Familie Feuerstein: Transkript der Folge "Flugversuch" [#1.01]

Transkript der Folge "Flugversuch" [#1.01]

Deutsches Transkript erstellt von MG

Bei diesem Skript handelt es sich nicht um ein Originaldrehbuch, sondern um die Mitschrift der TV-Version dieser Folge!
 

Originaltitel: The Flintstone Flyer
Ausstrahlung: 30.09.1960
Deutscher Titel: Flugversuch
Ausstrahlung:
Buch:
Regie:

Darsteller

Fred Feuerstein
Wilma Feuerstein
Barney Geröllheimer
Betty Geröllheimer

 

Gastdarsteller

Inhaltsangabe

 


Fred und Barney sind auf der Bowlingbahn. Fred will werfen, Barney sitzt in einem Sessel und sieht zu.

 

Barney: Daran wirst du verzweifeln.

Fred: Jetzt pass mal auf meinen Superwurf auf, mein lieber Barney.

Fred nimmt Anlauf, springt auf die Zehenspitzen und wirft die Kugel. Kurz vor den Kegeln zerspringt die Kugel in zwei Hälften und trifft die zwei noch verbliebenen Kegel, die daraufhin umfallen. Barney jubelt.

 

~*~
VORSPANN
~*~

 

Fred ist im Haus, in der Nähe der Eingangstür. Wilma ist in der Küche und rührt in einem Topf.

Fred: Oh, Mann, herrlich, so ein Sonntag. Nichts zu tun, außer faulenzen und die Sonntagsgazetten lesen. Liebling?

Wilma: Ja, Fred?

Fred: Hast du die Sonntagszeitung gesehen?

Wilma: Nein, Fred. Sie ist heute noch nicht gekommen.

Zeitungsjunge: Guten Morgen, Mr. Feuerstein. Hier ist lhre Zeitung! Achtung!

Der Zeitungsjunge wirft ihm die Zeitung, die aus einer Steinplatte besteht, entgegen. Fred wird am Kopf getroffen und fällt rückwärts ins Haus.

Wilma: Hast du jetzt deine Zeitung, Schatz?

Fred: Ja. lch bin ja so froh,dass sie nur einmal in der Woche kommt. [liegt mit der Zeitung in der Hängematte im Garten] Wollen wir gleich mal sehen, wo die Stein-Aktien wieder stehen. lch seh schon,die Kurse bröckeln mal wieder.

Barney spielt im Nachbargarten Golf. Fred schaut über die Mauer zu seinem Nachbarn hinüber.

Barney: Fore! Und Fore! Und Fore! Fore! Fore! Fore!

Fred: Barney!

Barney: Hallo, Fred. Was gibt's denn Neues?

Fred: Willst du mit deiner ewigen Schreierei am Sonntag vielleicht meine Nerven strapazieren?

Barney: lch trainiere Golf. Guck zu. Fore!

Fred: Wenn ich noch einmal „und Fore“ von dir höre, dann verbiege ich dir deinen Schläger. [wieder in der Hängematte] 2500 Einwohner hat Steintal und ausgerechnet ich muß diesen Schwachkopf zum Nachbarn haben. He, was sag ich denn dazu? "Fred Feuerstein Mannschaftskapitän im Bowlingfinale."

~*~

Barney schlägt seinen Golfball in das obere Astloch einer Palme, die sich auf Freds Grundstück befindet. Fred schaut nach oben, in diesem Moment kommt der Golfball durch ein Astloch weiter unten herausgerollt und landet in Freds Mund. Barney ist dem Ball bis auf den Baum gefolgt.

Barney: Fore! Ganz ruhig, Fred. lch muss ihn spielen, wo er liegt. Zieh doch mal 'ne Schnute.

Fred: lch werde dir jetzt zeigen, was eine Schnute ist, wenn ich dich erwische.

Fred verfolgt Barney und schlägt ihm im Laufen wiederholt auf den Kopf. Barney flüchtet sich auf eine Palme.

Barney: Weißt du, was du bist, mein lieber Fred? Du bist ein Nervenbündel. Du brauchst ein Hobby, so wie ich.

