Futurama: Transkript der Folge "Wohnungssuche in Neu-New York" [#1.03]


Transkript der Folge "Wohnungssuche in Neu-New York" [#1.03]

Deutsches Transkript erstellt von MG

 

Bei diesem Skript handelt es sich nicht um ein Originaldrehbuch, sondern um die Mitschrift der TV-Version dieser Folge!
 

Originaltitel: I, Roommate
Ausstrahlung: 06.04.1999
Deutscher Titel: Wohnungssuche in Neu-New York
Ausstrahlung: 18.09.2000
Buch:
Regie:

Darsteller

Fry: Dirk Meyer
Leela: Marion Sawatzki
Bender: Hans-Rainer Müller
Prof. Farnsworth: Thomas Reiner 
Off-Sprecher: Butz Combrinck

 

Gastdarsteller

Inhaltsangabe
Von Professor Farnsworth vor die Tür gesetzt, muss sich Fry nach einem neuen Quartier umsehen. Hocherfreut nimmt er deshalb Benders Angebot an, bei ihm einzuziehen. Kurz darauf muss er aber feststellen, dass Bender in einer Art Schrank wohnt. Und so mieten sich die beiden zusammen eine große Wohnung. Dort allerdings stört Benders Antenne den Fernsehempfang, weshalb er vor die Tür gesetzt wird. Fry erklärt sich bereit, wieder zu Bender zu ziehen und ist erstaunt, dass Benders "Schrank" die Größe einer Wohnung hat. (Text: ProSieben)

 


In der Zentrale von Planet Express
Fry schläft auf dem Tisch, der Wecker klingelt und er will ihn ausschalten, trifft aber aus Versehen Bender’s Antenne.

Bender:
Hey! [macht den Wecker aus, und biegt ihn um die Tischkante]

Hermes:
[vorwurfsvoll] Fry, bitte, wenn Du schon im Büro schläfst, könntest du wenigstens pünktlich zur Arbeit aufwachen.

Fry:
Es tut mir leid, aber... ich war lange auf und hab’ einiges aufgearbeitet. [steht auf und verlässt den Tisch]

Hermes:
Okay, Mitarbeiter, kommen wir zu den zwölf Punkten unserer heutigen Tagesordnung. Beginnen wir mit Punkt eins, gehen dann schnell vorwärts.

Fry bereitet sich in einem Hundenapf sein Frühstück zu: „Bachelor Chow“ mit viel Wasser übergossen. Mit dem Napf und einem Löffel in der Hand kehrt er zum Tisch zurück.

Hermes:
Da gibt es aber noch ein altes Problem. Jemand lässt dauernd Essen herumliegen [grimmig] und das zieht die Eulen an. Und ich für meinen Teil habe es satt die Eulenkleckse wegzumachen. [der Ruf einer Eule ertönt] Und weiter: [öffnet mit einer Fernbedienung eine Wand, in die ein riesiger Monitor eingelassen ist, auf dem ein Diagramm zu sehen ist] wie diese schockierende Grafik anzeigt, hat sich unser Wasserverbrauch im letzten Monat verdreifacht. [Fry geht unter die Dusche] Wie ich festgestellt habe ist Fry seit einem Monat hier. Daher übertrage ich ihm die Leitung eines Komitees herauszufinden, wer dafür verantwortlich ist. Übertreibe ich oder beeinträchtigt Frys Aufenthalt hier bei uns unseren Geschäftsbetrieb? [sieht fragend in die Runde]

Fry föhnt sich die Haare mithilfe der Luft aus den Triebwerken des Raumschiffs. Leela kommt dazu und stoppt die Triebwerke.

Leela:
[wütend] Verdammt, was machst du da?! Du setzt dich ’ner Überdosis Radioaktivität aus!

Fry:
[zeigt auf seine Haare] Mit 'ner schönen Nebenwirkung.

Leela:
[ballt die Fäuste] Rrrr, weißt du wie viel Zeit mich das kostet die Maschinen zu rekalibrieren?

Fry:
[überheblich] Ach, wenn man so gut aussieht wie ich, muss man überhaupt nichts wissen.

 

 

~*~

Im Labor von Professor Farnsworth
Der Professor wühlt in einer Schublade, Bender, Leela, Amy, Hermes und Zoidberg kommen herein

Leela:
Professor, [drängend] wir müssen unbedingt über Fry reden.

Bender:
Ja, wir wollen endlich Geld sehen! [zu Leela] Moment, was ist denn mit Fry?

Leela:
Er ist ein netter Kerl, aber er sollte sich endlich ’ne eigene Wohnung suchen.

