Transkript der Folge „Das Fett muß weg“ [#1.02] aus der Serie „King of Queens”

Transkript der Folge „Das Fett muß weg“ [#1.02] aus der Serie „King of Queens”

Deutsches Transkript erstellt von Eleyne Fraser

Letzte Änderung: 27.01.2015 11:48:00

Bei diesem Skript handelt es sich nicht um ein Originaldrehbuch, sondern um die Mitschrift der DVD-Version dieser Folge!

 

 

Originaltitel: Fat City
Ausstrahlung: 28.09.1998
Deutscher Titel: Das Fett muss weg
Ausstrahlung: 27.03.2001

Buch: Cathy Yuspa, Josh Goldsmith
Regie: Robert Berlinger

 

Darsteller
Kevin James [Doug Heffernan]
Leah Remini [Carrie Heffernan]
Jerry Stiller [Arthur Spooner]  
Victor Williams [Deacon Palmer]
Lisa Rieffel [Sara Spooner]
 

Inhaltsangabe
Als Arthur es sich in Dougs Heim gemütlich macht, entdeckt Doug ein Foto von Carries Mutter bei ihm. Er ist entsetzt darüber, wie dick diese mit zunehmendem Alter wurde und fürchtet, dass Carrie ihr nachschlagen könnte. Sein Freund Deacon rät ihm dringend ab, Carrie auf die drohende Gefahr der Korpulenz hinzuweisen. Doch Doug kann seinen Mund nicht halten und macht eine wenig taktvolle Bemerkung Carrie gegenüber. Carrie beschließt, sofort mit einer Diät zu beginnen, die auch sexuelle Abstinenz beinhaltet. Das ist allerdings gar nicht in Dougs Sinne und er versucht, die Angelegenheit wieder rückgängig zu machen. Das gelingt ihm jedoch erst, als Carrie in einem Anfall von Heißhunger den ganzen Weihnachtskuchen verschlungen hat.   [Text: RTL II]


 

Szene 1 – Auf einem Parkplatz
Tag. Doug und Arthur kommen aus der Bank und gehen zu ihrem geparkten Wagen.

Arthur: Siehst du, Douglas, diese Bank klaut mir mein Geld.

 

Doug:     Wie oft soll ich's noch sagen, das sind die Kontoführungsgebühren. Steig ein.

 

Arthur: Diebe!

 

Doug:     Ein Dollar, vergiß es... [Doug steigt ein und versucht die Beifahrertür von innen zu entriegeln, was jedoch nicht geht] Oh, Sekunde, warte mal bitte.

 

Arthur: [will die Tür öffnen] Das ist zu!

 

Doug:     Ich weiß. Warte 'ne Sekunde, ok.

 

Arthur: Kann ich jetzt?

 

Doug:     Nein, noch nicht, jedes Mal...

 

Arthur: Jetzt?!

 

Doug:     Nein noch nicht. Jedes Mal wenn du daran ziehst, dann... [Arthur schreit immerfort „Jetzt!?“; Doug steigt aus] Ok! Geh vom Auto weg. Setzt dich einfach auf den Randstein. Ich geh' schnell außenrum und mach dir die Tür auf.

 

 

VORSPANN

 

 

Szene 2 – Dougs und Carries Haus

Abend. Arthur ist im Wohnzimmer und sortiert seine Sachen, Kartons stehen herum. Carrie kommt mit einem Wäschekorb unter dem Arm die Treppe herunter.

 

Arthur: Hey, Kleines, komm mal her.

 

Carrie:   Ja, schon wieder?

 

Arthur: Ich hab meine Kartons aus dem Lager geholt. Sieh dir das an! Das ist noch von deiner Mutter, 'ne Ukulele, Jahresbücher der Kommunistischen Partei.

 

Carrie:   Die Fotoalben.

 

Arthur: Oh, und was haben wir denn hier, weißt du, was das hier ist?

 

Carrie:   Deine Fotoalben, die kenn ich doch, und wie gut.

