Hör mal wer da hämmert: Transkript der Folge "Das Heimwerker-As" [#1.01]

Transkript der Folge "Das Heimwerker-As" [#1.01]

Deutsches Transkript erstellt von MG

Bei diesem Skript handelt es sich nicht um ein Originaldrehbuch, sondern um die Mitschrift der TV-Version dieser Folge!
 

 

 

Originaltitel: Pilot
Ausstrahlung: 17.09.1991
Deutscher Titel: Das Heimwerker-As
Ausstrahlung:
Buch: Carmen Finestra, David McFadzean, Matt Williams
Regie: John Pasquin

Darsteller

Tim Allen [Tim Taylor]                     

Patricia Richardson [Jill Taylor]                 

Jonathan Taylor Thomas  [Randy Taylor]        

Zachery Ty Bryan [Brad Taylor]                

Taran Noah Smith [Mark Taylor]               

Earl Hindman [Wilson]                   

Richard Karn [Al Borland]             

Pamela Denise Anderson [Lisa]                

John Cothran, Jr. [Phil]

 

Gastdarsteller

Inhaltsangabe
Nachdem Jill Taylor sich gemeinsam mit ihrem Ehemann Tim die neueste Ausgabe von "Tool Time", Tims do-it-yourself Heimwerker-Sendung, angesehen hat, hofft sie, nun auch ihrerseits ein wenig Aufmerksamkeit verlangen zu können. Jill steht ein Bewerbungsgespräch für eine Manager-Position bevor, und ihre Nerven liegen blank. Doch Tim zeigt wenig Interesse für die Nöte seiner Frau - er ist geistig bereits mitten in den Vorbereitungen zur technischen Aufrüstung des hauseigenen Geschirrspül-Automaten. So muss Jill das Haus ungetröstet verlassen - allerdings erst nachdem sie ihren Ehemann beschworen hat, den Geschirrspüler um Himmels willen nicht anzurühren. Doch selbst Nachbar Wilson, der Tim erklärt, dass sein starkes Interesse am Geschirrspüler offenbar einen unerfüllten Wunsch nach echter männlicher Identität zum Ausdruck bringt, kann den Lauf der Dinge nicht mehr aufhalten: Tim macht sich - assistiert von seinen drei Söhnen - ans Werk. Der Erfolg ist im wahrsten Sinne durchschlagend, denn in dem Augenblick, in dem Jill - nach einem leider erfolglosen Bewerbungsgespräch - das Haus betritt, explodiert die Maschine...[Text: VOX]

 


Im Wohnzimmer

 

Tim sieht sich seine Sendung „Tool Time“ im Fernsehen an.

 

Lisa: [im Fernsehen] Es ist wieder mal soweit. Die Firma Binford präsentiert Ihnen den König der Heimwerker: Tim Taylor.

          

Tim: [im Fernsehen] Danke schön. Ich danke Ihnen vielmals.

 

Tim läuft zur Terrassentür und ruft hinaus.

 

Tim: Hey, Jungs! Meine Sendung läuft, das müsst ihr sehen!

          

Brad spielt auf dem Rasen, Tim öffnet die Tür.

 

Brad: Nein, danke.

 

Randy geht nach draußen.

 

Randy: Wir spielen    

 

Tim:   Ohh. [Jill kommt mit einem Bügelbrett unter dem Arm herein] Jill!? Ich hab’ schon mal das Sofa vorgewärmt. Meine Show läuft. Komm’ setz dich'.

          

Jill:     Die Jungs wollen dir wohl wieder nicht zusehen?

          

Tim:   Die haben was zu tun.

          

Jill:     Das hab’ ich auch.

 

Jill baut das Bügelbrett auf, Tim setzt sich auf die Couch und guckt weiter.

 

Tim:   Tja, dein Pech. Das ist ’ne Spitzenfolge, ’n Klassiker. Ich demonstriere wie ein Türschloß eingebaut wird. Yeah!         

 

Tim:   [im Fernsehen] Aber vor allen Dingen braucht man einen Werkzeuggürtel. Hören Sie, wie der einschnappt. Er ist einsatzbereit. So Leute, jetzt kommt mal wieder ein Profitipp vom alten Tim: immer schön hochziehen, dann hat man keine hässlichen Hosenfalten am Hintern!

 

Das Publikum im Tool Time Studio lacht.

 

SCHNITT: Das Tool Time Set

 

Tim:   Nichts ist schöner als grobes Leder und kalten Stahl auf den Hüften zu spüren. Hah. Meine Frau sagt, immer wenn ich mir das Teil umschnalle, verwandele ich mich in einen widerlichen, haarigen Affen. [grunzt] Huh! Ich glaube Frauen haben einfach kein Gespür für grobes Leder, Stahl, Brechstangen, Meißel, Hämmer, Nägel, Stößel, Turbobohrmaschinen.[grunzt erneut] ah-ah-ah! Heute haben wir viel vor. Al und ich werden dem Haus den letzten Schliff geben und das Garagentor einhängen. Aber vorher bauen wir beide noch ein Doppelzylinderschloß in die Tür da ein. Morgen Al.

 

Al:      Morgen Tim.