Farnsworth:
Ach, pff, solange er uns keinen Ärger macht. Seid mir nicht böse, aber ich habe ’ne Menge zu tun. Irgendwohin hab’ ich meine außerirdische Mumie verlegt. [zieht einen kleinen Sarkophag aus einer Schublade] Dieser Sarkophag sollte die Überreste von Kaiser Nimballa enthalten, der Subin 5 vor über 29 Million Jahren regiert hat.

Fry:
[betritt den Raum mit einem Stück Fleisch im Mund] Hey Professor, hmmm, sehr gutes Dörrfleisch.

Farnsworth:
[empört] Mein Gott, das ist ein grobes Vergehen! Ich wollte die Mumie selbst essen! Fry kann hier nicht bleiben!
 

~*~

In der Zentrale von Planet Express
Fry sitzt vor dem Fernseher und zappt sich durch das Programm, Werbung erscheint auf dem Bildschirm

Werbung:
Junggesellen-Hundefutter. Jetzt mit Geschmack.

Fry zappt auf weiter zum Monster Truck-Catchen

Kommentator:
Und er landet einen Volltreffer.

Fry:
[gelangweilt] Ach, 40 000 Kanäle und nur 150 haben ein einigermaßen gutes Programm. [zappt weiter]

Ansager:
'Alle meine Stromkreise' wird ihnen präsentiert von 'RoboFresh'. Entwickelt von Robotern für Roboter.

Fernsehsendung 'Alle meine Stromkreise'. Zwei Roboter sitzen in einem Pavillon und halten Händchen.

Calculon:
Ich bereite das schon eine ganze Weile in mir auf, Monique. Bitte, willst Du mich heiraten?

Monique:
Oh Calculon... [küsst ihn]

Calculon nimmt aus einem Schmuckkarton eine 8-Kantschraube und schraubt sie Monique an den Finger

Monique:
[erstaunt und erfreut zugleich] Häh.....er passt genau. Dann weißt du also, dass...

Calculon:
...du metrisch bist? Das habe ich immer gewusst. Aber für dich, mein Schatz, bin ich bereit zu konvertieren. [sie küssen sich]

Versteckt hinter einem Busch betrachtet ein anderer Roboter die Szene

Fry:
Scheint ein Freund zu sein.

Bender und Leela betreten den Raum

Bender:
Fry, wir müssen über deine Lebensverhältnisse reden.

Leela:
Wir haben bereits alles besprochen und...

Bender:
Hey, 'Alle meine Stromkreise'. [zu Fry] Rutsch rüber!

Bender setzt sich neben Fry auf die Couch und legt die Beine auf den Tisch

Leela:
[zu Fry] Fry, in engen Quartieren verhalten sich manche Leute oft rücksichtslos ohne sich dessen bewusst zu sein.

Fry:
[blickt weiter auf den Bildschirm] Ich weiß, doch ich verzeih dir.

Leela:
Nein Fry, mit engen Quartieren meine ich dieses Büro hier.

Fry:
Aha.

Leela:
[energisch] Und mit manchen meine ich dich!

Fry:
Okay.

Leela:
Und mit rücksichtslos meine ich...

Fry:
Leela, wir würden hier gern fernsehen.

Bender:
[zu Leela] Ja, würdest du netterweise deine Geräuschquelle schließen.

Leela:
[winkt ab und seufzt] Aaa.....

Leela geht, Bender und Fry sehen wieder auf den Bildschirm

Fry:
Wer ist dieser merkwürdig aussehende Kerl?

Bender:
Das ist ein Mensch.

Fry:
Und was macht der?

Bender:
Ach, typisch menschlichen Kram. Er lacht, er lernt und liebt.

Fry:
Langweilig!

Fernsehsendung 'Alle meine Stromkreise': Ein Roboter betritt den Raum

Mensch:
Oh Calculon, ich dachte Du liegst im Koma?

Calculon:
Ich hatte auch beabsichtigt, dass Du das denkst mit deinem sanften Menschenhirn.

Fry:
Hey, warum wird der Fernsehapparat immer kleiner?

Bender und Fry werden mitsamt der Couch vom Rest der Crew aus dem Raum geschoben und vor die Tür gesetzt.

Hermes:
Das Sofa stellen wir dir in Rechnung.

 

~*~

Im Food-O-Mat
Bender und Fry sitzen an einem Tisch, an dem ein Laufband mit verschiedenen Speisen vorbeifährt. Bender nimmt sich vier Gläser Alkohol vom Band, Fry starrt trübsinnig in sein Essen, ein Amöbengericht.

Bender: 
Kopf hoch, Fleischklops! Du hast deine Amöben kaum angerührt.

Fry: 
[deprimiert] Es sieht gut aus, aber mir ist nicht nach Essen zumute. Willst Du es?