 

Arthur: Komm schon, was muß, das muß. Widerstand zwecklos. [setzt sich aufs Sofa und bedeutet Carrie, sie solle sich auch setzen]

 

Carrie hat sich gerade neben Arthur gesetzt, als Doug aus der Küche kommt.

 

Doug:     Schatz, wir haben kein Dörrfleisch mehr.

 

Carrie:   Oh, du hast völlig Recht, paß auf, du setzt dich jetzt hierhin, [setzt Doug neben Arthur] so siehst du, und ich geh schnell in die Küche und mach was anderes.

 

Arthur legt Doug den Arm um die Schulter und sieht ihn zufrieden an.

 

Doug:     [irritiert] Schatz!

 

Arthur: [zeigt seine Fotos] Oh, das hier ist besonders schön. OceanCity, 1958, der mit der Tolle bin ich. Das war in Pennsylvania beim Schokoladenwettessen. Hier siehst du, wie Fäulnisbakterien eine menschliche Hand zerstören können. Das hier ist der See in der Poebene und das bin ich mit Mickey im Schützengraben, nachdem ihm das Bein abgerissen wurde.

 

Doug:     Toll, aber vielleicht solltest du sie mal etwas besser sortieren.

 

Arthur: Besser sortieren?

 

Doug:     Leg dir ein zweites Album zu. Eins für Familienfotos und eins für blutige Horrorgeschichten.

 

Arthur: Da, die Kleine, das ist Carrie.

 

Doug:     Süß! Wie alt war sie da, 10?

 

Arthur: Ja.

 

Doug:     Oh, hier als kleines Baby in der Badewanne. Die ersten Zähnchen, zum Anbeißen.

 

Arthur: Das bin ich.

 

Doug:     Verdammt, Arthur, sortier sie nun endlich mal! Und wer ist das?

 

Arthur: Oh, daß ist meine erste Frau, Sophia. Carries Mutter? Ja, in den Bergen in Catskills, cirka ein Jahr, bevor sie gestorben ist.

 

Doug:     Ah, ich wußte gar nicht, daß sie so...

 

Arthur: Fett war? Ja, an der war was dran.

 

Doug:     Ich hab doch andere Bilder gesehen, da war sie nicht so...

 

Arthur: Fett! Ja, als wir uns kennen lernten, hatte sie 'ne Figur wie Carrie, aber mit der Zeit wurde sie, na, du weißt schon...

 

Doug:     Fett!

 

Arthur: PaSS auf, du sprichst von meiner Frau!

 

Doug:     Entschuldige, tut mir Leid!

 

Arthur: Ach, mach dir nichts draus, weißt du, es hat mich nie gestört. Sie hatte andere Werte.

 

Doug:     Du mußt sie sehr geliebt haben.

 

Arthur: Es ist ganz merkwürdig, alle Frauen in der Familie sind zuerst ganz dünn und dann gehen sie plötzlich auf. Das muß an den Genen liegen.

 

 

Szene 3 – Dougs und Carries Haus

Abend. Carrie ist im Schlafzimmer und hängt einige Kleidungsstücke in den Schrank, Doug kommt mit betretener Miene herein. Während des folgenden Gesprächs mustert er Carrie verstohlen.

 

Carrie:   Hallo, Schatz, mir ist heute vielleicht was Komisches im Büro passiert. Jemand legt mir 'ne Geburtstagskarte auf den Tisch, die wir alle unterschreiben sollen, für Chris, und ich glaube, das ist Chris, der den Kopierer bedient, also schreib' ich „Happy Birthday“, dem geilsten Hasen im Büro. Hahaha! Dann stellt sich heraus, das war für Christine, die Senior Chefin. Also, entweder wird’ ich gefeuert oder ich hab 'ne neue Freundin. Was ist denn, Schatz?

 

Doug:     Gar nichts.

 

Carrie:   Wieso guckst du dann so komisch?

 

Doug:     Na ja, ich-ich hab nur gedacht, wie schön du bist und was das Leben uns noch so bescheren wird, was noch dazu kommt.

