Monk: Transkript der Folge "Mr. Monk hütet das Bett" [#4.03]

Transkript der Folge "Mr. Monk hütet das Bett" [#4.03]

Deutsches Transkript erstellt von MG

Bei diesem Skript handelt es sich nicht um ein Originaldrehbuch, sondern um die Mitschrift der TV-Version dieser Folge!
 

Originaltitel: Mr. Monk Stays in Bed
Ausstrahlung: 22.07.2005
Deutscher Titel: Mr. Monk hütet das Bett
Ausstrahlung: 29.11.2005
Buch: Hy Conrad
Regie: Philip Casnoff

Darsteller

Tony Shalhoub [Adrian Monk]
Jason Gray-Stanford [Lt. Randall Disher]
Ted Levine  [Captain Leland Stottlemeyer]
Traylor Howard [Natalie Teeger]

 

Gastdarsteller

 

Emmy Clarke [Julie Teeger]
Jimmy Palumbo [Mr. Gorman]
Lennie Loftin [John Delancy]
David Valcin [Reggie Dennison]

 

Inhaltsangabe
Monk ist krank. Er leidet an einer sehr schlimmen Grippe, die er selbst natürlich für nichts anderes als das Ebola-Virus hält. Er ist deshalb auch nicht dazu zu bewegen, sein Bett auch nur für eine Sekunde zu verlassen. Genau das wäre aber dringend nötig, denn Monks Spürnase wird wieder einmal gebraucht. Und zwar vor allem von Natalie, denn die hat etwas äußerst Merkwürdiges erlebt Ein Pizzakurier, der ihr und Julie eine Pizza geliefert hat, wurde wenig später ermordet aufgefunden. Doch als Natalie die Leiche sieht, muss sie feststellen, dass es sich bei dem ermordeten Pizzafahrer überhaupt nicht um den Mann handelt, der kurz zuvor vor ihrer Tür gestanden hatte. Doch Monk hat für diese rätselhafte Angelegenheit leider gar kein Interesse, da er ausschließlich mit seinem Ebola-Virus beschäftigt ist. Deshalb beschließt Natalie auf eigene Faust zu ermitteln - und landet prompt im Haus des Mörders, wo sie nach Monks Anleitung, der wenigstens zu telefonischer Hilfestellung bereit ist, tatsächlich auf Beweise für eine blutige Tat stößt. Aber leider wird Natalie bald darauf von dem Mörder persönlich überrascht, der nun natürlich nichts Gutes mit ihr im Schilde führt. Und Monk, der die ganze Sache am Telefon mithört, muss nun doch schwer krank und im Bademantel durch die halbe Stadt fahren, um seine Assistentin aus der Gewalt des skrupellosen Mörders zu befreien. [Text: RTL]

 


Szene 1  – Adrian Monks Wohnung

Natalie, Julie und Monk renovieren. Natalie streicht die frisch angeklebte Tapete an der Wand glatt. Monk kommt hinzu.

Julie: Mom, ich hab Hunger.

Natalie: Der Pizza-Typ kommt gleich.

Julie: Vielleicht sollten wir da lieber noch mal anrufen.

Monk: Das ist schief.

Natalie: [legt eine Wasserwaage an] Ha! Die Blase ist genau in der Mitte.

Monk: Die Wasserwaage ist kaputt.

Natalie: Die Wasserwaage ist nicht kaputt! Die kann nicht kaputtgehen. Das ist 'ne Blase in 'nem Stück Holz! [Monk packt aus einem Futteral eine andere Waage aus und gibt sie Natalie] Sie haben ZWEI Wasserwaagen?

Monk: Ich benutze die hier, um die andere zu testen. Das ist meine Wasserwaagen-Testwasserwaage.

Julie:  Woher wissen Sie, dass die nicht kaputt ist?

Monk: Gute Frage! Ich lasse meine Wasserwaagen-Testwasserwaage jedes Jahr im Fachhandel einstellen.

Es klingelt an der Tür. Natalie öffnet. Es ist der Pizzabote. Er hat die Pizza in der Hand, trägt eine dicke Jacke, Sonnenbrille und hat sich eine Baseballmütze tief ins Gesicht gezogen.

