Transkript der Folge „Schizophren?“ [#1.06] aus der Serie „Dr. House”

 

Transkript der Folge „Schizophren?“ [#1.06] aus der Serie „Dr. House”

 

Letzte Änderung: Montag, 5. Januar 2015

Bei diesem Skript handelt es sich nicht um ein Originaldrehbuch, sondern um die Mitschrift der TV-Version dieser Folge!
 

Originaltitel: The Socratic Method
Ausstrahlung: 21.12.2004
Deutscher Titel: Schizophren?

Ausstrahlung: 13.06.2006

Buch: John Mankiewicz
Regie: Peter Medak

 

Darsteller
Hugh Laurie (Dr. Gregory House)

Lisa Edelstein (Dr. Lisa Cuddy)
Omar Epps (Dr. Eric Foreman)
Robert Sean Leonard (Dr. James Wilson)
Jesse Spencer (Dr. Robert Chase)
Jennifer Morrison (Dr. Allison Cameron)

 

 

 

Gastdarsteller
Stacy Edwards (Lucy Palmeiro)
Aaron Himelstein (Luke Palmeiro)
John Prosky (Dr. Bergin)
Sonya Eddy (Sally)
Pat Musick (Trina Wyatt) 
Lilas Lane (Terri)
Veronica Leigh (Wendy)

 

Inhaltsangabe
Der 15-jährige Luke Palmiero kümmert sich rührend um seine an Schizophrenie erkrankte Mutter Lucy und versucht alles, um ihr den Alltag einigermaßen lebenswert zu gestalten. Doch plötzlich bricht Lucy zusammen und wird ins Krankenhaus eingeliefert. Der Notarzt stellt eine Venenthrombose fest - ein Befund, den Dr. House bei der Übernahme des Falles nicht teilen will. House hat einige Mühe Luke davon zu überzeugen, dass er etwas von seinem Beruf versteht, denn der Junge führt genau Buch über den Krankheitsverlauf seiner Mutter. Doktor House und sein Team vermuten zunächst, dass Lucy Alkoholikerin ist - ein Verdacht, der sich nicht erhärten lässt. Nach umfangreichen Untersuchungen wird schließlich ein dramatischer Vitamin-K-Mangel festgestellt, sowie ein riesiger Lebertumor. Der lebensbedrohliche Tumor kann operiert werden, nachdem House gegen den Widerstand der Klinikleitung eine wenig bekannte Methode zur kurzfristigen Schrumpfung des Tumorgewebes angewandt hat. Doch wider Erwarten sind Lucys Symptome damit noch immer nicht beseitigt. Erst die schwierige Diagnose der Wilson-Erkrankung, einer Kupfer-Stoffwechselstörung, macht es den Ärzten schließlich möglich, Lucy zu heilen.  [Text RTL]


Bei einer Behörde.

Lucy Palmeiro und ihr Sohn Luke sitzen vor dem Schreibtisch einer Sachbearbeiterin. Lucys Kopf ist eingeblendet, sie hat strähnige Haare und Ringe unter den Augen. Sie hört eine Stimme in ihrem Kopf und schaukelt unruhig hin und her.

 

 

Stimme in Lucys Kopf:           Hat eine Katze deine Zunge verschluckt? Nein, du hast sie getötet. Hast ihr den Kopf abgehackt.

 

Sachbearbeiterin: Ich muss das zuerst prüfen.

 

Luke:   Mom? Mom. Mom, es ist alles in Ordnung.

 

Sachbearbeiterin: Ich habe nur noch ’n paar Fragen, bevor ich die Fortzahlung Ihrer  Invalidenrente genehmigen kann.

 

Lucy:   Ich mag sie nicht. Sie ist fett!

 

Sachbearbeiterin: Weniger Gewicht wär’ nicht schlecht für mich.

 

Lucy greift sich plötzlich an ihren rechten Unterschenkel. Eine Computeranimation zeigt, dass etwas eine Ader verstopft hat.

 

Luke:   Was ist denn los, Mom?

 

Sachbearbeiterin: Also, bevor sie unterschreibt... 

 

Lucy:   Ich hab' die Katze getötet. Schrecklich viel Blut.

 

Luke:   [zur Sachbearbeiterin] Ist schon gut.

 

Sachbearbeiterin: Ich habe ein paar Fragen in Zusammenhang mit einigen Konsultationen. Die erste Diagnose... 

 

Luke:   Schizophrenie. Dr. Walters, 11. Mai letztes Jahr. Die Unterlagen sind in der Akte.

 

Sachbearbeiterin:   Und am 6. April, da hat sie zum letzten Mal gearbeitet? Aber sie hat für diese Woche Arbeitslosengeld erhalten.

 

Luke:      Haben wir geklärt. Ich weiß es genau. Wir haben das Geld zurückgegeben. [beginnt in seinen Unterlagen zu kramen]

 

Computeranimation von Lucys verstopfter Ader. Der Pfropfen löst sich und fließt in der Blutbahn davon.

 

Luke:   Hier ist der stornierte Scheck. Nicht das Original, es ist eine Kopie.

 

Sachbearbeiterin: Und Sie sind unterhaltsberechtigt?

 

Luke:   Nein. Das ist mein kleiner Bruder. Ich bin 18. Ich helfe nur aus.

 

Lucy beginnt mit dem Kopf zu zucken.

 

Sachbearbeiterin: Dann ist alles klar. Ich hätt' nur noch gern 'ne Unterschrift.

 

Lucy starrt einen kleinen Frosch aus Glas an, der scheinbar zu ihr zu sprechen scheint.

 

Stimme in Lucys Kopf: Hey, ich spreche mit dir. Erst war's die Katze, jetzt bist du dran, Lucy.

 

Lucy:   Halt die Klappe! Halt die Klappe! Ruhe!

 

Luke:   Schon gut. Sie braucht nur etwas Wasser, das ist alles.

 

Sachbearbeiterin: Ich werd' es holen. [geht]

 

Luke:      [zu Lucy] Halte durch, okay? [gibt ihr einen Flachmann, Lucy trinkt] Wenn sie zurückkommt, unterschreib einfach und wir können gehen. Wir brauchen das Geld. Gut. [nimmt ihr die Flasche wieder weg]

 

Lucy:   Die Stimmen!

 

Luke:   Die Stimmen existieren nicht.

 

Lucy fasst sich an die Brust und ringt nach Atem.

Computeranimation der Ader, der gelöste Pfropfen bewegt sich weiter in der Blutbahn voran.

 

Luke:   Was? Was ist? [Lucy fällt bewusstlos vom Stuhl] Mom? Mom! Mom!

 

 

VORSPANN

 

 

 

Im Krankenhaus.

Man hört die Stimme eines Arztes, während das Gebäude eingeblendet wird. In der nächsten Szene ist Luke zu sehen, der auf dem Gang unruhig hin und her schlendert. Dr. House sitzt in einem Sessel und versteckt sich hinter einer Tageszeitung.

 

Arzt:    38-jährige Frau, Weiße mit Atemstillstand, intubiert, unzureichende Sauerstoffversorgung.

 

Durchsage:  Dr. Gregory House, bitte Dr. Cuddy auf 3731 anrufen.

 

House lässt kurz die Zeitung sinken, reagiert aber nicht auf die Durchsage. Luke geht auf ihn zu.

 

Luke:   Ist das 'n gutes Krankenhaus, was denken Sie?

 

House:             Kommt drauf an, was man für gut hält. Ich mag die Stühle.

 

Ein Arzt kommt vorbei. Luke geht auf ihn zu, House liest weiter in seiner Zeitung.