 

Carrie:   Abwarten! [beginnt Carrie zu küssen und will sie dann hochheben] Hey, was soll das, was machst du?

 

Doug:     Ich heb dich hoch und trag dich rüber zum Bett, daß ist romantisch.

 

Carrie:   Oh, ok.

 

Er hebt Carrie hoch und prüft dabei ihr Gewicht, indem er sie hin und her bewegt.

 

Doug:     Na, du... Romantisch was?

 

Carrie:   Noch nicht.

 

Doug:     In Ordnung, da wären wir... [legt Carrie aufs Bett; gibt ihr einen Kuß] Toll, ich guck jetzt drüben die Nachrichten, ok?

 

SCHNITT: IPS.

Doug sitzt im Aufenthaltsraum, Deacon kommt herein und verstaut seine Sachen im Spind.

 

Deacon: Man, hast du gesehen, was mit dem Snackautomaten los ist, die großen Kekse, im Fach G 11, da sind

                        jetzt Rosinen drin! Auch noch die hellen, die spinnen doch!

 

Doug:     Deacon, kann ich dich was fragen?

 

Deacon: Klar.

 

Doug:     Ist Carrie dicker geworden?

 

Deacon: Was?

 

Doug:     Meine Frau Carrie, findest du nicht, daß sie ein paar Pfund zugelegt hat?

 

Deacon: Keine Ahnung, immer wenn ich euch treffe, wird sie von dir verdeckt.

 

Doug:     Ich weiß, daß ich zu dick bin, das ist mir schon bewußt.

 

Deacon: Ein Glück, ich hätt's dir nur ungern selbst gesagt.

 

Doug:     Ich nehm aber auch nicht mehr zu, weißt du. Ich pflege und erhalte nur das Erreichte.

 

Deacon: Na ja, du wirst ganz einfach damit leben müssen, wenn sie zugenommen hat.

 

Doug:     Ich werde mit ihr darüber reden. Ja, genau, das werd ich.

 

Deacon: Darf ich dich mal was fragen?

 

Doug:     Na klar.

 

Deacon: Bist du eigentlich zufrieden, so wie dein Leben zur Zeit bei dir läuft?

 

Doug:     Ja.

 

Deacon: 'ne gute Frau, 'n guten Job und alles.

 

Doug:     Ja.

 

Deacon: Dann mecker auch nicht!

 

Doug:     Carrie und ich wir haben eine sehr offene Beziehung, ok? Wir reden über alles, wir kennen keine Tabus.

 

Deacon: Ach, ja!? Dann erzähl ich dir mal 'ne kleine Story. Letzten Sommer fiel mir auf, daß Kelly ungefähr 15 Pfund zugenommen hatte und da dachte ich, genau wie du, ich schneid’ das Thema an. So ganz beiläufig, auf die verständnisvolle, verstehst du? Das ist mehr als 7 Monate her und mein Leben ist seither nicht mehr in Ordnung. Sie war so sauer, daß sie nicht nur die 15 Pfund behalten hat, sondern noch 10 zugelegt hat, um sich zu rächen.

 

Doug:     Offenbar kann Kelly mit konstruktiver Kritik sehr viel schlechter umgehen als Carrie.

 

Deacon: Gut. Der Herr sei mit dir!

 

SCHNITT: Dougs und Carries Haus.

In der Küche. Doug und Carrie sitzen am Tisch und essen Kuchen. Carrie steht auf, um sich noch etwas Kaffee einzuschenken, Doug nimmt ihren Kuchen vom Teller und stopft ihn sich hastig in den Mund.

 

Carrie:   Wo ist denn mein Kuchen abgeblieben?

 

Doug:     Was?

 

Carrie:   Hast du ihn verdrückt?

 

Doug:     Ach, das war deiner?

 

Carrie:   Er lag auf meinem Teller, ich wußte nicht, daß man 'n Schild dran machen muß. Egal, ich hab sicher noch 'n Donut oder sowas.

 

Doug:     Hey! Was willst du essen?

 

Carrie:   Warum schreist du so, Schatz?