Natalie: Sie kommen ziemlich spät.

Pizzalieferant: Verzeihen Sie! Heute Abend wollen alle Pizza. Macht zwölf fünfzig.

Natalie:  Okay, für Sie!

Pizzalieferant: Danke!

Natalie: Wiedersehen! Alles klar! Essen fassen! [zu Julie] Aber nicht rumsauen! Du weißt, wo wir sind.

Julie:  Die ist kalt. Ich wußte es.

Monk: [steht immer noch mit der Waage an der Wand] Ich bin nicht ganz sicher. Wir brauchen wohl noch eine Waage.

Natalie: Hey, der hat mir falsch rausgegeben! Das ist 'n Fünfziger!

Julie: Cool!

Natalie: Nein, Schatz, das ist nicht cool! Der wird das selbst berappen müssen, und das ist 'ne Menge Geld. Ich bin gleich wieder da.

Natalie greift sich ihre Jacke und verschwindet aus der Wohnung. Monk steht immer noch mit den Wasserwaagen in der Hand da. Julie schaut ihm über die Schulter.

Julie:  Nein.

Natalie ist auf die Straße gelaufen und winkt dem Pizzaboten nach.

Natalie: Halt! Moment, warten Sie! Sie haben ... Ah!

Zu Fuß kann sie ihn nicht mehr erreichen, also nimmt sie die Verfolgung im Auto auf.

Natalie: Hi! Hallo? Verzeihung! Sie haben mir zu viel rausgegeben. Sie haben mir zu viel ... Ha!

Sie öffnet die Autotür des Pizzawagens, tippt den Fahrer an, doch der rührt sich nicht. Als sie die Tür öffnet, fällt er ihr entgegen. Er ist tot.

 

Vorspann

 

Szene 2  – Der Tatort

Natalie wird von Disher weggeführt. Jede Menge Polizei ist mittlerweile eingetroffen.

Disher: Hey, kommen Sie! Wollen Sie vielleicht 'nen Kaffee?

Natalie: Nein.

Disher: Okay, es wird nicht lange dauern. Sie haben also nichts gesehen?

Natalie:  Nein.

Disher: Haben Sie was gehört? Hat jemand vielleicht geschrieen oder um Hilfe gerufen?

Natalie: Ja, und zwar ich. Nimmt Sie das gar nicht mit, diese Leichen zu sehen?

Disher: Früher war's mal so, aber man gewöhnt sich dran.

Natalie: Das muss grauenhaft sein. Sich dran zu gewöhnen.

Disher: Es war grauenhaft, aber man gewöhnt sich dran. Das ist das Schlimmste - sich dran zu gewöhnen. Denn daran gewöhnt man sich nie.

Monk und Stottlemeyer haben sich über die Leiche gebeugt.

Stottlemeyer: Der Typ hieß Julio Alvarez. 25 Jahre alt. Er wurde erschlagen - mit einem Rohr, einem Baseballschläger oder so was. Was immer es war, der Killer hat es mitgenommen.

Monk: Wo wollte er hin?

Stottlemeyer: Er musste noch eine Pizza ausliefern, in der Winton Street.

Monk: Wie hat der Killer ihn zum Anhalten gebracht? Hier gibt's keine Häuser, Geschäfte oder so was.

Stottlemeyer: Ja, das hab’ ich mich auch gefragt. Vielleicht ...vielleicht hat er ihn rangewinkt. Oder vielleicht ... vielleicht hatte er sich im Wagen versteckt. So wie damals bei der Auto-Entführung in .. Was ist?

Monk hat die rechte Hand erhoben und wedelt damit immer in der Luft herum.

Monk: Ha ...

Stottlemeyer: Was ist?

Monk muß niesen.

Monk: Tuch! Tuch, Tuch!

Stottlemeyer: Zufällig hab’ ich keins.

Monk: Tuch!

Stottlemeyer: Ich hab kein Tuch. Ich arbeite nicht für Sie.

Monk: Oh Gott! Ich bekomme 'ne Erkältung.

Stottlemeyer: Sie haben EINMAL geniest. Das sagt gar nichts.