Bender: 
[ablehnend] Nein, ich muss auf meinen Input achten. Ich nehme nur gesunden, nahrhaften Alkohol zu mir. [trinkt ein Glas] Die chemische Energie hält meine Brennstoffzellen geladen. [zündet sich eine Zigarre an]

Fry: 
Und wozu die Zigarren?

Bender: 
Damit will ich cool aussehen.

Fry: 
Nicht zu fassen, dass die mich vor die Tür gesetzt haben. Ich hab mich wohl wirklich idiotisch aufgeführt.

Bender: 
Ja, aber eigentlich sind alle Idioten. Du, ich und dieser Idiot. [zeigt auf den Mann, der hinter ihm sitzt, der sich überrascht umdreht] Das ist meine Philosophie. Na, wo wirst Du jetzt wohnen?

Fry: 
[lustlos] Ach, keine Ahnung. Werden Kühlschränke immer noch in großen Kartons geliefert?

Bender: 
Ja, aber die Mieten sind eine Unverschämtheit! Warum ziehst Du nicht einfach zu mir?

Fry: 
[erfreut] Ach wirklich? Das wäre toll. Falle ich dir auch nicht zur Last?

Bender: 
Nein, ich hab’ mir immer schon ein Kuscheltier gewünscht.

 

~*~

Im Roboter Apartmenthaus
Bender und Fry stehen vor dem Raum mit der Nummer 00I00I00. Bender öffnet die Tür und beide betreten sein Mini-Apartment.

Bender: 
Da wären wir. Dein neues Zuhause.

Fry: 
[hocherfreut] Cool, ich hab noch nie in meinem Leben ein Robot-Apartment geseh’n.

Bender: 
Dann rein mit dir, ich mach dich mit allem vertraut.

Bender geht in sein Apartment, Fry folgt ihm zögernd. Bender schließt die Tür

Bender: 
Tja, wo fangen wir an? [zeigt auf die Ecken seiner ein Quadratmeter großen Wohnung] Okay, das ist der Fernsehbereich, dort drüben ist die Frühstücksecke und genau hier wohnst Du. Das finde ich wunderbar, denn bisher war das reine Raumverschwendung.

Fry: 
[enttäuscht] Ist ein bisschen eng hier drin. Ich hab nicht mal Platz meine Sachen aufzuhängen!

Bender: 
Du hast doch nur die Kleidung, die Du trägst, [entsetzt] und Du wirst dich doch wohl nicht ausziehen solange ich hier bin? [gähnt] Ich bin völlig fertig, gute Nacht. [macht das Licht aus und schließt die Augen]

Fry: 
[drängend] Warte! Bender, Bender...

Bender: 
[spricht im Traum] Alle Menschen umbringen, alle Menschen umbringen, ich muss alle Menschen umbringen.

Fry: 
Bender, wach auf! [rüttelt ihn]

Bender: 
Was? Was ist denn los? Ich hatte gerade einen wunderbaren Traum. Du kamst auch darin vor.

Fry: 
[betroffen] Ach, äh, entschuldige bitte... wo ist die Toilette?

Bender: 
Toi-Was?

Fry: 
Das Badezimmer.

Bender: 
Was für ’n Zimmer?

Fry: 
Das Badezimmer.

Bender: 
Wie bitte?

Fry: 
[winkt ab] Macht nichts, vergiss es!

Bender: 
[schließt die Augen und träumt weiter] Hey, sexy Mama, willst Du alle Menschen umbringen?

 

~*~

In der Zentrale von Planet Express
Bender geht pfeifend und ausgesprochen gut gelaunt an Leela vorbei, die das Raumschiff repariert. Etwas später betritt auch Fry den Raum.

Leela: 
Wir sind ja ungemein fröhlich heute Morgen.

Bender: 
Diese Woche mit Fry war eine absolute Katastrophe. Denn unter seinem warmen, sonnigen Äußeren schlägt das kalte, mechanische Herz eines Roboters.

Fry kommt herein, den Hals seltsam schief haltend

Leela: 
Was ist denn mit dir passiert?

Fry: 
Das liegt an Benders Apartment. Er hat Teppichboden verlegen lassen. Jetzt stoße ich mit dem Kopf an die Decke. Weißt Du eigentlich, dass Du ganz schräg stehst? [Leela biegt seinen Hals wieder gerade] Jetzt bist Du gerade.

Leela: 
[vorwurfsvoll] Sieh dich mal an! Du bist ein Wrack. Du musst dir was Neues zum Wohnen suchen.

Fry: 
Darf ich das als Einladung betrachten?

Leela: 
Ich bewunder’ deinen Optimismus. Doch im Ernst, Du musst Bender sagen, dass Du ausziehen willst.

Fry: 
Ja, aber dann wird er vielleicht wütend und das möchte ich ihm nicht antun.