 

Doug:     Ich hab’ nur laut nachgedacht, ich... ja, ich hätt’ den Kuchen nicht essen dürfen. Ich fühl mich so fett, weißt du... ich muß dringend abspecken. Hey, warum machen wir nicht einfach 'ne Diät, dann werd ich die Pfunde los.

 

Carrie:   Wir?

 

Doug:     Ja-ja, weißt du, ich fühl mich so aufgedunsen, so ungut, geradezu eklig. Ich finde wirklich, eine Diät täte uns gut. Das würde es echt bringen.

 

Carrie:   Aha, und warum redest du immer von wir?

 

Doug:     Ja, das klingt doch Klasse, wiiiiir machen eine Diät!

 

Carrie:   Denkst du, ich bin doof? Hm? Wenn du willst, daß ich abnehme, dann sag's doch gradeheraus!

 

Doug:     Hör zu, ich weiß, es ist ein Witz, daß ausgerechnet ich davon anfange. Sieh mich doch an, ich seh aus, als wär ich im 36. Monat. Aber es könnte doch möglich sein, daß du in den letzten Jahren ein paar Pfündchen zugenommen hast. Nicht viel, nur klitzekleine Pfündchen... Das ist gar nicht schlimm, Carrie, denk mal... an Deacons Frau, hm? Er sagt, bei ihr sind's 15 Pfund, dagegen bist du ein Waisenkind, das ist doch garnichts.

 

Carrie:   Du hast mit Deacon darüber geredet?

 

Doug:     Oh nein, das würd ich nie tun. Ich hätte gar nicht davon anfangen sollen. Ich bitte dich, Carrie, vergiß es.

 

Carrie:   Ach, ist schon ok, 'n bißchen was ist ja dran. Ich hab 'n paar Pfund zugenommen, das ist richtig, aber die krieg ich jetzt wieder runter!

 

Doug:     Aber nur, wenn du es willst.

 

Carrie:   Ist schon beschlossen.

 

Doug:     Ok. Klasse.

 

Carrie:   Klasse.

 

Carrie geht die Treppe herauf nach oben.

 

Doug:     [ruft ihr hinterher] Wer ist mein liebstes Mädchen, hm? [Carrie knallt oben die Tür] Du doch, oder?

 

 

Szene 4 – Dougs und Carries Haus

In der Küche. Doug sitzt am Tisch und wartet, daß ihm Carrie sein Essen serviert. Carrie steht am Herd und häuft Spaghetti auf einen Teller und Fisch und Gemüse auf einen anderen Teller. Dann geht sie zum Tisch herüber und stellt die Teller ab.

 

Doug:     Was hast du denn da?

 

Carrie:   50 Gramm pochierter Schellfisch.

 

Doug:     Nett. Nouvelle Cuisine, ja?

 

Arthur: [kommt aus dem Keller herauf] Seid gegrüßt, Freunde! Entschuldigt die Verspätung, aber ich habe die Kartons durchgesehen und dabei mein altes schwarzes Büchlein wiedergefunden.

 

Carrie:   Das Essen ist fertig, Dad.

 

Arthur: [setzt sich, blättert im Buch] Oh, Leonore Biggel, die scharfe Biene sollte ich mal wieder anrufen. Lebt die wohl noch in Clondike 50197.

 

Carrie:   Nach dem Essen kannst du ja Myrthel bitten, daß sie dich mit ihr verbindet.

 

Arthur: Ah, Pasta Italiano, humba! [zu Carrie] Willst du das nicht essen, Schatz?

 

Carrie:   Ich mach 'ne Diät.

 

Arthur: Ihr jungen Leute mit eurem Gesundheits- und Schlankheitstick, zu meiner Zeit hatte man mit Mitte 50 einen ordentlichen Herzinfarkt und wir haben ihn zu schätzen gewußt!

 

Carrie:   Schon gut, Dad, ich will ja nur ein paar Pfund loswerden. Kannst du mir das fettfreie Wunderdressing rübergeben, Schatz? [gibt ihr das Dressing] Danke!