 

Al und Tim bringen eine Tür nach vorne.

 

Tim:   Wenn man immer schön auf den Fachmann hört läuft sowas wie geschmiert. Wir haben vorher schon mit ‘ner Schablone festgelegt, wo wir die Löcher bohren wollen und die Stellen dann mit unserer Ahle markiert. Also los, Al. Gib’ mir den Bohrer. [Al bückt sich und hebt den Bohrer auf] Ohh! Man hast du ‘ne häßliche Falte am Hintern! [Al steht schnell auf und zieht sich die Jeans hoch] Ich glaube, wir sollten Al’s Falte erstmal luftdicht zuspachteln, oder Leute? [er hält einen Spachtel und Spachtelmasse hoch] Und zwar mit unserem neuen biologischen Super-Geruchskiller! [Al läßt die Bohrmaschine laufen] Hey, ich wittere Stromspannung. Jetzt wird gebohrt, Freunde. [Tim legt die Spachtelmasse weg]  

 

Al:      Ja, so sieht’s wohl aus, Tim. Und, ähem, wir nehmen einen 38 Millimeter Holzbohrer.

 

Tim:   Ich bitte dich, Al! Das ist was für Frauen. Wir brauchen ein Männergerät!          

 

Al:      Aber Tim, das ist das richtige Werkzeug.  

 

Tim:   Ja, das glaubst du vielleicht, Al. Hört mal leute, wenn wir so ‘ne Nummer schnell und optimal durchziehen wollen, was brauchen wir dann? 

 

Zuschauer:   MEHR POWER!!        

 

Tim:   Logisch, mehr Power! [Lisa kommt herein und gibt Tim eine riesige Industriebohrmaschine] Danke, Lisa. Und hier ist die Ur-Power! [Tim läßt die Maschine laufen] Die ist aus der Binford Profi-Schiene. Stufenlos regelbar, Doppeluntersetzungsgetriebe, 1400 Umdrehungen pro Minute, 1,1 PS! [grunzt] Ah-ah-ah! [läßt die Maschine erneut laufen] Aber Sie haben sich noch nicht mal halb durch die Tür gebohrt, da meldet sie sich: [Tim spricht wie eine Frau] Schätzchen schalt das Ding ab. Das macht mir zuviel Krach. [grunzt] Hä? Das erste nervenüberhört ein Mann erstmal. Darum schreit sie dann schon etwas lauter. Und schon kommt sie näher. Boom, boom, boom, boom, boom, boom.          

 

SCHNITT: Im Wohnzimmer der Taylors

 

Tim:   [im Fernsehen, mit hoher Stimme] Ich sagte schalt das Ding ab! Hast du Watte im Ohr du Pfeifenkopf?! Das Problem

 

Jill:     Tim, wen imitierst du da? Imitierst du etwa mich?         

 

Tim:   [erschrocken] Nein! Das bist nicht du.

 

Jill:     Oh, wie beruhigend! Und wer ist es dann?

 

Tim:   Alle Ehefrauen!        

 

Jill:     Aha, ja, verstehe. Weißt du, zufällig bin ich ebenfalls ‘ne Ehefrau.

          

Tim:   Alle Ehefrauen bis auf dich. [sie beginnt Tim zu kitzeln und Tim zieht sie auf die Couch]

 

Jill:     Hör auf! Lass das! [man hört das Geräusch eines Buzzers]

          

Tim:   Du hast damit angefangen. 

 

Jill:     [lacht] Oh, nein! [der Buzzer ist wieder zu hören] Lass mich hoch! Ich hab’ ‘ne Bluse im Trockner, die muss raus. [Tim läßt sie gehen. Von draußen ist geschrei zu hören] Tim, sieh mal nach wer da draußen wen umbringt.

          

Mark:            [von draußen] Hilfe! 

 

Jill:     Tim, sieh’ mal nach, wer da draußen wen umbringt?      

 

Tim:   Ich glaube, das weiß ich schon. Randy, was machst du da mit deinem kleinen Bruder?

 

Tim geht zur Terrassentür und sieht hinaus

 

Randy:          Ich lasse ihn nur ein bißchen vom Klettergerüst hängen.

          

Mark:            Hilfe!  

 

Tim:   Lass das sein!

 

Mark hängt kopfüber vom Klettergerüst. Randy hält ein Seil fest.

          

Randy:          Es gefällt ihm!

 

Tim:   Mach ihn sofort wieder los, sonst schweiß’ ich deine Segelohren ans Garagentor!

 

Brad läuft mit einem Football in der Hand durchs Wohnzimmer. Jill bügelt.

          

Jill:     Im Haus wird nicht rumgerannt!

 

Tim:   Brad! Halt den Ball mit beiden Händen fest, dann fällt er nicht runter. Und los. [Brad läuft die Treppe hinauf]  

 

Jill:     Tim.   

 

Tim:   Und tu was deine Mutter sagt. Renn’ nicht dauernd durch’s Haus. Bin gleich wieder da.

 

Jill:     Wo willst du hin?      

 

Tim:   Zur großen Schnäppchenaktion in “Ernies Bohrercenter”! [Tim geht zur Garage]

          

Jill:     Das geht nicht! Ich muss zu ‘nem Vorstellungsgespräch.