Monk: Doch! Doch, doch! Es ist 'ne Erkältung. Kein Zweifel. Ich spür das.

Stottlemeyer: Deshalb muss man nicht ausrasten.

Monk: Ich raste nicht aus! Wo ist der Krankenwagen? Oh ja! Oh ja, es breitet sich aus. Es breitet sich aus. Es wird schlimmer. Ich spüre das. Ich spüre das. Ich spüre das sofort.

Stottlemeyer: Wow! Ich hätte niemals gedacht, daß Sie mal krank werden könnten. Das ist 'n echt mutiger kleiner Keim. Ja, für ein Virus sind Sie so was wie der Mount Everest!

Monk: Das ist nicht witzig.

Monk muß erneut niesen.

Stottlemeyer: Hey, wer kommt denn da? Der Deputy Commissioner!

Commissioner: Was ist mit Ihnen los, Captain? Haben Sie keine Zeit, um ans Telefon zu gehen?

Stottlemeyer: Um ehrlich zu sein nein. Das hier bezeichnen wir als Ermittlung in einem Mordfall.

Commissioner: Leider hat sich gerade etwas Wichtiges ereignet. Eine sehr einflussreiche Richterin wird vermisst. Sie wollte um halb sieben zu einer Wohltätigkeitsveranstaltung, kam aber nicht.

Stottlemeyer: Halb sieben? Das war vor zwei Stunden! Da wird man nicht vermisst, man kommt zu spät zum Essen.

Commissioner: Wir haben die ganze Abteilung alarmiert. Wir brauchen Sie und jeden anderen erfahrenen Officer.

Stottlemeyer: Moment mal! Und was soll ich jetzt mit dem da machen? [zeigt auf die Leiche] Ihn in den Fluss werfen?

Commissioner: Geben Sie den Fall ab, mir ist das egal.

Stottlemeyer: Natalie!

Commissioner: Der Bürgermeister will Sie in zwanzig Minuten im Rathaus sehen.

Stottlemeyer: Er ... er hat nach mir gefragt?

Commissioner: Er hat nach JEDEM gefragt. Diese Richterin, Jillian Garr, ist eine sehr enge Freundin von ihm.

Stottlemeyer: Nehmen wir Ihren Wagen?

Stottlemeyer geht mit dem Commissioner. Monk geht mit Natalie zum Gerichtsmediziner hinüber.

Monk: Verzeihen Sie, Doktor! Haben Sie Zeit für mich?

Arzt: Kann das nicht warten? Ich hab hier 'ne Wimper, die vielleicht vom Killer stammt.

Monk: Bitte! Es ist sehr wichtig.

Arzt: Einen Moment noch!

Monk: Sir, es kann wirklich nicht warten!

Arzt:  [genervt] Was gibt es?

Monk:  Sehe ich fiebrig aus?

Der Gerichtsmediziner wendet sich ab.

 

Szene 3  – Adrian Monks Schlafzimmer

Natalie nimmt Monk gerade das Fieberthermometer ab. Julie steht neben ihr. Monk liegt im Bett, bis zum Hals zugedeckt. Auf einer Kommode steht ein Luftbefeuchter und diverse Medikamente.

Monk: Wie hoch ist es?

Natalie: Ha! 37,9!

Monk: Oh nein! Oh nein!

Natalie: Hier sehen Sie! Genau 38. Zufrieden?

Monk: Julie, nicht hersehen! Dreh dich um!

Julie: Ich hab schon oft Leute beim Naseputzen gesehen.

Monk schaut Natalie vorwurfsvoll an, die hält Julie daraufhin die Augen zu. Monk putzt sich geräuschvoll die Nase.

Monk: Gah!

Er gibt das Taschentuch Natalie, die es in eine Tüte packt. Diese Tüte packt sie in eine andere Tüte.

Natalie: Okay, ich werf's weg.

Monk: Draußen!

Natalie: Draußen. Ich weiß, ich weiß. [verläßt das Zimmer]

Julie: Mr. Monk, das habe ich für Sie gekauft. [gibt ihm eine Karte]

Monk: Ja. Aha.

Fröhliche Musik erklingt.

Julie: Da ist ein Musik-Chip drin.