Fred: lch habe ein Hobby. Und zwar ist das Ruhe und Frieden an Sonntagen. Und wenn ich das nicht haben kann, werde ich dich in kleine Stückchen zerlegen.

~*~

Fred liegt wieder in der Hängematte und schnarcht laut. Vom Nachbargrundstück ist ein Hämmern zu hören. Wutentbrannt geht Fred zu Barney hinüber.

Fred: Barney! Barney! lch sagte: "Barney." Was soll denn das jetzt wieder bedeuten?

Barney baut an einer Flugmaschine, die aussieht wie ein umgedrehter Schneebesen.

Barney: Das ist mein Hobby, von dem ich dir erzählen wollte. lch baue Sachen, das hält meine kleinen, flinken Finger beweglich. Was hältst du davon?

Fred: Bevor ich was dazu sage: Was soll das sein?

Barney: Diese kleine Erfindung wird mich zum ersten Menschen machen, dem es gelingt, in die Luft aufzusteigen.

Fred: Weißt du, jetzt werde ich dir meine Erfindung vorführen. Sein Name ist "ein Schlag auf die Birne". Damit du zu lärmen aufhörst. ln die Luft steigen? Mit dem Ding? Das funktioniert?

Barney: Das funktioniert, lieber Fred. Aufgrund dieses Bolzens, der mit dem Kipphebelschalter verbunden ist. Und der Kipphebelschalter ist mit der Sperrklinkenstange verbunden und die Sperrklinkenstange ist ist mit der Spannungsstange verbunden und die ist mit dem Schwungrad verbunden. Und zoom! Bevor du dich versiehst, fliegst du durch die Lüfte. Nun, wie findest du meine Erfindung, Fred?

Fred: Und du behauptest immer noch, dass du mit diesem Stangen-Dingsda fliegen kannst?

Barney: So wie ein Vögelein.

Fred: Hör zu, mein Vögelein. lch kann dir eine Menge Tüfteleien und Arbeit ersparen. lch weiß einen Weg, wie du auch ohne dieses blöde Ding fliegen kannst. Und dieser Weg geht so. Mein Faustknochen verbindet sich mit deinem Kieferknochen. Und zoom! Bevor du dich versiehst, befindest du dich von ganz allein in der Luft. Und jetzt möcht' ich mich ein wenig ausruhen, du billige Kopie von einem Nachbarn.

Barney: Armer Fred. Er ist wirklich ein Nervenbündel.

~*~

Fred geht wieder zu seinem Grundstück und legt sich wieder in die Hängematte.

Fred: Und die Spannungsstange ist mit einem Schwungrad verbunden. Fliegen genau wie ein Vögelein. Bäh. Sah aus, wie ein Schneebesen für Dinosaurier-Eier.

Fred schläft, als Barney vorüber fliegt.

Barney: ldeales Flugwetter heute, Nachbar. Guck, Freddie. Für Fortgeschrittene. Ohne Hände.

Fred: Und ohne graue Zellen. Es funktioniert! Der fliegt ja wirklich. He, Barney! Barney, mein lieber Freund!

Er läuft zu Barney hinüber, der gerade landet.

Barney: Was sagst du nun, werter Nachbar?

Fred: Was ich nun sage? Yabbadabbadu!! Wir haben es geschafft! Endlich geschafft!

Barney: Wir?

Fred: Genau, teurer Freund. Mit meinem Grips und deinen, äh, flinken Fingern werden wir ein Vermögen machen. Stell dir vor. Stell dir vor. Niemals mehr Verkehrsprobleme. Fliegen direkt aus dem Fenster. ln jeder Höhle wird es zwei davon geben ein für ihn und ein für sie. Wir werden eine GmbH gründen.

Barney: Ja, aber ich...

Fred: lch werde der Geschäftsführer und du wirst der verantwortliche Abteilungsleiter für die Produktion.

Barney: Abteilungs - ?

Fred: He, he, ich hab sogar schon einen Namen dafür. Weißt du auch schon, welchen,Barneylein? Der Feuerstein-Flieger.

Barney: Na ja, weißt du, eigentlich wollte ich ihn ja „Barney-Copter“ taufen.