          

Tim:   Vorstellungsgespräch?        

 

Jill:     Davon erzähl’ ich dir schon seit einer Woche. Ich muss zum Personalchef von Kingmen Hardwell.

 

Tim:   Du hast mir nicht gesagt, dass du Arbeit suchst.  

 

Jill:     Tim! Hörst du mir überhaupt noch zu? Das war das Letzte was ich dir gestern Abend im Bett gesagt habe.

 

Tim:   Nein, ich glaub das Letzte was du mir gestern Abend im Bett gesagt hast war “Nein!”

 

Jill:     Das gilt für heute Abend!

 

Tim:   [gespieltes lachen] Deine Sprüche bringen mich noch zum Platzen! Mir fällt schon die Leber raus. Sieh’s dir an. Da!

 

Jill:     Hör auf damit. Ich muss in einer Stunde dort sein. Du bleibst zuhause bei den Kindern.

 

Tim:   Mach’ ich. Ich bin in zwanzig Minuten wieder da.

 

Jill:     In zwanzig Minuten! Komm, das glaubst du doch selbst nicht?! Du musst doch das Werkzeug streicheln und mit hervorquellenden Augen abknutschen. So wie du mich nicht mal Weihnachten ansiehst.

 

Tim:   Wenn du ‘n Zweigang-Überdruckventil hättest würde ich es!     

 

Jill:     Tim.   

 

Tim:   Du merkst nicht mal, dass ich weg war.

 

Jill:     Tim! Wenn du das Haus verlässt, dann landet das hier sofort im Müllzerhacker. [Jill hält ein Maßband über den Abfallzerkleinerer]

          

Tim:   Nein! Das ist mein Binford Power Band mit hocher Zugfestigkeit.

 

Jill:     Verabschiede sich von ihm! [Jill wirft ihn in den ABfallzerkleinerer. Tim kommt zu ihr herüber]

          

Tim:   Schalt ihn bitte nicht ein.    

 

Jill:     Du bleibst also?

          

Tim:   Ja! Du bist so gemein zu mir. [Jill küsst ihn. Tim holt das Maßband wieder hervor] Oh, nein! Jetzt sind da überall Pizza Rest drauf.

 

Jill:     Wenn du schon hier bist, kannst du auch gleich den Geschirrspüler einräumen?   

 

Tim:   Ja, gut. Du hast mir sowieso schon den Spaß verdorben.

          

Jill:     Tim! Dieser Job ist sehr wichtig für mich. Freust du dich denn nicht, dass ich wieder arbeiten will?

 

Tim:   Doch, sicher.

 

Jill:     [äfft ihn nach] Doch, sicher. Kannst du dich denn nicht ein bißchen mehr darüber freuen, Tim?

          

Tim:   Tut mir Leid, Jill. Oh man, ist das toll, das du nicht mehr im Haus rumhängst und um mich und die Jungs rumschleichst! [Jill gibt ihm einen Klaps] Oh! Und auf die andere Seite. [Jill tut es] Ich bin dein Liebessklave! [Jill gibt Tim immer noch einen Klaps, Randy kommt herein]  

 

Randy:          Hey, darf ich zu Tommy rübergehen?

          

Tim:   Was?  

 

Randy:          Darf ich jetzt zu Tommy rübergehen?       

 

Tim:   Ja, klar. [Tim will einen Teller in die Spülmaschine räumen]     

 

Jill:     Schatz, den Teller musst du erst abspülen, bevor du ihn in den Geschirrspüler stellst.         

 

Tim:   Der muss handgespült werden, bevor er in den Geschirrspüler darf?    

 

Jill:     Ja. Für Eigelb ist der Düsendruck zu schwach.

 

Tim:   Das wäre er nicht, wenn wir ‘n Männergerät gekauft hätten. Aber du wolltest den aus der Damen-Sanftstrahldekorserie, witzige Knöpfchen, die kein Mann, der kernige Hände -

          

Jill:     - Es tut mir Leid, das grunzende, haarige Affenmodell war ausverkauft. [grunzt] Ah!  

 

Tim:   [grunzt] Uh!  

 

Jill:     Spül’ das Geschirr. [Jill geht]         

 

Tim sieht sich den Geschirrspüler mit einem prüfenden Blick an.

 

Tim:   Weißt du was, Schatz? Ich könnte den Sprühdüsendruck verbessern. [Jill kommt zurück]        

 

Jill:     Nein, Tim! Der ist nicht kaputt!      

 

Tim:   Ich weiß, er braucht mehr Power!  

 

Jill stellt sich vor den Geschirrspüler.

 

Jill:     Jedesmal wenn du was reparierst muss die Feuerwehr hier anrücken!

          

Tim:   Aber dieses Mal ist es was anderes, ich hab’ mir -

 

Jill:     - nein! Nein! Ich lass mir dieses voll funktionsfähige Gerät nicht kaputtmachen. Du willst doch nur mit deinen Werkzeugen spielen. 

 

Tim:   [Through Jill's hand] Sechs PS -     

 

Jill:     - nein -         

 

Tim:   - und dann -  

 

Jill:     - nein -         

 

Tim:   - aber ich habe -      

 

Jill:     - nein!

