Transkript der Folge „Solche Leute bitte nicht“ [#1.15] aus der Serie „Dr. House”

Transkript der Folge „Solche Leute bitte nicht“ [#1.15] aus der Serie „Dr. House”

 

Letzte Änderung: Donnerstag, 8. Januar 2015

Bei diesem Skript handelt es sich nicht um ein Originaldrehbuch, sondern um die Mitschrift der TV-Version dieser Folge!
Anmerkungen zu Übersetzungsfehlern oder Erklärungen zu sonstigen Auffälligkeiten sind in den Fußnoten zu finden.

 

Originaltitel: Mob Rules
Ausstrahlung: 22.03.2005
Deutscher Titel: Solche Leute bitte nicht

Ausstrahlung: 15.08.2006

Buch: David Foster, John Mankiewicz
Regie: Tim Hunter

 

Darsteller
Hugh Laurie (Dr. Gregory House)

Lisa Edelstein (Dr. Lisa Cuddy)
Omar Epps (Dr. Eric Foreman)
Robert Sean Leonard (Dr. James Wilson)
Jesse Spencer (Dr. Robert Chase)
Jennifer Morrison (Dr. Allison Cameron)

 

 

Gastdarsteller
Chi McBride (Edward Vogler)

David Burke (Everhardt)
Danny Nucci (Bill Arnello)
Joseph Lyle Taylor (Joey Arnello)
Greg Collins (Marshal Brady)
Ingrid Sanai Buron (Kimberly)
A.J. Trauth (Henry)

 

Inhaltsangabe
Da der neue Aufsichtsratsvorsitzende Vogler den wenig profitabel scheinenden Dr. House für überflüssig hält, hat Cuddy eine Menge damit zu tun, Houses Weiterbeschäftigung zu sichern. Als dann auch noch der berüchtigte Mafia-Gangster Joey Arnello in die Klinik eingewiesen wird, kann Vogler es nicht fassen: Solche Leute will er in seinem bisher gut beleumundeten Haus nicht haben. Er setzt sich mit der Staatsanwaltschaft in Verbindung und erreicht, dass Arnello sofort vom FBI abgeholt wird. House ist außer sich. Doch schon wenige Stunden später wird Joey, der inzwischen ins Koma gefallen ist, erneut eingeliefert. House und sein Team sollen herausfinden, was dem Gangster fehlt, der eigentlich als Kronzeuge in einem wichtigen Prozess aussagen soll. Die Tests ergeben zunächst keinerlei Hinweise. Doch dann kommt House dahinter, dass Joey regelmäßig ein chinesisches Heilkraut einnimmt, um vom Rauchen loszukommen. Dieses Mittel scheint den Organismus lebensgefährlich geschwächt zu haben. Wird House noch rechtzeitig eine neutralisierende Medikation finden können? [Text RTL]


 

In einem Hotelzimmer.

Ein Mann sitzt vor dem Fernseher und isst ein Steak. Im Hintergrund sind zwei weitere Männer zu sehen.

 

Sprecher im TV:    Milton greift an... umdribbelt King... und kommt jetzt aus der Ecke, rennt los und wirft. Noch zwei Punkte! Das war eine Supertaktik!

 

Arnello: [zu dem Mann vor dem Fernseher] Wenn du aussagst, kann dich keiner mehr schützen, besonders nicht das FBI.

 

Mann#1: Wir sorgen für Ihre Sicherheit, Joey.

 

Arnello:  Klar, im Zeugenschutz. Ist das das tolle Leben, dass er dir anbietet?  Du wirst irgendwann in einem Kuhkaff enden, und plötzlich verpassen dir die Vitales Brüder zwei  Stück Blei in den Schädel.

 

Mann#1: Herr Anwalt, raten Sie Ihrem Mandanten, Beweismittel vorzuenthalten?

 

Arnello:           Er hat sich freiwillig gemeldet, und ich will nicht, dass er aussagt, bevor  ich sicher bin, dass das FBI ihn beschützen wird.

 

Joey:    Hey, ihr steht vorm Bild. Ich hab' auf das Spiel gewettet.

 

Mann#1: Was wollen Sie noch? Wir haben Ihnen alles zugesichert, was Sie wollten.

 

Joey:    Ich wollte Pasta. 

 

Mann#1: Steak ist auch gut. Genießen Sie es.

 

Joey schüttelt den Kopf und will sich eine Zigarette anzünden.

 

Arnello:           Was soll das?  [nimmt ihm die Zigarette ab]

 

Joey:    Häh?

 

Arnello:           Du wolltest aufhören, du nimmst doch dieses Zeug dagegen. 

 

Joey:    Oh, Entschuldigung, ganz vergessen.

 

Arnello:           Joey, egal, was die uns  garantieren, wenn du abgeknallt wirst, was mach ich dann? Die verklagen? 

 

Joey:    Darum geht's doch nicht, Mann. Ich werd' dir fehlen. 

 

Arnello:           Ich bin dein Anwalt, Joey. 

 

Joey:       Du bist mein Bruder. Wenn ich das hier durchziehe und in den Zeugenschutz komme, dann... werden wir uns nie mehr wieder sehen.

 

Arnello:  Und das belastet dich nicht? 

 

Joey:    Das ist mein Ende. Ich geh' mal pinkeln.

 

Joey steht auf, doch plötzlich wird ihm schwindelig und er beginnt zu taumeln.

 

Arnello:           Alles okay?

 

Joey:    Ja, mir ist nur ein bisschen schwindlig. 

 

Arnello:           Geh' an die frische Luft.

 

Joey:    Und heiß. [bricht zusammen]

 

Arnello:           Joey. 

 

Mann#1: Was haben Sie ihm gesagt? Na toll. Kommen Sie! 

 

Arnello:           Lassen Sie mich los! Sie sollen mich loslassen. Sehen Sie nicht, dass er krank ist?  

Mann#1: Joey.

 

Arnello:           Sie sollen mich loslassen! Irgendwas stimmt mit ihm nicht! 

 

Mann#1: [kniet sich neben den bewusstlosen Joey] Kommen Sie, Joey, was soll der Scheiß? Entweder Sie sind tot oder Sie sagen aus.

 

 

 

VORSPANN

 

 

 

Im Krankenhaus.

Cuddys Büro. Vogler und Cuddy führen ein Gespräch.

 

Cuddy:            Hab' ich nicht. 

 

Vogler:            Etatbericht? 

 

Cuddy:            Nein.

 

Vogler:            Betriebsabrechnung, Kostenaufgliederung. 

 

Cuddy:            House hat immer viel zu tun.

 

Vogler:            Damit New Jersey vor der Lepra zu retten, ich weiß. Mir aber seine Zahlen zu besorgen ist Ihr Job.

 

House kommt unangemeldet hereingeplatzt.

 

Cuddy:            Wir haben hier 'n Meeting. 

 

House:             Ich brauche einen Anwalt. 

 

Vogler:            Wen haben Sie getötet? 

