Futurama: Transkript der Folge "Zeit und Raum 3000" [#1.01]

Transkript der Folge "Zeit und Raum 3000" [#1.01]

Deutsches Transkript erstellt von MG

Bei diesem Skript handelt es sich nicht um ein Originaldrehbuch, sondern um die Mitschrift der TV-Version dieser Folge!
 

Originaltitel: Space Pilot 3000
Ausstrahlung: 28.03.1999
Deutscher Titel: Zeit und Raum 3000
Ausstrahlung: 04.09.2000
Buch:
Regie:

Darsteller

Fry: Dirk Meyer
Leela: Marion Sawatzki
Bender: Hans-Rainer Müller
Prof. Farnsworth: Thomas Reiner 
Off-Sprecher: Butz Combrinck

 

Gastdarsteller

Inhaltsangabe
Am Vortag zum Jahr 2000 gerät der 25-jährige New Yorker Lieferjunge Fry in eine Tiefkühlkammer für Menschen und wacht 1000 Jahre später wieder auf. In "Neu-New York" soll die einäugige Leela ihn in seinen Beruf einweisen, aber da er schon wieder als Lieferjunge arbeiten soll, macht sich Fry aus dem Staub. Auf der Flucht lernt Fry den Roboter Bender kennen. Als Leela die beiden findet, entschließt sie sich, den Dienst zu quittieren und die drei begeben sich zu Frys uraltem Nachfahren Professor Farnsworth, der sich ein Raumschiff gebaut hat. Mit diesem fliegen die vier nun in den Weltraum und können so ihren Verfolgern entkommen. Fry, Bender und Leela beschließen, von nun an für Professor Farnsworth zu arbeiten, der eine Lieferfirma betreibt. [Text: ProSieben]

 


Ein Raumschiff fliegt in einem Arcade-Spiel durch das All.

 

Fry: Das All, es scheint sich immer weiter und weiter fortzusetzen. Aber dann gelangt man ans Ende und ein Gorilla fängt an einen mit Fässern zu bombardieren. ['Game Over'] Und so spielt man dieses Spiel.

 

Frecher Junge: Du hast versagt. Du bist 'ne Niete!

 

Panucci: Hey Fry, die Pizza hier muss raus! Nun mach schon!

 

Fry: [seufzt]

 

Fry fährt mit seinem Fahrrad durch die Strassen und trifft an einer Ecke seine Freundin Michelle in einem Taxi mit einem anderen Typ sitzend.

 

Fry: Hey Michelle, Liebling, wo fährst du hin?

 

Michelle: Es läuft nicht mit uns, Fry. Ich hab deine Sachen auf den Bürgersteig gestellt.

 

Fry fährt weiter durch die Strassen.

 

Fry: Ich hasse mein Leben, ich hasse mein Leben, ich hasse mein Leben.

Stellt sein Fahrrad vor einem Gebäude ab, kettet es an und will seinen Lieferauftrag erfüllen. Als er das Gebäude betritt kommt ein Fahrraddieb und klaut sein Rad.

 

Dieb: Ein frohes neues Jahr!

Fry kommt aus dem Fahrstuhl, klopft ein die Tür des Labors, an das er die Pizza liefern soll und tritt ein. Sieht versch. beschlagene Tiefkühltruhen, wischt eine ab und sieht einen Menschen darin.

 

Fry: Hallo?! Eine Pizzalieferung für, äh [kramt einen Zettel raus] I.C. Wiener?! So 'ne miese Tour. Bisher hab’ ich immer gedacht, ich wäre der einzige, der mit schrägen Anrufen Leute reinlegt.

 

Setzt sich an einen Schreibtisch, der im Raum steht, und macht eine Getränkedose auf.

 

Fry: Ich trinke auf noch so ein mieses Jahrtausend.

In der ganzen Welt werden die Sekunden bis zur Jahreswende runtergezählt. Als es Mitternacht wird, bläst Fry in eine Tröte, fällt rückwärts von seinem Stuhl in eine Tiefkühlkammer und die Uhr stellt sich auf 1000 Jahre ein.

