Transkript der Folge „Epidemie“ [#1.19] aus der Serie „Dr. House”

DR. HOUSE

-Epidemie-

 

[Abschrift erstellt von Hurly am 04.10.2006]

 

Es handelt sich nicht um das synchronisierte Originaldrehbuch, sondern lediglich um eine auf audiovisuell basierende Abschrift der TV Ausstrahlung dieser Episode. Eine Verletzung der Copyrights ist nicht beabsichtigt! Wer diese Abschrift zum Zwecke der weiteren Verbreitung im Internet verwenden möchte, den bitte ich ausdrücklich um eine Rückfrage und um einen Hinweis auf diese Quelle.

 

Anmerkung: Bei kursiv erscheinenden Wörtern war es entweder nicht möglich, sie akustisch korrekt zu verstehen oder sie ließen sich nicht genau recherchieren. Bei Wörtern, die ausschließlich in Großbuchstaben geschrieben sind, außer, es handelt sich um Abkürzungen, liegt eine deutliche, akustische Betonung vor. Wer Fehler findet, schreibt mir bitte eine E-Mail. Danke.

 

Originaltitel

Kids

 

Episode

#1.19

 

Buch

Thomas L. Moran & Lawrence Kaplow

 

Regie

Deran Sarafian

 

Hauptrollen

Hugh Laurie ... Dr. Gregory House

Lisa Edelstein ... Dr. Lisa Cuddy

Omar Epps ... Dr. Eric Foreman

Robert Sean Leonard ... Dr. James Wilson

Jennifer Morrison ... Dr. Allison Cameron

Jesse Spencer ... Dr. Robert Chase

 

Gastrollen

Eddie McClintock ... Mr. Stahl (Marys Trainer)

Ben Jelen ... Dr. Roger Spain (erster Bewerber)

Shari Headley ... Dr. Arlene Marks (dritte Bewerberin)

Erin Foster ... Dr. Petra Gilmar (zweite Bewerberin)

Dylan Kussman ... Mr. Carroll

Stephanie Venditto ... Krankenschwester Brenda

und Skye McCole Bartusiak ... Mary Carroll

 

Nebenrollen

Kelly Kirklyn ... Mrs. Carroll

Tim Haldeman ... Mann

Geraldine Singer ... Frau

Cindy Lu ... Krankenschwester

Mark Bloom ... Arzt #1

Eric Cazenave ... Arzt #2

Lindsay Pulsipher ... Teamkollegin #1

Rhea Lando ... Teamkollegin #2

Diego Clare ... Dawson

 

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VORSPANN

 

Eine Schwimmhalle. Ein Wettbewerb findet statt. Das Publikum applaudiert.

 

Moderator: [aus dem off] Als nächstes springt Michelle Brown.

 

Die Sportlerin springt, macht eine Drehung und taucht ein. Die Jurymitglieder machen sich Notizen. Das Publikum jubelt.

 

Moderator: [aus dem off] 5,9 – 5,6 – 6,0 und 5,5

 

Ein Trainer massiert seiner Sportlerin (Mary) die Schultern. Das Mädchen ist noch sehr jung.

 

Trainer: Konzentrierst du dich?

 

Mary: Hmh.

 

Trainer: Gut. Du bist dran. Fühlst du dich gut? Du siehst blass aus.

 

Mary: Ich bin fit.

 

Trainer: Und dein Nacken?

 

Mary: Wird schon geh'n.

 

Trainer: Willst du nicht lieber 'nen Zweieinhalbfachen springen?

 

Mary: Nein, ich mach' einen Dreier.

 

Trainer: Ich wäre eher für 'nen tollen Zweieinhalber.

 

Mary: Ich mach' einen tollen Dreier!

 

Trainer: Hm, na gut. Dann wollen wir den Alten mal zeigen, was 'ne perfekt trainierte Zwölfjährige schafft.

 

Der Trainer hilft ihr, die Sportjacke auszuziehen und sieht ihr aufmunternd hinterher, als sie die Treppe zum Sprungbrett hinauf geht.

 

Moderator: Als nächstes springt die zweimalige, nationale Jugendmeisterin Mary Carroll.

 

Mary geht zum Rand des Sprungbretts. Sie fühlt sich nicht besonders, greift sich an Stirn und Nacken und dreht sich dann um – zum Sprung bereit.

 

Mary: [zu sich selbst] Verdammt. Du kannst es. Jetzt komm schon, konzentrier' dich. Sieh' es! Sieh' es!

 

Mary konzentriert sich, breitet die Arme aus. Die Jury beobachtet sie.

Mary: [zu sich selbst] Abspringen, Hechtposition, sauber eintauchen.

 

Mary springt und taucht ins Wasser. Mit geballter Faust taucht sie wieder auf. Sie sieht sich um und bemerkt, dass etwas nicht stimmt. Das Publikum guckt verstört in eine Richtung. Einer der Punktrichter ist zusammengebrochen und liegt am Beckenrand. Marys Trainer beugt sich über ihn.

 

Trainer: Rufen Sie 'n Krankenwagen. Wir brauchen einen Notarzt.

Neben dem Kopf des Punkrichters sieht man Blut auf den Fliesen, das aus seinem linken Ohr geflossen war.

 

ERÖFFNUNGSSEQUENZ/CREDITS

 

Dr. Camerons Apartment. Sie trainiert auf einem Laufband. Es klopft penetrant an ihrer Tür. Sie öffnet sie und Dr. House steht vor ihr.

 

House: Ich hab' Licht hier drin gesehen.

 

Cameron: Es ist früh am Tage.

 

House: Ist, ähm, nur 'ne Redewendung. Sie nehmen alles zu wörtlich.

 

Cameron: [sieht auf House' Stock] Ein neuer Stock.

 

House: Ja. Der Verkäufer sagt, er macht schlank… so wie Längsstreifen.

 

Cameron: Warum sind Sie hier?

 

House: Vogler ist tot.

 

Cameron: [erschrocken] Was? Was ist passiert?

 

House: Auch das war nur bildhaft gemeint. Die Ära Vogler ist vorbei. Mister Destruktiv, Mister "Fall gefälligst auf die Knie vor mir!" ist weg aus dem Krankenhaus. Und es kann wieder werden wie es war.

 

Cameron: Wie es war, war es reichlich absonderlich.

 

House: Hm, ab… sonderlich gefällt mir.

 

Cameron: [genervt] Hach, was wollen Sie jetzt… direkt gesagt?

 

House: Ich will, dass Sie wiederkommen.

 

Cameron: Wieso?

 

House' Pager piept. Er seufzt und sieht wie Cameron die Arme vor der Brust verschränkt.

 

House: Bitte, nicht diese Haltung. Sie sind zuhause. Ich verkrampfe total, wenn ich das sehe und dann… gute Nacht. [der Pager piept immer noch]

 

Cameron: Sehen Sie auf Ihren Pager!

 

House: [er sieht nach] Hm, nichts wichtiges. Bloß 'ne Epidemie. Nicht mein Ding.

 

Cameron: Gehen Sie! Das ist wichtig.

 

House: Wichtig ist, was ich hier mache.

 

Cameron: Wieso woll'n Sie mich wiederhaben?

 

House: Weil Sie 'ne gute Ärztin sind.

 

Cameron: Nur deshalb?

 

House: Das reicht doch wohl.

 

Cameron: Nein, mir nicht. [House guckt nervös] Die Epidemie wartet. [sie schließt die Tür]

 

Kamerafahrt über das Klinikgelände.

Schnitt zur Eingangstür. House geht hinein und sieht etliche Patienten, Schwestern und Ärzte. Fast alle tragen einen Mundschutz. Über einen Lautsprecher hört man eine Frauenstimme, die den Patienten Anweisungen gibt. Er dreht sich genervt wieder zur Tür und will gehen. Dr. Cuddy kommt auf ihn zu.