 

House:    Niemand. Kann aber noch werden. Mir wurde 'ne gerichtliche Anordnung zugestellt. Ein wichtiger Zeuge ist ins Koma gefallen, und ich soll ihn untersuchen.

 

Vogler:    Was? Sie sollen fürs FBI 'n Kranken untersuchen? Das ist für uns so was wie 'n Alptraum. Wenn die Leute denken, unser Personal würde sowas machen, dann wimmelt's hier bald vor kranken Menschen. 

 

House:             Ich bin Arzt, ich bin nicht der Schoßhund vom FBI. Ich spiele nicht mit Stöckchen.

 

Vogler:            Ihnen sagt keiner, was Sie tun sollen. Richtig, Dr. Cuddy?

 

Cuddy:    Sie haben dreierlei Wahl: Anwaltsbestellung zur Anfechtung der Anordnung, wegen Missachtung ins Gefängnis, den Typ untersuchen.

 

House:    Gefängnis? Das hätten Sie gern. [zu Vogler] Dann wird statt unartiges Schulmädchen Zen-Ehepartner-Sex gespielt. [geht]

 

Vogler:            Wir bleiben hier, solange bis er weg ist oder Sie mir einen guten Grund nennen, den Mann hier zu behalten.

 

SCHNITT: House untersucht den immer noch bewußtlosen Joey.

 

House:             Er ist wirklich weggetreten.

 

SCHNITT: Foreman, Chase, Cameron und House gehen den Gang entlang.

 

Foreman: Koma-Ursachen können metabolisch... 

 

Chase:             Ihm wurde der Magen ausgepumpt. Wieso denn das? 

 

House:             Zum Ausschluss einer Vergiftung.

 

Chase:             Na ja, nicht der typische Anfangsverdacht. 

 

House:    Nein, zuerst  haben sie gedacht, er simuliert. Er ist ein wichtiger Zeuge des FBI. Ein sehr wichtiger. Und er hat acht Punkte auf der Glasgower Koma-Skala.

 

Foreman: [pfeift anerkennend] Armer Junge, so was ist wohl kaum zu simulieren. 

 

Cameron: Hatte er in letzter Zeit ein Schädeltrauma? Einen schweren Autounfall? Einen Sturz? 

 

House:             Angeblich, nein, aber machen Sie 'n MRT zur Sicherheit.

 

Chase:             Metabolische Ursachen, Leber, Niere, Diabetes... 

 

House:             Checken Sie am Besten alles. Die Feds bezahlen. Wir werden hier ausnahmsweise großen Profit  machen. 

 

Arnello:           Dr. House, Bill Arnello. Ich bin Anwalt. Ich vertrete Mr. Smith. Was ist mit ihm?

 

House:             Komme ich zu Ihnen mit meinen Problemen? 

 

Arnello:           Er ist außerdem mein Bruder. 

 

House:             Haben Sie Ihren Namen ändern lassen? Smith war Ihnen wohl nicht gut genug. 

 

Arnello:           Sein Name ist Joey. Er ist mein einziger Bruder.

 

House:    Er ist Ihnen wichtig. Gut. Also keine Placebos. Wir geben ihm echte Medikamente. Das war wirklich nett. Also bis die Tage. [steigt in den Aufzug] Ist der Bruder in der Mafia? Also nur Joey? Ich hatte gehofft, er hat 'nen Spitznamen. Joey, das Messer. Joey, der Wilde. [Arnello drückt auf den Halteknopf im Aufzug] Man weiß, wo ich bin. 

 

Arnello: Tun Sie nichts weiter als Ihren Job. Stellen Sie 'ne Diagnose, machen Sie ihn gesund und lassen Sie ihn nicht weg.

 

House:    Wir sind so'ne Art Spezialkrankenhaus. Wir befassen uns hier nur solange mit Patienten, bis sie wieder gesund sind.

 

Arnello:           Wenn Sie meinen Bruder an das FBI  ausliefern, und er tut, was die wollen, wird er bestimmt bald tot sein.

Und davon will ich ihn überzeugen. Die gute Nachricht ist, wenn Sie einen Fehler machen, müssen Sie mit keiner Klage rechnen. Stattdessen nehme ich Ihnen Stück für Stück all die Dinge weg, die Sie lieben, bis davon nichts mehr übrig ist.

 

House:             Also in Sachen Mafia, da... lag ich richtig. [steigt aus dem Aufzug]

 

SCHNITT: Bei Joey wird ein MRT gemacht. Chase und Cameron sitzen im Überwachungsraum.

 

Cameron: Kam dir das Verhalten von House auch komisch vor? 

 

Chase:             Hattest du was anderes erwartet?

 

Cameron: Wir haben kurz miteinander gesprochen... über Zwischenmenschliches.

 

Chase:             Hast du ihm gesagt, dass du ihn gern hast? 

 

Cameron: Natürlich nicht.

 

Chase:             Was meinst du denn dann damit? 

 

Cameron: Ich hab' ihn nur gefragt, ob er mich mag.

 

Chase:             [verständnislos] Wieso denn das? 

 

Cameron: Weil... ich ihn gern habe.

 

Chase:             Du hast ihn gern? So richtig?

 

Cameron: Unwichtig, er mag mich nicht.

 

Chase:             Er mag niemanden. Und niemand mag ihn.

 

SCHNITT: In Joeys Krankenzimmer.

Die Assistenten zeigen House die Ergebnisse des MRT.

 

Chase:             Das MRT zeigt ein subdurales Hämatom.

 

Foreman: Eine Hirnblutung hat Druck im Schädelinneren verursacht und das das Koma.

 

House:    Sieht ganz so aus wie Pseudomembranen. Die bilden sich nur langsam. Eine alte Verletzung hätte nie 'n Koma ausgelöst.

 

Cameron: Hier steht was von einem Schlag mit einem Eisen, 1996. Der Bruder sagt, er hätte 'n Reifen gewechselt und das Ding wär' ihm ausgerutscht.

 

Foreman: Ein altes Hämatom an dem Platz, wo das hier sitzt, könnte das Koma verursacht haben.

 

House:             Was ist mit der Leber? 

 

Cameron: Die Funktionswerte sind leicht erhöht.

 

Chase:     Die Betonung liegt auf  „leicht“, das bedeutet nicht hoch genug, für die Auslösung eines Komas. Es ist das SDH. 

 

Foreman: Also, ich würde absaugen und sehen, ob er aufwacht.

 

House:    Der Neurologe denkt, es hätte was mit seinem Kopf zu tun und will ihn öffnen. Ich bin schockiert. Sie wollen endlich mal den „großen Bohrer“ benutzen aus Daddys Werkzeugkiste.

 

Joey:    [leise] Nicht bohren. Hi. 

 

Chase:             Mr. Smith.

 

Joey:       Nennen Sie mich Joe. [Foreman leuchtet ihm in die Augen] Können Sie das bitte mal lassen? Das mit dem Nichtbohren hätten wir geklärt?

 

SCHNITT: House und seine Assistenten steigen aus dem Aufzug.

