King of Queens: Transkript der Folge "Revierkämpfe" [#1.03]

Transkript der Folge "Revierkämpfe" [#1.03]

Deutsches Transkript erstellt von MG

Bei diesem Skript handelt es sich nicht um ein Originaldrehbuch, sondern um die Mitschrift der TV-Version dieser Folge!
 

Originaltitel: Cello, Goodbye
Ausstrahlung: 05.10.1998
Deutscher Titel: Revierkämpfe
Ausstrahlung: 28.03.2001
Buch: Michael J. Weithorn, David Litt
Regie: Gail Mancuso

Darsteller

Kevin James [Doug Heffernan]
Leah Remini [Carrie Heffernan]
Jerry Stiller [Arthur Spooner]
Victor Williams [Deacon Palmer]
Lisa Rieffel [Sara Spooner]

 

Gastdarsteller

 

 

Albie Selynich (Evan)

 

 

Inhaltsangabe
Carrie hat einen neuen Job in einer Anwaltskanzlei in Manhattan ergattert. Gleich an ihrem ersten Tag wird sie von ihrem neuen Chef Evan in dessen Jaguar nach Hause gefahren. Als Doug das sieht, peitscht ihn - sehr zum Amüsement seiner Freunde - die Eifersucht. Bald darauf bekommt Carrie von Evan auch noch Karten für ein Cellokonzert geschenkt. Das bringt das Fass zum Überlaufen. Schließlich gelingt es Carrie jedoch ihrem gepeinigten Gatten die Minderwertigkeitskomplexe zu nehmen. [Text: RTL II]

 


Szene 1 – Dougs und Carries Haus
Tag. Arthur steht im Morgenmantel in der Küche, hält zwei Toastscheiben in der Hand und nickt anerkennend. Carrie kommt aus dem Wohnzimmer herein.

Carrie: Morgen Dad.

 

Arthur: Morgen. Schau mal her, wie in alten Zeiten hm?! Ein, mein, dein Toast.

Carrie: Ja, wir waren das Toastpaar. [küsst Arthur]

Arthur: Also Kleines, es dauert nur ein' Augenblick, ich schmier' dir schnell ordentlich Butter drauf... Nur 15 Minuten, ja!?

Carrie: Tut mir Leid Dad, ich darf nicht zu spät zur Arbeit kommen. Vergiss nicht, ich bin neu da.

Arthur: Oh, das Fräulein Anwaltsgehilfin arbeitet jetzt in Manhattan. Weißt du, was da heut zu Tage 'n Toast kostet? 10 Dollar! Und gibst du kein Tip, spucken sie drauf.

Carrie: Ich geb immer Tip, ich will nur ne Tasse Kaffee. [geht zur Kaffeemaschine]

Doug kommt aus dem Wohnzimmer herein. In der Hand hat er einen Footballhandschuh.

Doug: Carrie schau dir das an.

Carrie: Was denn?

Doug: Dein Handschuh, ich hab ihn weich geknetet, für's Softballspiel heute Abend. Ehrlich gesagt, war's 'n
Unfall. Ich bin drauf eingeschlafen.

Carrie: Schatz, ich schaff das heut Abend nicht, mein Boss führt gerade 'n riesen Prozess und da komm' ich nicht rechtzeitig los.

Doug: Aber wie soll das gehen? Wir brauchen dich. Keiner der Jungs flucht so gut wie du Schatz.

Carrie: Ich, ich weiß, aber ich versprech' dir, ich komm nächste Woche mit so verletzenden und schweinischen Sprüchen zum Spiel, dass den Jungs hören und sehn' vergehn wird. Okay?!

Doug: Okay.

Carrie: Also gut, bis später. Bis später Daddy... Dad?

Arthur: Oh, entschuldige, ich dachte nur gerade an das kleine Mädchen mit den Zöpfen und der Zahnspange, das zu mir sagte:

Arthur: [mit Kinderstimme, lispelnd] „Du machst den besten Toast auf der Welt“.

Carrie: Na schön, gib mir deinen dämlichen Toast. Danke! [nimmt den Toast und lässt ihn in ihre Tasche fallen]

 

VORSPANN

 

Szene 2 – Dougs und Carries Haus
Abend. Der Garten. Doug, Deacon, Richie und Spence kommen vom Softballspiel zurück.