 

Cuddy: Dr. House! Nicht weggehen!

 

House: [dreht sich zu Cuddy um] Oh doch. Ich habe keinen Bock, mir hier was einzufangen.

 

Cuddy: Ein Punktrichter vom Campus-Pool-Center ist kollabiert. Laut Punktion eine virulente Form bakterieller Meningitis.

 

House: Na dann… geht der Rest ja auch ohne mich.

 

Cuddy: Zweitausendfünfhundert Menschen im Pool-Center wurden exponiert. Sie werden auf alle Krankenhäuser verteilt.

 

House: Das ist ein Problem von Ressourcen und kein diagnostisches. Und, ähm, ich blick' bei so was nicht durch. Ich steh' nur im Weg.

 

House will gehen, doch ein Wachmann hält ihn auf.

 

Cuddy: [zum Wachmann] Joe! Dr. House hat keinen blauen Schein. Niemand verlässt ohne den Schein den Quarantänebereich. [zu House] Sie arbeiten in dieser Klinik. Verhalten Sie sich gefälligst so. Und [drückt ihm einen Becher in die Hand] schlucken Sie die!

 

Cuddy geht. House grinst Joe genervt an, prostet ihm zu und schluckt die Pillen.

 

Schnitt zu einem Untersuchungszimmer. House misst bei einem Patienten die Temperatur.

 

House: Achtunddreißig zwei. Ihr Freifahrtsschein in den zweiten Stock. Der Nächste!

 

Schnitt zu Dr. Wilson in einem anderen Untersuchungsraum. Er behandelt gerade eine junge Frau.

 

Wilson: Okay. Kein Fieber, kein Ausschlag. Sieht gut aus. [gibt ihr einen Becher] Schlucken Sie die zwei Pillen und zeigen Sie diesen blauen Schein

den Wachleuten am Ausgang. [schaut auf seine Uhr] Der Nächste!

 

Schnitt zurück zu Dr. House.

 

House: [gibt der Patientin die Pillen] Schlucken Sie die und reden Sie mal 'n Wort mit ihrer Tochter.

 

Patientin: Was?

 

House: [mustert sie] Saubere Hose, Bluse und 'n Schal. Wie frisch aus dem Ei gepellt… bis auf die Jacke. Da ist 'n Fleck drauf. [zeigt mit seinem Stift darauf] Ungefähr zwei Tage alt, was bedeutet, sie wurde heimlich benutzt. So. Entweder trägt Ihr Mann Frauenkleider oder Ihre Tochter trägt Ihre Sachen, ohne Bescheid zu sagen. Sie glaubt, wenn sie älter wirkt, kann sie in Bars gehen.

 

Patientin: [pikiert] Ich habe keine Tochter.

 

House: [etwas peinlich berührt reicht er ihr den blauen Schein] Der Nächste!

Schnitt zu Dr. Chase, der in der Lobby einen Mann in mittleren Jahren untersucht.

 

Patient: Ich habe es.

 

Chase: [gibt ihm einen Zettel] Legen Sie den im zweiten Stock vor. Keine Angst, das wird schon werden.

 

Patient: Dann muss ich sterben?

 

Chase: [genervt] Es ist behandelbar, wenn Sie in den zweiten Stock raufgehen. [Mann geht] Der Nächste!

 

Schnitt zu Dr. House. Er untersucht nun Mary und sieht auf den Fieberstreifen.

 

House: Hm, jau.

 

Mary: Fieber? Dann bin ich infiziert?

 

House: Hast du Ausschlag? [Mary guckt etwas verschämt; House hebt die Arme] Na komm.

 

Mary: [hebt ihr Oberteil ein Stück hoch, rote Pickelchen sind auf ihrem Bauch zu sehen] Der neue Badeanzug. Ich hab's seit 'ner Woche.

 

House: [sieht sie an, als ob er ihr nicht wirklich glaubt] Ja. Tut dein Nacken weh? Wenn ja, hast du den Hauptgewinn.

 

Mary: 'N bisschen. Ich hab' ihn mir gestaucht beim dreieinhalbfachen Tuck.

 

House: Wo leben deine Eltern?

 

Mary: Drüben in Chicago. Ich bin mit meinem Coach hier. [guckt auf den Zettel, den House in der Hand hält; er sieht sie an] Ich wollte nur seh'n, was Sie da schreiben.

 

House: Mach so! [er bewegt seinen Kopf von links nach rechts]

 

Mary: [macht es ihm nach und verzieht das Gesicht] Au.

 

House: Und jetzt so. [er bewegt den Kopf von unten nach oben; Mary tut es ihm gleich, hat aber keine Schmerzen; House überlegt]

 

Schnitt zu einem Behandlungsraum, wo schon einige Patienten auf Tragen liegen.

 

Foreman: [zu einem jungen Mann] Nehmen Sie diese Pillen. Mit dem Schein kommen Sie hier raus. Und weiter… der Nächste! [House steht vor ihm]

 

House: Sie kommen jetzt mal mit. [Foreman folgt ihm]

 

Schnitt zu Dr. Chase.

 

Chase: [zu einer Frau] Die Kollegen in der zweiten Etage machen ein Tomogramm. Sie können hochfahren und dann bitte warten. Der Nächste!

 

House steht an der Tür und pfeift. Chase folgt ihm.

 

Schnitt zu einem überfüllten Klinikkorridor. Chase, House und Foreman gehen nebeneinander her.

 

Chase: Vielleicht 'ne Systemerkrankung.

 

Foreman: Oder es ist doch Meningitis.

 

House: Sie hat den Ausschlag seit 'ner Woche. Wär' es DIE Art Meningitis, wär' sie inzwischen tot.

 

Dr. Cuddy sieht die drei und fängt sie ab.

 

Cuddy: Denken die Herren, wir wären da unten durch und dass die achthundert Menschen nur deswegen Schlange steh'n, weil sie mal aufs Klo müssen?

 

House: Zwölf Jahre altes Mädchen. Fieber, Hautausschlag, Nackenschmerzen. Es ist nicht Meningitis.

 

Cuddy: Klingt aber nach Meningitis.

 

House: Eiter im Spinalkanal macht Schmerzen bei vertikaler Bewegung des Kopfes. Ihr Nackenschmerz ist horizontal.

 

Cuddy: So, horizontal.

 

House: Passt nicht zusammen.

 

Cuddy: [laut] Sie machen weiter in der Lobby! Alle! Sofort!

 

House: Die kleinen Pillen, die Sie hier so eifrig und üppig verteilen, nützen Miss Louganis einen Dreck.

 

Cuddy: Ihnen passt bloß nicht, dass Sie mal ran müssen.

 

House: Hm, ertappt. Ich mach' mit 'ner Zwölfjährigen ein paar gefährliche und invasive Tests, um es bequemer zu haben. [denkt kurz nach] Manchmal vielleicht, aber diesmal nicht. Wenn sich rausstellt, dass sie Meningitis hat, dann haben Sie gewonnen. Aber wenn sie stirbt, weil wir nicht da sind, pfuh… dann bekommen Sie rote Backen.

 

Cuddy: Sie haben eine Stunde. [sie geht]

 

House: [zu Foreman und Chase] Erst 'ne Lumbalpunktion. Manche Infektionen im Gehirn sind Versteckkünstler.

 

Chase: Ich mach' den Blut Check.

 

House: Nein, mitnichten. Sie, Sir, überprüfen alle Arten von Nackenschmerzen im Universum.

 

Chase: [angesäuert] Die Liste wird hundert Meter lang.