 

Chase:             Er ist wieder okay und kann gehen.

 

House:             Ich werde ihn aber nicht entlassen. 

 

Chase:             Weil der Bruder das nicht will?

 

House:             Oder weil der Kerl ein ungeklärtes Koma hatte. Was klingt besser?

 

Chase:             Das Hämatom verursacht das Koma. 

 

House:             'Ne zündende Diagnose. Könnte man glatt vertonen.

 

Foreman: Ich glaube, Chase hat recht. Es sollte auf jeden Fall abgesaugt werden, ist aber keine unmittelbare Bedrohung.

 

House:             Cameron, was denken Sie? 

 

Cameron: Ich würde ihn entlassen.

 

House:             Widersprechen Sie mir, weil... 

 

Cameron: Ich widerspreche, weil es meine ärztliche Meinung ist.

 

House:    Ich verstehe. Aber solange ich nicht zum vierten Schurkenstaat der „Achse des Bösen“ erklärt wurde, herrscht hier noch keine Demokratie. Er wird nicht entlassen. Veranlassen Sie eine Hepatitis Serologie und ein Autoimmun-Screening. [geht in die Ambulanz]

 

SCHNITT: In der Ambulanz.

House behandelt einen kleinen Jungen, der auf dem Schoß seines Bruders sitzt und weint.

 

House:             Hey, ich weiß alles. Alt genug, um zu trinken und so bescheuert, um so was wie 'n Baby zu machen. 

 

Mann:     Er ist mein Bruder, und ich pass auf ihn auf, solange unsere Eltern auf Barbados sind. Er bekommt nicht richtig Luft, und da ist so 'n komisches Keuchen.

 

House:             Pfeifen, genauer gesagt. Obere Luftwege. Nase.

 

Mann: Wenn er 'n Krupp hat, kann daraus so was wie Meningitis werden? 

 

House:             Absolut.

 

Mann:     Ich war gerade beim Lernen, und plötzlich fing er an zu schreien und dann war da dieses komische... Oh Mann, meine Eltern werden mich umbringen. 

 

House:             Das bezweifle ich. 

 

Mann: Sie kennen sie nicht.

 

House:    Ich bezweifle, dass du gelernt hast, während deine Eltern weg waren. [zieht dem Jungen einen Spielzeugpolizisten aus der Nase] Hallo, Officer. Du solltest es abspülen, bevor du ihn wieder damit spielen lässt.

 

House’ Pieper meldet sich.

SCHNITT: Joeys Krankenzimmer. House kommt herein und trifft auf seine Assistenten.

 

House:             Was ist passiert? Wo ist er? 

 

Foreman: Vogler hat das Aufnahmebüro angerufen. Die die Rechtsabteilung, und weg war er.

 

House:             Und wer hat Vogler angerufen?

 

Alle sehen sich schweigend an.

 

SCHNITT: In Cuddys Büro.

 

Vogler:            Er kostet uns Geld. 

 

Cuddy:    Das tut die Ophthalmologie auch. Was soll's? Wir sind 'n Krankenhaus. Sie können nicht einfach 'ne Abteilung zumachen. 

 

Vogler:            Sie haben ihn nicht im Griff.

 

Cuddy:            Ich bin die Einzige, die das hat.

 

Vogler:            [rappt] Dr. House im Haus. Perfektes Timing wie immer.

 

House:             Sie hatten keine Befugnis, meinen Patienten zu entlassen.

 

Vogler:    Meine Kollegin hat mich gerade informiert, dass sie ein einzigartiges Talent hat. Sie kommen genau richtig für 'ne Demonstration.

 

Cuddy:            Dr. House, soweit ich weiß, ist Ihr Patient... 

 

House:             Soweit Sie wissen... Er ist nicht Ihr Patient. Also wissen Sie überhaupt nichts! 

 

Vogler:            Kläglich.

 

House:             Und Sie sind nicht mal Arzt. 

 

Vogler:    John Smith ist hier nur aufgrund einer gerichtlichen Anordnung. Ich habe ein Fax an die Richterin geschickt. Sie hat die Anordnung aufgehoben.

 

House:             Warum das ganze? Um mich fertig zu machen? 

 

Vogler:    Um uns den Staatsanwalt vom Hals zu halten. Ja, das macht natürlich wenig Sinn für eine öffentliche Einrichtung. 

 

House:             [sein Pieper meldet sich] Okay.

 

Cuddy:            Okay, was? 

 

House:             Okay... Sir. Machen Sie weiter. [geht]

 

Cuddy:            Ihm liegt sehr viel an seinen Patienten. 

 

Vogler:            Ja, und er hat eben den Schwanz eingezogen. Da stimmt was nicht.

 

SCHNITT: Die Notaufnahme.

Auf einer Trage wird Joey hereingefahren, sein Bruder ist bei ihm. Die Sanitäter geben den herbeieilenden Ärzten Infos über den Gesundheitszustand. Cuddy, House und Vogler kommen hinzu.

 

Mann: Plötzliches Erbrechen, und anschließende Ohnmacht.

 

Frau:   Lidocain 590, mit Epinephrin.

 

Mann:     35 Jahre alter Patient. Vitalzeichen sind stabil. Er bekam unterwegs schon zwei Liter. Er wurde gerade erst vor zwei Stunden entlassen. 

 

Mann: Was ist mit dem Puls?

 

Frau:   Kommt gleich.

 

Arnello:           [zu House] Sie sagten, er sei okay.

 

House:             [zu Vogler] Tja, das goldene Pfadfinderabzeichen kriegen Sie dafür nicht.

 

SCHNITT: Das Arztzimmer.

Die Ärzte beraten sich über Joeys Gesundheitszustand.

 

Chase:             Seine Leberwerte haben sich verschlechtert.

 

House: Komatös?

 

Cameron: Nein, diesmal sind es völlig verschiedene Symptome.

 

Chase:             Die Serologie-Tests waren positiv für Hepatitis C.

 

House:             Hep C ist ein chronischer Zustand. Vermuten wir keine akute Situation?

 

Chase:             Koma, Erbrechen, Abdominalschmerz. Hep C würde das alles erklären.

 

House:             Bis auf das plötzliche Auftreten. 

 

Foreman: Was ist untypisch am Timing?

 

House:    Sie kommen nach Hause und Ihre Frau verpasst Ihnen eine mit dem Baseballschläger. Wahrscheinlicher Grund: Dass Sie ihr niemals für ihr gekochtes Essen gedankt haben. Oder sie 'ne Quittung für Handschellen in Ihrer Hose gefunden hat. Ein solcher Schlag ist 'ne unmittelbare Reaktion.

 

Chase:     Außerdem hat er einen hohen Östrogenspiegel im Blut. Das lässt auf einen chronischen Zustand schließen, keinen akuten.

 

House:             Es war ein Test. Was sagen uns die anderen Lebertestwerte?

 

Cameron: Normaler Albuminspiegel spricht für akut.

 

Chase:             Oho, okay. Und wieso ist ihr Resultat besser als meins?