Fred: Kein schlechter Vorschlag für einen Abteilungsleiter, aber das verkauft sich nicht. Ich denke, wir bleiben bei Feuerstein-Flieger. Apropos Fliegen, wie wär's, wenn der Geschäftsführer einen kleinen Probeflug machen würde?

Barney: Fühlst du dich schon fit für einen Alleinflug?

Fred: Geh mir aus dem Weg. Was du kannst, kann ich schon lange, Donnerkiesel!

Barney: Es ist aber nicht so einfach.

Fred: Zeig's mir dann wirst du dich überzeugen können, dass ich reif bin für den Alleinflug.

Fred setzt sich auf Barneys Fluggerät.

Barney: Was soll ich dir schon groß erklären? Du trittst ins Pedal und wenn du schnell genug bist, hebst du ab.

Fred: Mehr brauche ich nicht zu tun?

Barney: Na ja, auf eins solltest du noch achten.

Fred: Details. Details. Diese Kleinigkeiten kannst du mir erzählen, wenn ich zurück bin.

Fred fliegt los.

Barney: lch-ich wollte doch noch die Startrampe fegen. So kommt er niemals in die Luft. He, du bist zu schwer, Fred!

Fred: Kleinigkeiten, Kleinigkeiten. Bis gleich.

Fred stürzt über eine Klippe in einen Graben. Man hört, wie das Fluggerät zerschellt.

Barney: Na ja, zurück ans Reißbrett.

~*~

Fred sitzt mit einem Arm in der Schlinge und einem Kopfverband im Haus. Barney schaut durchs Fenster herein.

Barney: Hallo, Fred. Wie geht's denn dem Bruchpiloten heute?

Fred: Warum hast du mir denn nicht gesagt, dass du an dem Ding noch nicht alle Macken beseitigt hast, bevor du mich damit fliegen lässt?

Barney: Das Ding hat keine Macken. Du bist einfach zu schwer.

Fred: Ach, ich bin doch kein Blödmann. lch trete zurück. Such dir doch einen anderen Doofen als Geschäftsführer.

Barney: Ganz wie du willst, Freddie. Von nun an werde ich der Geschäftsführer sein. Meine Wenigkeit, Direktor Barney. Verstanden, okay und E-N-D-E, aus. Ach, übrigens,du wirst den Jungs heute Abend fehlen.

Fred: Was meinst du damit,"heute Abend fehlen"?

Barney: Du kannst doch nicht Bowling spielen in diesem Zustand.

Fred: Ach, du Scherzkeks. Und ob ich heute Abend zum Bowling gehe, selbst wenn ich die Kugel mit der Nase die Bahn runter stoße.

Barney: Alles Gute, Fred. So spricht der wahre Kapitän der Felshügel-und-Steinbruchunternehmer- Mannschaft.

~*~

Wilma kommt mit einem Einkaufswagen voller Lebensmittel durch die Eingangstür herein. Fred sitzt immer noch im Sessel.

Wilma: Juhu, Fred. lch bin zu Hause.

Fred: Tag, Wilma.

Wilma: Wie fühlst du dich jetzt?

Fred: Bestens. lch habe mich in meinem Leben noch nie besser gefühlt.

Wilma: Das freut mich aber. lch hatte befürchtet, dass du es heute Abend nicht schaffst.

Fred: Glaubst du, so ein kleiner Kratzer kann mich daran hindern?

Wilma: Und ich dachte schon, ich müsste die Karten zurückgeben.

Fred: Karten? lch brauch' doch keine Karten dafür.

Wilma: Red doch nicht so einen Unsinn. Wie willst du denn ohne Karten in die Oper?

Fred: ln die Oper? Hast du gerade "Oper" gesagt?

Wilma: Natürlich. Du weißt doch, dass wir uns dazu mit den Geröllheimers verabredet haben.

Fred: Heute?

Wilma: Wann sonst? Wir haben die Karten seit einem Monat.

Fred: Und Barney weiß auch darüber Bescheid?

Wilma: Natürlich. Er hat die Karten gekauft.

~*~

Wutentbrannt läuft Fred wieder zu Barney hinüber, der an seinem Fluggerät arbeitet. Fred nimmt Barney den Hammer aus der Hand und schlägt ihm auf den Kopf.