 

House: Fangen Sie mit "A" an [zu Foreman] und geben Sie Rifampicin.

 

Foreman: Rifampicin ist gegen Meningitis… Sie sagten doch… [Chase geht]

 

House: Falls ich mich irre. Ist schon vorgekommen. [Foreman seufzt und geht ebenfalls]

 

House sieht sich im Flur um und registriert die vielen kranken und hustenden Menschen. Während er geht, zieht er sich einen Teil seines Jacketts vor Mund und Nase.

Schnitt zur Rezeption der Klinik. Es warten etliche Ärzte davor.

 

Arzt #1: Brenda, ich brauche Blutbild und Blutchemie in Zwanzig Sechsundvierzig.

 

Brenda: Ein Augenblick.

 

Foreman: [drängelt sich vor] Entschuldigung.

 

Arzt #2: Hey, wir warten alle.

 

Foreman: Ich hab' doch gefragt. Brenda, ich brauch' ein Bett und ähm…

 

Arzt #2: [erbost] Wir brauchen alle was.

 

Foreman: [zu Arzt #2] Fass' mich nicht an. [zu Brenda] Ich brauch' dringend 'n Bett und 'ne Schwester für 'ne Lumbalpunktion.

 

Brenda: Kein Bett, keine Schwester für die nächsten vier Stunden.

 

Foreman: Wir haben nur eine.

 

Brenda: Ist Ihr Patient nur noch eine Stunde am Leben ohne Lumbalpunktion?

 

Foreman: Cuddy gibt uns nur eine Stunde für sie.

 

Brenda: Bitte anstellen!

 

Die anderen Ärzte grinsen zufrieden und lachen. Foreman geht.

 

Schnitt zur Lobby. Mary liegt auf einer Trage mitten im Weg. Ihr Trainer steht daneben. Foreman bereitet die Punktion vor und setzt mit einer langen Nadel auf Marys unteren Rücken an.

 

Foreman: Das Novocain betäubt die Stelle, wo ich hineingehe. Tut… mir leid, dass ich das so öffentlich machen muss.

 

Mary: [der Trainer streichelt ihren Kopf] Halb so wild. Beim Springen hab' ich fünftausend Blicke auf meinem Hintern. Ich blende das aus. [Foreman guckt überrascht zum Trainer]

 

Trainer: Hm, diese Kids sind früh erwachsen, durch das viele Rumreisen von Wettkampf zu Wettkampf. [Foreman lächelt]

 

Foreman: [zu Mary] So, umfass die Knie und zieh den Kopf ran.

 

Mary: Wie beim Sprung?

 

Foreman: Genau so. [er konzentriert sich auf Marys Rücken] Gut. Prima so. Und das Atmen nicht vergessen. [er setzt die Nadel an] Okay.

 

Ein Mann (Arzt) stößt im Gehen an die Trage.

 

Mann: Oh. Tschuldigung. [Mary stöhnt]

 

Foreman: Puh. Coach, helfen Sie mir. Spielen Sie 'n bisschen Verteidigung, bevor ich in die falsche Stelle steche. [Pause] Okay, jetzt aber. [er führt die Nadel ein; Mary verzieht das Gesicht]

 

Mary: Au. Ich fühl das. Das tut weh, das tut weh.

 

Foreman: Versuch' dich zu entspannen, versuch' es.

 

Schnitt auf einen Computermonitor, der im Besprechungsraum steht. Chase recherchiert im Internet. House steht hinter ihm mit einem Becher Kaffee in der Hand.

 

House: Bei welchem Buchstaben?

 

Chase: "A".

 

House: Ooh, eine Tortour, das alles durchzuforsten, oder? Fürchterlich öde und langweilig.

 

Chase: Ist kein Problem.

 

House: Hm, na dann is' ja gut. So mancher würde das als Strafe empfinden. [er verlässt den Raum]

 

Schnitt zur Lobby. Foreman sucht nach Mary und wendet sich an eine Schwester, die gerade einen Patienten befragt.

 

Schwester: Und wann sind Sie…

 

Foreman: Wo ist die Zwölfjährige, die eben hier lag?

 

Schwester: Wir brauchten die Trage.

 

Foreman: [verärgert] Sie hatte eine Lumbalpunktion und durfte nicht bewegt werden.

 

Schwester: Trotzdem brauchten wir sie.

 

Foreman geht und sieht sich weiter um. Er findet Mary in einem Wartebereich auf einem Sofa liegend. Ihr Trainer ist bei ihr.

 

Foreman: Oh, hey.

 

Trainer: Hey.

 

Foreman: [zu Mary] Geht's? Wie fühlt sich dein Kopf an? [Mary seufzt]

 

Trainer: Sie hat Kopfschmerzen und ihr ist schwindlig.

 

Foreman: Tut mir leid. Nach der Punktion hätte man sie nicht bewegen dürfen.

 

Mary: Ich komm schon klar. Was hat der Test gezeigt?

 

Foreman: Keine Meningitis, keine anderen Infektionen.

 

Mary: Wieso krieg' ich dann keinen blauen Zettel von Ihnen? Ich hab' was schlimmeres, nicht?

 

Foreman: Etwas verursacht die Symptome. Wir behalten dich über Nacht hier. Ich weiß, jetzt ist alles ziemlich chaotisch, aber wenn das vorbei ist, kriegst du 'n Zimmer.

 

Mary: [fängt an, zu weinen] Tut mir so leid. Ich bin eigentlich nicht so emotional und heul gleich los.

 

Trainer: Du hältst dich großartig und deine Eltern kommen auch in ein paar Stunden.

 

Mary: Ich hab' nicht geschlafen. Ich bin so müde. [reibt sich die Augen und erschrickt] Oh mein Gott, mein Auge blutet. Was ist das? Was passiert da?

 

Foreman: [untersucht sie und leuchtet ihr in die Augen] Oh, keine Panik. Das Antibiotikum, das du gegen Meningitis bekommen hast, kann die Tränen rot färben. Das ist kein Blut. [ihm fällt etwas auf; Marys Zähne sind rot] Aber das. Das ist Blut.

 

Kamerafahrt über das Klinikgelände.

 

Schnitt zu Mary, die wieder auf einer Trage liegt und gerade in eine Minikamera blickt. Sie, Chase und Foreman sind in der Lobby.

 

Mary: Das stecken Sie in meinen Magen? [Foreman stellt einen Fernsehmonitor ein]

 

Chase: Die Spülung hat Blut im Magen-Darm-Trakt gezeigt. Wir müssen feststellen, wo's herkommt. Du spürst es kaum. Ich betäube deinen Rachen und du kriegst ein Beruhigungsmittel, hm. Mund auf! [er sprüht Mary etwas in den Hals; sie hustet] Schon gut. Jetzt dreh' dich auf die Seite. So, ich fang' an.

 

Mehrere Menschen versammeln sich um die Trage und sehen dabei zu. Chase dreht sich genervt zu ihnen.

 

Chase: [zu Foreman] Schrei mal Feuer oder so was.

 

Foreman: [zu den anderen Patienten] Wären Sie wohl so nett, woanders hinzugehen? Hier ist es hochansteckend. Bitte gehen Sie weg, hochansteckend.

 

Eine Schwester bittet die Patienten, zu gehen.

 

Mann: Ja, ja, schon gut. Was machen die denn da?

 

Chase: Tze. [zu Mary] Okay, sei ganz entspannt, Mary. Es dauert nicht lange. [er führt ihr die Sonde in den Hals ein; auf dem Monitor sieht man Gaumen und Rachen]

 

Foreman: Ich seh' keine Risse oder Läsionen.