 

House:    Weil sie schnuckeliger ist. Sie sind jedoch nah dran. Machen Sie eine Leber-Biopsie. Sobald das Ergebnis vorliegt, wissen wir, was Sache ist.

 

Chase:             Wozu warten mit 'ner Therapie der Hep C? Wenn ich recht habe, wird es Joey bald besser gehen.

 

House:             Sie haben recht. Und dann kann er bald aussagen. Und Sie kriegen den Golden Star von Cuddy.

 

Chase:             Und was ist der Nachteil? Oder ist, ähm... das der Nachteil?

 

House:    Brauche ich einen Grund, nicht zu wollen, dass Sie irgendwelche Sternchen kriegen? Gut, machen Sie die Therapie. Es war ja Ihre Idee. Erwähnen Sie nicht meinen Namen. Es ist nichts verkehrt an der Theorie. Also, los. Aber mir zuliebe können Sie gleich noch eine Biopsie machen. [alle wollen gehen] Foreman, wir müssen reden. [zu Foreman] Sie sind raus aus dem Fall. 

 

Foreman: Was?! Wieso?

 

House:             Jemand hat Vogler gesteckt, ich hätte den Vergabeausschuss belogen. 

 

Foreman: Und Sie glauben, ich war's. 

 

House:             Sie sind zu vorsichtig. Sie springen nicht von Bord, ohne zu wissen, was im Wasser ist. 

 

Foreman: Hören Sie auf, Sie bringen mich in Verlegenheit.

 

House:    Aber ich will, dass er denkt, ich glaube, dass Sie's waren. Und das sollen auch Cameron, Chase, Cuddy, Wilson, das Schwesternpersonal und der Parkplatzwächter denken.

 

Foreman: Na fein.

 

SCHNITT: Joeys Krankenzimmer.

Chase macht eine Ultraschallaufnahme.

 

Chase:             Die Bluttests zeigen, dass Sie  Hepatitis C haben. Das ist ein Virus, das die Leber infiziert.

 

Arnello:           Das kann nicht sein. 

 

Chase:             Das ist keine Hiobsbotschaft. Das ist oft heilbar. Und wenn nicht, dann behandelbar.

 

Arnello:           Und wo hat mein Bruder das her? 

 

Chase:             Manchmal geschieht das über den Austausch von Körperflüssigkeiten. Entweder-

 

Arnello:           Körperflüssigkeiten? Was wollen Sie damit sagen? 

 

Chase:             Es gibt viele Übertragungswege, zum Beispiel, Nadeln, Bluttransfusionen... 

 

Arnello:           Hey! Niemand redet so von meinem Bruder, okay? 

 

Chase:             Schon gut. Ich weiß nicht, woher er es hat, aber er hat Hepatitis C und wir müssen ihm...

 

Arnello holt aus und gibt Chase eine kräftige Ohrfeige.

 

Arnello:           Er hat so was nicht. Kein Wort mehr davon. Und er wird nicht dagegen behandelt.

 

SCHNITT: Cuddys Büro.

Cuddy und Vogler sprechen immer noch miteinander. Cuddy durchwühlt einige Akten.

 

Cuddy:            Wir verdanken House ein paar gezielte Spenden, Stiftungskapital... Ich hab's hier irgendwo.

 

Vogler:    Er macht Ihnen nur Kummer. In den acht Jahren, in denen der Typ für Sie arbeitet, hat er Ihnen keinen Cent eingebracht.

 

Cuddy:            Er wird sich ändern, und deswegen... 

 

Vogler:    Er hat sich in acht Jahren nicht geändert. Entweder kann er's nicht, oder Sie können ihn nicht ändern. Sie wissen ja, wie oft er Sie belogen und Ihre Autorität untergraben hat. Und er hat Sie vor anderen Kollegen bloßgestellt.

 

Cuddy:    [genervt] Ja. Ich hasse den Mann und trotzdem will ich ihn unbedingt behalten. Er ist wichtig. Was sagt Ihnen das? 

 

Vogler:            Dass Sie ihn nicht hassen.

 

Cuddy:    Ich schütze keine Menschen, die ich mag, sondern das tue ich nur bei denen, die ein Gewinn für das Krankenhaus sind.

 

Vogler:            Nein. Das tue ich. Sie... sind zu weich. 

 

Cuddy:    [sarkastisch] Ja, natürlich. Soviel ich weiß. gibt es an den drei berühmtesten Kliniken im Lande drei Verwaltungschefinnen, die nur durch die Waffen einer Frau ihren Job gekriegt haben.

 

Vogler:            Es ist normal, dass wir Menschen, die wir gern haben, schützen. 

 

Cuddy:            Ich hab ihn nicht gern, das schwör ich.

 

Vogler:            Wir müssen nur das richtige Team bilden. Dann kommen wir gut miteinander aus.

 

Cuddy:            Aber ich komme nicht gut mit ihm aus. 

 

Vogler:    Das hier ist kein Team. Es ist kein Boot und keine Maschine, die aus Einzelteilen besteht, die zusammenwirken. Die Metaphern liegen alle daneben. Das hier ist ein Business, das und nichts anderes. Wenn Sie ihn gern haben, ist das schlecht für's Geschäft.

 

SCHNITT: In der Ambulanz.

House behandelt wieder den kleinen Jungen, der sich erneut etwas in die Nase gesteckt hat.

 

Mann: Das ist alles meine Schuld. 

 

House:             War das wieder 'ne Hausaufgabenpause mit Betty Lou?

 

Mann: Nein, ich hab' ihm einen Zaubertrick gezeigt. 

 

House:             Und 'nen Viertel Dollar aus der Nase gezogen. Ist 'n Klassiker. 

 

Mann: Na ja, und seitdem stopft er sich immer irgendwas rein.

 

Arnello:           [öffnet die Tür] Dr. House. 

 

House:             Ich hab' hier eine Krise.

 

Mann: [zu seinem Bruder] Ist ja gut.

 

Arnello:           [zu dem Kind] Stopp!

 

House:             [holt den Gegenstand aus der Nase; zu Arnello] Kein übler Trick. 

 

Arnello:           Sie müssen glauben, dass man Gewalt anwendet.

 

SCHNITT: Arnello und House gehen in House’ Büro.

 

Arnello:           Einer von Ihren Leuten hat meinen Bruder beleidigt. 

 

House:             Hat er mal wieder Mozzarella in den Parmesanstreuer getan?   

 

Arnello:           Er hat ihn als Crackhead oder Homo oder so was bezeichnet.

 

House:    Dieser Idiot. Wie oft soll ich den Kerl noch zum Sensibilitätstraining schicken? Niemand sagt hier, er sei ein Homo. Das wäre wirklich... sehr übel. Also formulieren wir mal etwas freundlicher. Sagen wir, „Er wurde im Knast vergewaltigt.“ Ich habe die Tattoos gesehen. Und wenn ich dann noch die Bluttestresultate bedenke, dann...