 

Tim:   Spielen? Jill, ich bin Moderator einer Heimwerkershow.

          

Jill:     Lass – die Finger – vom - Geschirrspüler! 

 

Jill geht.        

 

Tim:   [äfft Jill nach] Lass – die Finger – vom - Geschirrspüler! [Tim sieht sich die Spülmaschine genauer an] Der werd’ ich’s zeigen. Ich werde dem Mistding einfach ‘n 7,4 Liter Big-Block-Side V8 verpassen. [Jill steht von Tim unbemerkt in der Küche] Vierfachvergaser, Rennocken, Rennköpfe, 700 PS pusten alles von jedem Geschirr – einschließlich dieses lächerlichen, albernen Blümchenmusters!       

 

Jill:     Das hab’ ich gehört! [Tim dreht sich erschrocken um]    

 

Tim:   Hey! Ich bin hier der Hausherr. Das ist mein Geschirrspüler und wenn ich ihn aufmotzen will, dann mach’ ich das.

          

Jill:     Nein! Du wirst ihn nicht aufmotzen und kaputt machen, so wie du es mit dem Mixer getan hast. Ende der Diskussion. [Jill geht]   

 

Tim:   Was hast du für ‘n Problem mit dem Mixer? [Tim geht zum Mixer] Das ist doch der einzige Mixer hier im Viertel, der einen Mauerstein püriert.

 

SCHNITT: Im Wohnzimmer

Später am Tag. Jill kommt herein. Sie hat sich umgezogen und trägt nun ein Kostüm.

 

Jill:     Ich geh’ mich jetzt vorstellen. In zwei Stunden bin ich zurück.

 

Tim:   Viel Glück, Schatz und denk bitte an die alte Footballerregel: “Immer draufhauen und da wo’s wehtut!”

 

Jill:     Ja, ich denk’ dran. Oh ja, äh, und du denk’ bitte immer dran, lass die Finger vom Geschirrspüler.

 

Tim:   Ich bin keiner von den Jungs. Du musst mir das nur einmal sagen.

 

Jill:     Ja.     

 

SCHNITT: Im Garten

Wilson schleift eine Tür ab. Tim geht zum Zaun. Mark sitzt auf dem Klettergerüst.

 

Tim:   Hallo, Wilson?          

 

Wilson:         Hallo, Tim!    

 

Tim:   Ich will unseren Geschirrspüler neu aufmotzen. Verkaufen Sie noch Ihren Kompressor?

          

Wilson:         Nein, nein. Den hab’ ich gegen einen Satz Winterreifen und ein Akkordeon getauscht.

          

Tim:   Schade!        

 

Wilson:         Ihr Geschirrspüler ist kaputt, hä?

 

Tim:   Nein, ich will meiner Frau nur zeigen, wer der Herr im Haus ist.

 

Wilson:         Oh, oh.

 

Tim:   Ich hab’ nur gesagt ich motz’ den Geschirrspüler auf und schon ist sie auf mich losgegangen. Ach, manchmal versteh’ ich sie nicht. 

 

Wilson:         Es geht nicht um Ihre Frau. 

 

Tim:   Ach, nein?

          

Wilson:         Nein, nein. Es geht um Sie. Tim, ich glaube Sie haben nur Probleme mit Ihrer Frau, weil Sie nicht wissen, wer Sie sind. Als Mann.    

 

Tim:   In dem Bereich hab’ ich kein Problem, Wilson.    

 

Wilson:         Nein, das hab’ ich nicht gemeint. Viele Männer kommen sich verloren vor, sind irritiert. Die Industrielle Revolution hat den Mann aus seinem Heim vertrieben. Die Söhne waren ohne die Väter, die ihnen sagen konnten wie man ein Mann wird. Wir müssen zum Urzeitlichen zurück finden. Zum attavistischen.

 

Tim:   [grunzt] Oh-oh! Attavistisch.          

 

Wilson:         Hm.   

 

Tim:   Wie schreibt man das?        

 

Wilson:         Gut, sagen wir primitiv.

          

Tim:   Ja, gut.

          

Wilson:         Die Männer müssen mehr am Lagerfeuer sitzen mit den älteren, so wie in den alten Zeiten. Nach Weisheit streben, sich Geschichten erzählen, sich austauschen.

          

Tim:   Und, äh, müssen diese Männer alle nackt sein?   

 

Wilson:         Nein, das darf jeder selbst entscheiden. Es wird höchste Zeit, dass die Männer sich wieder eine Domäne maskuliner Lebensart sichern. [Wilson wendet sich wieder seiner Tür zu]  

 

Tim:   [grunzt] Yeah! Und ich fang’ damit an, indem ich mir den Geschirrspüler sichere. Mir nach, Jungs! wir stürmen den Heimwerkermarkt. [Tim, der einen Football aufgehoben hat, bläst hinein und stürmt ins Haus]       

 

SCHNITT: In der Küche

Tim und Brad stehen um eine große Kiste herum. Mark und Randy sitzen auf der Anrichte.