Bender kommt hinzu

Bender: 
[zu Fry] Hey, da ist ja mein kleiner Weltraumheizer.

Fry: 
[gekünstelt] Ah, ha ha ha ha ha

Bender: 
[gekünstelt] Ah, ha ha ha ha ha

Fry: 
Ich will ausziehen.

Bender: 
[entsetzt] Was?

Fry: 
Tut mir leid, Bender, aber es ist einfach zu wenig Platz.

Bender: 
Zu wenig Platz? Mein Apartment hat gut zwei Kubikmeter und wir beide brauchen höchstens 1,5. Wir könnten sogar zweidrittel einer weiteren Person aufnehmen.

Leela: 
Wir wär’s wenn ich euch helfe ein größeres Apartment zu finden?

Bender: 
[zögernd] Ach, ich weiß nicht. Ich habe so viele Erinnerungen in meiner alten Wohnung. [öffnet die Klappe in seinem Bauch und drückt auf einen Knopf] Und schon sind sie weg.

~*~

Eine Unterwasser-Wohnung
Nachdem sie in einer Zeitung eine Anzeige mit dem Titel „Unterwasserleben vom Feinsten’’ gelesen haben, besichtigen Bender, Fry und Leela die Wohnung. Die Wände zeigen Risse, Wasser tropft von der Decke und man sieht ein riesiges Bullauge mit Blick auf den Meeresgrund.

Vermieter: 
Natürlich ist das keine hui-ui-ui-über-der-Erde-Wohnung, aber wenn man es nass-kalt mag, vergisst man das schnell!

Leela: 
Zumindest gibt’s ’ne schöne Aussicht.

Eine riesige Krake saugt sich an dem Bullauge fest und streckt seine Arme in die Wohnung, alle erschrecken sich

Vermieter: 
[nimmt sein Messer und klemmt es sich zwischen die Zähne] Entschuldigung bitte, ich muss ’ne Glühbirne auswechseln.

 

~*~

Wohnung über mehrere Ebenen
In der Zeitung lesen stößt die Crew auf eine Wohnungsanzeige mit dem Titel „Einzigartige Architektur“ und besichtigt die Wohnung umgehend.

Leela: 
[enthusiastisch] Wow! Das ist ja wirklich fantastisch.

Fry: 
[skeptisch] Hmmm, ob wir Lust haben für eine Größenordnung zu bezahlen, die wir gar nicht benutzen?

Bender stolpert und fällt durch verschiedene Raumdimensionen die Treppen herunter

~*~

„Verdächtig-fantastisches Apartment“
In der nächsten Zeitungsanzeige wird ein „Verdächtig-fantastisches Apartment“ angepriesen. Bender, Fry und Leela besichtigen es

Fry: 
[resigniert] Ach, ich geb’s auf. Wo ist der Haken?

Verkäufer: 
Es gibt keinen Haken, obwohl wir eigentlich in New Jersey sind.

 

~*~

In der Zentrale von Planet Express
Bender, Fry und Leela sitzen mit gesenkten Köpfen am Tisch, im Hintergrund telefoniert Prof. Farnsworth

Fry: 
[seufzt] Nicht eine Wohnung ist auch nur im Entferntesten wohnenswert.

Farnsworth: 
[telefonierend] Ach wie schrecklich, ist er wenigstens ohne Schmerzen gestorben? ... In Stücke zerrissen sagen Sie? Tse, tse.... wie hat seine Frau es aufgenommen? ... In Stücke zerrissen? Dann noch ’n schönen Tag. [legt auf] Traurig, traurig, ich habe eine grausame Nachricht erhalten über meinen Kollegen Dr. Mobutu.

Leela: 
[interessiert] War seine Wohnung in der Mietpreisbindung?

~*~

Frys neue Wohnung
Bender, Leela, Fry und die Vermieterin betreten die Wohnung und finden ein toll eingerichtete Wohnung vor

Leela: 
[begeistert] Wow! Das ist ja wunderschön.

Bender: 
[nach einem Blick auf die Inneneinrichtung] Und was soll der ganze Kram?

Leela: 
Aber das ist doch kein Kram!

Vermieterin: 
Dr. Mobutu hat diesen Kram gesammelt bei seinen Forschungsarbeiten über das... [schnippt mit den Fingern] Universum.

Fry: 
[geht in den großen Wohnraum] Die Wohnung hat alles, was man sich nur wünschen kann bis auf... ’nen Fernseher.

Vermieterin: 
[winkt ab] Natürlich gibt’s einen Fernseher, junger - wie heißt das doch - Idiot. [fährt einen riesigen Wandteppich hoch, hinter dem sich ein überdimensional großer, in die Wand eingelassener Fernseher befindet]

Fry: 
[beeindruckt] Uuh!