 

Arnello: Das waren nur Gerüchte, und Joey hat nie was darüber gesagt. Wenn jemand erfahren sollte, dass man ihn gegen Hepatitis behandelt und das FBI davon Wind kriegen sollte, wird es bestimmt rumerzählt werden. Und dann sind Joeys Männlichkeit und sein Ruf ruiniert.

 

House:             Was Sie beunruhigt, ist die Reaktion seiner Arbeitskollegen im Kaufhaus von Des Moines.

 

Arnello:           Er geht nicht in den Zeugenschutz. Das werd' ich auf keinen Fall zulassen.

 

House:    Hören Sie, ich weiß nicht, ob Ihnen das bekannt ist, aber im Mafia Geschäft werden oft doppelte Bücher geführt. 

 

Arnello:           Eins legal, eins nicht. 

 

House:             Exakt.

 

Arnello:           Verkohlen Sie mich? 

 

House:             Ärzte sind zu beschäftigt, um immer alles aufzuschreiben. Das passiert sehr oft. 

 

Arnello:           Danke. Und... das, was Sie ihm für das geben, was er nicht hat, wird ihn das wieder gesund machen?

 

House:             Ich denke nicht.

 

SCHNITT: Im Parkhaus des Krankenhauses.

Wilson geht auf ein Auto zu, House holt ihn ein.

 

House:             Gehst du gerade Voglers Auto wienern? 

 

Wilson:   Lang sind die Zeiten her, da ein grantiger, alter Doc noch Patienten bei sich zuhause im Keller untersuchte und mit Hühnern entlohnt wurde.

 

House:             Wie soll ich sonst leben? 

 

Wilson:   Weißt du, was Cuddy und Vogler da hinter verschlossenen Türen bequatschen? Den ganzen Tag und gestern auch?

 

House:             Die Bohnerwachskosten steigen, hm?

 

Wilson:   Es geht um dich. Ihre Sekretärin fotokopiert schon den ganzen Tag deine Personalunterlagen. Es geht da nur um dich. 

 

House:             [sieht sich suchend um] Mein Auto wurde geklaut.

 

Wilson:   [blickt auf einen roten Sportflitzer] Oder reinkarniert. [nimmt einen Umschlag von der Windschutzscheibe] Rosa Umschlag. Ein Präsent von den Arnello Brüdern.

 

House:             Weißt du, sie sind zwar Gangster, aber auch sehr entgegenkommend.

 

Wilson:            Du kannst ihn nicht behalten. Das ist... Bestechung.

 

House:    Nein, nein, nein. Bestechung wäre es gewesen, wenn ich gesagt hätte, ich mache ihn wieder gesund. Und er mir dafür Bares zugesteckt hätte. Wenn ich Schmiergeld verlangt hätte, was ich nicht habe, wäre das verwerflich gewesen. So aber ist die Sache in Ordnung.

 

Wilson:            [zweifelnd] Klar. 

 

House:    Junge. Baujahr 65. Perfekt restauriert. Was denkst du, würde einer wie Joey tun, wenn du sein Geschenk ausschlagen würdest? Das wär 'ne furchtbare Kränkung, oder?

 

Wilson:            Er würde dir vielleicht was antun. Das wäre absolut denkbar.

 

House:             Ich bin dran, ich muss die Karre nehmen.

 

SCHNITT: Im Labor.

Cameron und Chase untersuchen die Proben von Joey.

 

Cameron: Hast du das neue Auto von House gesehen? 

 

Chase:             Ist von Joey. Aber er kann's nicht behalten.

 

Cameron: Aber dass das Krankenhaus Geld von Vogler annimmt, stört dich nicht.

 

Chase:             Das ist was anderes. Vogler ist koscher.

 

Cameron: Das ist schlimmer. Voglers Geld war an Bedingungen geknüpft.

 

Chase:             Vogler lässt nicht zu, dass ein Mafioso mir eine reinhaut.

 

Cameron: Bestimmt hat House nicht gewusst... 

 

Foreman: [kommt herein] Joeys Blutdruck ist gefallen. Ich habe IV. Flüssigkeit zugeführt. Jetzt ist es konstant bei hundert systolisch.

 

Cameron: Septisch? 

 

Foreman: Nein, sieht nach Blutung in der Leber aus.

 

Chase:             Varizen. Das ist bei chronischer Hep C typisch.

 

House:    [kommt herein] Ich hab' das Biopsieresultat. Zwei Befunde. Nummer eins Lymphozyteninfiltrate und keine brückenbildende Fibrose.

 

Foreman: Was auch immer ihn umbringt, es ist auf jeden Fall nicht Hep C.

 

House:    Wer hat das gesagt? Ich hab's vergessen. Was tun Sie eigentlich hier? Ich hab' dochgesagt, Sie sind raus aus dem Fall.

 

Foreman: Ach ja, Ihr diabolischer Plan, das fiese Genie glauben zu lassen, er sei aus allem raus, damit er sich öffnet und einen fatalen Fehler macht.

 

House:             Ja, und jetzt wird wohl nichts mehr daraus. 

 

Chase:             Welches fiese Genie?

 

House:             Wenn wir das wüssten, bräuchten wir keinen diabolischen Plan, nicht wahr?

 

Foreman: House denkt, jemand hat ihn an Vogler verraten. 

 

Chase:             [lacht] Wer? Einer von uns?

 

House:             Nein, dazu haben Sie mich zu lieb.

 

Foreman: Also, wenn es keine Hep C ist,wo liegt dann das Problem? Was verursacht das Leberversagen?

 

House:             Nummer zwei, Toxine.

 

Cameron: Nein, er ist erst 30 Jahre alt und kommt beruflich nicht mit Schwermetallen in Berührung.

 

House:    Er ist ein 30 Jahre alter Mafioso. Er hat keinen Job mit dem Risiko akzidentieller Exposition mit Toxinen, sondern einen mit dem Risiko intendierter Exposition mit Toxinen. Jemand hat ihn vergiftet.

 

SCHNITT: Vor Joeys Krankenzimmer.

FBI-Leute und Polizisten sind vor dem Zimmer postiert. Arnello wirft durch die Scheibe einen Blick auf seinen Bruder.

 

SCHNITT: House Büro.

Die Ärzte beraten sich.

 

House:    Was immer das Toxin ist, es leistet ganze Arbeit und das schnell. Wann bekommen wir die nächsten Testresultate?

 

Chase:             In etwa vier Stunden. 

 

Foreman: Seine Leber hält aber nur noch zwei Stunden durch.

 

Cameron: Wie wär's mit einer neuen? 

 

Chase:             Wie, in zwei Stunden?

 

House:             Es gibt noch ’nen anderen Weg. Keine Angst. Er ist koscher.

 

SCHNITT: Ein Pfleger führt ein Schwein über den Gang.

 

SCHNITT: Im OP.

Das Schwein liegt neben Joey und beide sind mit Schläuchen verbunden. Chase und Arnello sehen zu.

 

Arnello:           Das ist ja wirklich gruselig.