 

Tim:   Also, wir müssen fertig sein bevor Mum zurückkommt, klar? Jungs, ist das nicht ‘ne Superpuste! [Tim nimmt einen Kompressor aus der Kiste] Das ist ein zwei Stufen fünf PS Blastmaster Kompressor. Alle Rohre in dem Ding sind aus rostfreiem Stahl und der Druck wird sich dadurch -

          

Randy:          - Dad, warum machen wir das eigentlich?

 

Tim:   Randy, in diesem Haus sind vier Männer und wir müssen uns ‘ne Domäne sichern, klar?

 

Brad: Warum fummeln wir am Geschirrspüler rum?     

 

Tim:   Wir könnten auch alle nackt am Lagerfeuer sitzen und Geschichten erzählen! [Tim lacht. Brad und Randy sehen sich erschrocken an und verlassen eilig die Küche] Hey, hey, hey! [Tim läuft hinter ihnen her] Wo wollt ihr hin? Das hab’ ich doch nicht ernst gemeint! [zu Randy] Jetzt sind wir beide wohl allein, oder hast du auch was anderes vor?

 

Mark:            Nein. Ich bleib’ bei dir. [Mark zieht sein T-Shirt aus]      

 

Tim:   Toll. Was-was machst du denn da?

 

Mark:            Nackt ausziehen!      

 

Tim:   Du musst dich nicht ganz ausziehen. Na gut, sowas machen Männer mit freiem Oberkörper. [Tim zieht sein Shirt aus] Komm her. Also. Setz dich mal da hin. Aber vorher lass mal deine Muskeln sehen. [Mark zeigt seine Muskeln. Tim grunzt] Rrrr! 

 

Beide beginnen sich an ihre Oberarme zu fassen und zu grunzen.

 

Tim:   Hier. Du bist jetzt groß genug, dass du einen Werkzeuggürtel tragen darfst, Mark. [Tim binfrt Mark einen Werkzeuggürtel um]         

 

Mark:            Toll!   

 

Tim:   So, jetzt dreh’ dich mal um. ‘Ne Juniorfalte am Hintern. Etwas höher. [Tim zieht Marks Jeans hoch] Gesetz Nummer eins: wenn man zuhause etwas repariert ist die Sicherheit am wichtigsten. Wenn wir ein großes Haushaltsgerät neu verkabeln schalten wir als erstes den Strom ab, klar? [sie gehen in die Garage] Komm’ mit mein Junge.

          

SCHNITT: In der Garage

Tim und Mark kommen herein. Tim macht das Licht an.

 

Tim:   Ah, da haben wir den Sicherungskasten. Das elektrische Zentrum unseres Hauses.

 

Mark:            Wow! 

 

Tim:   Ja, da hast du verdammt recht. Aber wir müssen nicht alles abschalten, nur den Bereich des Hauses in dem wir arbeiten. In diesem Fall die Küche... Küche, hä? Ich hätte die nicht mit Bleistift beschriften sollen, hä? Die Schrift ist völlig verschwunden, sieh dir das an. Küche war K. [Tim schaltet die Sicherung aus] Da ist sie. K Küche und aus. Alles klar, an die Arbeit. Komm’ mit, wir fangen an. 

 

Sie gehen wieder in die Küche.

 

SCHNITT: Die Küche

Tim und Mark gehen wieder zum Geschirrspüler

 

Tim:   So, jetzt entfernen wir diese Abdeckplatte. Das war’s. [Tim sieht unter den Geschirrspüler] Whoa! Was für’n Haufen Kabel da drin sind! [nimmt eine Zange in die Hand]      

 

Mark:            Und weißt du, wozu die alle da sind?        

 

Tim:   Na aber sicher, sonst würd’ ich doch nicht an sowas rangehen. Erde, wir suchen die Erde. Also rot ist, äh, rot... gelb. Verstehst du. Die Sonne ist gelb, die wärmt die Erde und deshalb ist die Erde hier gelb. [er kneift den gelben Draht durch, es gibt einen Funken. Er springt zurück und tanzt durch die Küche. Schnell verschwindet er in der Garage] Ich glaube, da ist jemand in der Werkstatt! [er geht in die Werkstatt und schreit. Mark läuft zur Tür, Tim kommt heraus] Lass uns tanzen. [er beginnt zu tanzen, Mark macht es ihm nach] Au! Ah!         

 

Mark:            Ist alles klar, Dad?   

 

Tim:   [versucht zu lachen] Ja! [gepresst] Ich wollte nur, dass du aus Fehlern lernst, Sohn.

 

Mark:            Aus was für einem?

 

Tim:   Wenn es um Elektrizität geht, solltest du alle Sicherungen abschalten. So, ähem, jetzt werd’ ich dir mal zeigen, wie man eine schwere Brandverletzung versorgt.       

 

Sie gehen die Treppe hinauf.

 

SCHNITT: Die Küche

Später am Tag. Tim hat den Kompressor eingebaut. Mark sitzt am Tisch. Das Telefon klingelt und Tim hebt ab.

 

Tim:   Hallo?... Nein, Jill ist nicht da... Ich soll ihr was ausrichten, na klar... Wirklich... Ja, ich sag’s ihr. [legt auf] Mum kriegt diesen Job nicht.