 

Luke:   Wie geht es ihr? 

 

Arzt:       Stabil. Ihre Mom hat eine kleine Lungenembolie. Ein Blutgerinnsel war in der Lunge und blockierte die Sauerstoffzufuhr.

 

Luke:   Aber der Schmerz war zuerst im Bein. 

 

Arzt:    Ein Gerinnsel hatte sich in ihrer Wade gebildet. Eine tiefe Venenthrombose. Etwas größer als ein Gerinnsel.

 

Luke:   Da hatte sie bislang noch nie Schmerzen. Das hätte ich bemerkt.

 

Arzt:       Ein Stück hat sich abgelöst, ging die Vene hoch zum Herzen und blockierte den Blutzufluss in die Lungen. Ohne Blutfluss kein Sauerstoff. 

 

Luke:   Okay.

 

Arzt:    Ist Ihr Vater hier? Ich müsste einiges mit ihm besprechen.

 

Luke:   Mein Dad verspätet sich ein wenig… Er ist tot. Sagen Sie's mir. Ich kümmere mich um sie.

 

Arzt:    Na schön. Ihr Blutalkoholspiegel lag bei 0,12. 10 Uhr 30 Uhr morgens.

 

Luke:      Ich hab' es ihr was gegeben. Zwei cl Wodka. Das entspannt sie. Aber das war der erste seit Montag. Das war vor drei Tagen. Ich hab' genau aufgepasst. Sie hört Stimmen. 

 

Arzt:       Sie ist schizophren. Das erklärt den Befund. Der Alkohol macht sie bewusstlos und für längere Zeit unbeweglich.

 

Luke:   Nein, das stimmt nicht. Sie ist keine Alkoholikerin. 

 

Arzt:       Sie trinkt nur, was Sie von Ihnen kriegt? Wir geben ihr Blutverdünner. Sie kann wahrscheinlich morgen nach Hause.

 

Luke:   Es ist nicht der Alkohol. Es muss irgendwas anderes sein.

 

House:    Aber natürlich ist es der Alkohol! Hallo! [steht auf und geht zu dem Arzt und Luke] Der Kerl hier ist ein professioneller Arzt. Er spielt Golf oder was weiß ich. Er sagt dir nicht, deine Mom sei Alkoholikerin, ohne Beweise zu haben. Er hat sicher alles Mögliche untersucht und diverse Bluttests angeordnet. Ärzte wie er stellen doch keine Vermutungen an. Sie machen ihre Arbeit.

 

Arzt:    Ich überlasse Ihnen den Fall sehr gerne, Dr. House. Sie wirken so interessiert.

 

House:             Welchen Fall? Alles geklärt, sie darf nach Hause. Wie alt ist sie? 

 

Luke:   Sie sind Arzt?

 

House:             Hab’ ein eigenes Stethoskop. Habe ich dich gefragt, wie alt sie ist oder habe ich es vergessen.

 

SCHNITT: Im Büro von House

House steht an der Tafel und erklärt seinen Ärzten den Fall

 

House:    Eine 38-jährige Frau ohne frühere Symptome oder Krankengeschichte präsentiert sich mit tiefer Venenthrombose. Wo hat sie die her?

 

Foreman: Orale Verhütungsmittel, Rauchen, Diabetes, Fettleibigkeit. Worauf wollen Sie hinaus? Eine TVT ist eine TVT. Verordnen Sie IV Heparin zur Verhütung weiterer Gerinnsel. Wo liegt das Geheimnis? 

 

House:    Schön. Sie schlafen alle noch? Hier ein Tipp. Sie ist 38 Jahre alt. Sie ist 20 Jahre zu jung für eine tiefe Venenthrombose.

 

Foreman: Ich hab' mal 'ne 12jährige behandelt, eine Fußballspielerin.  Ihr wurde ans Bein getreten.

 

House:             Es gab keine Verletzungen und keinerlei Risikofaktoren. 

 

Cameron: Sie kennen die Hintergründe?

 

House:    Ich hab' 'n paar Notizen. Zwar nicht von mir, aber verlässlich denke ich, für den Zweck dieser Erörterung. Was die Unbeweglichkeit angeht: Nun ja, sie ist sehr aktiv. Klar, Paranoia macht beweglich.

 

Foreman: Paranoia? 

 

House:    Oh ja. Sie ist schizophren. Notiert hat das alles ihr Sohn. [hält das Notizbuch von Luke hoch] Er mag voreingenommen sein. Na ja, da er sich um seine irre Mutter kümmern muss und so. Sehen Sie da einen Zusammenhang? Erwägen wir auch Schizophrenie bei der Differentialdiagnose für TVT? 

 

Foreman: Na ja.

 

House:    Die Antwort ist „Nein“. Abnorme dopaminare Bahnen im Gehirn verursachen keine Blutgerinnsel. Schizophrenie ist nicht die Ursache einer TVT. Leider wissen wir nicht viel über Schizophrenie, also gibt es vielleicht doch 'n Zusammenhang.

 

SCHNITT: House und Dr. Wilson gehen im Krankenhaus einen Gang entlang.

 

Wilson:   Schizophrenie erklärt immerhin wieso dich eine Frau mit einem Klumpen im Bein so fasziniert, als würde Picasso einen Zaun weiß streichen wollen.

 

House:             Danke, aber ich stehe auf andere Maler. Und es geht nur um die TVT. Sie ist 38 Jahre alt und sollte...

 

Wilson:            Schön. Klär es auf und schon fährst du nach Stockholm[1].

 

House:             Die Behandlung ist noch ein Fragezeichen. Komm, wie wär's mit ausräuchern der Vagina?

 

Wilson:            Oh, lauter bitte, damit es auch alle hören.

 

House:             So hat damals Galenus vor 2000 Jahren Schizophrenie behandelt, der Marcus Welby[2] der Alten Griechen.

 

Wilson:            Oh...Du bist nicht interessiert, ich hör's-

 

House:    Doch, bin ich! und zwar daran, wie Stimmen im Kopf durch eine Fehlstellung des  Uterus verursacht werden können.

 

Wilson:            Gibt's 'nen besseren Ort dafür?

 

House:             Und was machen wir heute? Lobotomien[3], Gummizellen, Elektroschocks. Mann, war Galenus primitiv. 

 

Wilson:            Wo willst du hin?

 

House:             Mir die Patientin ansehen. Der wichtigste ist menschlicher Kontakt. Also versuch' ich's.

 

Wilson:            Du weigerst dich mit Patienten zu reden, weil sie lügen, aber einer Patientin ohne Sinn für Realität...

 

House:    Wenn Sokrates nicht gewesen wäre, der irre, unbehandelte Schizophrene, gäbe es keine sokratische Methode, die Lehre für alles, bis auf das Jonglieren mit Kettensägen. Und ohne Isaac Newton würden wir noch unter der Decke schweben. 

 

Wilson:            Als letzte Rettung vor Kettensägen.

 

House:    Und dieser Gitarrist von dieser englischen Band[4] war auch toll. Du glaubst, mich interessiert nur die Schizophrenie?

 

Wilson:            Da bin ich ziemlich sicher.

 

House:    Galenus war sich bei der Ausräucherung auch ziemlich sicher. [geht, dreht sich dann nochmal um] Pink Floyd.

 

SCHNITT: Lucys Zimmer.

Lucy liegt im Bett und starrt an die Decke, Luke steht neben ihrem Bett.  House kommt herein.

 

Luke:   Das ist Doktor... 