Doug: Vergesst es, das ist gelaufen.

Deacon: Ich war sicher, dass wenn wir 'ne Mannschaft schlagen, dann sind's die „Wilden Eier“ oder „Evelyn“.

Alle gehen in die Garage.

Richie: [zeigt auf Spence] Unser Weichei hat voll versagt.

SCHNITT: In der Garage

Spence: Du bist gemein, ich kann doch nicht's dafür, echt jetzt. Ich bin allergisch gegen Dreck, Gras, Holz und Lederfett. Ihr solltet euch freuen, dass ich noch lebe Jungs.

Doug: Ach was, wir haben heute Abend, einfach alle Scheiße gebaut.

Spence: Ja, sogar ich.

Richie: Ja, nächste Woche kriegen die dann eins auf'n Latz. Gegen wen spielen wir eigentlich?

Doug schaut auf den Plan, der an der Kühlschranktür hängt.

Doug: Ähhh. Oh, Citytac.

Richie: Wer ist das?

Doug: Weibliche Sicherheitskräfte!

Richie: Ohhh.

Deacon: Ohhh.

Spence: Oh, Scheiße!

Die Freunde lassen sich aufs Sofa fallen. Deacon wirft noch einen Blick zum Garagentor hinaus.

Deacon: Hey, Doug, da kommt 'n echt geiler Schlitten deine Auffahrt hoch.

Doug: Aha. Der wendet sicher nur.

Deacon: Glaub ich nicht, deine Frau steigt aus.

Alle außer Doug sind jetzt zum Tor gelaufen und sehen hinaus.

Richie: Wow.

Doug: Wirklich? [jetzt geht auch Doug zum Tor]

Richie: Oh ja, das ist ein Jaguar aus dem sie gerade aussteigt mein Freund. XJ8, oberste Spitzenklasse.

Spence: So'n Teil hab ich mal Probegefahren.

Richie: Und daraufhin hast du dich für die Reisschüssel Baujahr '82 entschieden.

Deacon: Ich find's großzügig, dass du Carrie erlaubst mit anderen Typen auszugehen.

Doug: Jaja. Sehr witzig, sehr witzig. Los Jungs, zurück auf eure nummerierten Plätze.

Carrie kommt zur Tür herein.

Carrie: Ende der Männerwirtschaft. Wart ihr auch brav Jungs?

Alle: Ja.

Carrie: Wie war euer Spiel?

Spence: Alle haben Scheiße gebaut, bloß ich nicht.

Carrie: Dein Glück Spence.

Doug: Hattest du 'n schönen Tag?

Carrie: Schatz, einen grandiosen Tag!

Doug: Ah ja, hat dich vielleicht jemand nach Hause gefahren, oder so was?

Carrie: Ja, Evan mein Chef. In 'nem Jaguar. Douglas, so einen solltest du mir schenken.

Carrie: Wir sehen uns oben. Ciao Jungs. [geht]

Richie: Bis dann.

Deacon: Ja, wir sehen uns.

Nachdem Carrie die Tür hinter sich geschlossen hat sehen die anderen Doug erwartungsvoll an.

Doug: Ähh, tja klingt als hätte sie'n netten Chef, oder? Das ist 'n großes Glück, weil viele Chefs sind nicht so sehr nett, wisst ihr, die sind gerade zu unnett, also wenn man die Wahl hat zwischen unnett und nett, dann ist es besser...starrt mich nicht so an!

 

Szene 3 – Dougs und Carries Haus
Abend. Im Schlafzimmer. Carrie sucht sich die Kleidungsstücke für den nächsten Tag heraus. Doug kommt herein.

Doug: Hallo.

Carrie: Hallo, hilf mir mal. [hält zwei Pullover hoch] Ich muss morgen mit Evan vor Gericht, welcher ist besser, der oder der?

Doug: Tja, beide.