 

Chase: So, ich bin im Magen. [man sieht Marys Magenwand und eine gelbliche, klare Flüssigkeit] Keine Blutung.

 

Foreman: In ihrem Mund war 'n Teelöffel voll Blut. Das muss ja irgendwo herkommen. Vielleicht aus dem Dünndarm.

 

Chase: Der Verdauungstrakt ist neun Meter lang. Da kann's wer weiß wo sein. Hiermit können wir's nicht sehen.

 

Schnitt zur nächsten Untersuchung. Mary sitzt nun auf der Trage.

 

Chase: Ob du's glaubst oder nicht… das hier ist eine Kamera. [er zeigt Mary einen kleinen, blinkenden Gegenstand, der aussieht wie eine etwas größere Tablettenkapsel] Du verschluckst sie und sie wandert durch deinen Organismus. Die Antennen empfangen das Signal von der Pille. Das Ganze können wir auf Video sehen und werden… dann wohl Gewissheit bekommen und dich heilen können, okay? [Mary seufzt] Wasser? [sie nickt; er gibt ihr einen Becher] Dann runter damit. [Mary schluckt die Pille]

 

Man sieht, wie sich die Pille durch Marys Eingeweide bewegt.

 

Schnitt zum Besprechungsraum. House, Foreman und Chase sitzen vor einem Monitor und sehen sich an, was die Kamera aufgezeichnet hat.

House: Ich glaube, den Film kenn' ich, hmh. Das Ende ist ganz schön düster. [isst eine Süßigkeit und bietet Foreman etwas davon an] Woll'n Sie was abhaben?

 

Foreman: [schüttelt den Kopf] Danke.

 

House zeigt mit der Packung auf Chase. Der glaubt, dass er ihm auch etwas anbieten will und greift danach, doch House zieht sie wieder weg.

 

House: [zu Chase] Wieso haben Sie die Endoskopie gemacht?

 

Chase: [zeigt zu Foreman] Er hat mich gebeten.

 

Foreman: Ihr Blutdruck war hoch. Ich hatte angst, dass…

 

House: [zu Chase] Foreman ist nicht Ihr Boss. Wenn ich Ihnen eine Anweisung gebe… [bemerkt etwas auf dem Monotor] Oh, da, anhalten. Noch mal 'n paar Bilder zurück. [geht näher an den Bildschirm heran] Oh ja, das ist die Pointe.

 

Foreman: Also, ich seh' nichts.

 

House: Echt nicht? Das komische Ding an der rechten Darmseite. Ist Ihnen das nicht aufgefallen?

 

Foreman: Heißt "komisch" bei Ihnen besonders auffällig oder besonders winzig? Ich seh' nämlich gar nichts.

 

Chase: [zeigt mit dem Mauszeiger auf eine Stelle] Meinen Sie das? Das Dieulafoy?

 

Foreman: Na ja, das geschwollene Blutgefäß können wird wegbrennen, aber das erklärt nicht die anderen Symptome.

 

House: Nein, aber es sagt uns etwas. Wenn ich nur wüsste, was.

 

Foreman: Womöglich ein Vorzeichen einer intestinalen Invagination.

 

House: Ein Vorzeichen verursacht nicht gleich alle anderen Symptome. Was noch?

 

Dr. Cuddy kommt herein und zeigt mit dem Finger zur Tür.

 

Cuddy: [zu House] Sie! In die Lobby! Gleich!

 

House: Ich bin gehbehindert. Ich hab' 'n Attest.

 

Cuddy: Sie hatten Ihre Stunde. Es waren sogar drei.

 

House: [zu Chase] Dr. Chase, Sie sollten doch Bescheid sagen, wenn die Zeit um ist. [zu Cuddy] Sie hat 'ne intestinale Blutung.

 

Cuddy: Sie muss warten. Eben sind zwei Busse angekommen. Ich brauche Sie unten.

 

House: Nein, Sie brauchen mehr Schwestern, aber Sie haben ja Schwesternstellen gekürzt und jetzt müssen Ärzte die Arbeit von Schwestern machen.

 

Cuddy: Da haben Sie recht. Ob das eventuell etwas damit zu tun hat, dass Sie uns einhundert Millionen Dollar gekostet haben? [House guckt etwas zerknirscht]

 

Schnitt zur Lobby.

 

Durchsage: [weibliche Stimme aus dem off] Achtung an alle Patienten! Wenn Sie kein blaues Formular haben, dürfen Sie den Quarantänebereich nicht verlassen.

 

House, Foreman, Wilson und Chase stehen nebeneinander und untersuchen wieder Patienten.

 

House: [gibt jemandem einen blauen Schein] Und ab in die Freiheit.

 

Foreman: Wenn's keine Invagination ist, dann vielleicht Magenkrebs.

 

Wilson: Hat sie Abdominalschmerzen?

 

Chase: Nein.

 

Wilson: Dann ist es kein Magenkrebs. Keine Sepsis?

 

Chase: LP und Blutausstrich zeigen keine Infektion. [zu einem Patienten] Hier, nehmen Sie die Pillen und Sie können gehen.

 

Foreman: Das Labor ist überlastet. Vielleicht hat einer Mist gebaut.

 

House: [behandelt gerade eine junge Frau und riecht an ihren Haaren] Kein Fieber, keine Nackenschmerzen. Fahr'n Sie rauf in den dritten Stock.

 

Wilson: Wow, wow, wow, wow… falsch. Kein Fieber, keine Schmerzen. Sie kann geh'n.

 

House: Riech mal an ihren Haaren. Kein Chlor. Das heißt, sie war nicht in oder am Pool. Dass sie trotzdem in eine Quarantänezone geht, heißt, sie ist entweder hirnlos oder geistesgestört. So dämlich ist keiner. [zur Frau] Ostflügel, Psychiatrie. Leben Sie wohl.

 

Chase: Nackenschmerzen kommen als Symptom bei Knochenkrebs vor.

 

House: Sie sind schon bei "K", Donnerwetter.

 

Wilson: Wär' 'ne Erklärung für die meningialen Symptome. Der Ausschlag, das Fieber… [zum Patienten] Alles bestens. Nehmen Sie diese Pillen.

 

House: [zu Foreman] Entnehmen Sie was vom Knochenmark.

 

Foreman: Ich muss hier sein.

 

House: Machen Sie Pause.

 

Foreman: Aber dafür reichen fünfzehn Minuten nicht.

 

House: Nehmen Sie Chase' Pause dazu. [Chase guckt sauer] Los.

 

Schnitt zu einem Klinikkorridor. House und Wilson gehen nebeneinander her.

 

Wilson: Du solltest Chase einfach feuern.

 

House: Und mir den Spaß entgehen lassen?

 

Wilson: Du willst ihn erst 'n bisschen quälen und dann feuern? Das ist gemein.

 

House: Du findest das überzogen?

 

Wilson: Ich hab' gesagt, du sollst ihn feuern.

House: Das wäre gemein. Es ging ihm nur um seinen Job. [ein Patient übergibt sich auf dem Flur; House steigt über das Erbrochene drüber]

 

Wilson: Was? Der Mann hat dich aufs übelste hintergangen.

 

Dr. Cuddy kommt den beiden entgegen. House bemerkt sie.

 

House: Hart Steuerbord! [sie gehen in eine andere Richtung, um Cuddy zu entkommen; House wird schneller] Volle… Kraft… voraus.

 

Cuddy: [fängt sie ab] Schmeckt Ihnen der Kaffee? Der Rest dieser Klinik schuftet sich den Arsch ab und Sie… [House hält eine Akte vor sein Gesicht, nachdem er einen Blick auf Cuddys Dekolletee geworfen hat] Was soll das?