Monk: Ja, danke. Aber ich ... Ich bin kein Freund von Rock'n'Roll-Musik.

Julie: Mr. Monk, das ist kein Rock'n'Roll, das ist der Polly Wolly Doodle!

Monk:Oh!

Julie: Die Batterie hält zehn Jahre.

Monk: Oh! Schön!

Julie: Ich stell die Karte hier rüber, damit Sie sie sehen können.

Die Musik spielt weiter.

Julie: Ähm ... ich werd mal nachsehen, ob meine Mom mich braucht. [verläßt das Zimmer]

Die Musik spielt immer weiter. Monk stöhnt genervt. Dann stopft er sich Taschentuch in die Ohren und wirft schließlich eine Pillendose nach der Karte. Doch die Musik geht immer weiter. Schließlich steht er auf und stellt eine Flasche auf die Karte, aber auch jetzt geht die Musik noch weiter. Er versteckt die Karte unter seiner Matratze. Natalie kommt wieder herein.

Natalie: Was machen Sie da?

Monk: Oh nichts! Nichts.

Natalie: Was haben Sie versteckt?

Monk: Ich ... hab’ gar nichts versteckt.

Natalie: Wollten Sie das verschwinden lassen? [hält die Karte hoch]

Monk: Ich wollt’ es vernichten!

Natalie: Mr. Monk, Julie hat das von Ihrem eigenen Geld gekauft! Sie ist total stolz darauf!

Sie stellt die Karte wieder an ihren Platz auf der Kommode.

Natalie: So. Man hört kaum noch was. Sie werden sich jetzt ausruhen! Klar? Ruhe ist die beste Medizin. [zu Julie] Vielen Dank, mein Schatz! Ich bin gleich wieder da.

Monk: Nein, nein! Was haben Sie vor? Wo wollen Sie hin?

Natalie: Ich fahr’ bloß kurz ins Polizeirevier. Ich will mit dem Captain noch mal über den ermordeten Mann sprechen.

Monk: Natalie! Sie waren daran nicht schuld.

Natalie: Das weiß ich, Mr. Monk. Aber ich bin der letzte Mensch, der ihn lebend gesehen hat.Ich weiß zwar nicht genau, was das bedeutet, aber es bedeutet was. Es ist verrückt, aber ich fühl’ mich verantwortlich.

Monk: Nein, nein! Sie können mich hier nicht allein lassen!

Natalie: Für Sie ist gesorgt. Julie bleibt hier.

Monk: Was ist, wenn ich mir wieder die Nase putzen muss?

Natalie: Sie weiß, wie das mit den Tüten geht. Ich hab’ mein Telefon dabei, und ich komm’ gleich wieder. Viel Glück, Kinder!

Die Musik ist immer noch zu hören.

Monk: Es ist ... Julie, da ist ein ... ein Block in der unteren Schublade. Nimm den bitte raus, einen Kugelschreiber auch! Schreib alles auf, was ich sage!

Julie:  Wird das ein Brief?

Monk:   Nein, es wird was anderes. Etwas, das wir Erwachsenen ein Testament nennen.

 

Szene 4 - Auf dem Polizeirevier

Stottlemeyer, Disher und andere Polizisten besprechen die Lage im Fall der Richterin.

Stottlemeyer: Was ist mit Männern? Hat sie vielleicht einen Freund?

Disher: Darüber wissen wir nichts.

Stottlemeyer: Dannüberprüfen Sie das! Und auch ihre Telefonate, Kreditkarten-Abrechnungen von den letzten zwölf Monaten! Ich will, dass jeder von euch mit Volldampf arbeitet. [Disher reicht ihm eine Akte] Was ist das?

Disher: Ein Typ, der sauer auf sie ist John Delancy. Er ist frisch geschieden, und die Richterin hat die Verhandlung geleitet. Vor drei Wochen. Er hat im Gerichtssaal rumgebrüllt und musste rausgebracht werden.

Stottlemeyer: Und er hat ihr Auto angefahren!

Disher: Das war vielleicht bloß Zufall. Als sie ausparken wollte, gab's einen Zusammenstoß. Aber es war wohl harmlos.