Carrie: Ach, die sind beide schrecklich. Die Frauen in Manhattan sind so schick angezogen, dagegen seh’ ich wie 'n Landei aus. Oh Doug, weißt du was, dieser berühmte Cellospieler aus China, Feng Shui oder so was, ist ja egal. Jedenfalls gibt er nächste Woche ein Konzert und die Firma hat ganz viele Karten gekriegt. Und wem schenk Evan seine? Natürlich meiner einer! Also benimm dich und sei brav, dann nehm ich dich mit, sozusagen als mein Cello. [lacht]

Doug: Du nennst ihn Evan?

Carrie: Hä?

Doug: Dein Chef, du nennst ihn einfach Evan?

Carrie: Er heißt nun mal nicht Jack.

Doug: Jaja, ist ganz klar, nur… nur bei meinen Chef, ich bin da schon seit Jahren, aber ich sage immer noch Supervisor O'Boyle.

Carrie: Aha.

Doug: Und ihr, ihr lauft einfach so durch die Gegend und nennt euch Evan.

Carrie: Nein, er nennt mich nicht Evan, das gäbe nur Verwirrungen.

Doug: Jaja, ich weiß, ich bin nur... Das ist sicher 'n toller Kerl und immerhin Partner einer großen Anwalzkanzlei. Schenkt seiner Sekretärin Konzertkarten, fährt sie im dicken Jaguar nach Hause, immerhin bis nach Queens. Das ist äußerst nett.

Carrie: Wenn er mich nicht gefahren hätte, wie hätte er mich dann im Auto vögeln können, hä?

Doug: Ist nicht witzig.

Carrie: Ach komm schon, du bist vielleicht blöd, dass ist echt ein netter Kerl.

Doug: Ah verstehe, einfach nur nett. Fährt er die Putzfrau etwa auch nach Hause?

Carrie: Nein.

Doug: Nein, also ist er nett oder nicht, das verwirrt mich etwas.

Carrie: Er wohnt auf Long Island, da fährt er hier vorbei. Vertraust du mir etwa nicht?

Doug: Natürlich vertrau ich dir, nur... woher willst du wissen was dieser Evan im Schilde führt? [in gekünsteltem Tonfall] Ach Miss Heffernan, können sie heute Abend etwas länger bleiben? Sie wissen ja, der wichtige Fall. Ups, jetzt hab ich ihre schöne Bluse mit Tipp-Ex vollgespritzt, wenn Sie sie ganz schnell ausziehen, dann... wasch' ich sie.

Carrie: Du hast so eine lahme Fantasie, du solltest öfter Pornos gucken.

Doug: Du hast mich verstanden.

Carrie: Ach komm schon, er ist einfach ein netter Kerl. Doug hör zu, ich hab 'n richtig guten Job, warum kannst du dich nicht mit mir einfach nur darüber freuen?

Doug: Okay Carrie, tut mir Leid, tut mir Leid.

Carrie: Schon gut, in Ordnung. Ich wasch noch ab, wir sehen uns gleich im Bett Evan, ups!

 

Szene 4 – Die Anwaltskanzlei
Tag. Doug steigt mit einer Tüte in der Hand aus dem Fahrstuhl. Einige Angestellte hasten eilig an ihm vorbei, so dass er sie nicht ansprechen kann.

Doug: Entsch... kö... Hallo! Hi wo finde ich wohl Carrie Heffernan?

Kollegin: Oh, sie ist gerade in Mister Lassars Büro.

Doug: Sagen sie ruhig Evan.

Die Kollegin geht weg und Doug kann durch eine Glasscheibe in ein Büro sehen. Dort steht Carrie und redet mit Evan. Die Tür öffnet sich, Evan kommt heraus und geht an Doug vorbei. Doug sieht ihm hinterher. Carrie kommt aus dem Büro und erblickt Doug.

Carrie: Doug! Was tust du denn hier Schatz?

Doug: Naja, ich hab mich gestern Abend doch wie ein Idiot aufgeführt und da dacht' ich, ich schau mal vorbei und lad dich zum Lunch ein.

Carrie: Oh Schatz, dass find ich ja süß von dir. Oh hast du schon gesehen, dass ist mein Schreibtisch, der ist doch super cool, hä?!

Doug: Ja, allerdings. Ich hab ihm sogar was mitgebracht. [nimmt eine Tasse aus der Tüte und gibt sie Carrie]

Carrie: [liest die Aufschrift] Oh, dem weltbesten Golfer.