Barney: Was habe ich jetzt wieder getan?

Fred: Nichts. lch wollte dir nur sagen, dass ich heute Abend nicht Bowling spielen gehe.

Barney: Wow! Darf ich dann Mannschaftskapitän sein?

Fred: Du gehst genauso wenig. Wir gehen nicht zum Bowling, weil du ja unbedingt für heute Abend Karten für die Oper kaufen musstest. Ausgerechnet heute.

Barney: Oh, das habe ich vergessen.

Fred: Ja, das hast du vergessen. Und wir können jetzt deswegen die Bowling-Meisterschaft vergessen. Dank dir, du Opernliebhaber.

Barney: Dafür wird man uns aus der Felshügel-und-Steinbruchunternehmer-Mannschaft ausstoßen!

Fred: lch hätte mir besser ein Bein brechen sollen. Dann hätte ich wenigstens eine Entschuldigung.

Barney: Vielleicht hast du ja einen Schädelbruch und weißt es nur noch nicht, hä?

Fred: lch habe keinen Schädelbruch, aber deiner wird brechen, wenn die Jungs erstmal davon erfahren. He, warte. Warte mal einen Moment. Vielleicht stimmt ja tatsächlich was nicht mit meiner Birne.

Barney: Ach ja?

Fred: Und möglicherweise zeigt sich das heute Abend, dann wenn wir gerade gehen wollen.

Barney: Das verstehe ich nicht.

Fred: Warte es nur ab. Du musst es nur mir überlassen. Wir gehen doch zum Bowling. Jetzt hör zu. lch hab da einen Plan. Wenn der hinhaut können wir doch zum Bowling.

~*~

Fred steht vor dem Spiegel und macht sich für den Bowlingabend fertig. Er bindet sich gerade eine Fliege um und ist ausgesprochen gutgelaunt, er singt sogar.

Fred: Zum Bowling geh'n wir heut. Zum Bowling geh'n wir heut. Juchhu! Juchhu! Juchhu!

Es klingelt an der Tür.

Wilma: Kannst du aufmachen? Das müssen die Geröllheimers sein.

Fred: Aber sicher, Schatz. Hallo, Nachbarn.

Betty: Hi, Fred.

Barney: [singt] La donna è mobile. Funiculi, funicula, Funiculi, funicula

Fred: Ach, wie ich diese Oper liebe.

Barney: lch kann's kaum erwarten, bis die erste Dekadenz erklingt.

Betty: Könnte es sein,dass ihr beiden es vielleicht ein wenigübertreibt?

Wilma: Gehen wir, sonst kommen wir zu spät. Hast du die Karten, Fred?

Fred: Hier, die Karten.

Barney: Ja, tatsächlich. Funiculi, funicula, Funiculi, funicula

Wilma: Dein Kleid ist entzückend.

Betty: Oh, danke.

Fred wird plötzlich übel, seine Augäpfel rollen und er verzeiht den Mund zu verschiedenen Grimassen. Schließlich fällt er um.

Wilma: Fred. Fred, ist dir nicht gut? Fred, was hast du denn? Fred, so sag doch was.

Barney: Er kann nicht reden, Wilma. Er hat einen schweren Schock.

Wilma: Noch von seinem Absturz?

Barney: Sicher. Bei solchen Dickschädeln setzt das immer viel später ein.

Wilma: Schnell, bringen wir ihn ins Bett.

~*~

Fred liegt im Bett, Barney, Betty und Wilma stehen besorgt um ihn herum.

Fred: Lasst mich nur allein. lhr braucht doch wegen dieser Kleinigkeit nicht auf die Oper verzichten. Nein, geht ihr drei nur. lch schaff' das schon.

Wilma: Was? Dich hier allein lassen?

Barney: Kommt nicht in Frage. lch gehe nicht ohne meinen Freund. Hört zu, dann geht ihr zwei allein. lhr habt euch doch so fein gemacht. lch werde bei Fred so lange den Babysitter spielen.

Fred: Genau, das ist eine gute ldee, mein Freund. Warum die Karten verfallen lassen? Jetzt geht endlich. Das ist ein Befehl.