Bender: 
Immer mit der Ruhe. Hier fühlt man sich irgendwie nicht wie zu Hause. Es ist einfach nicht... gemütlich.

Fry öffnet die Tür zur Abstellkammer des Apartments. Bender geht herein.

Bender: 
[erfreut] Aah, da kann man sich kaum bewegen! [schließt die Tür] Die ist perfekt!

Bender und Fry räumen die Wohnung auf und richten sie sich ihren Vorstellungen entsprechend ein.

Fry: 
[zufrieden] Man, das ist ’n richtiger Schweinestall. Zum ersten Mal seit 1000 Jahren fühle ich mich richtig wie zu Hause!

Bender: 
Ja, es herrscht so ein richtig schönes Chaos. Ich muss sagen Fry, von allen Freunden, die ich jemals hatte, [zeigt auf Fry] bist Du der Erste!

Es klingelt an der Wohnungstür, Fry öffnet. Die Crew stattet Bender und Fry einen Besuch ab.

Hermes: 
Hey Fry.

Zoidberg: 
[brabbelt]

Leela: 
[streckt Fry einen Bonsaibaum entgegen] Herzlichen Glückwunsch zur neuen Wohnung. Das ist ein Miniatur-Fruchtsalatbaum.

Fry: 
Uuh. [pflückt sich eine Banane ab, verspeist sie und wirft die Schale auf den Fußboden]

Amy: 
[rutscht auf der Schale aus] Aaaah.

Fry: 
Hey Amy.

Amy: 
Hey.

Farnsworth: 
Das ist für dich Fry, [drückt ihm ein Packet in die Hände] Zebulon, der Große auf Teriati-Art.

Bender hat es sich im Wohnzimmer in einem Sitzsack gemütlich gemacht und trinkt Bier. Neben ihm liegt ein großer Haufen Bierdosen.

Bender: 
[beeindruckt] Wow, hier wird aber viel getrunken. [rülpst einen Feuerstrahl] Ich geh’ besser noch mehr Bier holen. [steht auf]

Fry: 
Halt, warte! 'Alle meine Stromkreise' fängt gleich an.

Bender: 
Ich weiß, aber ich brauch’ Alkohol um meine Batterien aufzuladen. Wenn Calculons Hochzeit nicht glatt über die Bühne geht, sitze ich gefühlsmäßig und elektrisch auf dem Trockenen. [verlässt die Wohnung]

Fry schaltet den Fernseher ein, zuerst ist kein klares Bild zu erkennen und Fry schlägt ein paar Mal gegen den Fernseher. Als Bender den Raum verlassen hat, stabilisiert sich das Fernsehbild jedoch.

Fry: 
Hey! [streckt beide Daumen nach oben]

Die Crew sitzt auf dem Sofa und Zoidberg verteilt Krabben-Häppchen. Die Sendung 'Alle meine Stromkreise' beginnt.

Hermes: 
Mmm, die sind aber verdammt lecker.

Zoidberg: 
Danke, die habe ich selbst gemacht.

Hermes: 
[würgt]

Fry: 
Pscht, die Hochzeit fängt gleich an.

'Alle meine Stromkreise'

Pastor: 
Wenn jemand gegen diese Verbindung etwas einzuwenden hat, soll er jetzt sprechen oder für immer schweigen.

In den Reihen der Hochzeitsgäste piept ein Roboter

Fry: 
[verwirrt] Ist das Zustimmung oder erhebt er Einspruch?

Amy: 
Sieht aus wie beides.

Calculon: 
Ich fürchte mein Halbbruder hat recht. Ich bewahre nämlich ein schreckliches Geheimnis und dieses Geheimnis ist...

Bender betritt das Wohnzimmer und in dem Moment verschwindet das Bild wieder

Crew: 
[regt sich auf, weil das Bild verschwunden ist]

Bender: 
[entsetzt] Hey, was ist denn mit dem Fernseher los?

Fry: 
[ratlos] Plötzlich war das Bild weg.

Bender: 
[wütend] Das ist ja ungeheuerlich! Ich werde den Hausmeister mal anbrüllen!

Bender verlässt wütend den Raum, der Fernseher hat wieder ein Bild, die Crew jubelt

Hermes: 
Danke, Fry!

Fry: 
Komm zurück, Bender! Es geht wieder.

Calculon: 
Um es noch mal zu wiederholen, mein schreckliches Geheimnis ist...

Bender kommt wieder herein, das Bild verschwindet erneut

Crew: 
[regt sich erneut auf]

Fry: 
Das Bild ist schon wieder weg.

Bender: 
Das geht jetzt aber wirklich zu weit!

Bender verlässt wieder den Raum, das Bild kommt wieder. Er kommt wieder herein und das Bild verschwindet wieder

Fry: 
Es ist wieder da!