 

Chase:     Eigentlich nicht. Wir zapfen nur Joeys Blut ab und leiten es durch ein Schwein. Die Schweineleber tut das, was Joeys nicht kann. Sie reinigt das Blut. Und das führen wir ihm dann wieder zu.

 

Arnello:           Das Schwein macht ihn wieder gesund? 

 

Chase:             Nein. Dadurch gewinnen wir Zeit, um festzustellen, was Ihren Bruder vergiftet.

 

Arnello:           Einfach so? Als würden Sie so was dauernd machen.

 

Chase:             Ja, wir haben dafür extra einen Stall im Keller.

 

SCHNITT: Im Labor.

 

Cameron: Schierling können wir streichen.

 

Foreman: Du hast gedacht, es wär' 'ne Vergiftung mit Schierling? Hat Dr. Euripides dich das checken lassen? 

 

Chase:             Er wächst hier wild neben den Highways.

 

Foreman: Sag mal, wie gern hast du House?

 

Cameron: Chase ist ein Plappermaul. 

 

Foreman: Ja, und er hat wahrscheinlich bei Vogler gesungen.

 

Cameron: Denkst du ernsthaft, er würde... 

 

Foreman: Tut es weh, wenn du mit House zusammen bist? Ich meine im Magen? Aber fühlt es sich trotzdem gut an?

 

Cameron: Habe ich nicht das Recht, an jemandem Interesse zu zeigen?

 

Foreman: Doch, absolut, klar. So wie ich das Recht habe, dich dafür bloß zu stellen.

 

House:             [kommt herein] Was gefunden?

 

Foreman: Wir haben minimale Leukozytenzahlen. Kein Hinweis auf den Leberstatus.

 

House:             Ist er Raucher? 

 

Cameron: Ich seh' mal nach.

 

House:             [sieht sich die Röntgenbilder an] Anzeichen eines Emphysems. Er muss schon viele Jahre rauchen.

 

Cameron: Schließen Sie das aus der Leukozytenzahl? 

 

House:             Nein, ich schließe das aus dem Thorax Röntgenbild. Die Zahl sagt mir nur, dass er aufgehört hat. [sieht Cameron über die Schulter]

 

Cameron: Vor zwei Wochen.

 

House geht.

 

Foreman: Und dein Bauch? 

 

Cameron: Flach und straff.

 

SCHNITT: Auf dem Gang vor Joeys Krankenzimmer.

Ein FBI Agent spricht mit einem anderen Agent.

 

Agent: Ich mach' diesen Job jetzt schon 12 Jahre.

 

FBI-Agent: Sie haben heute 3000 Dollar auf das Konto Ihrer Frau eingezahlt, Brady? Ich will wissen, woher die kamen.

 

Agent: Ich hab' die besten Beurteilungen. 

 

FBI-Agent: Woher hatten Sie das Geld? Sagen Sie es.

 

House kommt dazu.

 

House:             Lockern Sie mal ein wenig die Daumenschrauben. Ich habe den Schuldigen. 

 

FBI-Agent: Und? 

 

House:             Nicht und, „Hu“. 

 

FBI-Agent: Häh?

 

House:    Danke für's Mitspielen. Chai Hu. Ein Heilkraut aus China ist in seinem Rauchentwöhnungszeug. Reduziert das Verlangen und die Leukozytenzahl, was von Übel ist. Ach ja und er hat so viel von dem Zeug genascht, dass er sich vergiftet hat. Wir lassen ihn noch 'ne Weile an der Sau dran und setzen dann das Schweinezeug ab. Das Schwein leidet nicht. Oh, nein.

 

SCHNITT: Joeys Krankenzimmer.

Joey liegt im Bett, sein Bruder sitzt in einem Sessel.

 

Joey:    Hey. 

 

Arnello:           Na, fühlst du dich besser? 

 

Joey:    Ich hab' Kohldampf, Alter.

 

Arnello:           In der Kantine gibt's leckere Fischstäbchen. 

 

Joey:    Da krieg' ich Heimweh nach'm Knast.

 

SCHNITT: Abend.

Wilson und House fahren in dem neuen Auto durch die Stadt.

 

Wilson:            Der Mafioso ist also entlassungsbereit?

 

House:             Ich behalt' ihn noch über Nacht da. Dann sag' ich den Feds, sie können den Typen jetzt verschaukeln.

 

Wilson:            Den Bruder wird das nicht freuen. 

 

House:             Ich muss vielleicht den Wagenzurückgeben.

 

Wilson:            Du solltest Vogler es den Feds sagen lassen. 

 

House:             Wieso?

 

Wilson:   Nun, weil es ihn was angeht und weil du ihn bei Joeys erster Entlassung blamiert hast. Willst Du noch mehr Ärger kriegen? 

 

House:             Blamiert hat er sich selbst.

 

Wilson:   Und weil dein Job sicher davon abhängt, in welcher Laune Vogler am Ende seines Diskussionsmarathons mit Cuddy ist. Im Ernst, Mann, bist du eigentlich schon irgendwann mal Auto gefahren? Er hat nämlich vier Gänge.

 

House:             Ich weiß, und er hat einen Halt-die-Klappe-Knopf.

 

SCHNITT: Im Krankenhaus.

House, diesmal im weißen Kittel, betritt das Büro von Cuddy, die immer noch mit Vogler diskutiert.

 

House:             Nach meiner fachärztlichen Meinung ist der Patient wieder gesund und darf entlassen werden.

 

Vogler:            Danke für die Information. [am Telefon] Verbinden Sie mich mit dem Büro des Staatsanwalts. 

 

Cuddy:            [geht zu House; leise] Sie haben also erfahren, worüber wir hier sprechen?

 

House:             Sie haben eine Besprechung? 

 

Cuddy:    Vergessen wir mal den Grund. Der Kittel steht Ihnen gut. Chai Hu Tabletten verursachen Leberversagen? Unmöglich.

 

House:             Für sich allein, aber in Kombination mit dem Interferon wirkt es wie Gas und Flamme.

 

Cuddy:            Wieso Interferon? 

 

House:             Für die Hep C.

 

Cuddy:            Welche Hep C? 

 

House:             Ups.

 

Cuddy:            Ist es notwendig, die Hep C von einem Mafioso zu vertuschen?

 

House:             Ist es notwendig, das FBI in alles einzuweihen? 

 

Cuddy:            Sie sind mir wirklich eine Marke. Sogar jetzt, wo Sie wissen, dass... 

 

House:             [House Pieper meldet sich, er sieht drauf; zu Vogler] Ed. Edward. Joey liegt wieder im Koma.

 

SCHNITT: Das Büro von House.

 

Chase:             Er ist stabil, aber komatös. 

 

Foreman: In schlechterem Zustand. Er wird jetzt beatmet.

 

House:    Die Frage lautet, wieso? Es ist nicht sein Gehirn. Es ist kein Toxin. Und hier hat Babe, unser Schwein, geholfen. Was also sonst?

 

Chase:             Hep C. Es ist nicht austherapiert. Das Interferon haben wir abgesetzt, als es anfing, seine Leber zu vergiften.