Wilma: Wirst du denn auch zurechtkommen, Fred?

Fred: Was soll schon passieren, wenn Barney hier bleibt?

Barney: Ja, man nennt mich ja nicht umsonst den "Heftpflaster-Barney".

Wilma: Was meinst du, Betty?

Betty: Na ja, es sind ja auch nur ein paar Stunden und Barney ist doch bei ihm.

Wilma: Also, mir ist gar nicht wohl bei dem Gedanken.

Die Frauen gehen. Barney und Fred bleiben zurück.

~*~

Barney: He, Fred, geklappt.

Fred: War ja auch meine ldee, ist doch klar.

Barney: Mit blutbeflecktem Haupt, aber ungebrochen spielst du heute Bowling, du mein Kapitän! Mein Kapitän!

Fred: Los, schnell, beeil dich und hol deine Bowlingkugel. lch bin so richtig heiß auf heute Nacht. Oh, warte, warte, warte.

Barney: Warten auf was?

Fred: Wie sollen wir denn jetzt in die Stadt kommen? Den Wagen haben doch die Mädels.

Barney: He, wie wär's per Anhalter?

Fred: Ja, wunderbare Idee. Und wenn wir nach Hause wollen, dann sammeln uns unsere Frauen auf. Verstehst du denn nicht? Wir müssen jetzt schnell in die Stadt fahren, Bowling spielen und dann vor ihnen zu Hause sein.

Barney: lch hab's. Ganz einfach. Wir nehmen die schnellste Route durch die Luft.

Fred: Aber doch nicht schon wieder mit deinem verrückten Schneebesen?

Barney: lch habe ihn repariert. lch hab' extra große Höhenruder montiert, damit er schwere Lasten tragen kann, und auch ganz besonders dicke.

Fred: Ich warne dich, sollte dieser Apparat nicht funktionieren, entlädt sich die geballte Kraft von fünf Fingerknöcheln auf deiner Nase.

~*~

Sie verlassen das Haus und setzen sich auf das Fluggerät.

Barney: Pilot ruft Ko-Pilot, alles fertig zum Abheben?

Fred: Fang besser an zu beten, falls wir nicht abheben.

Barney beginnt zu treten und das Gefährt setzt sich in Bewegung.

Barney: Wir sind in der Luft!

Fred: Aber nicht da, wo ich sitze.

Barney: Vielleicht sollten wir besser die Bowlingkugeln abwerfen.

Fred: Ja, dir auf deine Birne.

Barney: Flattere mit deinen Armen auf und ab.

Fred: Meinst du etwa so?

Barney: He, es funktioniert, Fred. Es funktioniert! Das hat uns gefehlt, 'n bisschen extra Auftrieb.

Wie findest du das? Der Barney-Copter ist eine Sensation.

Fred: Eine Neuigkeit, Abteilungsleiter. lch habe mich soeben zum Geschäftsführer der Feuerstein-Flieger-Gesellschaft mit beschränkter Haftung wieder gewählt.

~*~

Wilma und Betty fahren im Auto in die Oper.

Wilma: Weißt du, ich fühle mich so richtig mies. Fred liegt im Bett und ich gehe meinem Vergnügen nach.

Betty: Und Barney opfert sich, um bei deinem kranken Mann zu bleiben. Und das, obwohl er gerade gesagt hatte, wie sehr er sich auf die Oper freut.

Wilma: Mir wäre wohler, wenn ich wüsste, dass es Fred gut geht.

Betty: Mir auch. Lass uns doch in der Pause zu Hause anrufen.

~*~

Auf der Bowlingbahn. Fred ist am Wurf, Barney sitzt auf einem Sessel. Fred nimmt Anlauf, tippelt auf den Zehenspitzen und wirft. Er trifft alle Kegel bis auf zwei. Die umgefallenen Kegel werden von auf einem Brett sitzenden Affen aufgehoben.

Fred: Tritt zur Seite, mein Freund, während sich der Kapitän noch aufwärmt.

Barney: Au-au-au-au. Daran wirst du verzweifeln.

Fred: Jetzt konzentrier' dich nur auf meinen Superwurf, Barneylein.