 

Mark:            Sie kriegt ihn nicht? 

 

Tim:   Nein. Hörzu, sie braucht uns jetzt, wenn sie nachher nach Hause kommt, wird sie sicher sehr traurig sein. Also du wirst jetzt nach oben gehen und dich waschen. Sie ist begeistert, wenn du mal ganz sauber bist.

 

SCHNITT: Der Garten

Randy kommt hinter den Büschen hervorgelaufen.

 

Randy:          Dad! Dad!     

 

Tim:   Ja, Randy?    

 

Randy:          Ich hab’ ‘n tollen Schildkrötenpanzer. Den hab’ ich unten am Fluß gefunden.

 

Tim:   Du hast das Vieh doch da nicht rausgeholt, oder?

 

Randy:          Nein.  

 

Tim:   Wenn ich im Fluß ‘ne nackte Schildkröte ohne Panzer rumschwimmen sehe, dann kannst du - 

 

Randy:          - Dad. Ich mach’ mir daraus ‘ne Urwaldtrommel. [Randy läuft ins Haus. Tim geht zu den Mülltonnen, umd ie Kiste vom Kompressor zu entsorgen.]          

 

Tim:   Wilson, das schönste am jung sein ist, dass man den ganzen nutzlosen Schrott sammeln kann.

 

Wilson:         Nutzlos würd’ ich den aber nicht nennen. Für die alten Malayen waren Schildkrötenpanzer ein Aphrodisiakum.     

 

Tim:   Schildkrötenpanzer? 

 

Wilson:         Hmm.

 

Tim:   Tut’s nicht weh, wenn man den überstreift!         

 

SCHNITT: Die Küche

Jill kommt aus der Garage herein.

 

Jill:     Tim!

          

Tim:   Ähem, ich bin hier draußen, Schatz. [nimmt den Werkzeuggürtel ab und versteckt ihn]

          

Jill:     [aus dem Haus] Tim! [setzt sich in einen Gartenstuhl]    

 

Im Wohnzimmer legt Jill ihre Aktentasche auf den Tisch.

          

Jill:     Pass auf, dass die Jungs nicht telefonieren. Die Firma ruft bestimmt gleich an.

          

Jill geht in den Garten.        

 

Tim:   Äh, weißt du, äh, die -

 

Jill:     - Oh, ich bin ja so aufgeregt. Du glaubst es nicht. Das war mein bestes Vorstellungsgespräch.

          

Tim:   Ach, ja... das heute?

 

Jill:     Ja natürlich, alles klar. Nichts im Universum könnte verhindern, dass ich diesen Job bekomme.         

 

Tim:   Das Universum ist riesig.    

 

Jill:     [lacht] Ach, Tim. Nein, es ist wirklich alles klar. Ja, ich schwör’s dir, ich war unwiderstehlich. Ich schaute diesen Vizepräsidenten in die Augen und sagte ihm... [Pause] Hast du Salbe auf der Hand?        

 

Tim:   Nein, das ist ‘ne Elektroverbrennung.

 

Jill:     Hast du etwa den Geschirrspüler angerührt?       

 

Tim:   [nachdenklich] Hab ich den Geschirrspüler angerührt?    

 

Jill:     Jetzt bist du erledigt! [Jill läuft ins Haus, Wilson schaut über den Zaun]

 

Tim:   Jill, hör doch! Ich werde dir -         

 

Jill:     Was hast du gemacht? Zeig mir, was du gemacht hast!  

 

SCHNITT: Das Wohnzimmer

 

Tim und Jill kommen herein. Jill geht in die Küche, gefolgt von Tim.

 

Tim:   Du bist so süß, wenn du in Panik gerätst. Dann schwillt die große Vene auf der Stirn so herrlich an.

 

Jill öffnet den Schrank neben der Geschirrspülmaschine und sieht den Kompressor.

 

Jill:     Huuuh! Was ist denn das?

          

Tim:   Das ist die Kraftquelle für deinen neuen Geschirrspüler. 

 

Jill:     Raus damit!  

 

Tim:   Nein-nein-nein-nein.

 

Jill:     Doch. Sofort raus damit!     

 

Tim:   Dir gefällt es nicht, dass ich den Geschirrspüler aufgemotzt habe. Heute morgen blieb Eigelb am Teller kleben, nicht wahr? Jetzt pass auf. [nimmt einen Teller und stellt ihn in den Geschirrspüler] Hörst du das saugen? [grunzt] Das ist ein Super Zwei Stufen 5 PS Blastmaster Kompressor. Das Luftzufuhrsystem bringt 0,5 cubic. Ja, das Ding läuft jetzt mit Testosteron!  [Jill guckt genervt] Denn jetzt ist das ein männlicher Geschirrspüler! [Die Spülmaschine explodiert und ein Teller wird durch die Rückwand ins Wohnzimmer geschleudert. Jill ist entsetzt, Tim eher amüsiert] Du, Mark, du hast die Sechskantschraube nicht fest genug angezogen!          

 

Randy und Mark kommen herein

 

Randy:          Wow, das ist toll!                