 

Doug:     Jetzt hör auf, du mußt nicht abnehmen, du bist genau richtig, so wie du bist.

 

Carrie:   Nein, ich mach das jetzt.

 

Doug:     Weißt du was, ich geb dir ein paar Spaghetti.

 

Carrie:   Nein, Doug! Bitte laß mich in Ruhe!

 

Doug:     Okay, also wenn du schon diese Diät machen willst, dann will ich das jetzt auch.

 

Arthur: Hey, hört doch auf mit dem Diätquatsch! So 'n Blödsinn, obwohl es dir vielleicht ganz gut täte.

 

Doug:     Du sagst es, und darum fange ich auch gleich an. Ich mach mir schonmal 'n schönen Teller Grünzeug zurecht. [geht zum Herd] Ein ordentliches Stück Schellfisch, Gemüse und schon bin ich glücklich.

 

Doug setzt sich wieder an den Tisch und ißt den Teller in Rekordgeschwindigkeit leer.

 

Carrie:   Schatz, bist du auch satt geworden?

 

Doug:     Ich könnt platzen. Ich könnt nichts mehr runterkriegen, himmlischer Broccoli...

 

Arthur nimmt Dougs Teller mit den Spaghetti und häuft sie sich auf seinen eigenen Teller.

 

 

Szene 5 – Dougs und Carries Haus

Abend. Im Schlafzimmer. Doug sitzt im Bett und kaut auf einer Selleriestange herum. Carrie kommt herein.

 

Doug:     In diesen Sellerie könnt ich mich reinsetzen, weißt du das? Der krümelt auch nicht so, wie die Croques im Bett. [blickt Carrie an] Flanell, wo hast du das niedliche Hemdchen von letzter Nacht gelassen? Was ist das da auf deinem Pyjama?

 

Carrie:   Enten!

 

Doug:     Weißt du, Enten finde ich ganz schön geil. Schwimmfüße, Federn, fliegen in V-Formation... Was hast du denn?

 

Carrie:   Ich sag dir, fett sein macht ganz schön müde.

 

Doug:     Oh man, warum hab ich nur davon angefangen? Dieses blöde Bild.

 

Carrie:   Was für 'n Bild?

 

Doug:     Dein Dad hat mir doch so 'n Album gezeigt, und da war 'n Bild von deiner Mutter.

 

Carrie:   Ah, und weil meine Mutter so stark zugenommen hatte, da hast du nun Angst, mir blüht ein ähnliches Schicksal.

 

Doug:     Ach, Quatsch, ich hab doch keine Angst, nur ich erkenne die Gefahr.

 

Carrie:   Komm schon, Doug, das interessiert mich. Wie reagierst du wohl, wenn ich eines Tages wie meine Mutter aussehe.

 

Doug:     Das wär' mir völlig egal. [verzieht das Gesicht]

 

Carrie:   Doug, ich kann dein Spiegelbild im Fenster sehen.

 

SCHNITT: IPS

Doug sitzt  an einer Laderampe und ißt einen Apfel, Deacon kommt hinzu, er ist wütend.

 

Deacon: Bist du verrückt! Wie konntest du nur? Du hast Carrie erzählt, daß meine Frau Übergewicht hat.

 

Doug:     Was?! Wie kommst du darauf? Du mußt dich irren!

 

Deacon: Tu ich nicht! Die sehen sich doch. Oh, nein, wieso tust du mir das an?

 

Doug:     Ich-ich hab geglaubt, daß das Carrie hilft. Ich hab’ nicht gedacht...

 

Deacon: Genau, du hast nicht nachgedacht. 7 Monate für nichts und wieder nichts. Als ich gestern Abend nach Hause kam, da hat Kelly geheult und den Stinkefinger gezeigt, gleichzeitig! Das hab ich bei ihr noch nie gesehen.

 

Doug:     Falls es dich tröstet, mein Leben ist auch die Hölle.

 

Deacon: Na, das tröstet mich aber sehr.