 

House:             …Gregory House. Freut mich sehr. Ist es okay, wenn wir kurz alleine miteinander reden?

 

Luke:   Nun, Sie werden mich brauchen.

 

House:    Ich habe ja Ihre Notizen, Herr Doktor. [hält Lukes Notizbuch hoch; nimmt einen Geldschein aus der Tasche] Unten ist eine Cafeteria, hol dir da was du willst solange noch was übrig bleibt für ein Reuben-Sandwich, ohne Sauce, Pommes und Zwiebeln. Sollte etwa 5,80 kosten, inklusive Steuern. Ich werd' dich dann anpiepsen. [gibt Luke seinen Pieper; Luke geht]

 

Lucy:   Ohne... Zwie…beln?

 

House:             Netter Junge. Wie viel trinken Sie tatsächlich?

 

SCHNITT: Dr. Chase und Dr. Foreman stehen zusammen und sehen zu Lucys Zimmer herüber.

 

Foreman: Er redet wirklich mit einer Patientin?

 

Chase:             Ich kann es selbst kaum fassen.

 

Foreman: Ein Blutgerinnsel. Was ist daran so faszinierend?

 

Chase:             Er steht auf Verwirrte. Er mag ihre Art zu denken.

 

Foreman: Sie denken abwegig. Das ist die Definition von „verrückt“. Was mag er daran... 

 

Chase:             Sie sind nicht langweilig. Das mag er.

 

SCHNITT: Wieder in Lucys Zimmer.

 

House:             Und die Meds?[5]

 

Lucy:   Baseball. Ich mag Baseball.

 

House:             Wie schön. 

 

Lucy:   Wie traurig. Mein Junge und ich waren bei einem Spiel.

 

House:             Nicht „Mets“. Meds! Medikamente. Sie schlucken das, was Ihr Sohn Ihnen gibt.

 

Lucy:   Niemand glaubt mir.

 

House:             Ich schon.

 

SCHNITT: Auf dem Gang vor Lucys Zimmer.

Foreman beobachtet immer noch House. Dr. Wilson kommt vorbei.

 

Foreman: Ich dachte, er mag die Vernunft.

 

Wilson:            Er mag Puzzles.

 

Foreman: Patienten sind Puzzles? 

 

Wilson:            Sehen Sie das anders?

 

Foreman: Uhm, ich sehe sie als Menschen. 

 

Wilson:   Ach, ja? Gut. Er hasst sie, aber gleichzeitig ist er fasziniert von ihnen. Sagen Sie mir nicht, Sie können das nicht nachvollziehen.

 

SCHNITT: Wieder in Lucys Zimmer.

 

House:             Sie haben Luke gesagt, es hätte noch nie wehgetan. 

 

Lucy:   Nur ein Ziehen. Hat nicht wehgetan.

 

House:             Nein?

 

Lucy:      Lüg ihn bloß nicht an, Hinkebein. Die lustige Lucy erzählt Luke nie Lügen. Sie sehen doch, was ich ihm antue.

 

SCHNITT: Auf dem Gang.

Dr. Wilson, Dr. Foreman, Dr. Chase und Dr. Cameron sitzen zusammen und warten auf House, der gerade vorbeikommt.

 

Durchsage: Ein Strahlentherapeut in die Onkologie. Ein Strahlentherapeut bitte in die Onkologie.

 

Wilson:            Na, neue Erkenntnisse nach dem „menschlichen Kontakt“?

 

House:    Ja. Die Mets sind scheiße. Außerdem hat sie sich zwei Monate lang nicht die Beine rasiert, weil sie sich wegen dem Muskelzittern schneidet.

 

Chase:             Aber das Zittern ist nicht neu. Sie muss sich oft geschnitten haben. 

 

House:    Exakt. Irgendwas hat sich in den letzten zwei Monaten verändert. Ich vermute die Menge Blut nach den Schnitten. Also fangen wir mit einem Blutprofil an. Die Proben ins Labor zur Gerinnungsanalyse: PT, PTT, Faktor 5, Protein C und S. Die komplette Arie. 

 

Wilson:            Viel Glück. [geht]

 

Luke:   [kommt mit einem Sandwich in der Hand dazu] Ohne Zwiebeln. Und jetzt ist es kalt.

 

Cameron: Wenn es ein Reuben ist, mag er es so. 

 

House:             Darf ich vorstellen, das ist Luke.

 

Cameron: Allison Cameron. Nett, dich endlich kennen zu lernen. 

 

House:    Ja, ja. Schon gut. Wir haben noch viel zu tun. Luke, gib uns noch 'ne halbe Stunde, damit wir deine Mom untersuchen können. [Luke geht] Netter Junge. Setzen Sie die Psychomittel ab. Dann sehen wir, was auf der psychischen Ebene passiert und kriegen vielleicht mehr raus. [Foreman und Chase gehen; Cameron sieht ihn an, als er gerade in das Sandwich beißt] Keine Sorge. Ohne Zwiebeln.

 

Cameron: Happy Birthday.

 

House:             Schön. Wessen?

 

Cameron: Ich habe Ihre Post durchgesehen und es stand auf einem Formular. Happy Birthday.

 

House:             Oh. Tja...

 

Cameron geht und lässt einen verblüfften House zurück.

 

SCHNITT: Lucys Zimmer.

Dr. Foreman will Lucy Blut abnehmen, doch die wehrt sich mit Händen und Füßen.

 

Lucy:   Nein, kein Blut! Nichts meins!

 

Foreman: Für den Test. Dr. House hat's angeordnet...

 

Lucy:   [spuckt Forman an] Sie wollen es stehlen! Es verkaufen! Nein, kein Blut! Nein, kein Blut! Nein, kein Blut!

 

Einige Krankenschwestern kommen herein und halten Lucy fest.

 

Foreman: Haldol, fünf Milliliter, sofort.

 

Sie geben der sich immer noch wehrenden Lucy eine Spritze.

 

Lucy:   Nein! Nein! Nein! Nein! Oh nein! Nein! Nein. [beruhigt sich wieder]

 

SCHNITT: In der ambulanten Klinik.

House kommt in einen Behandlungsraum hinein, wo bereits eine Mutter mit ihrer kleinen Tochter auf ihn warten.

 

House:             Ich hab' gute Nachrichten: Das Labor sagt: Keine Streptokokken. Also sind wir durch.

 

Frau:   Augenblick. 

 

House:    Nein, wirklich keine Streps. Die Jungs im Labor sind zwar harte Trinker, aber sie sind Profis, und sie hat auch keine Symptome für Streps. Ich dachte, es geht schneller den Test anzuordnen als mit Ihnen zu streiten. Also: Raus hier!

 

Frau:      Ich wollte nur Ihre Meinung einholen, Doktor. Nächste Woche ist eine Geburtstagsparty. Und sie ist sauer, weil  ich eine zuckerlose Torte kaufe.

 

Kind:   Die älteren Kids hassen das. 

 

House:             Deswegen sind Sie hier?

 

Frau:   Zucker ist die Hauptursache für Fettsucht in Amerika.

 

House:             Sie wollen einen Arzt, der ihr vor den Gefahren von Zucker Angst einjagt.

 

Frau:   Sie muss ihr Gewicht unter Kontrolle halten.

 

House:    Na ja, weißt du, sie tun mir echt leid, die anderen Kids, Wendy. Die nicht so 'ne Mom haben, wie du eine, die weiß, dass Zucker Herzkrankheiten auslöst, Blinddarmentzündung und Fußpilz.