 

House: Ich verdränge den Gedanken an die Obstabteilung im Biomarkt. [Wilson versucht, sich das Lachen zu verkneifen]

 

Cuddy: [sieht an sich herunter] Ich arbeite und es ist heiß hier. [reißt die Akte runter] Hör'n Sie auf, sich wie ein Dreizehnjähriger zu verhalten.

 

House: Tschuldigung. Man sieht solche Brüste sonst nicht an Krankenhausleitern.

 

Cuddy: Ach, Frauen können also keine Krankenhäuser leiten, außer sie wär'n hässlich.

 

House: Nein, hübsche können das auch. Nur zeigen die sonst nichts von den Airbags.

 

Cuddy: Um drei ist ein Vorstellungstermin für Dr. Camerons Stelle, in Ihrem Büro.

 

House: Nein, ich interviewe heute nicht. Vielleicht wissen Sie's nicht, aber hier grassiert 'ne Seuche. Massen von Patienten spucken in die Flure. Der Irrsinn.

 

Wilson: Ich schick' ihn nach Hause. Wir werden's verschieben.

 

Cuddy: Nein, werden wir nicht. [zu House] Sie sprechen gefälligst mit dem Mann und wenn er zwei Sätze unfallfrei rauskriegt, schicken Sie ihn runter in die Lobby, wo er sofort anfängt, zu arbeiten. [reicht ihm einen Zettel] Anders als Sie beide. [sie geht]

 

Schnitt zur Rezeption, wo Foreman wieder mit Schwester Brenda spricht.

 

Foreman: Ich bitte Sie! Ich kann keine Knochenmarkaspiration im Flur machen.

 

Brenda: Und ich kann Ihnen leider keinen Raum geben.

 

Foreman: Ich brauche nichts weiter als 'ne halbwegs sterile Umgebung.

 

Brenda: Und ich brauch' noch zehn Schwestern.

 

Foreman: [seufzt] Brenda, hör'n Sie. Sie wird sterben.

 

Brenda: Hm, dann könnte sie 'n Platz kriegen. [zu jemand anderen] Bitte da drüben hin.

 

Foreman überlegt und ihm fällt etwas ein.

 

Schnitt zu einem Pathologieraum. Mary liegt auf dem Bauch auf einem Obduktionstisch und sieht auf die Kühlfächer.

 

Mary: Liegen da tote Menschen in den Fächern?

 

Foreman: [lächelt] Na hoffentlich nichts anderes. [er nimmt eine große Spritze in die Hand] Bleib ganz ruhig und entspannt.

 

Mary: Au, au, au, au, au… [sie umklammert das Kopfende des Tisches und wimmert vor Schmerzen, während Foreman die Nadel in den Rücken sticht]

 

Foreman: Sekunde noch, Sekunde noch. Halte durch. Ich hab's gleich. [Mary weint]

 

Schnitt zu House' Büro. Er liest eine Akte. Vor ihm sitzt der erste Bewerber, Dr. Roger Spain. Auch Wilson ist anwesend.

 

Spain: [zu House] Ich bewunder' das echt, dass Ihnen egal ist, was andere denken. Sie tun, was Sie woll'n, wie Sie's woll'n.

 

Wilson: Sie waren an der Hopkins sowohl fürs Vor- als auch fürs Hauptstudium?

 

Spain: Richtig.

 

House: [liest immer noch die Akte] Er ist in 'ner Band.

 

Spain: Sie steh'n auf Musik?

 

House: Hm, total. Was für Musik machen Sie? [nimmt Vicodin]

 

Spain: Och, vor allem Blues, so Richtung James Cotton, ursprüngliche Sachen.

 

House: Man Alter, Sie sind angeheuert.

 

Spain: Im Ernst?

 

House: Keine Chance.

 

Spain: Wieso?

 

House: Das Tattoo.

 

Spain: [sieht auf sein Tattoo am rechten Unterarm] Wow. Ich dachte, Sie haben kein Problem mit Nonkonformismus.

 

House: Nonkonformismus. Ich weiß nicht, wann ich das letzte Mal einen Mitzwanziger mit einem asiatischen Tattoo am Handgelenk gesehen hab', Sie beinharter Freidenker. Sie wollen rebellieren und spielen den Coolen? [zeigt auf Wilson] Wie wär's mit einem Taschenschutz wie er ihn hat und geh'n Sie zum Frisör… wie die asiatischen Kids, die von morgens bis nachts durchlernen. Denen ist egal, was andere denken. Sayonara! [Spain geht]

 

Wilson: Wenn du willst, durchsuch ich alle Bewerbungen auf asiatische Namen.

 

House: Die asiatischen Kids beugen sich wohl bloß elterlichem Druck, aber es war 'n gutes Argument.

 

Schnitt zur Lobby. Mary liegt wieder auf einer Trage. Sowohl ihr Trainer als auch vier Mädchen aus ihrem Team stehen um sie herum.

 

Mädchen #1: Was meinst du, wann kommst du hier raus?

 

Mary: Keine Ahnung.

 

Mädchen #2: Du siehst gar nicht krank aus.

 

Mädchen #1: Hoffentlich bist du's auch nicht. Die Apparate seh'n aus, als wär'n sie hundert Jahre alt.

 

Foreman: [der dazu gekommen ist] Die sind ganz frisch aus dem Lager. Eine frühere Generation, aber sie funktionieren. Könntet ihr uns kurz mal allein lassen?

 

Mary: Wenn's was positives ist, können sie doch bleiben.

 

Foreman: Okay. Wir denken nicht, dass es Krebs ist.

 

Mädchen #2: Hey, ist ja toll.

 

Trainer: [zu Mary] Ich ruf' deine Eltern an.

 

Foreman: Aber sie darf noch nicht gehen, solange wir nicht wissen, was die genaue Ursache… [ein Gerät, an das Mary angeschlossen ist, beginnt zu piepen; Mary wirkt apathisch; Foreman sieht auf den Monitor und leuchtet Mary in die Augen] Mary!

 

Trainer: Was ist los?

 

Foreman: Eine epileptische Ohnmacht. Mary, hörst du mich?

 

Trainer: Sie sieht doch gut aus.

 

Foreman: [wendet sich an eine Schwester] Ich brauch' Hilfe hier drüben. Zwei Milligramm Ativan, sofort!

 

Schnitt zu den überfüllten Fluren der Klinik.

 

Schnitt zu einer Herrentoilette. House, Foreman und Chase besprechen im Vorraum Marys Fall.

 

House: [zu Foreman] Sind Sie sicher, dass es epileptisch war?

 

Foreman: Absolut. Sie war nicht ansprechbar und nahm ihre Umgebung nicht wahr.

 

Im Toilettenraum hört man ein Stöhnen.

 

House: [ruft hinein] Muss das sein? Wir arbeiten hier.

 

Chase: Wir sollten geh'n, weil Cuddy uns schon suchen wird.

 

House: Suchen, aber nicht finden. [zu Foreman] Was sagt das EEG?

 

Foreman: Die Anfälle häufen sich und das fast konstant. Es waren fünf in der letzten halben Stunde.

 

House: Das sagt uns?

 

Foreman: Es liegt definitiv im Gehirn.

 

Chase: Und es wird schlimmer.

 

House: Und? [wieder hört man ein Stöhnen] Großer Gott. Haben Sie da drin Stuhlgang oder Wehen?

 

Chase: Vielleicht Barbituratentzug.

 

Foreman: Nein, Drogen können's nicht sein. Sie wird nach jedem Wettkampf getestet.

 

House: Und Blutungen im Gehirn können Anfälle auslösen.

 

Chase: Rattengift. Verursacht auch Nackenschmerzen.

 

Foreman: Denkst du, dass sie vom Boden einer Garage isst?