Stottlemeyer: Der Typ hat sie gerammt. War das Zufall?

Disher: Wir haben drei Zeugen, aber die sind sich nicht sicher. Wir wissen nur, dass sie ihn deshalb nicht angezeigt hat.

Stottlemeyer: Sie müssen den Kerl auftreiben, und zwar sofort!

Disher geht, Natalie kommt auf den Captain zu.

Natalie: Captain!

Stottlemeyer: Natalie, hören Sie. Hier ist momentan die Hölle los. Wie geht's unserem Kranken?

Natalie: Er hat die Grippe.

Stottlemeyer: Und was macht er dagegen?

Natalie: Jammern und mich nerven. Gibt's was Neues im Julio-Alvarez-Fall?

Stottlemeyer: Fragen Sie das mal Disher!

Natalie geht zum Schreibtisch von Disher hinüber.

Natalie: Lieutenant, der Captain meinte, Sie können mich informieren.

Disher: Wir wissen noch nicht viel. Sie hatte ein Haus am Strand. Und wir haben gerade ein zweites Spurensicherungs-Team hingeschickt.

Natalie: Nicht die Richterin! Mir geht's um Alvarez.

Disher: Was?

Natalie: Julio Alvarez!

Disher: Hab’ ich doch gesagt Julio Alva-was?

Natalie: Der Pizza-Fahrer!

Disher: Na klar! Jenkins, wer macht die Pizza-Sache?

Natalie: Die Pizza-Sache? Er hatte einen Namen, Randy! Er war keine Richterin, aber er hatte einen Namen!

Disher: Hey, das muss ich zurückweisen - und zwar entschieden! Hier ist jeder Fall wichtig, und es wird niemand bevorzugt.

Natalie: Okay.

Disher: Ich hab’ die Akte hier.

Natalie: Tut mir Leid!

Disher: Irgendwo. Sergeant, haben Sie die Alvarez-Akte gesehen?

Sergeant: Ja, die hab ich hier.

Der Sergeant schiebt sein Sandwich von der Akte herunter und gibt sie Natalie. Die blättert darin herum und findet ein Foto des Opfers.

Natalie: Wer ist das?

Disher: Das Opfer. Julio Alvarez.

Natalie: Nein! Nein, das ist er nicht!

Disher: Natalie! Das ist er! Das ist sein Führerschein, und er liegt im Leichenschauhaus.

Natalie: Das ist nicht der Mann, der bei mir war!

Disher: Hören Sie, sie haben selbst gesagt, Sie haben ihn nur kurz gesehen. Das ist der Typ. [zu einem Kollegen] Kommt das aus dem Strandhaus?

Kollege: Ja.

Disher: Sofort zum Captain! Ich muss los.

Natalie: Das ist er nicht!

Natalie reißt sich das Bild aus der Akte und verläßt das Polizeirevier.

 

Szene 5  – Pizzeria „Pizza Castle“

Natalie spricht mit den ehemaligen Kollegen des Toten.

Mr. Gorman: Hören Sie, ich hab's den Cops schon gesagt Ich kannte den Jungen kaum! Er hat hier vor zwei, drei Wochen angefangen.

Natalie: Haben Sie sein Bild aufgehängt oder Blumen besorgt?

Mr. Gorman: Der Boss meinte, wir sollen den Ball flach halten. So was ist schlecht für's Geschäft.

Natalie: Mr. Gorman, ich bin nicht sicher, ob der Mann,  der mir die Pizza gebracht hat, wirklich Julio Alvarez war.

Mr. Gorman: Klar war er's! Wer soll's sonst gewesen sein? Natalie Teejer?

Natalie: Teeger!

Mr. Gorman: Peperoni mit Käse. Sind Sie das?

Natalie: Ja.

Mr. Gorman: Ich hab's ihm ins Auto gestellt, und er ist abgerauscht.

Natalie: War er allein?

Mr. Gorman: Klar war er allein. Hey, Tommy! Das sind schon wieder zu viele Anchovis!

Tommy: Okay, okay!

Natalie: Hey, darf ich das mal sehen?

Mr. Gorman: Wieso?

Natalie: Ich will wissen, wie der letzte Kunde vor mir hieß.