 

House:    Muss ich erst einen Song darüber schreiben? Die chronische Hep C war nicht schwer genug, um die Symptome auszulösen. 

 

Foreman: Der Östrogenlevel indiziert das Gegenteil.

 

House:             Der Östrogenlevel indiziert was ganz anderes. 

 

Cameron: Interferon darf er nicht mehr kriegen. Er hat noch Rückstände der Lutschtabletten im Organismus. Es würde ihn erneut vergiften.

 

Chase:     Gentechnik. Wenn wir  das Virus  nicht killen, verändern wir es durch einen nichtnukleosidalen allosterischen  Inibitor.

 

Foreman: Das wurde noch nie am Menschen versucht. Das kann ihn umbringen.

 

Chase:             Na, wenn schon? Ohne das stirbt er auch.

 

Foreman: Na ja, es wird gerade  am San Sebastians eine Studie an Hunden durchgeführt. Ich rufe die mal an.

 

House:             Was könnte sonst noch die Ursache eines so hohen Östrogenspiegels sein?

 

Cameron: Nichts.

 

SCHNITT: Joeys Krankenzimmer.

Die Ärzte kümmern sich um den Patienten.

 

Chase:             Wir geben dieses Mittel dazu. Es soll ihm nicht gleich beim Eintritt die Venen verbrennen.

 

Arnello:           Aber Sie wissen nicht, ob es helfen wird.

 

Chase:             Die Studienergebnisse waren viel versprechend.

 

SCHNITT: In der Ambulanz.

House behandelt wieder den kleinen Jungen, der sich andauernd Figuren in die Nase schiebt.

 

Mann: Vielleicht ist ja nichts drin. Ich hatte ihn fortwährend unter Kontrolle.

 

House:             Ich denke, nicht.

 

Mann: Er hatte so gut wie keine kleinen Sachen zum Spielen, Doc.

 

House:    Dadurch hast du ihn gezwungen, etwas Größeres in seinen Schnüffelkolben zu tun. Klappe, oder ich beiß' dir die Nase ab. [House holt ein Feuerwehrauto aus der Nase des Kindes]

 

Mann: Er ist nicht... besonders schlau.

 

House:             Die Gene sind eine mächtige Kraft. Andererseits ist er möglicherweise schlauer, als du denkst.

 

Mann: Wieso? Was ist los? 

 

House:             Das wirst du gleich sehen. So ein Ding wollte ich schon immer mal benutzen. Leg seinen Kopf nach hinten.

 

Mann: Oh... ich weiß nicht...

 

House:    Los, drück' seinen Kopf nach hinten. [House schiebt einen Magneten in die Nase des Kindes und holt eine kleine Katzenfigur hervor] Schlüssige  Begriffslogik, würde ich sagen. Oder Hinweise? Clever. Sehr cool. Wir haben den Bullen, den Feuerwehrmann und das Feuerwehrauto. Dein Brüderchen schickt ein Team zur Rettung der Katze. Also manchmal ist die einfachste Lösung... [hält inne und denkt nach]

 

SCHNITT: House Büro.

House steht vor der Tafel und streicht das Wort „Östrogen“ durch.

 

House:             Aus welcher Art von Koma erwacht man plötzlich wieder?

 

Chase:     Aus diesem wird er nicht mehr plötzlich erwachen. Er zeigt keine Besserung. Sie haben Östrogen durchgestrichen. Eine Erklärung dafür?

 

House:             Ja, die habe ich, eine simple.

 

Chase:             Und?

 

House:             Ist privat.

 

Chase:             Sie denken, ich war's, der es Vogler verraten hat.

 

House:    Sie stehen ganz oben auf der Liste. Toxisches Koma. Bei ausreichendem Abstand zur Ursache rekonvalesziert der Patient.

 

Chase:             Das FBI hat nach Giften gesucht. Und wir auch. Ich war es nicht.

 

House:             Dann ist es also keins. 

 

Chase:             Eine Allergie. Hören Sie mir zu? 

 

House:             Vielleicht 'ne Nahrungsmittelunverträglichkeit.

 

Chase:     Sämtliche Nahrung wird streng kontrolliert. Es besteht kein Zusammenhang zwischen den Mahlzeiten und seinem  Zustand. Er hatte Steak mit Kartoffeln vor dem ersten Koma und hier im Krankenhaus Fischstäbchen vor dem zweiten. Vertrauen Sie mir ruhig.

 

House:    Das Problem ist, wenn ich Ihnen nicht vertrauen kann, kann ich auch nicht Ihrer Zusicherung vertrauen, dass ich Ihnen vertrauen kann. Doch, danke. Sie haben mir sehr geholfen.

 

SCHNITT: House geht zu dem Agent, der vor Joeys Krankenzimmer steht.

 

House:             Und woher hatten Sie die Mäuse? 

 

Agent: Was?

 

House:             Jemand hat Sie gekauft. 

 

Agent: Wovon reden Sie da, Mann? Er wurde nicht vergiftet. Sie haben uns gesagt, dass...

 

House:             Wer redet hier von Gift? Ich rede von Schmiergeld. Von Schiebung.

 

Arnello:           Lassen Sie ihn in Ruhe.

 

SCHNITT: House und Arnello gehen den Gang entlang.

 

House:             Sie haben den Marshall gekauft. 

 

Arnello:           Aber nicht, damit er meinen Bruder vergiftet.

 

House:             Nein, doch das ist leider passiert.

 

Arnello:           Er hat etwas Geld gekriegt, damit er ihm mal was Anständiges zu essen bringt.

 

House:             Was Besseres als die Fischdinger. Ich tippe auf Steak.

 

Arnello:           Wir wollten Nudeln, doch die dämlichen Feds interessiert das ja nicht.

 

House:    Er hatte ein Steak vor beiden Komata. Ihr Bruder hateine Ornithin-Transcarbamylase Defizienz. Soll ich Ihnen das aufschreiben? Gut, das dauert nämlich. Es ist genetisch und kann immer auftreten, wenn der Patient sehr viel Eiweiß zu sich nimmt, besonders, wenn er es nicht daran gewöhnt ist.

 

Arnello:           Das ist alles? Er soll nur rotes Fleisch meiden und dann ist er wieder okay?

 

House:    Ja, wenn ich recht habe und wir die aktuelle Therapie stoppen, wird er wieder gesund. Aber wenn ich mich irre, dann... wird er sterben.

 

Arnello:           Warum sollten Sie sich irren? 

 

House:    Wegen des Östrogenspiegels. OTD-Mangel erklärt nicht seinen Östrogenspiegel.Aber, ich habe da eine Theorie. Es gibt da eine chemische Substanz, die, wenn sie geschluckt wird, den Östrogenspiegel bei jemandem dramatisch ansteigen lässt.

 

Arnello:           Welche? 

 

House:             Sie heißt Östrogen.

 

Arnello:           Joey schluckt Östrogen? Wieso? Für 'ne Geschlechtsumwandlung?