 

Fry: Was soll das?

1000 Jahre Kälteschlaf, New York wird zweimal bei Alien-Angriffen vernichtet und wieder aufgebaut. Danach wacht Fry aus seinem Kälteschlaf wieder auf

 

Fry: [gähnt]

 

Guckt aus dem Fenster und erblickt die Welt im Jahre 2999

 

Fry: [erschrocken] Oh, mein Gott, das ist die Zukunft. Meine armen Eltern, meine netten Kollegen und meine Freunde, die werde ich alle nie wieder sehen. Juhuu!

 

~*~

Vorspann

~*~

 

 

Terry: [pathetisch] Willkommen in der Welt von morgen.

 

Terrys Kollege: Musst du das immer auf diese Art verkünden?

 

Terry: Noch nie was von einer effektvollen Darbietung gehört? [pathetisch] Bitte komm! Dein Schicksal wartet schon auf dich.

 

Vor dem Büro des 'Fate Assignment Officer's

 

Terrys Kollege: Dann wünsch ich noch 'ne schöne Zukunft.

 

Fry: Cool, genau wie in Star [wird von der Tür eingeklemmt] ... au.

 

In Leelas Büro

 

Leela: Guten Tag, Sir.

 

Fry: [sieht Leela von hinten und staunt] Uuuh.

 

Leela dreht sich um

 

Fry: [sieht nur ein Auge] Aaah.

 

Leela: Name?

 

Fry: Äh, äh, Fry.

 

Leela: Ich bin Leela. Da heute Silvester ist, möchte ich über dein Schicksal schnell entscheiden, um hier rauszukommen.

 

Fry: Darf ich ’ne Frage stellen?

 

Leela: Sofern es nicht um mein Auge geht, ja.

 

Fry: Äh...

 

Leela: Handelt es sich um mein Auge?

 

Fry: Ja, schon.

 

Leela: [genervt] Dann stell deine Frage!

 

Fry: Was ist mit dem Auge?

 

Leela: Ich bin eine Außerirdische, verstanden? Wechseln wir das Thema.

 

Fry: Cool, eine Außerirdische. Hat deine Rasse die Erde übernommen?

 

Leela: Nein, ich arbeite hier nur.

 

Ein 'Frohes neues Jahr 3000'-Zeppelin fliegt vorbei

 

Fry: Augenblick mal. Steht auf dem Zeppelin die Wahrheit?

 

Leela: Ja, es ist der 31. Dezember Neunundzwanzighundertneunundneunzig.

 

Fry: Mein Gott, eine Million Jahre.

 

Leela: Ich kann mir vorstellen, dass dich das ganz schön aus der Fassung bringt.

 

Fry: Wie soll ich sagen? Es müsste so sein, aber eigentlich bin ich froh. Ich hatte keinerlei Freude in meinem alten Leben, ich war pleite, hatte einen demütigenden Job und langsam wuchs auch der Verdacht in mir, dass meine Freundin mich betrügt.

Leela: Naja, zumindest bist du hier würdevoll behandelt. Jetzt zieh dich nackt aus zur Sondenuntersuchung!

 

Sondenuntersuchung Leela drückt einen Knopf

 

Fry: Uuuh.

Testergebnisse werden ausgedruckt, Fry zieht sich an

 

Leela: Interessant. Dein DNS-Test zeigt einen lebenden Verwandten an. Es ist dein Groß-Groß-Groß-Groß-Groß-Groß-Groß...

 

Fry ist angezogen

 

Leela: ... Groß-Groß-Großneffe.

 

Fry: Ja großartig. Wie heißt der kleine Kerl?

 

Leela: Prof. Hubert Farnsworth. [zeigt ihm ein Bild]

 

Fry: Uuurg.

In Leelas Büro

 

Fry: Ich glaub’, ich bin der glücklichste Mensch in der ganzen Zukunft. Man hat mir eine zweite Chance gegeben, diesmal werde ich nicht wieder als totaler Versager dastehen. [biiiiep] Was ist das?