Doug: Was anderes hatten die da unten im Geschenkeshop nicht.

Carrie: Aber das ist doch gut, jetzt hab ich endlich eins hier. Du bist so süß, ich mach nur noch ne Kopie, dann können wir gehen. Okay?

Doug: Gut, ich hol schon mal den Lift.

Carrie: Fein.

Doug: Okay.

Carrie geht, Doug wartet auf den Aufzug. Evan stellt sich neben Doug. Doug guckt verlegen zur Seite, spricht Evan dann aber doch an.

Doug: Hey!

Evan: Hallo!

Doug: Ich äh... zufällig fiel mir die Frau in Ihrem Büro auf, ist das ihre Assistentin?

Evan: Äh ja, jaja.

Doug: Steiler Zahn.

Evan: Kann sein, ja.

Doug: Mhm. Verheiratet?

Evan: Äh ja, dass ist sie.

Doug: [leise zu sich selbst] Dacht ich's doch. Scheiße. Aber Sie kratzt das sicher nicht, ob eine verheiratet ist oder nicht, hm?

Evan: Vorauf wollen Sie heraus?

Doug: Also wenn man mit so 'ner heißen Frau so eng zusammen arbeitet, wie Sie es tun, wird sich schon was regen unterm Mäntelchen. Haa.

Evan: Also, also jetzt reicht's!

Doug: Na kommen Sie, sagen Sie's! Sind Sie scharf auf sie, wollen Sie sie flach legen, Mann? Los!

Doug hebt die Hand um Evan „give me five“ zu geben, doch Evan reagiert gereizt.

Evan: Hören Sie, es reicht jetzt, diese Frau ist eine sehr fähige und integere Mitarbeiterin. Sie hat es nicht verdient, von Ihren widerlichen lüsternen Blicken belästigt zu werden. [betritt den Aufzug] Ihr Mann sollte Ihnen eins in die Fresse geben.

Doug sieht Evan verwundert an, die Aufzugtüren schließen sich.

 

Szene 5 – Dougs und Carries Haus
Abend. Die Garage. Doug spielt mit dem Kicker, Richie, Spence und Deacon sitzen auf dem Sofa vor dem Fernseher.

Richie: Hey... Doug!

Doug: Hmm?

Richie: Ich hab Hunger!

Doug: Bin ich deine Mutter? Geh rein und mach dir 'n Sandwich.

Richie: Zu weit. Wenn doch nur der Fernseher aus Käse wär’.

Spence: Das wär’ technisch sogar machbar.

Richie: Ach quatsch garnicht...

Spence: Ehrlich, ich mein das geht natürlich nicht mit Brie, aber ein härterer Käse, Stilton oder alter Gouda ist kein Problem.

Richie: Kriegst du auch ’nen Videorekorder aus Crackern hin?

Spence: Ach hör auf, darum geht's gar nicht. Wenn du dir die Mühe machst, 'nen Fernseher aus Käse herzustellen, darfst du ihn selbstverständlich nicht aufessen.

Richie: Ne Käseglotze, die nicht essbar ist, so 'n Blödsinn.

Spence: Ich will nicht mit dir reden.

Richie: Was sagst du dazu Deac?

Deacon: Ich sag nur, warum bin ich hier und nicht bei meiner Frau zu Hause.

Von draußen ist das Geräusch eines Autos zu hören. Alle bis auf Doug stürzen zum Garagentor.

Richie: Und hier kommt der Jaguar, Fahrplanmäßig... Oh! Evan hat ihr wohl viel zu erzählen.

Doug: Los, geht da weg Jungs.

Spence: Hallo, hat er die Haare kürzer? Sieht gut aus!

Richie: Ich hab das Gefühl, dass er sich nur was reingeschmiert hat. Vielleicht sogar so 'n Gel oder 'n Schaumfestiger.

Doug: Ist ja gut! Er fährt 'n schicken Wagen und die Frisur ist auch sehr schick. Okay? Jetzt geht da weg verdammt.

Spence: Endlich passiert hier mal was und dann verdirbst du's uns.

Deacon: Den ganzen Abend hast du schlechte Laune, wenn du dir Sorgen wegen Carrie und ihrem Boss machst, dann rede doch mit ihr.