 

Doug:     Also ich mach 'ne Diät. Carrie schläft nicht mit mir, kein Sex, nichts zu essen. Wenn jetzt der Fernseher streikt, dann bring ich mich um.

 

Deacon: Ich hab' dir doch gesagt, du sollst nicht über dein Leben meckern. [wickelt ein Sandwich aus]

 

Doug:     Was ist da drauf?

 

Deacon: Du wolltest ja nicht hören. Nein! Wir reden, wir kommunizieren und jetzt schau dich an.

 

SCHNITT: Dougs und Carries Haus

Abend. Carrie kommt durch die Haustür herein, Arthur blättert in einigen Unterlagen herum.

 

Carrie:   Hallo, Dad!

 

Arthur: Hallo, Schatz! Wo warst du?

 

Carrie:   Im Fitneßcenter.

 

Arthur: Es gibt nichts Besseres als Medizinbälle und den guten alten Vibrationsgurt.

 

Carrie:   Genau!

 

Arthur: Ich hab was gefunden, Fotos von deiner Hochzeit. Welches Jahr war das?

 

Carrie:   '95.

 

Arthur: Ja, damals war alles noch einfacher.

 

Carrie:   Sieh mal, da tanz ich in meinem Hochzeitskleid, da hab ich verdammt gut ausgesehen.

 

Arthur: Aufregend!

 

Carrie:   Ach, die guten alten Zeiten.

 

Arthur: Was redest du da?

 

Carrie:   Jetzt werde ich nur noch älter und nehme zu, und bevor ich mich versehe, bin ich dick und fett und gänzlich unattraktiv.

 

Arthur: Du bist verrückt, und selbst wenn du etwas zulegst, die Männer mögen das. Mollig ist in.

 

Carrie:   Nein, das mögen sie nicht.

 

Arthur: Ach, nein! Ich zeig dir was. [nimmt eine Illustrierte] Sieh dir die Frauen hier an, vollschlank und wollüstig, das ist ein Männermagazin, so was mögen die Männer.

 

Carrie:   VaVoom, April 1951.

 

SCHNITT: Im Coopers

Doug sitzt mit Carries Schwester Sara an einem Tisch

 

Sara:      Ok, und was war jetzt so wahnsinnig dringend?

 

Doug:     Also, hör gut zu. Was wär dir lieber, wenn jemand dir sagt, daß du ein paar Pfund zugenommen hast, oder...

 

Sara:      Mein Gott! Du willst mir also sagen, daß du mich zu dick findest? In der vollen Kneipe, damit ich keine Szene mache?

 

Carrie:   Würdest du dich bitte beruhigen, ich red’ von deiner Schwester.

 

Sara:      Gott sei Dank, oh!

 

Doug:     Ich hab' 'ne Bemerkung über ihr Gewicht gemacht und das hat sie irgendwie gekränkt.

 

Sara:      Sag' mal ehrlich, findest du mich dick?

 

Doug:     Nein!

 

Sara:      Ich sag dir was, Doug, das Schlimmste, was du zu 'ner Frau sagen kannst, ist,  daß sie zu genommen hat. Das ist so, wie wenn Carrie sagen würde daß du sie sexuell nicht befriedigst.

 

Doug:     Sagt sie das?

 

Sara:      Nein!

 

Doug:     Wieso dann die Pause?

 

Sara:      War 'ne Pause?

 

Doug:     Eine sehr lange Pause. Sara, jetzt sag, ob sie's gesagt hat oder nicht!

 

Sara:      Na ja, das hat sie nicht gesagt, nein.

 

Doug:     Aber etwas in der Art?

 

Sara:      Nein, wirklich nicht!

 

Doug:     Wieder so 'ne Pause, hör auf mit den Pausen!

 

Sara:      Doug, ich denk darüber nach wie dick ich bin, ok!

 

Doug:     Ich steh unter Schock!

 

Sara:      Laß dich von mir nicht stören, ciao.