 

Frau:   Das finde ich nicht fair, Sie -

 

House:    Doch, das ist es. Nein, nein, ich verstehe schon. Sie wollen, dass sie abnimmt, damit sie schicke Kleider tragen kann wie Sie. Tolle Armreifen. Hey, oder farblich passende Outfits? Sie könnten Zwillinge sein. Ohh, das soll ihre Tochter sein, das ist unmöglich. Sie sehen viel zu jung aus. Happy Birthday. Kaufen Sie ihr 'ne blöde Eiscremetorte. [geht]

 

SCHNITT: Auf dem Gang.

Luke sitzt auf einem Stuhl und hat den Kopf in die Hände gestützt. Dr. House kommt vorbei.

 

Durchsage: Dr. Wyland in die Geburtshilfe. Dr. Wyland, Geburtshilfe.

 

Luke:   Sie hat Drogen gekriegt. 

 

House:             Im Gegenteil. Ich habe alle Medikamente abgesetzt. 

 

Luke:   Aber ihr Dr. Foreman gab ihr Haldol.

 

House:             Wir benötigen Blut für die Tests. Ich vermute, das war die einzige Möglichkeit.

 

Luke:   Er hat sie ruhiggestellt! 

 

House:             Hör zu. Ich hab' 'nen Stock und ich kann damit umgehen.

 

Luke:   Ich hab' Sie engagiert. Sie arbeiten für mich.

 

House:             In Ordnung. Kann ich jetzt gehen, Boss?

 

Luke:   Das Haldol verändert sie. Sie sagt, es stumpft ihre Seele ab. Geben Sie's ihr nicht.

 

SCHNITT: In Lucys Zimmer.

Luke sitzt auf dem Bett seiner Mutter und liest ihr das Gedicht „Her Praise“ von William Butler Yeats vor.

 

Luke:      Und hat er Lumpen genug, fällt auch ihr Name ein ihm wieder. Und er entsinnt sich ihrer gern... [Lucy hustet] Alles okay?

 

Lucy:   Eine Zeit…

 

Luke:      Es gab eine Zeit, da sangen die jungen Männer ihr Lob, die Alten ihre schmähliche Lieder. Die Armen aber, ob jung, ob alt, waren stets – [Lucy hustet plötzlich Blut auf das Buch und erbricht dann Blut] Mom! Hilfe! Ich brauch hier Hilfe!

 

SCHNITT: Im Büro von Dr. House.

House sitzt am Schreibtisch, Dr. Foreman steht vor ihm.

 

House:    Also, als ich gesagt hab: Keine Psychomittel... Ich frag' nur aus Neugier, welches Wort hatten Sie nicht verstanden?

 

Foreman: Das Haldol hatte rein gar nichts mit der Blutung zu tun. Und das wissen Sie. Ich hab' es nur als chemischen Ruhigsteller eingesetzt.

 

House:    Oh toll! Echt schön zu hören. Damit sie keine lästigen Nebenwirkungen erlebt, die auftreten, wenn die Motive nicht ganz sauber sind.

 

Foreman: Nebenwirkungen sind so gut wie ausgeschlossen.

 

House:    Was? Ohnmacht? Erhöhte Verwirrung? Depressionen? Wird nicht vorkommen und uns die Diagnose versauen, weil Sie es ja nur als Ruhigsteller eingesetzt haben. Da bin ich sehr erleichtert.

 

Foreman: Sie hatte mir ins Gesicht gespuckt.

 

House:             Das muss Sie furchtbar erschreckt haben.

 

Foreman: Was hätte ich denn machen sollen? Sie festbinden? 

 

House:             Ja. Alles, außer ihr Drogen zu geben.

 

Foreman: Das ist im Prinzip mein Standpunkt.

 

Chase geht draußen am Büro vorbei und sieht, wie sich House und Foreman streiten. Er geht in den Nachbarraum zu Dr. Cameron. Die Stimmen von House und Foreman sind auch hier zu hören.

 

Chase:             Die Generalanalyse. Ziemlich flott. Hast du allen im Labor Dates versprochen?

 

Cameron: Nein, das ist etwas für Notfälle. Ich sagte, wenn sie noch mal zwei Einheiten abblutet, ist sie tot.

 

Chase:             Gestorben wäre sie, wenn es bei ihr zu Hause passiert wäre. Der Notarzt wollte sie nach Hause schicken.

 

Chase und Cameron sehen zu House hinüber.

 

Foreman: Ich habe nach bestem Ermessen gehandelt. 

 

House:             Anscheinend reicht Ihr bestes Ermessen nicht aus. Ich schlage vor, Sie handeln das nächste Mal nach meinem. 

 

Cameron: Die diskutieren sicher über 'n Film.

 

House:             [kommt zu Chase und Cameron herein] Wieso ist die Patientin ausgeblutet?

 

Cameron: Die Gerinnungsanalyse ist soweit normal.

 

House:    Ach, wirklich? Halten Sie sich die Ohren zu, wenn Sie das Ende nicht hören wollen. Alles war normal. Bis auf eine verlängerte Potrombinzeit. Und das bedeutet was?

 

Foreman: In der Regel, dass das Blut nicht ordnungsgemäß abgenommen wurde.

 

House:    Oh ja, völlig richtig, Sie haben's abgenommen. Aber sehr gewissenhaft, da Sie wussten, dass das Röhrchen für die PT-Analyse bestimmt war.

 

Foreman: Das stimmt.

 

House:    Ich stimme Ihnen zu. Und ich vertraue dem Resultat. Aus zwei Gründen: A) Weil Sie wirklich ein guter Arzt sind. Und B) Weil fünf Milligramm von IV Haldol einen Patienten sensationell kooperativ machen. Die verlängerte PT-Zeit lässt mich auf einen Vitamin K Mangel schließen.

 

Cameron: Das würde die Blutung erklären, aber nicht das Gerinnsel.

 

House:    Kein Vitamin K heißt kein Protein C. Und kein Protein C heißt Gerinnsel. Gerinnung und Verdünnung, alles zur gleichen Zeit.

 

Cameron: Was wäre, wenn was anderes mit dem Heparin interagiert?  Ein Antiobiotikum wie Ampicillin? –

 

House:             Clever, aber sie kriegt gar kein Ampicillin.

 

Cameron: Vor zwei Monaten hatte sie Halsschmerzen, und Luke besorgte ihr Ampicillin.

 

House:             Was sie nicht geschluckt hat.

 

Cameron: Laut Aussage von Luke, was bedeutet, das alle lügen, nur Schizophrene und deren Kinder nicht?

 

Chase:             Ist logischer als Mangelernährung. Wieso nicht Skorbut oder die Pest?

 

House:             Toll, ich wünschte, meine Idee wäre so cool und hipp wie Ihre. Haben Sie überhaupt eine und wie lautet sie?

 

Chase:     Alkohol. Ganz simpel. Er verursacht Unbeweglichkeit, was die TVT erklärt, und eine Zirrhose, was die Blutung und die verlängerte PT-Zeit erklärt. Machen wir doch 'n Ultraschall von der Leber. 

 

House:    Drei Theorien. Durchsuchen Sie die Wohnung nach Ampicillin und Diätkost. Dann machen wir 'n Ultraschall von der Leber. Finden wir raus, wer recht hat, bevor sie verblutet.

             

SCHNITT: Chase und Foreman gehen in Lucys Wohnung.

 

Chase:             Hier ist es. 101.

 

Chase holt eine Kreditkarte heraus und will in die Wohnung einbrechen.