Fred wirft, die Kugel zerspringt in zwei Hälften und die Kegel fallen um. Barney jubelt.

Barney: Juhu! Du bist der Allergrößte, Fred!

Fred: Haha. Der alte Meister hat mal wieder zugeschlagen.

Barney: He, alter Meister, wie wär's denn mit 'ner kleinen Erfrischung?

Barney steht am Getränkeautomat.

Fred: Wie es bei mir läuft, brauche ich heute Abend eigentlich keine Erfrischung.

Na, also gut, aber ich will Strohhalme im Glas.

Barney: Ein Drink mit Stroh, schon unterwegs. Und dazu zweimal Stroh, bitte.

Danke.

Automat: Keine Ursache.

~*~

Barney ist an der Reihe. Der läuft an und wirft. Dabei bleibt er mit den Fingern in der Bowlingkugel stecken und wird von dieser mitgezogen. Er wird in die Kegel geschleudert und von den Affen aufgehoben und auf das Kugeltransportband gelegt. So kommt er wieder bei Fred an.

Barney: Ziel anvisieren. Und weg damit. Au! Bin ich gut gewesen, Fred?

Fred: Stark, wirklich stark. Doch könntest du jetzt mal versuchen, Bowling zu spielen wie alle anderen auch? Junge, Junge.

Barney ist wieder an der Reihe. Fred sitzt jetzt im Sessel.

Barney: Und jetzt der Höhepunkt.

Fred: Mach doch nicht so viel Wind. Halt die Klappe.

Barney holt Schwung und lässt die Kugel los. Die Kugel fliegt rückwärts und landet genau auf Freds Fuß. Der schreit vor Schmerzen laut auf.

~*~

In der Oper. Eine Sängerin beendet gerade ihren Auftritt.

Zuschauer: Bravo. Da capo. Bravo. Zugabe.

Betty: lst das nicht wundervoll, Wilma?

Wilma: lch denke die ganze Zeit an meinen armen Fred, der zu Hause leidet.

Betty: Ja, vielleicht würdest du dich wirklich wohler fühlen,wenn wir jetzt gleich telefonieren gehen.

Wilma: Ja, du hast Recht. lch würde mich besser fühlen.

Die zwei Frauen verlassen das Opernhaus um ein Telefon zu suchen.

Betty: Da drüben, auf der anderen Seite in der Bowlingbahn haben sie sicher ein Telefon.

Wilma: Oh, je. Hoffentlich ist Fred wohlauf.

Betty: Mach dir keine Sorgen. Es geht ihm sicher wieder besser.

In der Bowlingbahn ist tatsächlich ein Münzfernsprecher. Wilma telefoniert.

Wilma: Armer Fred. lch hoffe nur, dass er jetzt nicht auch noch Fieber hat.

~*~

Auf der Bowlingbahn ist Fred wieder an der Reihe. Er wirft, die Kugel zerbricht in mehrere kleine Steine, von denen einer alle Kegel umwirft.

Fred: Heute Nacht bin ich in einer Wahnsinnsform. Yabbadabbadu!

Wilma und Betty stehen immer noch am Telefon.

Wilma: Oh, hier ist es so schrecklich laut, ich kann überhaupt nichts hören. Es geht keiner ran. lch mache mir wirklich Sorgen.

Barney ist wieder dran. Fred sitzt im Sessel.

Barney: Alle Augen richten sich auf den König der Bowlingbahn.

Fred: Und lass diesmal ja nicht wieder die Kugel fallen, sonst kröne ich dich wirklich noch zum König der Holzköpfe.

Barney geschieht das gleiche Mißgeschick wie vorher, die Kugel landet auf Freds Fuß.

Barney: Oh, oh!

Fred: Ah, bist du verrückt geworden?

Barney: Fred, sieh doch. Drüben in der Telefonzelle. Unsere Frauen.

Fred: Unsere Frauen?

~*~

Betty und Wilma stehen immer noch beim Telefon.

Wilma: Wir gehen besser nach Hause. lrgendwas stimmt nicht.

Betty: Ja, da hast du wohl Recht. Wir werden... Wilma, sieh mal. Sind das nicht Fred und Barney?