Leela: Deine dauerhafte Karriere-Zuweisung. [zeigt im einen Monitor auf dem 'Delivery Boy' steht]

Fry: Lieferjunge? Nein, nicht schon wieder! Bitte irgendwas anderes. [greift nach Leela]

Leela: Hände weg! Du bekommst einen Job zugewiesen, für den du am besten geeignet bist; wie alle anderen.

 

Fry: Und wenn ich ablehne?

 

Leela: Dann wirst du gefeuert.

 

Fry: Bitte...

 

Leela: Und zwar mit einer Kanone in die Sonne.

 

Fry: Aber ich will nicht wieder den Lieferjungen spielen.

 

Leela: Es ist nicht immer angenehm, viele Leute mögen ihre Arbeit nicht, doch sie verrichten sie trotzdem. [zeigt auf ein Plakat] Man muss tun, was man tun muss! Und jetzt streck’ deine Hand aus! Ich werde dir einen Karriere-Chip implantieren, der wird dich dauerhaft als Lieferjungen ausweisen.

Fry: Bleib mir mit diesem Ding vom Leib! [läuft weg, in den Raum mit den Tiefkühltruhen]

 

Tiefkühltruhenraum

 

Leela: Jetzt bleib stehen, verdammt! Ich kann nicht gut Entfernungen abschätzen. [springt nach Fry und landet aus Versehen in einer Tiefkühltruhe, die Uhr stellt sich wieder auf 1000 Jahre. klopft gegen die Scheibe] Uuum, du musst auf 5 Minuten stellen, um mich hier rauszuholen! [fängt an zu zählen] Eins, ... [friert ein]

Fry: Wir sehen uns in 1000 Jahren. [will den Raum verlassen, dreht sich noch mal um und kriegt Mitleid und stellt die Uhr doch noch auf 5 Minuten] Jetzt stehst du in meiner Schuld. [verlässt den Raum und wird wieder von der Tür eingeklemmt]

 

Fry stolpert verwirrt und begeistert durch die Stadt und will als erstes das Tube-System ausprobieren

 

NNYC-Bürger: Zur Radio City Mutanten Hall.

 

Fry: Cool. [geht in die Tubes] Äh, einmal Express quer durch die Stadt. [schreit die ganze Reise über und knallt am Ende gegen eine Mauer]

 

Zeitungleser: Pff, ein Tourist.

Vor einer Selbstmordzelle in einer Warteschlange

 

Fry: Hey, ’ne Telefonzelle. Ich könnte meinen Neffen anrufen. [stellt sich in die Schlage vor Bender] Wow, ein echter lebender Roboter. Oder ist das bloß ein einfallsloses Neujahrkostüm?

 

Bender: Du kannst mich mal an meinem blanken Metallarsch lecken.

 

Fry: So blitzblank find ich den aber nicht.

 

Bender: Immer noch besser als deiner, Fleischklops.

Fry betritt die Selbstmordzelle und drückt vergebliche Male auf den 'Start'-Knopf bis Bender ihm hilft

 

Bender: Hör zu, mein Lieber, ich hab's eilig. Versuchen wir's doch mal im Doppelpack. [schmeißt Münze ein] Hehehe.

Automat: Bitte Todesart wählen: 'schnell und schmerzlos' oder 'langsam und grausam'.

 

Fry: Ich würde gern ein R-Gespräch anmelden.

 

Automat: Ihr habt 'langsam und grausam' gewählt.

 

Bender: Eine gute Wahl.

Mordwerkzeuge fahren aus

 

Bender: An die Arbeit, ihr Süßen.

 

Fry: Aaaah!

 

Bender: Kommt schon, was ist denn? Jetzt bringt mich schon um! [zu Fry] Übrigens, mein Name ist Bender. [gibt ihm die Hand]

 

Fry: Hilfe, was geht hier vor?