 

Foreman: House sagt, der Junge ist einfühlsam und er kümmert sich gut um sie. Wenn wir nichts finden, wieso sollen wir ihm dann das hier beichten? Was bringt das? Öffnen wir die Tür doch mit dem Schlüssel aus dem Rucksack des Jungen, den Foreman geklaut hat.

 

Foreman schließt auf und die beiden Ärzte betreten die Wohnung.

 

Chase:             Anscheinend schläft Luke im Wohnzimmer.

 

Foreman: Da drin war nichts. Er legt ihr die Kleider raus?

 

Chase:     Gut organisiert. Für jeden Tag 'ne Schublade.  Er versucht das Unkontrollierbare zu kontrollieren. Check die Medikamente und die Kleider, dann kontrollierst du vielleicht auch sie.

 

Foreman: Hast du das aus dem Pyschopraktikum? [öffnet die Medikamentenschachtel] Trifluoperazin, Thorazin, Clozaril. Die haben echt alles probiert. Das Ampicillin. Nie benutzt. Ist nichts mit Camerons Theorie. 

 

Chase:     Oh Gott, hoffentlich hat sie keinen Vitamin K Mangel. [sie öffnen das Gefrierfach und finden mehrere Pakete mit TK-Burgern] Ah, so 'n Mist.

 

Foreman: Frühstück, Mittag und Abendessen. House hatte recht.

 

SCHNITT: Im Krankenhauslabor.

House nimmt einen Burger aus der Mikrowelle, Luke steht neben ihm.

 

Luke:   Das ist das einzige, was sie isst. 

 

House:             Ja. Das Problem ist nur, von so etwas kann man nicht leben.

 

Luke:      Ich hab' die Angaben auf den Verpackungen kontrolliert. Alle Nährwerte sind in Ordnung. Jede Menge Proteine und Kalorien.

 

House:             Ja, Vitamin A und C, aber kein K. Deswegen ist deine Mom krank geworden.

 

Luke:   Und was passiert jetzt? 

 

House:             Wir tanken sie voll mit Vitamin K.

 

Luke:   Das ist alles? 

 

House:    Wenn alles gut geht, kann sie in ein paar Tagen wieder nach Hause. Dich bedrückt doch irgendwas. Und jetzt wirst du auspacken, richtig? 

 

Luke:   Das ist alles meine Schuld.

 

House:    Also gut. Und ich werde das nur einmal sagen: Du hast dich wirklich ganz hervorragend um deine Mutter gekümmert. Du konntest sie ja nicht zwingen, was anderes zu essen. Gott, Kind zu sein ist 'n  Fulltimejob.

 

Luke:      Halten Sie die Klappe. Ich bin 18 und sollte mich um meine Mutter kümmern können. Ich hätt' sie fast umgebracht. 

 

House:    Gutes Beispiel. Allein schon die Zeit, die draufgeht für das Formulieren dieser  lächerlichen, egozentrischen Teenagergedanken! Da beneide ich dich nicht. [beißt in den Burger] Ohne Zwiebeln.

 

Luke:   Meine Mom mag sie auch nicht.

 

House:             Clevere Frau.

 

Luke:      Bevor sie krank wurde, konnte ich ihre kommandierende Art nicht leiden. Dauernd hat sie mir gesagt, was ich tun und lassen sollte. Hm, und jetzt vermisse ich es.

 

Luke hebt seinen Rucksack hoch und fasst sich dabei an sein Handgelenk.

 

House:             Ich würde das untersuchen lassen.

 

SCHNITT: Chase und Foreman gehen einen Gang entlang und unterhalten sich über den Fall.

 

Chase:             Ich glaub' immer noch nicht an einen Vitamin K Mangel. 

 

Foreman: House hatte aber recht. Sonst freut dich das doch immer. Erspart uns Arbeit.

 

Chase:             Der Junge hält sie aber konsequent auf Schnapsdiät, und das Problem sind zu viele Burger?

 

Foreman: Der Kleine hat es wirklich nicht leicht. Man macht, was man muss, um zu überleben.

 

Chase:             Eine Alkoholikerin mit Alkohol zuzuschütten, ist keine Überlebenstechnik.

 

Foreman: Da, wo ich herkomme: Wenn's funktioniert... 

 

Chase:     Ja, klar. Ich aus reichem Haus kann natürlich nicht verstehen, was der Junge durchmacht. Teuren Stoff zu trinken heißt nicht, dass man keine Probleme hat.

 

Foreman: Kennst du jemand, auf den das zutrifft?

 

Chase:             Das Vitamin K ist auf jeden Fall nicht die ganze Geschichte.

 

SCHNITT: Das Büro von Dr. House.

House sieht sich einige Röntgenbilder von Lukes Unterarm an, Luke steht neben ihm.

 

House:             Nicht gebrochen. Siehst du das hier? Das ist die Epiphysenfuge. Auch bekannt als Wachstumszone. 

 

Luke:   Was ist damit?

 

House:    Unglaubliches Teil, dieser Knochen. Wenn man richtig darin liest sagt er einem, wie alt jemand ist. Das genaue Alter. 

 

Luke:   Toll.

 

House:             Nicht mal 15. Aber beinahe. Zwei Wochen jünger. Vielleicht einen Monat.

 

Luke:   Letzte Woche. Ich wurde letzte Woche 15.

 

House:    Happy Birthday für uns beide. Aber wenn du lügen willst, dann richtig. Sag 21. Dann brauchst du deine irre Mom nicht zum Wodka kaufen.

 

Luke:      Ja. Toll. Danke für den Tipp. Also, wenn ich sie nach Hause bringe, muss ich da irgendwas beachten, was ihre Versorgung angeht?

 

House:    Ich vermute, dein größtes Problem ist der Schnaps. Du bist 15, praktisch mutterlos. Wenn die Jugendfürsorge das gutheißen würde, bräuchte sie keine Fürsorgeheime. Und das wär' traurig für die.

 

Luke:   Und Mom käme auch in ein Heim. Mein Leben funktioniert.

 

House:    So würde ich's nicht ausdrücken. Die meisten 15-Jährigen tun das, was man von ihnen erwartet. holen sich Filzläuse, schnüffeln Klebstoff...

 

Luke:   Wenn Sie mich melden, verklage ich Sie. Das sind vertrauliche Informationen.

 

House:             Ganz ruhig. Das ist nicht dein Röntgenbild.

 

SCHNITT: Lucys Krankenzimmer

Chase, Cameron und Foreman machen eine Ultraschalluntersuchung bei Lucy.

 

Cameron: Sie ist ungewöhnlich ruhig.

 

Chase:             House gab neue Anweisungen. [gibt Cameron ein Pillendöschen]

 

Cameron: [sieht auf den Monitor] Da ist 'ne leichte Vernarbung. Nicht stark. Nicht genug, um... 

 

Chase:             Eine Zirrhose. Obwohl sie gar nicht trinkt?

 

Cameron: Gratuliere. Du hast gewonnen. Korrigiere: Keiner hat gewonnen.

 

Chase:             Ein Tumor. Zystisch?

 

Cameron: Solides Geschwulst. Krebs.

 

SCHNITT: Im Büro von Dr. House.

Dr. Wilson sieht sich Lucys Röntgenbilder an, House sitzt auf seinem Stuhl.

 

Wilson:   Das Vitamin K hat die TVT ausgelöst und die Leber angegriffen. Aber der Tumor ist der eigentliche Grund für die Blutungen. Der Tumor ist das Problem.

 

ÜBERBLENDE: Dr. Wilson überbringt Lucy die schlechte Nachricht.