Doug: Ich mach mir ja keine Sorgen. Ich hab ihn kennengelernt, er ist völlig okay.

Richie: Woher weißt du das?

Doug: Ich weiß es. Ich hab ihn angefleht mit ihr zu schlafen und nichts.

Deacon: Warum regst du dich dann bitte so auf?

Doug: Ach wenn ich das wüsste, ich weiß es nur nicht.

Carrie kommt herein.

Carrie: Hallo Jungs.

Doug: Hey!

Doug: Hi!

Deacon: Hi.

Carrie: Doug, nicht vergessen: das Cellokonzert morgen. Bist du aufgeregt?

Doug: Dass ist ja...zazaohuhu.

Carrie: Gut, wir sehen uns oben.

Doug: Ich liebe dich.

Carrie: Bye. [geht]

Doug: Okay bis gleich.

Doug: Was ist nur los mit mir? Ich müsste glücklich sein oder?! Carrie hat 'n ganz tollen Job, ihr Chef baggert sie nicht an. Nur irgendetwas stört mich und ich weiß nicht was es ist.

Spence: Ich denke, es ist folgendes. Dir wär's am Liebsten, wenn sich dein ursprünglicher Verdacht bestätigen würde. Wenn dieser Evan irgendein Idiot wäre, der deine Frau nur anbaggert, hättest du etwas dagegen tun können, aber nun siehst du dich mit ein viel komplexeren Problem konfrontiert. Dir wird klar, dass Carrie nun plötzlich von einer verführerischen Welt, voll von dynamischen, intelligenten Leuten aufgesogen wird, eine Welt, in der du nichts zu tun hast. Und das macht dir natürlich Angst.

Doug: [genervt] Ja, das ist's.

 

Szene 6 – Dougs und Carries Haus
Abend. Im Schlafzimmer. Carrie sitzt auf dem Bett und versucht chinesisch zu sprechen. Doug kommt herein.

Carrie: Lee Wong, axeiua wa. Du Schatz! Wie spricht man x,e,i,u,a aus?

Doug: Was machst du da?

Carrie: Ich versuche herauszufinden, wie man den Namen ausspricht, damit ich auf dem Konzert nicht wie Kelly Bundy dasteh'. [äfft Kelly Bundy nach] Hey, der Kerl am Cello sieht ja ganz schön geil aus.

Doug: Bevor du dich da blamierst, ähh, wollte ich sowieso noch mit dir reden. Was ich fragen wollte, ist... müssen wir denn in dieses bescheuerte Konzert gehen?

Carrie: Was? Wie kommst du denn darauf?

Doug: Schatz, wir verpassen dadurch das Softballspiel.

Carrie: Aber doch nur ein Spiel, Doug.

Doug: Plus dem, was du schon verpasst hast. Die Leute vom Team fangen schon an zu murren. Da laufen haufenweise schlimme Intrigen, ich wollt's dir eigentlich garnicht sagen.

Carrie: Okay Schatz, wo liegt das Problem? Ist es immer noch wegen Evan, ja?

Doug: Nein, das hat nichts mit Evan zu tun. Ich mach mir wegen dir Gedanken. Ich hab das Gefühl, das dir der neue Job etwas zu Kopf gestiegen ist.

Carrie: [entrüstet] Was? Du spinnst!

Doug: Es sieht aber ganz so aus. Erst verschmähst du den Toast von deinem Vater... Ja, dann sind deine Kleider nicht gut genug und jetzt der Wahn mit dem Cello. Demnächst kaufst du dir gehäkeltes Toilettenpapier. Gurkentee.

Carrie: Okay. Weißt du was Schatz, du verbringst zu viel Zeit in der Garage. Diese Dämpfe und der Einfluss deiner Freunde zerstören deine Gehirnzellen.

Doug: Ach komm, wir wissen beide was los ist. Du willst die Schicki Mickis auf der Arbeit beeindrucken. Oh! Ich war heute Abend im Cellokonzert, akzeptiert mich als eine von euch.

Carrie: Aber Schatz, vielleicht höre ich ja auch gerne Cellomusik, hast du darüber auch schon mal nachgedacht?

Doug: Okay! Welches ist dein Lieblings-Cellolied?