 

Jill:     Nein Randy, Finger weg. Du tust dir weh. Das Ding ist kaputt.

 

Randy:          Ich rufe Tommy an, das muss er sich ansehen -  

 

Jill:     - Nein, nein, nicht telefonieren. Ich warte auf den Anruf wegen des Jobs.

 

Mark:            Daddy hat den Anruf schon gekriegt. [Jill sieht Tim scharf an] Tut mir Leid, dass du diesen Job nicht kriegst, Mum. 

 

Tim:   Mark. [zeigt auf die Treppe, Mark verschwindet]

          

Jill:     Ich kriege den Job nicht?

 

Tim:   Hmm. Ich wollte es dir im richtigen Moment sagen, Jill. Dann ist das Ding hier explodiert. Da konnt’ ich’s nicht. [Die Spülmschine sprüht erneut Funken] Es tut mir wirklich sehr, sehr Leid. Alles klar?

 

Jill:     Ich hol’ den Besen.

 

Tim:   Äh, nein, nein, das wirst du nicht tun. Ich mach’ hier selber sauber. Ich hole - [Jill kommt mit dem Besen über der Schulter herein] Jill, du musst das gute daran sehen. Es war kein Geschirr drin.    

 

Jill:     Ich hatte dich gebeten ihn nicht anzurühren, aber du hast wieder nicht zugehört. Bitte, ich werde mich nicht aufregen. Ich meine, das ist ein bißchen mehr Arbeit für mich, aber das macht nichts. Nein, ich arbeite gern. Es ist bloß schade, dass mich keiner einstellen will.   

 

Tim:   Du solltest deshalb nicht traurig sein, Schatz -     

 

Jill:     - Nein, keine Vorschriften.

 

Tim:   Ich wollte nur sagen, wenn’s um mich ginge --

 

Jill:     - es geht nicht um dich, sondern um mich.

 

Tim:   Hör mal zu, du musst doch nicht arbeiten gehen.

 

Jill:     Du willst einfach nicht, dass ich arbeiten gehe, nicht wahr?       

 

Tim:   Nein-nein-nein-nein-nein. Ich meine, ich verdiene für uns beide genug -

 

Jill:     - hier geht’s aber nicht ums Geld. Es geht, es geht mir um mich. Ich will ein Leben außerhalb dieses Hauses. Meine, meine Autonomie.

 

Tim:   Deine Autonomie?    

 

Jill:     Ja.     

 

Tim:   Wie schreibt man das ?       

 

Jill:     Hör auf damit.

 

Tim:   Schatz, ich finde du solltest -

 

Jill:     - Das wird ja immer besser! Jetzt soll ich noch ‘n Rat annehmen, von einem Typen der in einem Fernsehstudio rumhüpft und dabei rumgrunzt wie ‘n Gorilla.

 

Tim:   Was hat denn das damit zu tun?    

 

Jill:     Im Hintergrund lässt er seine Werkzeugmieze mit ihren dicken Möpsen wackeln.       

 

Tim:   Lisa?  

 

Jill:     Nein, Al.

          

Tim:   Aber was hat denn Lisa damit zu tun? Die kommt nicht in Frage für deinen Job, die hat ‘n Job. [Jill starrt ihn an] Was ist? [Der Geschirrspüler sprüht erneut Funken]

          

SCHNITT: Im Garten

Ein Messer steckt im Türrahmen, Tim entfernt es. Wilson grillt in seinem Garten.

 

Tim:   So ‘n Mist.

          

Wilson:         Hallo, Tim!    

 

Tim:   Hallo, Wilson. Man, riecht das gut. Spare Ribs?

          

Wilson:         Äh, nein, nein Eichhörnchen. Ach, Tim, das ist doch das wahre Leben. Jeden Tag die Beute auf’s Feuer, Sonnenuntergänge. Man sitzt ums Lagerfeuer und erzählt sich Geschichten.

 

Tim:   Darf ich Ihnen auch ‘ne Geschichte erzählen?      

 

Wilson:         Das Lagerfeuer brennt.

          

Tim:   Jill hat diesen Job nicht gekriegt. Ich wollte sie deshalb trösten und dann wurde sie wütend.   

 

Wilson:         Hm-hm-hm-hm. Hm-hm.   

 

Tim:   Und als ich ihr sagte, was sie tun könnte, hat sie mich fertig gemacht und ist verschwunden.

 

Wilson:         Ja, das scheint mir ein asymmetrisches Gespräch gewesen zu sein.

          

Tim:   Asymmetrisch?

          

Wilson:         Hm.   

 

Tim:   Und wie schreibt man das? 

 

Wilson:         Sagen wir einfach einseitig. Wissen Sie, Tim, Männern ist es von der Natur gegeben Probleme zu lösen, aber Jill wollte das nicht.

 

Tim:   Das wollte sie nicht?

 

Wilson:         Oh, nein. Sie wollte nur, das Sie zuhören, während sie über ihre Probleme spricht.

 

Tim:   Einfach nur rumstehen und zuhören. Ist das nicht wie, wie gar nichts tun?

 

Wilson:         Manchmal ist das beste was man tun kann, nichts tun.