 

Wilson:   Mrs. Palmero, ich bin Dr. Wilson. Tut mir Leid, aber der Ultraschall hat was ans Licht gebracht. Sie haben Krebs.

 

SCHNITT: Im Besprechungszimmer.

House und die Ärzte besprechen das weitere Vorgehen.

 

Foreman: Er ist groß. 5,8 Zentimeter.

 

Chase:             Wenn wir nichts tun, stirbt sie innerhalb von 60 Tagen an Leberversagen.

 

Cameron: Sie braucht 'n Transplantat. 

 

House:             Klar, kein Problem.

 

Cameron: Sie ist erst 38 und Mutter.

 

House:    Sie ist eine schizophrene Mutter ohne Kohle, die von der Stütze lebt und sich bei jeder Gelegenheit Wodka reinschüttet.

 

Foreman: Mickey Mantle gab seinen Namen sogar für 'ne Bar. Er bekam eins.

 

House:             Aber Lucy ist kein Baseballstar. Plan B: Operative Entfernung des Tumors.

 

Chase:             Joe Bergin setzt das Gammamesser ein.  Der Laser kauterisiert und erhält mehr von der Leber.

 

Wilson:            Der Tumor ist viel zu groß. Da würde er nie rangehen.

 

Foreman: Kein großer Risokofreund dieser Bergin. Er trinkt nicht mal  Milch am Verfallsdatum.

 

Wilson:            Er hat keine Wahl. 5,8 sind jenseits der chirurgischen Richtlinien.

 

House:             Würde er es bei 4,6 machen?

 

Cameron: Wieso sagen wir nicht gleich Null, dann brauchen wir ihn gar nicht. Tumore wachsen, sie schrumpfen  nicht.

 

House:             Dieser hier schon.

 

SCHNITT: An Lucys Bett.

Dr. Wilson und Cameron spritzen Lucy Ethanol in die Leber.

 

Wilson:   95prozentiges Ethanol. Ethanol dehydriert die Tumorzellen. Es saugt sie buchstäblich trocken. Und der Tumor schrumpft vorübergehend.

 

Cameron: Was heißt vorübergehend?

 

Wilson:            Na ja, mit etwas Glück gerade lange genug, um den Chirurgen zu verschaukeln.

 

SCHNITT: Die ambulante Klinik.

House steht an der Information und blättert in einigen Akten. Dr. Cuddy kommt aus ihrem Büro auf ihn zu.

 

Durchsage: Dr. Shopius, bitte in die Psychiatrie. Dr. Shopius, bitte in die Psychiatrie.

 

Cuddy:            Guten Morgen, Dr. House.

 

House:    Guten Morgen, Dr. Cuddy. Bezauberndes Kostüm. Es sagt: Ich bin Profi, doch auch eine Frau. Eigentlich schreit es Letzteres heraus.

 

Cuddy:            Ja, und Ihr großer Stock ist auch sehr feinfühlig.

 

House:             Ich werd' gehen. Die laufenden Nasen fangen nicht von selbst an zu laufen.

 

Cuddy:            Die Praxis kann warten.

 

House:             Wie lange? Wollen wir zusammen ins Kino?

 

Cuddy:            Sie sollten wissen, dass meine Ärzte mir nichts verheimlichen.

 

House:             Das ist unglaublich. Wer ist denn da wohl zu Mami gerannt?

 

Cuddy:            Spielt keine Rolle wer, wichtig ist, dass ich weiß, was Sie getan haben.

 

House:             Sie haben keine Ahnung, wovon ich spreche.

 

Cuddy:    Jemand weiß von einer furchtbar üblen Sache, die Sie getan haben. Das ist 'n weites Feld. Aber jemand, dem Sie zutrauen, dass es mir erzählt zu haben. Was die Auswahl natürlich ziemlich eingrenzt. Möglicherweise jemand für den ich eine Autoritätsperson in mütterlicher Hinsicht bin. Ein junger Mensch etwa? Komme ich der Sache näher? Vermutlich 'ne Krankenhausangelegenheit. Wie viele Patienten -

 

House:    Cameron. Sie weiß von meinem Geburtstag. Ich dachte, Sie hätte es Ihnen gesagt, und dann müsste ich lächeln, wenn ich von Ihnen 'n Sweatshirt kriege oder 'n Früchtekorb. Um mir dieses tiefe Zugehörigkeitsgefühl zu zeigen.

 

Cuddy:            Eigentlich wollte ich nur sagen, dass Sie mir diese Woche noch sechs Sprechstunden schulden. [geht]

 

House:             Ups!

 

Cuddy:    [geht zur Information und telefoniert] Hi, hier ist Dr. Cuddy. Ich hätte gern alle Akten der derzeitigen Patienten von Dr. House. [nimmt eine Geburtstagskarte aus ihren Unterlagen und wirft sie in den Papierkorb]

 

SCHNITT: Die ambulante Klinik.

House behandelt einen Mann mit Schluckauf.

 

Mann: Ich hab' alles versucht.

 

House:    Zunge rausziehen, Eisumschläge am Hals, sich selbst schlagen, den Hodenquetscher. Das wären dann sicher alle üblichen medizinischen Methoden. Wie schlagen Sie sich selbst? Ist das mit der offenen Hand oder der Faust? 

 

Mann: Offene Hand.

 

House:    Aha. Tja, das wird auch so in Harvard gelehrt. Und wie fest? [Der Mann führt es vor, in diesem Moment kommt Dr. Cuddy herein.] Tut mir leid. Hab's nicht genau gesehen. Können Sie das wiederholen? [Der Mann wiederholt den Schlag] Das ist wirklich gut. [zu Cuddy] Schluckauf.

 

Cuddy:            Ich muss Sie sofort sprechen.

 

House:    Oh,  ich muss mal aufs Klo. [zum Patienten] Wiederholen Sie es, nur etwas fester, ja. Bin gleich zurück. [geht mit Cuddy hinaus]

 

SCHNITT: Auf der Herrentoilette.

House steht am Waschbecken, Cuddy kommt herein.

 

House:             Oh! Eine Frau im Männerklo. Sehr dramatisch. Muss sehr wichtig sein, was sie mir zu sagen hat.

 

Cuddy:            Gestern hatte der Tumor Ihrer Patientin 5,8 Zentimeter. Heute nur noch 4,6. Wie kommt so was?

 

House:    Lassen Sie mich raten: Ich würde sagen, Dr. House muss wirklich unheimlich gut sein. Wozu vergeude ich ihn an einen Schluckauf? Ich wasch mir die Hände davor und danach. [geht zum Pissoir]

 

Cuddy:    Sie haben überdies 20 Milliliter Ethanol angefordert. Für welchen Patienten war das? Oder planen Sie eine Party?

 

House:    Tun Sie mir 'n Gefallen. [Cuddy stellt den Wasserhahn an] Ich wollte sagen: Verschwinden Sie. Aber das funktioniert.

 

Cuddy:            Sie haben den Tumor geschrumpft. 

 

House:             Nur so macht der Kollege den Eingriff.

 

Cuddy:            Betrug? Betrug war die einzige Lösung? Glauben Sie mir, diese Richtlinien existieren nicht ohne Grund.

 

House:    Ich weiß. Um Leben zu retten. Besonders das von Ärzten. Und nicht nur ihr Leben, sondern ihren Lebensstil. Wir operieren doch niemanden, der wirklich krank ist. Falls er krepiert,  versaut er uns die Statistik.

 

Cuddy:            Bergin hat ein Recht darauf zu erfahren, woran er operieren soll.

 

House:    Stimmt. Hab' ich vergessen, Ich hab' wohl zu sehr an ihr Recht zu Leben gedacht. Machen Sie doch, was Sie wollen.