Bringt sich und Bender in Sicherheit. Mordwerkzeuge fangen an zu Sägen, Schnibbeln, usw. bis am Schluss noch ein Messer zusticht

 

Automat: Ihr seid jetzt tot. Danke, dass ihr euch für Schluss und Weg entschieden habt, Amerikas Lieblings-Selbstmordzelle seit 2008.

 

Die Türen öffnen sich und Fry rennt raus

 

Fry: [ringt nach Luft]

 

Bender: Das war ja mal wieder ’ne ganz billige Abzocke. [tritt gegen die Zelle] Tja, ich hab mir für heute nichts Weiteres vorgenommen. Komm, betrinken wir uns!

 

Im Tiefkühltruhenraum wacht Leela wieder auf

 

Leela: ...zwei, drei,... hey...

 

Terry: [pathetisch] Willkommen in der Welt von morgen.

 

Leela: Halt die Klappe, Terry!

 

Leela bei ihrem Chef zur Abmahnung

 

Chef: [wütend] Das ist nicht akzeptabel, Leela. Du musst diesen Mr. Fry finden und ihm seinen Chip installieren.

Leela: Aber er ist doch bloß ein niemand, der nicht als Lieferjunge arbeiten möchte. Ich würde ihn lieber nicht dazu zwingen.

Chef: Das ist aber nun mal Ihr Job, ob es Ihnen passt oder nicht, und es ist mein Job dafür zu sorgen, dass Sie ihren Job machen, ob es mir passt oder nicht. Was ich hiermit tue, und zwar mit Nachdruck. Nun aber an die Arbeit.

 

Leela: [seufzt] Na gut.

 

Chef: [legt die Beine hoch] Das Leben ist schön!

 

Bender und Fry sitzen in 'O'Zorgnax's Pub' und Bender säuft 'Olde Fortan Malt Liquor'

 

Fry: Wozu braucht ’n Roboter was zu trinken?

 

Bender: Ich brauche nichts zu trinken. Ich kann damit aufhören, wann immer ich will. [rülpst Feuer] Sie haben also einen Lieferjungen aus dir gemacht, hä? Das ist ein genauso mieser Job wie meiner.

 

Fry: Ach ja? Was machst du denn, Bender?

 

Bender: Wenn ich nicht zeche, biege ich Eisenträger. Darauf bin ich programmiert.

 

Fry: Und kannst du das gut?

 

Bender: Soll das ein Witz sein? Ich war ein Star. Ich kann einen Eisenträger zu jedem Winkel biegen. 30°, 32°. Brauchst es nur zu sagen. [weinerlich] 31. Aber ich wollte so nicht weiterleben, als ich erfahren hab’ wofür die Träger gebraucht wurden.

 

Fry: Wofür?

 

Bender: Für die Selbstmordzellen... [wirft sich die leere Flasche ein] Okay Fry, war nett dich kennen zu lernen. Ich werde mich jetzt umbringen.

 

Fry: Warte! Du bist der einzige Freund, den ich habe.

 

Bender: [zweifelnd] Möchtest du wirklich einen Roboter zum Freund?

 

Fry: Ja, schon im Alter von 6 Jahren.

 

Bender: Na gut, okay, aber ich will nicht, dass die Leute denken, wir wären robosexuell, also wenn dich jemand fragt, du bist mein Entwanzer.

Fry: [nickt, sieht Leela am Fenster und erschrickt] Oh nein, das ist die Zyklopin. Nicht hinsehen! [Bender dreht sich um; mit Nachdruck] Nicht hinsehen!

 

Bender: Ich sehe doch gar nicht hin. [Augen fahren aus dem Kopf]

 

Vor dem Pub zeigt Leela einem Passanten ein Bild von Fry, der erkennt diesen in der Kneipe und zeigt mit dem Finger auf ihn. Leela sieht ihn dann auch und Fry läuft erschrocken davon

 

Leela: [in ihr Handgelenks-Funkgerät] Hier Officer 1BDI. Bitte um Verstärkung.

