, also vergessen wir den Feiertags-Schnickschnack, und kommen wir zu dem eigentlichen Grund, warum wir hier sind: Pakete auseinanderreißen. Deacon, das hier ist für dich, und es ist von: Douglas. Na, ist denn das zu fassen. Hier, Kumpel.

Deacon: Nein, danke.

Doug: Komm schon, meine Grabesquellen sagen mir: Es wird dir gefallen.

Deacon: Nicht dein Ernst.

Doug: Inklusive Batterien.

Deacon: Danke, Mann! [packt den Mentalo aus]

Doug: Er gehört dir und ich hab ihn dir gestohlen.

Deacon: Ach, komm her. [umarmen sich]

Carrie: Na schön Jungs, bevor die Sache hier ausartet: Holly, das ist für Sie. Frohe Weihnachten.

Holly: Carrie, aber das mußte doch nicht sein.

Carrie: Oh, ich denke schon.

Holly: Oh, mein Gott! Oh, mein Gott, goldene Ohrringe! Oh, mein Gott! Das ist das schönste Geschenk, das ich je bekommen habe!

Carrie: Ich hoffe, es gefällt Ihnen.

Holly: Herrje, jetzt ist mir mein Geschenk für Sie richtig peinlich, Carrie.

Carrie: Oh, ich bitte Sie. Ich weiß, was immer es ist, ich werde begeistert sein. [Holly gibt Carrie ein kleines Packet] Das ist es?

Holly: Ja.

Carrie: Ok. Ist es gefaltet? Eingelaufen?

Holly: Nein, gar nicht. Aufmachen.

Carrie: Ok. Ein Becher?

Holly: Ja, den hab’ ich selbst bemalt. Der ist für Ihre heiße Schokolade, sehen Sie? „Frohe Swiss-Miss.“ Sie wissen schon.

Carrie: Vielen Dank, der Becher gefällt mir sehr gut.

Arthur: Alles klar, Schätzchen. Jetzt sind wir beide dran. Los geht's. [gibt Carrie ein großes Packet]

Carrie: Danke. Und hier, für dich.

Arthur: Oh, was für eine hübsche Schachtel. Ich hab’ das Gefühl, daß mein Schiff gerade im Hafen angekommen ist.

Carrie: Was ist denn das? Du hast mir die Lederjacke gekauft?

Arthur: Noch 'ne Alte-Männer-Mütze? Wo ist meine Kreuzfahrt?

Carrie: Woher wußtest du von der Kreuzfahrt?

Arthur: [sieht Holly an] Sie hat's mir erzählt.

Holly: Er hat gedroht, sich selber zu verprügeln.

Arthur: Nicht zu fassen! Ich bekomme so 'ne blöde Mütze, und diese Fremde da bekommt ein Paar wunderschöne goldene Ohrringe.

Holly: Hey!

Carrie: Ich mußte ihr die goldenen Ohrringe kaufen, weil ich dachte, sie würde mir die Lederjacke schenken! Plus mußte ich Doug seinen blöden Mentalo kaufen!

Doug: Hey! [packt sein Geschenk aus] Das ist Mentalman!

Carrie: Das ist doch dasselbe.

Doug: Mentalman ist die billige Imitation.

Carrie: Und wo ist der Unterschied?

Doug: [hält beide Figuren nebeneinander] Fes, Turban! Hast du was mit den Augen, Frau?

Arthur: Wen kümmert schon dieser blöde Mist? Ich sollte auf die Bermudas fahren. Ich hab’ mich schon impfen lassen.

Doug: Halt dich da gefälligst raus, Arthur!

Carrie: Doug, laß ihn in Ruhe!

Deacon: Jetzt beruhig' dich.

Doug: Ach was, du hast gut reden. Du hast ja Mentalo!

Deacon: Ja, aber Mentalman ist doch auch ganz gut.

Doug: Schön, dann tausch mit mir.

Deacon: Ich will keine Imitation.

Doug: Deine Eltern haben dich so wenig geliebt, daß sie dir keinen von beiden gekauft haben.

Deacon: Halt die Klappe, Mann! [entreißt Doug den Mentalo]

Doug: Gib mir meinen Mentalo!

Deacon: Vergiß es! Niemals! [läuft vor Doug weg in die Küche, Doug folgt ihm]

Carrie: Hört auf damit!

Arthur: Und was machen wir jetzt bitteschön mit meinem Problem?

Carrie: Dad, ich kann's mir zurzeit nicht leisten dich auf eine Kreuzfahrt zu schicken. Ich schenk sie dir zu deinem Geburtstag.

Arthur: Gut. Den kriegst du wieder, wenn ich in See steche! [nimmt die Lederjacke und geht]

Carrie: Komm schon, sei doch nicht lächerlich. Die Mütze, die ich dir geschenkt habe, ist toll!

Arthur: Ich kann diese Mützen auf den Tod nicht ausstehen!

Holly geht zur Eingangstür hinaus. Vor der Tür öffnet sie die Schachtel mit den Ohrringen und freut sich. Aus dem Haus sind immer noch die Stimmen der Streitenden zu hören.

SCHNITT: August 1974. Das Weiße Haus wird eingeblendet. Der folgende Dialog zwischen Präsident Nixon und Mentalo ist zu hören.

Nixon: Nun, das ist jetzt die Frage aller Fragen: Soll ich es tun? Soll ich mir eine bedingungslose Begnadigung sichern und vom Amt des Präsidenten der Vereinigten Staaten zurücktreten?

Mentalo: Meine Grabesquellen haben mir mitgeteilt: „Mach weiter.“

Nixon: Rose Mary, gib mir Ron Ziegler, ich muß eine Pressekonferenz einberufen.

---=== ENDE ===---