Sie verstecken sich hinter den Bowlingkugeln.

Barney: Wenn die uns hier erwischen, sind wir tot.

Fred: Dann kann uns gar nichts Besseres passieren. Sie kommen direkt auf uns zu.

Barney: Lass dir was einfallen, Kapitän.

Fred: He, wir nehmen einfach den Besen.

Barney: Den Besen? Müssen wir ausgerechnet jetzt sauber machen?

Sie entreißen dem Besen einige Haare, währenddessen kommen Betty und Wilma entschlossenen Schrittes auf die Bahn gestürmt.

Betty: So, er musste bei seinem kranken Freund Babysitter spielen?

Wilma: Gleich werden es zwei kranke Freunde sein.

Betty und Wilma schlagen die vermeintlichen Ehemänner, die ihnen den Rücken zukehren, mit ihren Handtaschen.

Wilma: Überraschung, Ehemänner!

Betty: Und jetzt ist die Reihe an mir.

Wilma: Oh, Schreck lass nach!

Betty: Sie sind es gar nicht.

Barney und Fred liegen in einer Ecke. Beide haben jetzt einen Bart und sprechen mit Akzent.

Barney: Ham' wir uns schon ma g'sehn?

Fred: Eine solche Anmache ist hier nicht üblich.

Barney: Ja, das ist a' anständ'ges Lokal.

Wilma: Wir haben euch für unsere Ehemänner gehalten.

Betty: Ja, euch alle beide.

Fred: Begrüßt ihr eure Ehemänner immer auf diese Weise?

Barney: Ja. "Hallo, Schatzi." Rums.

Fred: Der Durchschnitts-Ehemann kann so viel Rums nicht ertragen, statistisch gesehen.

Barney: Ja, dann macht er sich nämlich aus dem Staub, ja.

Barney: Das war doch wirklich sehr komisch, nicht wahr?

Fred: Nein.

Die Frauen gehen.

Wilma: Tut uns sehr Leid. Entschuldigt uns.

Betty: lhr habt unseren Ehemännern wirklich sehr ähnlich gesehen.

Fred: Ich meine, wenn ihr schon eure Ehemänner sehen wollt, warum schaut ihr dann nicht zu Hause nach, wo ihr hingehört?

Barney: Ja. Woll'mer wetten, dass de' ane bei seinem kranken Freund Babysitter spuit?

Fred: Dass du aber auch nie lernen wirst, wann man aufhören muss.

Fred hält Barney schnell den Mund zu.

~*~

Wilma: Lass uns jetzt nach Hause gehen.

Betty: Ja, selbstverständlich. lch kann mir nicht helfen, irgendwas ist faul an dieser Sache.

~*~

Fred: Donnerkiesel! Das ist ja gerade noch mal gut gegangen.

Barney: Ja. Zurück zum Bowling.

Fred: Bist du völlig übergeschnappt? Fang deine Bowlingkugel ein. Wir müssen vor ihnen zu Hause sein.

~*~

Wilma und Betty fahren im Auto nach Hause.

Wilma: lch bin noch nie in einer so peinlichen Situation gewesen. Wie können sich nur so unterschiedliche Leute so ähnlich sehen?

Betty: lch kann nur dazu nur eins sagen. Hoffentlich sind zwei dieser unterschiedlichen Leute zuhause, wenn wir kommen. Fahr schneller.

~*~

Fred und Barney fliegen in Richtung Heimat.

Fred: Dieses Ding ist fantastisch.

Barney: lst ja auch meine Erfindung.

Fred: Das wird ein Traum. Ein Feuerstein-Flieger selbst vor der kleinsten Hütte. lch werde reich.

Barney: Was wird mit mir?

Fred: Tritt ins Pedal. Wir wollen eine Stunde vor ihnen zu Hause sein. Funiculi, funicula, lalala lalala lala lalala.

Barney: He, Fred. Guck.

Fred: Wohin denn?

Barney: Ärger! Ärger aus südlicher Richtung.

Fred: Das ist ja nicht zu glauben. Unsere Ehefrauen. Die missachten die Geschwindigkeitsbegrenzung.