Die Vermieterin betritt den Raum

Vermieterin: 
Ich bitte um Verzeihung. Es geht mich zwar nichts an, was sie hier machen mit ’nem Krebs, einer einäugigen Lady, einer Chinesin, aber alle hier auf der Etage haben Ärger mit dem Fernsehempfang.

Bender: 
[aufgebracht] Ja, und Sie sollten die Ursache umgehend beheben, sonst ziehen wir wieder aus aus dieser Müllkippe!

Vermieterin: 
Nur die Ruhe, Blechbüchse. [hebt ein Gerät hoch] Der Chaos-Sensor wird die Quelle der Störung schon finden.

Die Vermieterin sucht mit dem Sensor die Ursache der Störungen. Aufgeregte Nachbarn betreten den Raum.

Vermieterin: 
[zeigt mit dem Sensor auf Benders Antenne, der Sensor piept wie verrückt]
Da liegt das Problem.

Amy: 
Ach du meine Güte, Bender. Es ist dein Stängel!

Nachbarschaft: 
[regt sich auf]

Bender: 
Aber, ihr seid doch alle verrückt! Meine Antenne hat den alten Fernseher nie gestört.

Leela: 
Du hattest Kabel, wir haben Satelliten-Empfang.

Farnsworth: 
Offensichtlich werden eure Gedanken auf derselben Frequenz übertragen.

Nachbarin: 
[geht mit einem Handy in der Hand auf Bender zu] Die empfange ich auch auf meinem Handy.

Bender: 
[empört] Madam, ich glaube jetzt übertreiben Sie ein bisschen.

Handy: 
[man hört Benders Stimme aus dem Handy] Wow, die Tante hat vielleicht ’nen Riesen-Hintern!

Bender: 
Das kann auch jemand anders gedacht haben, Fettarsch.

Nachbar: 
Der Roboter muss hier raus!

Nachbarschaft: 
[stimmt zu]

Vermieterin: 
Tja, was soll ich machen?

Bender: 
[wendet sich an Fry] Bitte komm, Fry, ziehen wir in das Apartment, das nach Abwasserkanal stinkt. Das hat dir doch gefallen, oder?

Fry: 
[verlegen] Das klingt verführerisch... aber ich hab’ mich irgendwie schon eingewöhnt.

Bender: 
[versucht Fry zu überzeugen] Oder wir wohnen unter der Erde bei den Mutanten. Ein bisschen Feuer wird denen schon zeigen, wer der Boss ist.

Fry: 
Entschuldige, aber könnten wir uns vielleicht darauf einigen, dass Du gehst und ich hier bleibe?

Bender: 
[verwirrt] Das verstehe ich jetzt nicht.

Fry: 
Du wohnst doch sowieso im Schrank, dann kannst Du genauso gut in dein altes Apartment zurückziehen.

Bender: 
[enttäuscht] Aber dann wären wir keine Wohnpartner mehr.

Fry: 
Ich komm dich hin und wieder besuchen und Du besuchst mich hier.

Vermieterin: 
[mischt sich ein] Nein, das darf er nicht.

Fry: 
Ich halte das jedenfalls für die beste Lösung und wir wären beide glücklich.

Bender: 
[traurig] Glücklich? Ja, typisch Bender, immer glücklich. [geht mit gesenktem Kopf zur Tür hinaus]

Nachbar: 
Hey, das Fernsehbild ist wieder da!

Bender geht traurig den langen Flur entlang, während die Nachbarschaft vor den Fernseher stürmt, um die Serie weiter zu verfolgen.

'Alle meine Stromkreise'

Pastor: 
Wir sind zusammengekommen um den Tod von Calculon zu betrauern. Er war Industrieller, Privatdetektiv und Freund.

Calculon: 
Darf ich vielleicht meinen eigenen Nachruf halten?

Monique: 
[stöhnt freudig auf] Calculon, Du lebst!

Roboter : 
Calculon ist wieder da !

Die Gäste verlassen Fry’s Wohnung

Farsworth: 
Okay, bis dann.

Zoidberg: 
Wiederseh’n.

Amy: 
[weint, wird von Hermes gestützt] Glaubst Du, dass Calculons böser Zwilling jemals wieder laufen kann?

Hermes: 
Keine Ahnung, Amy, ich weiß es nicht.

Amy rutscht an der Tür erneut auf der weggeworfenen Bananenschale aus

Fry: 
Nett, dass ihr gekommen seid. [schließt die Tür, aber Leela steckt von außen ihren Arm hindurch und öffnet die Tür wieder]

Leela: 
[wütend] Fry, Du bist Benders bester Freund. Da lässt Du durch diesen Pöbel ihn rauswerfen?