 

Kollegen: [an der nächsten Ecke stehend] Wir sind in 5 Minuten zur Stelle.

 

Fry und Bender flüchten zusammen durch die Stadt. Vor dem Kopf-Museum bleibt Bender stehen

 

Bender: Wir können uns da drin verstecken. Dienstags ist der Eintritt frei.

Beide rennen die Treppen hoch und verstecken sich im Museum hinter einem Regal in der Nähe von Leonard Nemoys Kopf

 

L. Nimoy: Willkommen im Kopf-Museum. Ich bin Leonard Nimoy.

 

Fry: Mr. Spock?! Hey, machen Sie das [zeigt ihm den Treckie-Gruß]

 

L. Nimoy: [lacht] Hehe, das mache ich schon lange nicht mehr.

 

Fry: Es ist einfach unglaublich. Was macht ihr Köpfe den ganzen Tag?

 

L. Nimoy: Wir verkünden unsere Weisheit denen, die danach dürsten. Es ist ein Leben voll ruhiger Würde.

 

Eine Wärterin kommt herein

 

Wärterin: Fütterungszeit. [streut Futter in Leonard Nimoys Glas]

 

Leela und die zwei Peace-Officers kommen herein. Leela schaut suchend auf die Köpfe. Fry und Bender haben sich in der Nähe des Matt Groening-Kopfes versteckt.

Als Leela die beiden entdeckt, grinsen beide verlegen

 

Leela: Tut mir leid, Fry, aber ich muss dir deinen Karriere-Chip einsetzen.

 

Fry: Aber wenn es dir leid tut, warum tust du es dann?

 

Leela: Das ist mein Job. Man muss tun, was man tun muss.

Fry weicht zurück und schmeißt aus Versehen den Kopf von Richard Nixon aus dem Regal

 

Leela: Vorsicht!

Das Glas geht kaputt

 

Nixon: Verflucht! Es reicht! Und damit stehst du auf meiner Liste.

Fry will den Ex-Präsidenten aufheben, aber der verbeißt sich an dessen Hemd

 

Fry: [versucht vergeblich ihn abzuschütteln] Au, au. Hör auf! Lass los! Böser Präsident!

 

Peace-Officer: Lass gefälligst sofort den Kopf los!

Fry ergibt sich, doch der Präsident lässt nicht los

 

Bot-Officer: Wir sollten ihm eins aus dem 24. Jahrhundert verpassen.

Beide packen ihre Licht-Knüppel aus und beginnen grundlos rumzuprügeln

 

Leela: Bitte, Officers, es besteht kein Grund Gewalt anzuwenden.

 

Bot-Officer: Überlass das uns, komische Hexe [beginnt Bender zu verprügeln]

 

Leela: Jetzt hört aber auf! Er ist nur ein armer Kerl aus dem dümmlichen Zeitalter.

 

Peace-Officer: Halt lieber deine Knubbelnase da raus, Augapfel!

 

Leela: [wütend] Niemand macht sich lustig über meine Nase!

 

Leela verprügelt beide Peace-Officers, während Fry und Bender in die 'Hall of Criminals' fliehen

 

Bot-Officer: [am Boden liegend] Verdammt!

 

Leela: Ihr seid wohl völlig außer Kontrolle geraten.

 

Peace-Officer: [sich den Kopf haltend] Das ist unser Job. Wir sind im Friedenseinsatz.

 

Bot-Officer: Ja, und Du kennst das Gesetz: Man muss tun, was man tun muss.

 

Bender und Fry schließen sich in der 'Hall of Criminal' ein

 

Bender: [verzweifelt] Oh nein, wir sitzen in der Falle.

 

Fry: [vergeblich am Gitter rüttelnd] Moment, du bist doch Eisenbieger. Wir kommen hier raus, wenn du die Stäbe verbiegst.

Bender: Träum nur weiter, Hautgerippe. Ich bin darauf programmiert Bauteile zu verbiegen. Glaubst du vielleicht ich habe einen Kurzschluss?