Barney: Sie werden vor uns da sein.

Fred: Oh, nein. Das werden sie nicht. Alle herhören. Pilot an Ko-Pilot.

Barney: lch verstehe dich laut und deutlich.

Fred: Fahrgestell einziehen. Rotorblätter nach vorn neigen. Drehzahl erhöhen auf 4500pm.

-Ende der Durchsage.

Barney: Was soll das bedeuten, Fred?

Fred: Das bedeutet, du sollst schneller fliegen, du ldiot. Los geht's. Funiculi, funicula. Funiculi funicula.

~*~

Betty und Wilma fahren immer noch im Auto.

Wilma: Was sollen wir denn sagen, wenn sie uns fragen, warum wir so früh zurückkommen?

Betty: Wir sagen, sie haben uns gefehlt.

Wilma: Warum sagen wir ihnen nicht die Wahrheit?

Wilma: Sollen wir ihnen vielleicht beichten, dass wir ihnen nicht über den Weg trauen?

Betty und Wilma sind daheim angekommen und betreten das Haus der Feuersteins.

Betty: Und wenn sie gar nicht da sind?

Wilma: Die kommen schon zurück.

Betty: Und was machen wir in der Zwischenzeit?

Wilma: Das ist doch ganz einfach, wir werden gemeiner.

Wilma: Ruhig. Vielleicht schläft Fred schon.

Die Frauen spähen um die Ecke zu Freds Zimmer. Fred liegt mit einem Kopfverband im Bett, Barney sitzt am Bett und liest Fred vor.

Fred: Lies mir noch eine Gute-Nacht-Geschichte vor, Barneylein.

Barney: Klar. Welche denn? „Onkel Wackelohr“ oder „lch war ein Brontosaurier-Teenager“?

Wilma: [zu Betty] lch verspreche dir, ich werde Fred niemals mehr misstrauen.

Betty: [zu Wilma] Da hast du Recht, Wilma. Die sind ja so lieb, die beiden. Und wir zwei sind grässlich zänkische Zicken.

Barney: [mit Akzent] Ja, dös ist wahr. Merkt's euch, zweifelt nie an euren Mannsbildern, sonst mochen sie sich aas 'm Staub, habt's mi?

Wilma: Und sie waren es doch.

Fred: [zu Barney] Du Trottel!

~*~

Der folgende Dialog ist nur zu hören.

Wilma: Schwerer Schock, was?

Fred: Wilma. Nein, nein, nicht auf den Kopf!

Wilma: Und wie ist es dann auf deinem Allerwertesten?

Barney: Betty! Betty, bitte nicht mit der Bowlingkugel.

Betty: Halte still, du grässlicher Einzeller!

Die Männer kommen aus dem Haus gelaufen und rennen zum Fluggerät, wo sie sofort starten.

Fred: Barney, schnell zu deinem Schneebesen!

Barney: Fang schon an zu flattern, damit wir gleich abheben.

Wilma: Komm sofort zurück, du Feigling!

Betty: Wilma, jetzt fliegen sie davon.

Wilma: Ach mach dir keine Sorgen. Alles, was aufsteigt, kommt auch irgendwann mal wieder runter. Und ganz besonders schnell die Dicken.

~*~

Betty und Wilma sitzen im Garten und spielen Karten.

Betty: Du bist dran.

Wilma: Gin.

Betty: Wie lange, würdest du sagen, sind die jetzt schon da oben?

Wilma: Oh, schätzungsweise sechs Stunden, ich weiß es nicht so genau.

~*~

Barney tritt wild in die Pedale, Fred hängt auf dem Sitz.

Barney: lch kann nicht mehr, meine Beine werden langsam müde.

Fred: Werden deine Beine müde werden, würde ich sagen, bist du lebensmüde. Los, weiter treten.

Barney: lch hab überhaupt keine Kraft mehr.

~*~

Betty und Wilma schauen nach oben.

Wilma: Es wird nicht mehr lange dauern. Barney geht das Benzin aus.

Betty: Ja, ich weiß. Tja, jedenfalls freue ich mich, wenn sie endlich wieder da sind.

 

---=== ENDE ===---