Carrie: Ähm ja Moment! Leck mich am Arsch!

Doug: Das ist niemals ein Cellolied.

Carrie: Du bist ein Volltrottel!

Doug: Das kann schon sein, aber zumindest erfülle ich Volltrottel meine Pflicht gegenüber dem Queens Country Softball-Club, Gruppe L. Und wir spielen morgen Softball, klar?

Carrie: Nein, du wirst morgen Abend Softball spielen. Ich werde das tun, worauf ich Lust habe und das ist ins Konzert zu gehen, zum größten Cellisten der Welt. Lee Fong Xeiyangto... Scheiß egal! [stürmt wütend hinaus]

Doug: Ich versteh's weder wenn du's sagst, noch wenn du's spuckst.

 

Szene 7 – Dougs und Carries Haus
Abend. Doug, im Softballdress, und Arthur sitzen in der Küche und essen.

Doug: Wie geht's?

Arthur: Was hast du denn an?

Doug: Hm?! Oh, mein Softballtrikot.

Arthur: Hmm, weil's noch bequemer ist.

Doug: Ich spiele Softball.

Arthur: Ah, dann ist's ja gut. Wo ist Carrie?

Doug: Sie ist in ’nem Cellokonzert.

Arthur: Oh, wie schick!

Doug: Du Arthur, kann ich dich was fragen?

Arthur: Klar.

Doug: Sei mal ehrlich, als ich Carrie damals geheiratet hab, hattest du da vielleicht das Gefühl, ich sei möglicherweise… naja, nicht gut genug für sie?

Arthur: Hey! Das war 'ne Hochzeit, da hatte ich schön was getrunken und ich hatte keine Ahnung, dass ich ausgerechnet mit deiner Mutter rede.

Doug: Ja ich weiß, nur...

Arthur: [steigert sich hinein und wird immer lauter] Sie hat genickt. Wir waren uns völlig einig, versteht du? Das konnte ich doch nicht ahnen.

Doug: Arthur, aber aber aber...ich ich, wa be... Wirklich, meine Mutter?

Arthur: Ja, ich bin sicher, so 'ne Vollbusige war das.

SCHNITT: Im Konzert
Carrie sitzt auf ihrem Platz, Doug kommt herein, sieht Carrie und quetscht sich an den anderen Zuschauern vorbei zu dem freien Platz neben ihr durch.

Doug: Entschuldigung, ich muss mal da 'rüber. Hallo wie geht's. Hallo.

Carrie: Was machst du denn hier?

Doug: Ach Carrie, ich hab lange nachgedacht und weißt du was, wenn du's hier ausprobieren willst, ich bin dabei.

Carrie: Wirklich? Meinst du das auch ernst?

Doug: Ja, wenn's uns gefällt, dann gefällt's uns und wenn nicht, dann nicht. Aber ich wette es gefällt uns.

Carrie: Ja, okay. Danke!

Die Zuschauer applaudieren.

Doug: Ah...Oh, los geht's.

Carrie: Nicht so laut, hör auf bitte.

Das Konzert beginnt. Doug lauscht erwartungsvoll der Musik, doch nach einiger Zeit wird es ihm langweilig.

Doug: Soll ich den Wagen holen?

Carrie: Nein. Schht.

Doug: [sieht auf die Uhr] Vielleicht schaffen wir es noch zum dritten Inning, komm'.

Carrie: Doug, ich will nicht gehen. Schht.

Doug: Komm schon, das kann dir doch unmöglich gefallen.

Zuschauer: Schht.

Da sich die anderen Zuschauer bereits über die Störung beschwert haben streiten sich Doug und Carrie nun lautlos weiter. Doug äfft den Cellisten nach, was Carrie überhaupt nicht gefällt. Es kommt zu einer lautlosen Auseinandersetzung, die damit endet dass Carrie lautlos „Halt den Mund“ sagt und Doug entgegnet es täte ihm Leid. Dann hören beide wieder der Musik zu.

SCHNITT: Im Konzert
Einige Zeit später. Doug lockert seine Krawatte und versucht nicht einzuschlafen.

Überblende: Einige Zeit ist vergangen
Doug benutzt das zusammengerollte Programmheft als Fernrohr und späht damit auf die Bühne. Dann guckt er an die Decke und schließlich seinem Nachbarn ins Ohr.