Fry: Wen interessiert es, worauf du programmiert bist? Wenn dich jemand programmiert von einer Brücke zu springen, würdest du es tun?

 

Bender:;; Da muss ich mein Programm überprüfen. [prüft sein Programm] Ja.

 

Leela klopft von außen an die Tür

 

Leela: Aufmachen!

 

Fry: Komm schon, Bender! Du musst endlich deine eigenen Entscheidungen treffen! Das unterscheidet die Menschen und, äh, die Roboter von den Tieren und den Tier-Robotern.

Bender: Du redest nur Quatsch, Fry. [läuft rückwärts in eine Glühbirnenfassung und kriegt einen Kurzschluss] Das ist ein überzeugendes Argument, Fry.

 

Bender versucht mit aller Kraft die Gitter zu verbiegen, aber schafft es nicht

 

Fry: Nun mach schon, Bender, das schaffst du!

 

Bender: Schön wär's. Aber über solche Kräfte verfüge ich nicht. [bricht mit letzter Kraft zwei Gitterstäbe heraus]

 

Fry: [jubelt] Jaahaa.

 

Bender: [freut sich] Du hattest recht, Fry. Ab jetzt werde ich mir alles so hinbiegen, wie ich will, wann ich will und wen ich will. Ich bin unaufhaltsam! [jubelt und ihm fallen beide Arme ab] Oh, oh.

 

Bender setzt sich mit dem linken Arm den rechten und mit dem rechten Arm den linken wieder ein

 

Fry: Ich weiß nicht, wie du das gemacht hast.

Leela tritt die Tür ein

 

Fry, Bender: Au weia!

Bender und Fry klettern schnell aus dem jetzt offenen Gitterfenster und Bender biegt die übrigen Stäbe wieder so, dass Leela ihnen nicht folgen kann

 

Leela: Wartet!

 

Bender: Nein danke.

Beide laufen zu einem Gullideckel in einem Hinterhof

 

Bender: Sieht aus als musste wieder einer von uns diesen Rost verbiegen.

Fry klappt den Gullideckel nach oben

 

Bender: [angewidert] Uuurg.

 

Im Heruntersteigen verbiegt Bender doch noch die Gullideckelstäbe

 

Bender: Hoppla, hehe.

Abgestiegen in die Kanalisation erblickt Fry die Ruinen des alten New York

 

Fry: Großer Gott! Was ist denn das?

 

Bender: [pathetisch] Das sind die verfallenen Ruinen des alten New York. Willkommen zu Hause, Freund.

 

Beide gehen durch die verkommenen Straßen

 

Fry: In dem Stadtviertel hab’ ich gewohnt. Was ich hier erlebt habe, da werden viele Erinnerungen wach.

 

Bender: Behalt' die lieber für die dich, Pops.

Kommen zu einem See

 

Fry: Hier war ich mit meiner Freundin bei unserem ersten Rendezvous. [erinnert sich, wie er mit Michelle auf dem zugefrorenen See Schlittschuh gelaufen ist, plötzlich taucht ein Ungeheuer aus dem See auf] Mein Gott, sie ist tot. Alle, die ich jemals gekannt und gemocht habe sind tot.

 

Bender: Hey, da ist jemand, den du kennst.

Leela steht hinter Fry und Bender

 

Fry: [enttäuscht] Ach, kannst du mich nicht in Ruhe lassen? Ich fühle mich elend genug.

Leela: Entschuldige. Das ist zwar kein Trost, aber ich kann mir vorstellen, was in dir vorgeht.

 

Fry: Nein, das glaub’ ich nicht. Ich habe kein Zuhause, keine Familie,...

 

Bender: [aus dem Hintergrund] ...keine Freunde.

 

Fry: Meine Welt ist vergangen. Du kannst nicht nachempfinden, was das für ein Gefühl ist, so allein zu sein.

Leela: Aber selbstverständlich. Ich bin der einzige einäugige Außerirdische auf diesem Planeten. Meine Eltern haben mich als Baby hier ausgesetzt. Ich weiß nicht mal, aus welcher Galaxis sie kamen. Ich weiß, wie das ist allein zu sein.