 

House: Nicht freiwillig.

 

Foreman: Äh, wer würde eine Zwölfjährige vergiften wollen?

 

House: Mal nachdenken. Da ist die achtzehnjährige Exmeisterin, die sie bei der Ausscheidung geschlagen hat. Neidische Geschwister. Enttäuschte Eltern. Ein soziopathischer Schwimmfan oder die ganz banalen, alltäglichen, fiesen Giftspielchen.

 

Die Toilettenspülung ist zu hören. Ein Junge (ungefähr vierzehn Jahre alt) kommt heraus und geht Richtung Ausgang. House sieht ihm nach.

 

House: Hey! [der Junge bleibt stehen] Weißt du, was 'ne Hämorride ist?

 

Junge: Nein.

 

House: Dann google es nach und iss lieber mal Müsli statt dauernd nur Donuts. [er drückt mit seinem Stock einen Wasserhahn an; der Junge wäscht sich die Hände; zu Foreman und Chase] Vielleicht zeigt ein CT uns intrakranielle Blutungen.

 

Foreman: Keine Chance. Die Radiologie ist komplett überlastet.

 

House: Bei einer Gehirnblutung ist das Mädchen binnen acht Stunden tot.

 

Foreman: Ja, vielleicht, aber Meningitispatienten sterben sicher ohne CT.

 

Chase: Damals auf der Uni hatte ich 'n alten Professor…

 

House: Und der hat Sie unsittlich berührt?

 

Chase: [rollt mit den Augen] Bevor die CT-Technik auf den Markt kam, war sein Fachgebiet Transkranieller Ultraschall.

 

House: Hm. Antiquiert, aber wenn's genug blutet, klappt's vielleicht. [zu Foreman] Okay, tun Sie, was der sagt, der nicht auf Neurologie spezialisiert ist. [Foreman geht]

 

Chase: [wütend] Das war meine Idee.

 

House: Nä, nä, nä, nä… Sie gehen zu "Q" bis "Z"! [Chase verlässt den Raum]

 

Schnitt zu House' Büro, wo Wilson und die neue Bewerberin, Dr. Petra Gilmar, schon auf ihn warten. House kommt herein.

 

House: Entschuldigt die Verspätung. Ich musste noch schnell einen abseilen.

 

Gilmar: Dann dürfte unsere Unterhaltung jetzt ja richtig entspannt werden.

 

Wilson: [stellt die beiden einander vor] Dr. Petra Gilmar. Dr. Gregory House.

 

House: [nimmt Vicodin] Können Sie wirklich vier Sprachen oder hoffen Sie nur, dass das die Gesprächspartner nicht prüfen können?

 

Gilmar: Es stimmt. Und fluchen in zwei mehr.

 

House: Wieso verlassen Sie Dr. Hazel? Sind Sie scharf auf ihn und er lässt Sie nicht ran oder ist es umgekehrt?

 

Wilson: [dem House' Art der Befragung peinlich ist] Eine Menge Arbeitsverhältnisse enden auf diese Weise.

 

Gilmar: [räuspert sich, um Wilson zu unterbrechen] Es war nichts dergleichen.

 

House: Sind Sie Jüdin?

 

Gilmar: Ja.

 

House: Stimmt das mit dem jüdischen Vorspiel?

 

Wilson: Ähm, äh…

 

Gilmar: Zwei Stunden betteln?

 

House: Ich hörte vier.

 

Gilmar: Wissen Sie, eigentlich bin ich nur Halbjüdin. [House und Wilson sehen sich an] Hör'n Sie, ich weiß, Sie spielen gern Spielchen mit Leuten. Sie schockieren Sie und studieren dann ihre Reaktionen. Aber nicht mit mir, denn sehen Sie, ich hab' vier Brüder. Solange Sie mich nicht anfassen, stört mich nicht, was Sie verbal ablassen. [House scheint frustriert]

 

Wilson: [steht auf] Ähm, ja, also das war's dann fürs erste. Danke für Ihr Kommen.

 

Gilmar: Ich danke. [reicht Wilson und House zum Abschied die Hand und geht]

 

Wilson: Genau die will ich.

 

House: Abgelehnt.

 

Wilson: Hast du sie noch alle? Ihr Background ist perfekt. Sie ist klug und hat kein Problem mit deiner kranken Art.

 

House: Und ihre Schuhe?

 

Wilson: Ihre Schuhe? Warnt dein Horoskop in der Vogue dich etwa vor Frauen mit grünen Schuhen?

 

House: Ein Lächeln kann falsch sein, ein Blick dich täuschen, aber Schuhe, Schuhe lügen nie.

 

Wilson: Das waren Pradas. Ihr Geschmack ist gut.

 

House: Das waren keinen Pradas. Du würdest 'n Prada nicht mal erkennen, wenn er dir in deinen Beutel tritt.

 

Wilson: Okay, aber sie waren elegant und spitz.

 

House: Exakt. Sie waren stylish und sehr unbequem zu tragen. [Wilson rollt mit den Augen] Nur eine oberflächliche und unsichere Frau hat lieber den ganzen Tag Schmerzen als praktische und sehr bequeme Schuhe zu tragen. Und genau den Typ brauchen wir nicht.

 

Wilson: Nein, jemand, der Schmerzen verkraftet, ist genau der Typ, den du brauchst. [er geht]

 

Schnitt zur Lobby. Foreman sucht nach etwas, geht in einen Behandlungsraum und findet es.

 

Foreman: [zu einer Schwester/Ärztin, die gerade jemanden untersucht] Verzeihung.

 

Schnitt zu Chase, der in einem Buch blättert.

 

Schnitt zurück zu Foreman, der Mary in der Lobby behandelt. Er sucht nach Blutungen im Gehirn und fährt mit einem Ultraschallgerät über ihren Kopf.

 

Schnitt zurück zu Chase, der einen Labortest mit einem Haar von Mary macht.

 

Schnitt zurück zu Foreman, der Mary immer noch untersucht. Mary wird wach.

 

Mary: Wa… was machen Sie da?

 

Foreman: Ich mache einen Ultraschall. Du hast immer noch Anfälle. Wir wollen unbedingt wissen, warum.

 

Schnitt zu House und Wilson, die in der Lobby wieder Patienten untersuchen.

 

House: [gibt einer Patientin einen blauen Schein] Der Wachmann lässt Sie raus.

 

Wilson: [zu House] Du wirst mit keinem zufrieden sein.

 

House: Heißt das, du willst, dass ich einen einstelle, den ich nicht mag und mich dann mit ihm zusammenraufe?

 

Wilson: Nein, mein Vorschlag ist viel einfacher. Hör' auf, den Arsch zu spielen. Du wirst immer irgendwas als Grund finden, um Menschen wegzustoßen.

 

House: Du redest von Menschen. Ich dachte, wir sprechen von Bewerbern.

 

Wilson: Das hast du schon oft getan.

 

House: Na gut, wenn ich dich mal wegstoße, hoff' ich, dass in dem Moment ein Zwerg hinter dir kniet, damit du auf den Schädel knallst.

 

Wilson: [zu einer Patientin] Schlucken Sie die, Wasser ist da hinten. [reicht ihr den blauen Schein] Den kriegt der Wachmann und das war's. [zu House] Sie war perfekt für uns und du hast es vermasselt.

 

House: [seufzt] Du hast doch auch diese Schuhe gesehen.

 

Wilson: Von der red' ich nicht.

 

House: Du meinst Cameron.

 

Wilson: Ich meine jede Frau, die dir irgendwann mal irgendwas bedeutet hat.

 

House: Cameron ist gar nicht so perfekt.

 

Wilson: Man, niemand ist perfekt.