 

SCHNITT: Dougs und Carries Haus

Im Wohnzimmer. Doug kommt mit Blumen unter dem Arm herein, Carrie sitzt im Brautkleid auf dem Sofa und ißt Kuchen, auf dem Brautkleid sind Kuchenflecken zu sehen.

 

Doug:     Schatzi! Du heiliges Kanonenrohr!

 

Carrie:   Hallo!

 

Doug:     Was... was tust du da?

 

Carrie:   Ich hab den ganzen Baumkuchen aufgegessen, der für Weihnachten gedacht war. [weinerlich] Jetzt bin ich noch fetter und an Weihnachten werden wir ohne dasitzen.

 

Doug:     Schatz, wieso hast du denn dein Brautkleid an?

 

Carrie:   Du hattest Recht, ich hab's nicht zubekommen. Ich bin eben viel zu fett.

 

Doug:     Du kommst nur nicht an den Reißverschluß ran, laß mich mal. Ok, Luft anhalten! Noch 'n bißchen. Na also. [schließt den Reißverschluß]

 

Carrie:   Mir wird schwindlig.

 

Doug:     [macht den Reißverschluß wieder auf] Komm! Na und? Wen interessiert das? Du siehst toll aus, immer noch.

 

Carrie:   Nein, daß tu ich nicht. An meinem Hochzeitstag vor 3 Jahren sah ich toll aus, jetzt geht's nur noch abwärts, so werd ich niemals wieder aussehen.

 

Doug:     Doch, das wirst du! Du wirst es, du wirst es!

 

Carrie:   Nein, werd ich nicht. Sieh nur, das ist ein Kleid von meiner Mutter. Eines Tages werd ich es ausfüllen, das ganze Zelt.

 

Doug:     Gib mir das Kleid.

 

Carrie:   Was?

 

Doug:     Los, gib mir das Kleid !

 

Carrie:   Was hast du denn vor?

 

Doug:     Ich probier's jetzt einfach mal an. [zieht das Kleid an]

 

Carrie:   Wieso?

 

Doug:     Wieso? Weil es viel zu eng für mich sein wird, das heißt, selbst wenn du so dick wirst wie sie, werde ich immer noch dicker sein. Und das bedeutet, daß du immer meine schlanke Frau bleiben wirst.

 

Carrie:   Es paßt! [wirft sich deprimiert auf das Sofa]

 

Doug:     Es müßte sogar noch enger gemacht werden. Carrie, Kleines, bitte hör jetzt auf damit, das bringt uns beiden doch nichts. Ich will mit dir lachen. Ich will mit dir Sex. Und verdammt nochmal, endlich ein Sandwich! Du mußt mir glauben, ich find dich wunderschön und du wirst auch immer die schönste Frau für mich bleiben.

 

Carrie:   [ironisch] Ja, sicher.

 

Doug:     Ja, sicher!

 

Carrie:   Und wenn ich ganz dick werde?

 

Doug:     Versuch dein Gewicht unter 'ner Tonne zu halten.

 

Carrie:   Oder schlaff?

 

Doug:     Schlaff ist großartig!

 

Carrie:   Und was ist mit Orangenhaut? Oder Wassersucht?

 

Doug:     Ich liebe Wasser! [beide lachen]

 

Carrie:   Das Kleid steht dir echt gut.

 

Doug:     Gefall ich dir so? Aber es ist merkwürdig! Ich fühl mich ganz wohl darin.

 

Arthur kommt herein.

 

Arthur: Douglas, ich geb’ dir 'n guten Rat, zieh dir 'n Slip drunter an.

 

SCHNITT: Im Schlafzimmer

Doug und Carrie liegen im Bett, sie hatten gerade Sex.

 

Doug:     Das war 'ne Nacht, was? Chinesisches Essen, danach diverse Delikatessen und danach guter Sex mit dem schönsten Mädchen, das ich kenne.

 

Carrie:   Oh, Schatz, du bist lieb.

 

Doug:     Was den Sex angeht, ist Milady mit meinen Leistungen zufrieden?

 

Carrie:   Ja.

 

Doug:     Wieso dann diese Pause?

 

 

---=== ENDE ===---