 

Leela und Fry schauen sich traurig an

 

Fry: Okay Leela, ich verstehe diese Welt nicht, du aber offensichtlich schon. Ich geb' auf. Wenn du wirklich meinst, ich soll der Lieferjunge werden, dann mach ich's.

 

Leela setzt dazu an, ihm den Karriere-Chip zu implantieren, Fry hält ihr die Hand hin und sich die Augen zu. Doch dann überlegt es sich Leela noch mal anders

 

Fry: Dein Chip... Was hast du gemacht?

 

Leela: Ich höre auf.

 

Fry: Wieso?

 

Leela: Weil ich das eigentlich schon immer vorhatte. Aber es ist mir erst klar geworden, als du mir begegnet bist.

 

Beide legen ihre Hände übereinander und schauen sich tief in die Augen als plötzlich auch noch Benders Hand dazu kommt

 

Fry: [erstaunt und sauer] Hä, was ist denn plötzlich mit dir los?

 

Bender: Ich möchte nur an der Zeremonie teilhaben.

 

Leela: [sieht, dass ihr Ring fehlt] Hey, er hat meinen Ring geklaut.

 

Bender: Entschuldige. [gibt den Ring zurück] Damit wäre das Geheimnis des verloren Ringes geklärt. Das verlangt einen Drink. [holt 3 Flaschen raus, dreht sich rum und trinkt sie allein]

Leela: Ich will die Partystimmung nicht verderben, jetzt sind wir alle Job-Deserteure. Wir sind ohne Anstellung und wissen nicht wohin.

Fry: Das stimmt nicht. Wir sind ohne Anstellung, aber es gibt senilen, alten Verwandten, den wir heimsuchen.

 

Prof. Farnsworth sitzt in seinem Sessel und schläft. Der Fernseher ist angeschaltet

 

Dick Clark: Hi, ich bin der Kopf von Dick Clark. Willkommen zu unserer Super-Sonder-Sendung im Vorabend zum Jahr 3000. [die Menge im Hintergrund jubelt]

 

Es klingelt an der Tür. Der Professor wacht auf und geht zur Tür

 

Farnsworth: Wer bist du?

 

Fry: Ich bin dein guter alter Onkel Fry.

 

Farnsworth: Ich hab’ keinen Onkel Fry.

 

Bender: Ab jetzt schon [drückt Farnsworth zurück in seine Wohnung]

 

Fry und Farnsworth machen einen DNS-Test anhand ihrer Finger. Das Gerät meldet eine DNS-Übereinstimmung

 

Farnsworth: Du meine Güte. Ich bin dein Neffe. Das gibt's nicht, es ist wirklich kaum zu glauben.

 

Bender: Gibst du uns ein bisschen Geld?

 

Farnsworth: Du liebe Zeit. Nein. [geht in seinen Arbeitsraum] Ich, äh, werde euch mal herumführen. Das hier ist mein Labortisch, und das da ist mein Arbeitshocker und da drüben steht mein intergalaktisches Raumschiff und hier bewahre ich nach Länge sortierte Drähte auf. [zieht eine Schublade raus]

 

Fry: Wow, ein waschechtes Raumsschiff.

 

Farnsworth: [stolz] Das habe ich ganz alleine entworfen. Ich zeige euch mal ein paar Drähte von verschiedener Länge, die ich eingesetzt habe. [zieht wieder die Schublade raus]

 

Die Peace-Officers klopfen an die Tür

 

Peace-Officer: Achtung, ihr Job-Deserteure, kommt mit erhobenen Händen raus! Wir haben euch teilweise umzingelt.

 

Fry: Nein!

Vor der Tür stehen die beiden Peace-Officers mit dem Kopf von Richard Nixon

 

Nixon: Los, schnappt euch die Penner!

Im Arbeitsraum

 

Bender: Tja, jetzt haben sie uns.