Fry: 
[wiegelt ab] Ach, jetzt hör aber auf! Bender liebt den Pöbel.

Leela: 
Nur, wenn er mittendrin ist, und das weißt Du. Damit verletzt Du seine Gefühle.

Fry: 
[bestimmt] Verweichliche mich nicht mit Weibergeschwätz. Bender und ich sind Männer und die haben keine Gefühle.

Leela: 
Bender ist doch kein Mann, er ist ein Roboter.

Fry: 
Das ist dasselbe.

 

~*~

Vor Benders Apartment
Bender steht vor seinem Apartment, schließt auf und sieht es sich von außen an

Bender:
Es ist so groß und leer. [geht rein schließt die Tür hinter sich] Mein Wohnpartner ist weg und alles, was er hinterlassen hat, ist eine Augenwimper und 3 Hautschuppen. [steckt die Hinterlassenschaften von Fry ein und öffnet sich eine Bierflasche, wirft diese aber wütend an die Wand] Harr, das hat mir gerade noch gefehlt!
 

~*~

In der Zentrale von Planet Express
Leela schweißt das Raumschiff, Bender betritt total müde und verkatert den Raum

Leela: 
Bender? [Bender dreht sich um und Leela kann in sein Gesicht sehen, das voller Rost ist] Oh, Du siehst ja schrecklich aus.

Bender: 
[lässt sich stöhnend auf das Sofa fallen] Lass mich gefälligst in Ruhe!

Leela: 
Du hast wieder diesen 5-Uhr-Rost. Du warst wohl die ganze Nacht auf und hast nichts getrunken, hä?

Bender: 
[lallend] Hey, was ich nicht tue, geht dich nichts an.

Leela: 
Bitte, Bender, trink einen Malzschnaps! Wenn nicht um deiner selbst willen, dann den Leuten zuliebe, die dich mögen.

Bender: 
[lallend, verdreht die Augen] Hach, ich hasse alle, die mich mögen und die hassen mich.

Leela: 
[hockt sich vor Bender hin, der auf dem Sofa sitzt] Jetzt pass mal auf! Offensichtlich fehlt dir Fry als Wohnpartner, aber es gibt bestimmt ’n besseren Weg, damit fertig zu werden.

Bender: 
[sarkastisch] Ach ja, und welchen? Soll ich mir meine Antenne entfernen lassen?

Leela: 
Wer weiß? Wenn es hilft.

Bender: 
[empört] Sag mal, bist Du verrückt? Das ist mein kleiner Bender, von dem Du da sprichst, den darf ich nicht abschneiden! Du bist weder ein Roboter noch ein Mann, das kannst Du gar nicht verstehen! [genervt] Ach, ich muss hier raus! [steht auf und geht Richtung Tür]

Leela: 
Warte! Du musst mir ins Auge sehen und mir hoch und heilig versprechen, dass Du nicht ans Steuer setzt ohne ein alkoholisches Getränk in deiner Hand.

Bender: 
[dreht sich zu Leela um, wütend] Ich verspreche gar nichts! [rennt aus dem Zimmer]

Bender wandert verwirrt und total deprimiert durch die Stadt, bis er in einem dreckigen Hinterhof, an einer Mauer lehnend aufwacht

Bender: 
Oh weh, oh weh, oh weh, wo bin ich? [betrachtet sein Gesicht in einer Pfütze] Oh weia, geh weg! [schlägt in die Pfütze]
 

~*~

In der neuen Wohnung von Fry
Leela klingelt, Fry öffnet die Tür und Leela betritt den Raum

Fry: 
Was gibt’s?

Leela: 
Ich kann nicht ruhig dastehen und mit ansehen, was mit Bender passiert.

Fry: 
Ruhig? Du mischst dich doch schon seit 2 Wochen ununterbrochen ein.

Leela: 
Darauf möchte ich auch ab sofort verzichten. Dein bester Freund irrt irgendwo da draußen rum und macht sich selbst kaputt.

Fry: 
Ach wirklich? Ich hätte nich’ gedacht, dass ihm diese Wohnung so fehlt.

Leela: 
Es geht ihm doch nicht um die Wohnung, sondern einzig und allein um dich... du hast ihm einfach den Rücken gekehrt.

Fry: 
[erschrocken und entsetzt] Du liebe Zeit, das konnte ich nicht ahnen. Wenn ich nur wüsste, wo er ist, dann könnte ich mit ihm reden. [der Fernseher hat wieder eine Bildstörung] Ach, schon wieder der blöde Fernseher. [die Tür geht auf und Bender torkelt herein] Bender? Du bist stocktrocken und stinknüchtern.

Bender: 
[lallend] Ganz recht. Ich bin trocken und verrückt. Und ich weiß nicht mehr, was ich tue.