 

House: Mutter Teresa?

 

Wilson: Tot.

 

House: Angelina Jolie?

 

Wilson: Kein Medizinstudium.

 

House: Bei den Lippen stört das keinen.

 

Wilson: Irgendwann wirst du sehr einsam sein.

 

Foreman und Chase kommen dazu.

 

Foreman: [zu House] Sie hatten recht. Signifikante Blutungen im Temporallappen.

 

Chase: Aber keine Gifte. Ich hab' Blut, Urin und Haar gecheckt. Nichts. Beide Male.

 

Schnitt zu Cuddy, die einen Patienten untersucht.

 

Cuddy: [zu einer Schwester] Er ist dehydriert. Geben Sie Kochsalzlösung i. V. und einen Saft.

 

House: [steht vor ihr] Ich brauche ein OP und einen Neurochirurgen.

 

Cuddy: Tja, angesichts der derzeitigen Krise bin ich versucht, nein zu sagen, aber weil Sie so lieb zu mir waren…

 

House: Unsere kleine Meerjungfrau blutet im Temporallappen.

 

Cuddy: Wie schnell ist sie OP fertig?

 

House: Zwanzig Minuten.

 

Cuddy: In zehn Minuten kommt der Chirurg. [sie geht]

 

Schnitt zur OP. Mary liegt mit geöffneten Augen auf dem OP Tisch. Ihr Schädel wird durchbohrt.

 

Schnitt zur Lobby, wo Foreman Marys Eltern begrüßt.

 

Foreman: Mister und Misses Carroll?

 

Mr. Carroll: Sind Sie Dr. House?

 

Trainer: Äh, das ist Dr. Foreman.

 

Mr. Carroll: Geht's meiner Tochter gut?

 

Foreman: Die OP verlief gut. Der Druck in der Schädelhöhle wurde verringert und die Schwellung nimmt ab.

 

Mr. Carroll: Gott sei dank.

 

Mrs. Carroll: Wie kam das denn? Ist beim Wettkampf ein Unfall passiert, oder was?

 

Trainer: Nein, gar nichts.

 

Mrs. Carroll: [zu Foreman] Und wieso blutet sie dann? Wird sie wieder gesund?

 

Foreman: Tut mir leid. Wir wissen es noch nicht.

 

Schnitt zum Besprechungsraum. House sitzt vor der Schreibtafel und denkt nach.

 

[Abblende/Aufblende]

 

Immer noch im Besprechungsraum. Foreman und Chase sind ebenfalls anwesend.

 

Chase: Keine Toxine, kein Tumor, kein Knochenkrebs.

 

Foreman: Nierenversagen bewirkt Ausschlag, Fieber und Schmerzen. Vielleicht 'ne vererbte Nierenkrankheit oder so was.

 

Chase: Nichts in der Familie, kein Blut im Urin oder Urämie.

 

Foreman: Noch nicht.

 

Chase: Wird das 'ne Diagnose aufgrund möglicher Symptome?

 

Foreman: 'Ne bessere Idee?

 

House: Schluss jetzt! Es bringt nichts, zu fragen, was wir nicht wissen. Wichtig ist, WAS wir wissen. [zeigt auf die Tafel] Was ist tatsächlich bekannt, abgesehen von dem, was da steht? Kommt Leute. Ist es so schwer, mir zu sagen, was wir wissen?

 

Chase: Das Mädchen ist zwölf.

 

Foreman: Sie ist oft im Schwimmbecken, Kontakt mit Chemikalien.

 

Chase: Und sie reist viel.

 

Foreman: Aber nur im Inland.

 

House: [ungeduldig] Was noch? Na machen Sie schon! [er verlässt den Raum]

 

Schnitt zu Mary, die nun in einem Zimmer liegt. House beobachtet sie durch eine Fensterscheibe. Forman und Chase kommen dazu. Bei Mary sind ihre Eltern und ihr Trainer.

 

House: Wir haben was überseh'n.

 

Chase: Was?

 

House: Wenn ich das wüsste, dann wär's ja wohl klar.

 

Chase: Vielleicht ist sie adoptiert, hat 'ne andere Vorgeschichte.

 

House: Nein, sie hat von der Mutter die Augen und von ihrem Vater das Rötliche.

 

Foreman: Vielleicht ist es 'ne allergische Reaktion.

 

Chase: Das erklärt Ausschlag und Muskelschmerzen, aber nicht Blutungen und Anfälle.

House: Sie hat viele Ballons.

 

Chase: Eine Allergie gegen Polyester?

 

House: Nein, ich glaub' kaum, dass man sie all die Jahre hat nackt antreten lassen.

 

Chase: [schnippisch] Na schön, und an was denken Sie im Zusammenhang mit den Ballons?

 

House: [überlegt] Hm. Was, wenn der Ausschlag… gar kein Ausschlag ist?

 

Foreman: Was woll'n Sie damit sagen?

 

House: Von wem sind die Ballons?

 

Foreman: Von den Mädchen aus'm Team. Sie besuchen sie oft, aber keine von ihnen ist krank.

 

House: Kommen auch Jungs?

 

Foreman: Von denen ist auch keiner krank.

 

House: Welche Jungs waren hier?

 

Foreman: Eigentlich keiner.

 

House: Hm. Sie ist lieb. Sie ist süß. Sie ist 'ne klasse Turmspringerin. Normalerweise müssten die Typen Schlange steh'n, um bei ihr zu landen.

 

Foreman: Sie ist zwölf. Der jüngste Junge im Team ist sechzehn.

 

House: Okay, dann haben sie vielleicht nur kein Interesse. Oder…

 

Chase: Sie meiden sie.

 

House: Sind da Zellfragmente in ihrem Blutausstrich?

 

Chase: [sieht in der Akte nach] Nein, die roten Blutzellen waren intakt.

 

House: Noch mal checken!

 

Schnitt zu einem Labor. Foreman und Chase sehen sich einen Blutabstrich unter dem Mikroskop an.

 

Chase: Das Blut sieht jetzt aus wie im Mixer püriert.

 

House: [kommt dazu] Sind Sie durch?

 

Foreman: Sie hatten recht. Der Ausschlag war keiner. Sie blutet in die Haut. Es ist Purpura.

 

Chase: Thrombotisch-thrombozytopenische Purpura?

 

House: Fängt mit "T" an. Sie waren nah dran.

 

Foreman: Was kann das ausgelöst haben? In den Kulturen waren keine Anzeichen von E. coli. Sie ist nicht menopausal, also kein Östrogen.

 

House: Es gibt noch 'ne weitere, mögliche Ursache.

 

Chase: Oh Gott. [alle drei gucken betroffen]

 

Schnitt zu Marys Krankenzimmer. House untersucht per Ultraschall ihren Bauch.

 

House: Eine Schwangerschaft bewirkt viele chemische und biologische Veränderungen im Körper einer Frau oder eines jungen Mädchens. Hier siehst du, was ich meine. [er dreht einen Monitor in ihre Richtung, so dass Mary einen Blick auf den Fötus werfen kann; Mary dreht den Kopf schnell wieder weg] In extrem seltenen Fällen läuft alles aus dem Ruder. Das heißt TTP. Das Blut gerinnt wie verrückt und verstopft die Gefäße im Gehirn und in den Nieren. Die roten Blutzellen geh'n kaputt bei dem Versuch, sich an den Gerinnseln vorbei zu quetschen… so wie an fetten Leuten in vollen Bars. [legt das Ultraschallgerät weg und reicht Mary Kleenex] Wahrscheinlich wirst du das kennen. Du bist zwar erst zwölf, aber eigentlich schon erwachsen, hm. Du bist allein auf Reisen, hängst rum in Hotelzimmern mit deinen Teamkollegen, rufst den Zimmerservice. Jemand schleust 'n paar Bierchen ein, ihr spielt vielleicht Flaschendrehen und dann wachst du auf und trägst bloß noch Socken.