 

Cuddy geht.

 

SCHNITT: Das Büro von Dr. House.

House sitzt am Computer, Cameron kommt herein.

 

Cameron: Sie haben es wirklich nicht gewusst?

 

House:    Nein, habe ich nicht. Und ehrlich gesagt bin ich sauer! Sicher eine legitime Reaktion bis Sie mir endlich sagen, wovon genau Sie reden.

 

Cameron: Ihren Geburtstag.

 

House:    Oh. Dann war meine Reaktion falsch. Normalerweise würde ich 'n Hütchen aufsetzen und Feiern, dass die Erde einmal mehr die Sonne umkreist hat. Eigentlich dachte ich, er würde es dieses Jahr nicht schaffen, aber Mist, er hat's uns mal wieder gezeigt, unser kleiner Planet.

 

Cameron: Es ist Ihr Geburtstag. Eine Ausrede, um glücklich zu sein. Finden Sie das dumm?

 

House:             Wieso sind Sie hier? Bekomm' ich 'n Pony?

 

Cameron: Ich warte nur auf die Operation.

 

House:             Ja, dann schrubben Sie sich mal die Hände.

 

SCHNITT: Im Operationssaal

Dr. Bergin operiert Lucy. Als er fertig ist geht er in den Nebenraum, Cameron folgt ihm.

 

Bergin:    Okay, fertig. Zunähen bitte. Der Tumor ist nicht von allein in eine Bar marschiert und hat sich ein doppeltes Glas Ethanol  bestellt. Jemand hat ihn geschrumpft.

 

Cameron: Tut mir leid. Das war sicher verkehrt.

 

Bergin:    House hat Glück, dass ich sie nicht gleich wieder zugemacht hab'. Wenn er das wieder vorkommt, passiert genau das.

 

Cameron: Ich werd's ausrichten.

 

SCHNITT: Lucys Zimmer.

Dr. Chase ist bei Lucy und Luke.

 

Chase:             Sieht so aus, als sei alles entfernt worden, aber sie wird trotzdem eine Chemotherapie benötigen.

 

Luke:   Welche Art von Chemo?

 

Chase:     Luke, hör auf mitzuschreiben. Wenn du mal kurz aufhörst, wird nicht gleich alles zusammenbrechen. Gönn dir doch mal 'ne Pause. Fakt ist, dass sich deine Mom sich dennoch gelegentlich einen genehmigen wird.

 

Luke:   Nein. Nein, wird sie nicht. Wirklich nicht.

 

Chase:             Na schön. Du kannst nicht alles in Ordnung bringen. Das will ich damit sagen.

 

Luke:   So würden Sie die Sache behandeln? Einfach aufgeben?

 

Chase:     Nein. Ich würde das gleiche tun wie du. [gibt Luke eine Broschüre] Es ist eine Infusion. Sie wird 'ne Drainage in den Bauch bekommen. Du wirst dann auf eventuelle Infektionen achten müssen.

 

Eine Frau steht plötzlich in der Tür.

 

Frau:   Lucas Palmero? Trina Wyatt ich bin von der Jugendfürsorge New Jersey.

 

Chase:             Kann ich Ihnen helfen? Das ist ein Patientenzimmer.

 

Frau:   Er ist erst 15, also noch minderjährig und in einer  schwierigen Lebenssituation. Wir wollen nur helfen.

 

Luke:   Nein, ich brauch' keine Hilfe. 

 

Chase:             15?

 

Frau:   Lucas, du musst jetzt mitkommen. Jetzt gleich.

 

Chase:             Wohin bringen Sie ihn?

 

Frau:   Bis der endgültige Bescheid vorliegt, wird er in einem unserer Heime untergebracht.

 

Luke:   Ich will nicht untergebracht werden. Ich leb' bei meiner Mom.

 

Frau:   Nicht für die nächsten paar Tage. Na komm, lass uns die Sache nicht verkomplizieren.

 

Luke geht zum Bett seiner Mutter und spricht mit ihr.

 

Luke:   Mom? Mom? Ich liebe dich.

 

Lucy:   Die Mets hatten verloren... Weißt du noch?

 

Luke:   Ja. Ja, das weiß ich noch.

 

Lucy:   Ich liebe dich.

 

Luke verlässt weinend das Zimmer, die Frau von der Jugendfürsorge folgt ihm.

 

SCHNITT: Dr. House und Dr. Wilson gehen durch das Gebäude.

 

Wilson:            Cuddy hat nichts gesagt, dass Bergin nur unter Druck zu Ende operiert hat? 

 

House:             Kein Wort. Ist so 'ne Art PsychoSpiel Sie wartet, bis ich ausraste.

 

Wilson:            Entweder das, oder sie ist einfach nur nett. 

 

House:             Ja, klar doch.

 

Als House und Wilson bei den Aufzügen ankommen öffnet sich die Tür und Luke kommt heraus.

 

Luke:   Sie haben gesagt, dass Sie nicht anrufen. Sie sind 'n echter Mistkerl, wirklich. [geht]

 

House:             Ja. Das hör' ich oft. [zu Wilson] Ich glaub' seine Mom ist nicht verrückt.

 

SCHNITT: Lucys Krankenzimmer.

House sitzt am Bett der Patientin und liest ihr vor.

 

House:    Es gab eine Zeit, da sangen die jungen Männer ihr Lob, die Alten ihre schmähliche Lieder. Die Armen aber, ob jung ob alt, waren stets zu Loben bereit. [klappt das Buch zu] Sie haben die Jugendfürsorge angerufen. Sie waren das.

 

Lucy:   Nein. Nein.

 

House:    Ist ja gut. Ist ja gut. Ich versteh's ja. Er wird es leichter haben, mit dem System fertig zu werden. Er wird nicht bei seiner echten Mom wohnen, aber seine echte Mom ist krank. Einer muss sich um ihn kümmern.

 

Lucy:   Ich werde hier nicht wohnen.

 

House:    Wie hätte seine Zukunft ausgesehen? Sie dauernd mit dem Bus zur Chemo und zurück zu bringen? Auch wenn der Krebs sich vollständig zurückbildet, hat er dennoch eine Mutter die Stimmen hört.

 

Lucy:   Nein. Schweigen Sie. Nein. Schweigen Sie.

 

House:    „Sie sehen, was ich ihm antue, Hinkebein.“ So haben Sie mich genannt. Ich habe Ihre Anrufe gecheckt. Nur ein Anruf aus diesem Zimmer. Clever, denn ein Gespräch kostet zwei Dollar. Ein Gespräch mit der Jugendfürsorge von New Jersey. Sie sind seine Mutter und konnten das nicht länger mit ansehen. Gut für Sie.

 

SCHNITT: Wilson und House kommen aus dem Büro.

 

Wilson:            Auch Schizophrene können gute Entscheidungen treffen.

 

House:    Bei Kleinkram schon, ja. Wann man schläft oder trinkt. „Nein, danke, keine Limonade, lieber etwas Schierling, wenn welcher da ist.“

 

Wilson:            Oh, dein Freund Sokrates.

 

House:    Aber seinen Sohn aufzugeben, weil es besser für ihn ist, das ist so vernünftig, so einsichtig. Selbstaufopferung ist kein Symptom von Schizophrenie. Die schließt die Diagnose aus.

 

Wilson:            Dann ist sie also nicht schizophren? 

 

House:             Sie war 36, als es das erste Mal auftauchte.

 

Wilson:            Etwas spät, aber innerhalb der Parameter.