          

Tim:   [grunzt] Oh. Also ist Jill nur sauer geworden, weil ich ihr nicht zugehört habe?

 

Wilson:         Nein, sie ist sauer geworden, weil Sie den scheiß Geschirrspüler kaputtgemacht haben.

 

SCHNITT: Am Tool Time Set. Tim schleift eine Holzplatte ab.

 

Tim:   Immer wieder stellt man mir die Frage “Tim, wieso ist deine Sendung so unglaublich beliebt?” Und wissen Sie, was ich denke? Handwerkliche Tätigkeit birgt etwas sehr primitives in sich, ja beinah’ attavistisches. Es ist fast so, als ob man sich eine männliche Domäne sichert. Ihr ahnt sicher, worauf ich hinaus will. [geht zur Werkbank] Ich spreche über Maskulinismus. Eine verdammt ehrliche mit Muskelschmalz, Bart- und Brusthaar bewaffnete Ehrung des Mannes. [grunzt] Uh-uh-uh-uh!

          

SCHNITT: Das Wohnzimmer

Tim ist im Fernsehen zu sehen.

 

Tim:   Aber ich meine das nicht frauenfeindlich. Nein, nein, auf gar keinen Fall. Nein, nein. So wie diese Schleifmaschine harmonisch mit der Maserung des Holzes schwingt,

 

Jill sitzt im Wohnzimmer und sieht sich die Show an.

 

Tim:   müssten Männer versuchen in Harmonie mit ihren Frauen zu schwingen. Also wenn Sie, [Tim setzt sich zu Jill] vielleicht zufällig etwas falsch gemacht haben, sollten Sie – im Falle einer Meinungsverschiedenheit  mit Ihrer Frau – bei nächster Gelegenheit - Manns genug sein, nicht mehr asymmetrisch zu sein. Das wäre nämlcih einseitig. Ich finde, man, äh, sollte Manns genug sein und sie ansehen und sagen “Entschuldige, Jill.” Oder Betty oder Ruth. Wie immer sie heißt. Aber jetzt schleifen wir erstmal den Tisch weiter ab.

 

Jill:     Was du heute in deiner Sendung gesagt hast war sehr lieb, Tim.         

 

Tim:   Ähem, vielleicht ist dir was aufgefallen. Dein Name ist Jill und ich habe diesen Namen benutzt. Womöglich hast du die Doppelbedeutung rausgehört.

          

Jill:     Ich musste mich bemühen, aber ich hab’s kapiert.

 

Tim:   Und verzeihst du mir?         

 

Jill:     Ja, ich verzeih dir. [sie küssen sich]          

 

Tim:   [im Fernsehen] Ja, das war’s heute wieder mal für Tim, den heimwerkerkönig. Und zum Schluß wie immer ein Haushaltstip. Ein ziemlich wichtiger, wie es alle meine Tips sind. Nehmt zum ebschriften eures Sicherungskastens immer, wirklich immer bloß, Tinte! [grunzt] Wiedersehn bis zum nächsten mal.   

 

ABSPANN      

Im Wohnzimmer.     

 

Tim:   Jill, ich glaube du machst ’n schweren Fehler, wenn du mich den neuen Geschirrspüler nicht anschließen läßt.

 

Jill:     Ach, mit dir habe ich was anderes vor, Hase.

 

Jill zieht Tim in Richtung Garage.

 

Tim:   Ja, wirklich?  

 

Jill:     Ähem, wann haben wir beide eigentlich das letzte mal ein paar entzückende Minuten auf dem Rücksitz unseres Wagens verbracht, hm?

 

Tim:   Als Brad die Pizza erbrochen hat! [Jill lacht]         

 

Jill:     Nein, nein. Du hast dich bei mir entschuldigt, da sollte ich mich auch bei dir entschuldigen, hm?

          

Tim:   Ach ja?          

 

Jill:     Ja, aber wie sichs gehört.

 

Tim:   Wirklich?       

 

Jill:     Aber ja. [geht in die Garage]         

 

Tim:   Auf dem Rücksitz? In der Garage? [zieht sich das Shirt aus und folgt ihr] Wie auf der Hochzeitsreise?

 

Jill:     [kommt aus der Garage heraus und schließt die Tür ab. Tim ist eingeschlossen] So, zuerst das und dann das.

 

In der Küche redet Jill mit einem Handwerker.

 

Phil:   Unser Spitzenmodell „Eggisoft-touch“ ist unser meistverkaufter Geschirrspüler.

 

Tim erscheint an der Terrassentür, er trägt lediglich einen Werkzeuggürtel.

 

Tim:   Hey! Lasst mich rein!          

 

Phil:   Hey Lady. In ihrem Garten steht irgend so’n Verrückter. Moment denn kenn ich doch. Das ist dieser Spinner mit der Heimwerkersendung, oder?

 

Tim:   Hey! Lasst mich rein! [Phil winkt Tim zu] Nicht blöd winken. Holen Sie sie her!

          

Phil:   Was treibt er denn da?

 

Jill:     Er will uns wahrscheinlich auf seine Männlichkeit aufmerksam machen.

 

Tim klopft wieder an die Tür. Jill lächelt ihn an.

 

 

 

---=== ENDE ===---