 

Leela: Können wir nicht mit dem Raumschiff abhauen?

 

Farnsworth: Ich will nicht abstreiten, dass das technisch möglich wäre. Aber ich habe leider schon meinen Pyjama an.

 

Alle rennen zum Raumschiff und Farnsworth wird von Bender getragen. Fry geht ins Cockpit

 

Fry: [voller Mut] Ich bring’ uns hier raus.

 

Drückt auf verschiedene Knöpfe und kriegt einen Kaffee gemacht. Farnsworth wird ins Cockpit getragen.

 

Farnsworth: Kennst sich jemand mit einem Steuerknüppel aus?

 

Leela: Hier, ich. Solange ich nicht rückwärts einparken muss. [zieht ihre Jacke aus und setzt sich ans Steuer]

 

Das Dach des Labors öffnet sich und das Raumschiff macht sich zum Start klar. Draußen bereiten sich die Peace-Officers darauf vor, das Raumschiff nach dem Start abzuschießen

 

Bot-Officer: Wenn sie versuchen zu starten, verpass ihnen ’ne volle Laserladung auf den Arsch.

 

Peace-Officer: [nickt]

 

Im Raumschiff

 

Leela: Bereit machen zum Start!

Der Countdown zum Start beginnt gleichzeitig mit dem Countdown zum Jahreswechsel und die ganze Welt (und ein außerirdisches Raumschiff) zählt wieder die letzten 10 Sekunden runter. Genau bei '0' startet auch das Raumschiff und vor lauter Silvester-Raketen können die Peace-Officers das Raumschiff nicht mehr ausmachen

 

Nixon: Feuer! Feuer!

Die Peace-Officers ballern ziellos in den Himmel

 

Peace-Officer: Ich seh’ nichts! Ist trotzdem schön.

Das Raumschiff bringt sich außer Reichweite und in Sicherheit

 

Bender: Wow, hey, Woooh!

Die ganze Crew jubelt

 

Einige Zeit später, als sich der Jubel wieder gelegt hat

 

Fry: Tja, ohne Job werden wir jetzt für immer Flüchtlinge bleiben.

 

Farnsworth: Nein, nicht unbedingt. Seid ihr drei zufällig daran interessiert, euch als meine neue Raumschiffmannschaft zu verdingen?

 

Bender: Wieso neu? Was ist denn mit der alten Mannschaft passiert?

 

Farnsworth: Ach diese verdammten armen Kerle. Aber das ist nicht wichtig. Im Moment zählt nur: ich brauche ’ne neue Crew. Ist jemand interessiert?

 

Fry: Ja, ja, das ist genau der Job, den ich mir immer gewünscht habe.

 

Leela: Danke für das Angebot, Professor, aber wir haben nicht die passenden Karriere-Chips.

Farnsworth: Das ist wirklich kein Problem. Wie das Glück so spielt, habe die Chips der vorherigen Mannschaft aufbewahrt. [holt einen Briefumschlag aus seinem Kittel und schüttelt 3 Chips aus ihm heraus]

Fry: Das ist ja schrecklich! Wir fliegen durchs Weltall, kämpfen gegen Monster und bringen außerirdischen Frauen die Liebe bei.

Farnsworth: Wenn du meinst, dass wir Fracht transportieren, damit hast du recht. Ich habe einen kleinen Heimbetrieb aufgemacht, um meine Forschung zu finanzieren.

 

Fry: Cool! Und was habe ich für eine Aufgabe?

 

Farnsworth: Du bist mir persönlich dafür verantwortlich, dass die Fracht auch ihren Bestimmungsort erreicht.

 

Fry: [enttäuscht] Soll das bedeuten, ich bin so eine Art Lieferjunge?

 

Farnsworth: Ja, haargenau.

 

Fry: [kurze Pause, dann freut er sich] Okaaay, ich bin der neue Lieferjunge.

 

Das Raumschiff verschwindet in den Weiten des Alls...

 

 

 

 

---=== ENDE ===---