 

House:    Der Internist schickt sie zum Klapsdoktor. Von da wird sie weitergereicht und sagte allen, sie sei nicht verrückt. Die Medikamente wirken nicht. Wie sollten sie auch, wenn sie nicht gestört ist? Sie war klarer drauf, ohne die Psychopillen. [zu Wilson] Du hältst mich für verrückt. 

 

Wilson:            Richtig, aber das ist nicht das Problem. Kamen wir nicht vorhin aus deinem Büro? 

 

House:             Ich gehe gern spazieren.

 

SCHNITT: Die Wohnung von Dr. House.

Nacht. House sitzt am Klavier und klimpert ein wenig herum, dann spielt er „Happy Birthday.“ Plötzlich kommt ihm eine Idee, er nimmt Lukes Notizen und beginnt zu telefonieren.

 

House:    Ist da Dr. Jeffrey Walters? Hi. Mein Name ist Greg House. Ich bin Arzt und... Oh, schon so spät? Ja. Tut mir leid, meine Uhr ist anscheinend stehen geblieben sein. Hören Sie. Sie haben vor circa 18 Monaten eine Frau namens Lucille Palmero behandelt. Ich wollte fragen, ob Sie sich eventuell noch an die Tests erinnern... Leider nicht. [der nächste Anruf] Oh, wie schrecklich dumm von mir, Doktor. Ist es echt so spät? Ich-ich rufe nämlich aus London an. Ich hab' nicht an die Zeitverschiebung gedacht. [legt auf, greift sich die Aufzeichnungen und geht]

 

SCHNITT: Das Büro im Krankenhaus.

Hosue und die Ärzte sitzen zusammen.

 

House:    Ich habe Kopfschmerzen, mein einziges Symptom und ich gehe zu drei Ärzten. Der Neurologe sagt, es sei ein Aneurysma. Der Immunologe sagt, ich hätte Heuschnupfen. Den Intensivisten interessiert das nicht und schickt mich zum Seelenklempner. Und der sagt mir, ich bestrafe mich selbst, weil ich mit meiner Mami schlafen will.

 

Foreman: Womöglich kriegen Sie einfach nicht genug Schlaf. 

 

House:    Die Wahl des Spezialisten ist die Wahl der Krankheit. Wenn es keine Schizophrenie ist, was gibt es noch mit solchen Symptomen?

 

Cameron: Porphyrie[6]

 

Chase:             Der Wahnsinn von König George.

 

Cameron: Was ist mit Kupferstoffwechselstörung. Wie heißt sie noch gleich? Sie ist erblich. Der Körper nimmt zu viel Kupfer auf.

 

Chase:             Oh, die Wilson-Krankheit?

 

Cameron: Ja. 

 

House:             Äußerst selten. Gut. Find' ich klasse.

 

Foreman: Sie würden uns feuern, wenn wir so rumraten würden. 

 

House:             Das ist witzig. Ich dachte, ich ermutige Sie zum hinterfragen. 

 

Foreman: Sie hinterfragen nicht, Sie hoffen. Sie wollen, dass es Wilson ist. 'n paar Medikamente, und sie ist wieder okay.

 

House:             17. Juli. Termin bei einem Dr. Karn.

 

Cameron: Da ging sie nicht hin und hat auch später keine Termine bei Psychiatern eingehalten.

 

House:             Er ist kein Psychiater. Ich hab' mich erkundigt. Er ist Ophthalmologe[7]. Wieso die Augen untersuchen lassen?

 

Cameron: Wilson zeigt auch eine Trübung der Linse. 

 

House:    Genau so ist es. Und verursacht auch eine leichte Zirrhose, die Dr. Chase so eilfertig dem Alkohol zugeschrieben hat. Also, worauf warten wir?

 

SCHNITT: Lucys Zimmer.

Die Ärzte wollen Lucys Augen untersuchen.

 

House:             Lucy! Ich glaube Sie sind nicht verrückt.

 

Lucy:   Ich auch nicht. Aber ich bin irre. 

 

House:             Kommen Sie. Setzen Sie sich mal auf. Kommen Sie.

 

Chase und Foreman rollen das Augenuntersuchungsgerät herein.

 

Chase:             Bitte die Hände auf die Stange und dann das Kinn hier drauf. Danke.

 

Foreman: Gleich sehen Sie ein helles Licht. Ihr Körper lagert vielleicht zu viel Kupfer ein. Falls dem so ist, sehen wir hiermit so genannte Keyser-Fleischer-Ringe. Kupferfarbene Kreise um Ihre Hornaut. Tja. Ich schätze, wir sollten sie gegen Wilson zu behandeln.

 

House:             Das würde ich tun.

 

SCHNITT: Lucys Krankenzimmer.

Tag. Lucy liegt im Bett. Es ist ihre Stimme zu hören, die ein Gedicht rezitiert.

 

Lucy:      Ich rede nicht mehr vom langen Krieg oder Büchern dort, sondern. streich' an den Dornenbüschen entlang, bis ich find' einen Bettler,  der Schutz sucht vorm Wind, und führe das Wort und flecht hier und da was ein das um sie geht geschwind. Und hat er Lumpen genug, fällt auch ihr Name ein ihm wieder. Und er entsinnt sich ihrer  gern. [SCHNITT: Lucy sitzt angezogen auf dem Bett und liest das Gedicht nun selbst] Denn es gab eine Zeit, da sangen die jungen Männer ihr Lob, die Alten ihre schmählichen Lieder. Die Armen aber, ob jung ob alt, waren stets sie zu Loben bereit.

 

Chase:             Hi, Mrs Palmero. Sind sie soweit?

 

Lucy:   So ziemlich.

 

Luke:   Mom? Wie geht es dir? [sie umarmen sich]

 

Lucy:   Mir geht's gut. Oh, du musst dir dringend die Haare schneiden lassen.

 

SCHNITT: Luke schiebt seine Mutter im Rollstuhl zum Aufzug.

Die Aufzugtür öffnet sich, House und Wilson stehen bereits im Fahrstuhl.

 

Lucy:   Dr. House. Luke, wir halten Dr. House auf.

 

House:             Schon in Ordnung. Wir hören hier drin nur Musik.

 

Lucy:   Hey, nun mach schon. [Luke schiebt sie in den Aufzug] Ich werde entlassen.

 

House:             Den Gerüchten zufolge.

 

Lucy:   Gott sei Dank war es Krebs, hä? Es ist schrecklich, wenn alle einen für verrückt halten. 

 

House:             Wirklich?

 

Lucy:   Ich wollte Ihnen danken. Hat man's ausgerichtet? 

 

House:             Ja. Gern geschehen.

 

Luke:      Ich werde Ihnen nicht danken. Sie haben mich verraten. Ich habe Ihnen gesagt, dass wir gut zurechtkommen. Es ging sie überhaupt nichts an.

 

House:    Hör zu. Es ist mir egal, wie ihr gelebt habt. Ich wollte dich nur endlich mal loswerden. Deswegen ließ ich Dr. Cuddy bei der Jugendfürsorge anrufen.

 

Die Aufzugtüren öffnen sich und Luke verlässt mit seiner Mutter der Aufzug. Auch House und Wilson steigen aus.

 

Wilson:            Alles okay?

 

House:             Du hattest recht. Es war nicht die TVT. Es war die Schizophrenie. 

 

Wilson:            Ich weiß.

 

House:             Das Interessante an ihr ist plötzlich weg.

 

Wilson:            Hast du nicht demnächst Geburtstag?

 

 

 

 

---=== ENDE ===---