Fry: 
[abwehrend] Dann tu's nicht!

Bender: 
Ich weiß nicht, woran das liegt,... ah, jetzt fällt’s mir wieder ein. Ich dachte, ich könnte allein leben, aber ich kann’s nicht! [zeigt auf Fry] Ich bin bereit alles zu tun, um wieder bei dir einzuziehen! [öffnet die Klappe in seinem Bauch und holt eine Stahlschere heraus]

Leela: 
[erschrocken] Oh, Bender, nicht!

Fry: 
Leela, den Kopf abschneiden löst das Problem nicht.

Bender: 
Nein, ich werde meine Antenne kappen. [setzt die Stahlschere an seiner Antenne an]

Fry: 
[erfreut] Hey, ja, das klingt gut. Darf ich dir helfen?

Leela: 
[aufgeregt] Fry, hilf ihm nicht, sich selbst zu verstümmeln!

Fry: 
Aber die Antenne ist überflüssig, er ist doch kein Radioamateur oder so was.

Bender: 
Ich werde es tun, jawohl, ich werde sie abschneiden. Versucht nicht, mich daran zu hindern! Achtung! [schaut Fry an, geht mit der Schere in der Hand rückwärts, setzt sie an seiner Antenne an, seufzt nochmals und schneidet die Antenne ab. Die Antenne fällt zu Boden, Bender hebt sie auf, betrachtet sie und wirft sie aus dem Fenster]

Fry: 
[nachdem das Fernsehbild wieder da ist] Hey, es hat sich gelohnt, die Störung ist weg.

Fernsehsendung 'Alle meine Stromkreise'

Mensch: 
Schade, dass sich unsere Beziehung so entwickelt hat, Calculon.

Calculon: 
Ich bedauere das auch. Ich bin angefüllt mit einer großen Ladung machtvoller Emotionen.

Mensch: 
Du bist mein bester Freund. Es tut mir leid, dich so mies behandelt zu haben.

Calculon: 
Entschuldigung angenommen. Immerhin bist Du ja auch nur ein Mensch. [Umarmung des Roboters und des Menschen]

Leela: 
Ihr beide könnt von den beiden eine Menge lernen.

Fry: 
[sieht Bender an] Da hat sie recht.

Bender: 
Du bist mein bester Freund, Fry! [niedergeschlagen] Es tut mir leid, dich so mies behandelt zu haben.

Fry: 
Entschuldigung angenommen. Immerhin bist Du ja auch nur ein Mensch. [beide umarmen sich]

Leela: 
Augenblick, ihr habt es genau falschrum gemacht. Fry müsste der sein, der sich... [winkt ab] Ach, spielt keine Rolle.

Bender sieht in den Spiegel und als er seine Antenne vermisst, stöhnt er

Fry: 
Was hast Du denn?

Bender: 
Ach nichts. Ich muss mich erst daran gewöhnen, nur noch ein halber Roboter zu sein.

Fry: 
Ach, das war auch nicht richtig. Sag mal, Bender, wenn wir deine Antenne finden, kann man die wieder anbringen?

Bender: 
[hoffnungsvoll] Schon möglich, vorausgesetzt, dass wir sie sofort auf Eis legen.

 

~*~

Vor dem Wohnhaus
Bender, Fry und zwei Polizisten suchen nach der Antenne

Officer: 
Bingo! [hebt die Antenne auf]

Roboter-Officer: 
[skeptisch] Ha, das soll eine Antenne sein?

~*~

Benders Apartment
Bender, der seine Antenne angeklebt hat, und Fry stehen vor der Tür zu Benders Mini-Apartment. Bender schließt auf, Fry hält sein Obstsalatbäumchen in der Hand

Bender: 
Diesmal musst Du auf deine menschlichen Annehmlichkeiten nicht verzichten. Wir werden Toiletten installieren, ’ne Kochplatte, Du kannst dir auch ’nen Haustier zulegen.

Fry: 
Mmh, wieder zuhause.

Bender: 
Wie schön, ja, ich hab’ übrigens deine Sachen aufbewahrt.[gibt ihm die Hautschuppen und die Wimper]

Fry: 
Ach hier hab ich die Schuppen verloren. [stellt seinen Obstsalatbaum auf den Boden, zu Bender] Hm, meinst Du, dass der Fruchtbaum hier genug Licht kriegt?

Bender: 
In dem Schrank dort ist ein Fenster. [öffnet die hintere Tür, die zu einem riesigen „Schrank“, der eigentlichen Wohnung, führt]

Fry: 
[betritt den Raum] Hier ist ja richtig Platz. Warum wohne ich nicht einfach hier, Bender?

Bender: 
In einem Schrank? Ach, diese Menschen...

 

---=== ENDE ===---