                                                

Mary: So war das gar nicht.

 

House: Natürlich nicht. Du wolltest es.

 

Mary: Ja, das ist richtig. Doch dann hab' ich gemerkt, er war 'n Idiot.

 

House: Nach den Gesetzen von New Jersey ist er ein Verbrecher.

 

Mary: Ich wusste, was ich mache.

 

House: Wir müssen etwas machen, das heißt Plasmapherese. Es reinigt dein Blut von den Antikörpern. Und die Schwangerschaft brechen wir natürlich ab.

 

Mary: Erfahren es meine Eltern?

 

House: Einer muss es ihnen sagen. [ballt die Faust] Stein, Papier, Schere?

 

Mary: Sie soll'n das nicht wissen. Ich komm' schon klar.

 

House: Sicher doch. [steht auf] Ich meine, wenn du alt genug bist, aus der Vagina zu bluten, bist du sicher auch reif genug für so etwas simples wie eine Abtreibung ohne Mamis und Daddys Hilfe. [schreibt etwas auf das Krankenblatt]

 

Mary: Sagen Sie es meinen Eltern?

 

House: Laut den Gesetzen von New Jersey hast du die Wahl. [er verlässt den Raum]

 

Schnitt zur Lobby, wo Marys Eltern auf Nachrichten warten.

 

Mr. Carroll: Warum dauert das nur so lange?

 

Mrs. Carroll: Sie tun alles, was sie können. [House kommt auf sie zu]

 

House: Ihre Tochter hat TTP. Keine Bange, das können wir gut behandeln. [geht einfach weiter]

 

Mrs. Carroll: Ein Moment! [House bleibt stehen] Was ist TTP für eine Krankheit?

 

House: [dreht sich wieder zu ihnen] Ähm, ein paar sehr komplizierte Wörter, die Sie bestimmt nicht kennen und später nie wieder hör'n werden. Ich wünsch' Ihnen was. [will abermals gehen, wird nun aber von Mr. Carroll aufgehalten]

 

Mr. Carroll: Wann können wir sie wieder mit nachhause nehmen?

 

House: Äh, in wenigen Tagen. Sie, äh, benötigt einen kleinen Eingriff, um die Ursache zu beheben, damit… noch so ein schwieriges Wort.

 

Mrs. Carroll: Was ist denn die genaue Ursache?

 

House: Äh, Ihre Tochter hat eine abnorme Wucherung im Bauch.

 

Mrs. Carroll: Was für ein Eingriff ist das?

 

House: Er ist, ähm, nicht schwierig. Wir machen das hier oft.

 

Mr. Carroll: Geht es nicht ein bisschen präziser?

 

House: Leider nein. Bedaure. [er geht]

 

Schnitt zu Mary, bei der nun die Abtreibung gemacht wird.

 

Schwester: Blutdruck einhundertzwanzig zu fünfzig. [zu Mary] Du bist sehr tapfer. Gleich ist es vorbei. [Mary weint] Fühlst du dich gut? Ein Augenblick noch. Gleich hast du's geschafft.

 

Schnitt zu Marys Krankenzimmer. Foreman und Chase überprüfen, ob mit Mary alles in Ordnung ist.

 

Chase: Sieht alles hervorragend aus.

 

Foreman: Fühlst du dich gut?

 

Mary: Ja.

 

Chase: Kein Wunder, deine Plättchenzahl ist gestiegen.

 

Foreman: Und dein Nacken? [Mary dreht ihren Hals und hat offenbar keine Schmerzen] Hm, sieht gut aus. Können wir noch was für dich tun?

 

Mary: Nein, danke.

 

Foreman: Okay. [er und Chase sind schon fast zur Tür raus]

 

Mary: Doch. Bitte holen Sie Mom und Dad rein.

 

Foreman: Klar. [sie gehen]

 

Schnitt zu House, der beobachtet wie Mary ihren Eltern die Wahrheit sagt. Sie weint und ihre Mutter nimmt sie in den Arm.

 

Chase: [zu House] Die Plasmapherese wirkt. Es geht ihr viel besser.

 

House: Ich weiß.

 

Kamerafahrt über das Klinikgelände.

 

Schnitt zur Lobby, in der Schwestern und Pfleger das Chaos des Tages beseitigen und sich unterhalten.

 

Schnitt zu House' Büro, wo er und Wilson nun mit der letzten Bewerberin, Dr. Arlene Marks, zusammensitzen. House blickt ins Leere und scheint über etwas nachzudenken.

 

Marks: [bemerkt, dass niemand mit ihr spricht] Sie wissen gar nicht, wie dankbar ich Ihnen für die Gelegenheit bin, Sie beide mal kennen zu lernen. [House und Wilson sagen immer noch nichts] In dem Moment, als ich von der frei gewordenen Stelle hörte…

 

House: [unterbricht sie] Es ist keine Stelle frei.

 

Wilson: House! Du brauchst jemanden.

 

House: Ja. Aber der Job ist vergeben. [steht auf]

 

Marks: Wieso bewerb' ich mich für eine Position, die schon vergeben ist?

 

House: Ja, eben. [geht zur Tür]

 

Marks: Heute früh wurde der Termin noch bestätigt.

 

House: Denken Sie, solche Argumente bringen mich dazu, meine Lüge zu gestehen und Sie zu nehmen? [er geht]

 

Wilson: [zu Marks] Soll ich Ihren Parkschein entwerten?

 

Schnitt zu Camerons Apartment, die gerade ein Buch liest. Wieder klopft es energisch an der Tür. Sie öffnet und House steht vor ihr.

 

House: Ich will keine Bewerber mehr seh'n.

 

Cameron: Sie reden mit denen? Ich dachte, Ihnen würden Passfoto und ein Lebenslauf reichen.

 

House: Ha. Sehr gut. Deshalb brauch' ich Sie in der Klinik, um mich im Zaum zu halten. [wirft einen Blick in Camerons Apartment]

 

Cameron: [bemerkt es und lehnt ihre Tür wieder etwas ran] Ich hab' gesagt, dass ich nicht zurück komm'.

 

House: Hab' nicht zugehört.

 

Cameron: Wusste ich.

 

House: Sie wollen, dass ich mehr zuhöre? Lässt sich einrichten.

 

Cameron: Zu spät, weil ich schon bei jemand anderen einen neuen Vertrag hab'.

 

House: [guckt etwas geschockt] Bei wem?

 

Cameron: Yule, in Jefferson.

 

House: Sagen Sie es ab!

 

Cameron: Warum?

 

House: Weil Yule ein Penner ist, ein pedantischer Oberlehrer. Und ein Zwerg. [Cameron rollt mit den Augen] Weil ich Sie wiederhaben will.

 

Cameron: Das, äh, ist zu wenig.

 

House: Äh, woll'n Sie mehr Geld? Bezinkostenzuschuss, 'n besseren Parkplatz?

 

Cameron: Ein Essen. Und nicht bloß eins zwischen zwei Kollegen. Ein Date! [beide sehen sich sekundenlang an]

 

House: Hm. Sie kommen wieder zurück… wenn wir beide zusammen essen gehen?

 

Cameron: Ja.

 

House: Okay… geritzt. [er reicht ihr die Hand und sie ergreift sie]

 

Cameron: Dann bis morgen.

 

House: [nickt] Seien Sie pünktlich.

 

Cameron: Versprochen. [sie schließt die Tür]

 

House wirkt nachdenklich. Er geht.

 

ENDE