 

House:    Nein, nichts dergleichen. Es nennt sich „Männliche Flamme“. Klingt im chinesischen Original wahrscheinlich verbraucherfreundlicher. Es ist ein Kräuter Aphrodisiakum für schwule Männer. 

 

Arnello:           Jetzt geht's los.

 

House:    Es wird auf der gleichen Website angeboten die auch seine Chai Hu Lutschdinger anbietet. Raten Sie, was drin ist. Es fängt mit „Ö“ an.

 

Arnello:           Wollen Sie auch eins auf die Fresse? 

 

House:    Hm, das wär schon 'n toller Trick. Er schlug mich so hart, dass sein Bruder ein Hetero wurde. Joey ist ein einflussreicher Mafioso. Solche Leute werden im Knast nicht vergewaltigt. Die kriegen Geschenke. Besseres Essen, Drogen, Zigaretten. Kabelfernsehen.

 

Arnello:           Joey ist nicht schwul.

 

House:    Schwul vielleicht nicht, doch sehr charmant. Sie andererseits, der Sie einen Arzt schlagen, auch wenn's nur Chase war, und einen anderen ersuchen, seine Beurteilung schön sauber und homofrei zu halten, das würde ich schon eine Überreaktion nennen. Haben Sie Angst, dass es vielleicht wahr ist? 

 

Arnello:           Sie liegen falsch.

 

House:             Okay. Dann stoppen Sie die Behandlung nicht. Doch wenn Sie sich irren, stirbt er.

 

SCHNITT: Vor Joeys Zimmer. House sieht durch die Scheibe zu dem Patienten, Arnello kommt hinzu.

 

Arnello:           Okay.

 

SCHNITT: Im Zimmer.

Chase stoppt die gegenwärtige Behandlung.

 

Arnello:           Er hat mir nie etwas davon gesagt, kein Wort.

 

House:    Das mag find' ich toll an Euch Mafia Kerlen. Ihr seid voller Hass. Ihr seid großzügig und einfühlsam. Outen wollte er sich irgendwo, wo ihn kein Mensch kennt. Die Tattoos loswerden, seinen Namen ändern und woanders hinziehen. Wie soll er das alleine schaffen? Zeugenschutz. Das ist heutzutage nicht nur was für Zeugen.

 

Chase:             Sie können sich zu ihm setzen, wenn Sie es wollen.

 

SCHNITT: Im Krankenhaus.

Arnello sitzt auf dem Gang und spricht mit Foreman.

 

Arnello:           Wie lange noch?

 

Foreman: Es ist erst zwei Stunden her. Wenn es OTC-Mangel ist, dann... 

 

Arnello:           Wenn es das sein sollte. Was ist, wenn House sich geirrt hat?

 

Foreman: Eine so gewaltige Reaktion braucht einige Zeit, bis...

 

Arnello:           Ihr stellt Vermutungen über Leute an, redet einem Sachen ein, die... 

 

Cameron: Mr. Arnello... Er ist jetzt wach. Er möchte Sie sehen.

 

SCHNITT: Joeys Zimmer.

 

Joey:    Du siehst beschissen aus. War'n Scherz. Ich bin krank, und du siehst beschissen aus.

 

Arnello: Du weißt nicht, was ich da draußen durchgemacht hab' Joey. Dir ging's immer schlechter. Und Dr. House erzählt mir fortwährend so 'n Scheiß. Wenn... wenn ich dich für normal halte, gibt er dir weiter die Medizin, und wenn nicht, dann... 

 

Joey:    Nicht was? Normal?

 

Arnello: Ja. Er sagt, du wärst 'ne Schwuchtel. Und das Zeugenschutzprogramm wäre deine große Chance, das auszuleben.

 

Joey:    Glaubst du ihm, Bill? 

 

Arnello: Ich weiß nicht, was ich glauben soll. Du warst krank. Ich musste 'ne Entscheidung treffen. Ich dachte, du springst in die Kiste.

 

Joey:       Du glaubst ihm. Er hat die Medizin abgesetzt. Und jetzt liege ich im Bett. Ich wollte mit dir reden, ich wollte wissen, was. 

 

Arnello: Da gibt's nichts zu reden, Mann. Du... du hast so 'n chinesisches Heilzeug bestellt. Die haben die falschen Pillen geschickt, Du hast sie geschluckt.

 

Joey:    Ja, so war's wohl.

 

Arnello:           Du willst nach wie vor aussagen? Dann tu es. Ich hab's dem Doc gesagt. Er sagt, das ist okay.

 

Joey:    Ich erwarte nicht, dass du das verstehst. 

 

Arnello: Tue ich auch nicht. Ich weiß nur eins, du bist mein Bruder Joey. Und wenn du meinst, diese... diese Sache, was auch immer, gibt dir was, dann musst du es tun. Ja, das solltest du. 

 

SCHNITT: Cuddys Büro.

 

Cuddy:            Vogler will Sie feuern. Die ganze Abteilung zumachen.

 

House:    Ein Glück, dass Sie für mich gekämpft haben. Fummeln war schon taktisch geschickt, aber Sie müssen dran bleiben. Ein heißes Wochenende in Vegas, irgendwohin, wo Sie Ihre administrativen Fähigkeiten zeigen können. [nimmt eine Vicodin]

 

Cuddy:            Er droht, auch mich zu feuern.

 

House:    Uh, das tut mir leid. Wie lange habe ich denn noch? Ich hab' da viel Persönliches einzupacken und nehme an, Sie planen 'ne Abschiedsparty. 

 

Cuddy:    Ich sagte, ich wüsste, wo die Leichen im Keller liegen. Und die stehen nicht in den Büchern. Er kann mich nicht absägen.

 

House:    Er behält Sie nur da, weil Sie die geheimen Handschläge kennen. Er lernt schnell. In sechs Monaten hat er den Bogen raus, und braucht Sie nicht mehr.

 

Cuddy:            Warten wir es ab. 

 

House:             Also gehe ich nicht.

 

Cuddy:            Nein. Aber es wird sich einiges ändern, Gregory.

 

SCHNITT: Wilson und House gehen den Krankenhausflur entlang.

 

House:             Profit. Die neue Weltordnung. Es geht nur um den Profit. 

 

Wilson:   Ja, das ist ja ganz was Neues. Wie wär's, wenn du die Corvette hin und wieder vermietest oder du leihst sie einem Freund?

 

House:             Die einfachste Lösung, doch mit Sicherheit die falsche.

 

Wilson:            Aber Cuddy hat sich für dich eingesetzt. 

 

House:             In Maßen.

 

Wilson:            Nämlich welchen? 

 

House:    Ich soll zusätzliche Ambulanzstunden anreißen. Zwei von denen auch. [sieht in sein Büro, wo seine Assistenten zusammensitzen]

 

Wilson:            Wieso nur zwei? 

 

House:             Weil einer von ihnen fliegt. Ich soll einen von ihnen feuern. [geht in sein Büro] Guten Morgen.

 

 

 

---=== ENDE ===---