Überblende: Einige Zeit später
Doug stoppt die Zeit wie lange er die Luft anhalten kann.

Doug: [atmet aus] Puuuuh. [holt tief Luft]

Überblende: Einige Zeit später
Doug äfft seinen Nachbarn nach, indem er sich mit zwei Fingern gegen die Schläfe klopft.

Überblende: Noch später
Doug steckt sich eine Packung mit Schokolade quer in den Mund, legt den Kopf in den Nacken und lässt die Schokolade in seinen Mund fallen. Er kaut, die Packung fällt herunter. Schließlich streckt er Carrie die Zunge entgegen. Carrie lässt sich von Dougs Spielereien aber nicht beeindrucken.

Überblende: Das Ende des Konzerts
Die Cellisten beenden ihr Konzert alle Zuschauer klatschen, Doug atmet erleichtert auf.

Zuschauer: Zugabe, Zugabe!

Doug guckt sich entsetzt um, wer das gerufen haben könnte.

SCHNITT: Im Konzertsaal
Der Konzertsaal liegt verlassen da, einzig Doug sitzt noch auf seinem Platz. Carrie kommt herein.

Carrie: Doug, kommst du jetzt oder was?

Doug: Ich will nicht kommen. Ich will hier bleiben und darüber nachdenken was für ein Idiot ich war.

Carrie: Ja, dafür bräuchtest du schon ’n paar Stunden, aber das Parkhaus schließt jetzt gleich. Was war heute Abend mit dir los Doug? Warum, warum hast du dich so aufgeführt? [setzt sich zu ihm]

Doug: Du bist so mit deinem Job beschäftigt, dem tollen Boss und den tollen Menschen und diesem Kulturgejaule. Und da hab ich mich gefragt, warum du überhaupt noch nach Hause kommst? Weißt du?

Carrie: Hmm.

Doug: Was?

Carrie: Naja, es ist so, du hast völlig Recht.

Doug: Reizend!

Carrie: Ich versteh nicht, wo dein Problem liegt. Glaubst du, nur weil ich 'n Job auf der anderen Flussseite habe und zu 'nem doofen Cellokonzert gehe, will ich nicht mehr mit dir verheiratet sein?

Doug: Nein, da steckt mehr dahinter als das. Auf unserer Hochzeit, als der Priester dich gefragt hat, ob du mich als Ehemann willst und du ja gesagt hast… da dachte ich, du könntest was Besseres kriegen.

Carrie: Ach, Doug, das ist doch lächerlich.

Doug: Das ist nicht lächerlich. Für den Fall, dass es dir entgangen sein sollte: es gibt da gewisse Unterschiede. Du, schlau und sexy, ich nicht so schlau, nicht so sexy.

Carrie: Wenn du so wenig begehrenswert bist, warum muss ich dann mitten in 'ner geschäftlichen Besprechung an dich denken? Und warum muss ich immer noch lachen, wenn du mir denselben doofen Witz zu dritten Mal erzählst? Und warum kann ich nicht einschlafen, wenn du nicht neben mir liegst?

Doug: Kannst du echt nicht?

Carrie: Nein

Doug: Und wieso schreist du, wenn ich dich anfasse?

Carrie: Ja, weil ich gerade schlafe, dann krieg ich 'n Schreck. Ich liebe dich.

Doug: Ich liebe dich auch. Wie fandest du das Konzert?

Carrie: Ich fand's gut.

Doug: Ach Quatsch, jetzt sag's ehrlich.

Carrie: Ich fand's gut... es war lang, aber gut. Es war lang... Gott war das lang!

 

Szene 8 – Beim Softball
Doug, Carrie, Spence, Deacon und Richie sitzen auf der Ersatzbank. Carrie ist aufgestanden und ruft den Spielern auf dem Feld etwas zu.

Carrie: Hey Birdsteen, deine Mutter ist ne * und sie * jeden Kerl für 2 Dollar. Du bist so ein dämlicher *, geh nach Hause!

Als Carrie sich wieder gesetzt hat umarmt Doug sie.

Doug: Ich liebe dich!

 

---=== ENDE ===---