Mr. Gorman: Sind Sie 'n Cop?

Natalie: Nein.

Mr. Gorman: Ich muss nämlich weiterarbeiten.

Natalie: Ich bin kein Cop, aber mein Chef ist Detective Adrian Monk.

Mr. Gorman: Wer?

Natalie: Adrian Monk! Er ist ein bekannter Detektiv - so was wie 'n Genie. Sie können jeden nach ihm fragen. [ihr Handy klingelt] Moment! Er ruft mich gerade an. Bleiben Sie hier! Ich will, dass Sie mit ihm reden. Hallo?

Monk: Natalie! Natalie, ich bin's, Adrian Monk.

Natalie: Ja, Mr. Monk! Wir haben gerade über Sie geredet.

Monk: Natalie, Sie müssen zurückkommen!

Natalie: Mr. Monk, ich kann jetzt nicht. Ich rede mit dem Geschäftsführer der Pizzeria.

Monk: Es ist Ebola!

Natalie: Wie bitte?

Monk: Ich habe das Ebola-Virus.

Natalie: Mr. Monk, Sie haben NICHT das Ebola-Virus!

Monk: Doch, ich bin ganz sicher. Ich hab’ sämtliche Symptome. Ich habe Fieber und Kopfschmerzen und schwere innere Blutungen.

Natalie: Sie haben schwere innere Blutungen?

Monk: Ich glaube schon. So schätz' ich das jedenfalls ein.

Natalie: Nein, Sie haben die Grippe. Aber es ist schön, dass Sie anrufen. Ich rede mit Mr. Gorman. Er ist der Geschäftsführer. Moment!

Natalie gibt das Handy an Mr. Gorman weiter.

Mr. Gorman: Ja, hallo? Das weiß ich nicht. Ich glaub’, in Atlanta.

Natalie: Was will er wissen?

Mr. Gorman: Er will wissen, wo die Seuchenschutz-Behörde ist.

Mr. Gorman gibt ihr das Handy zurück. Als Natalie gerade gehen will, wird sie von Tommy zurückgehalten.

Tommy: Hey! Julio war 'n guter Typ. Viel Glück! [drückt ihr einige Auftragszettel in die Hand]

Natalie: Danke!

 

Szene 6  – Ein Restaurant in einem Privatclub

Disher und Stottlemeyer erkundigen sich am Empfang nach einer Person.

Stottlemeyer: Delancy, John Delancy.

Disher: Wir wissen, dass er da ist - von seiner Sekretärin.

Mann: Aber das hier ist ein Privatclub. Wenn Sie keinen Durchsuchungsbefehl haben ...

Stottlemeyer: Tja, ich hab einen Vorschlag Wir beide warten hier, und Sie werden ihn rausholen.

Mann: Das kann ich nicht machen.

Disher: Ich glaube eher, Sie wollen nicht.

Mann: Das ist nicht ganz falsch.

Der Pieper des Mannes geht los. Als er sich abwendet schaut Stottlemeyer auf die Reservierungsliste.

Stottlemeyer: Delancy, Tisch sechs.

Disher: Das hier ist der Plan. Tisch Nummer sechs ... Da drüben!

Stottlemeyer: Sie brauchen nicht aufzustehen. Ich bin Leland Stottlemeyer, Mordkommission. Das ist Lieutenant Disher. Ich will mit Ihnen über Jillian Garr sprechen.

Delancy: Wen?

Stottlemeyer: [setzt sich an den Tisch] Richterin Jillian Garr. Sie haben sie vor Gericht bedroht. Dann haben Sie ihren Wagen gerammt, und jetzt wird sie vermisst.

Delancy: Ich weiß nicht, wovon Sie sprechen.

Disher: Captain!

Stottlemeyer: Augenblick, Randy!

Stottlemeyer: Darf ich mal nachwürzen? [tunkt die Krawatte von Delancy in die Suppe] Hä? Fällt's Ihnen jetzt wieder ein?

Disher: Captain, das ist nicht Tisch Nummer sechs. Ich hab den Plan umgedreht.

Stottlemeyer: Ähm ... Ich äh ... Es tut mir Leid. Ich ... ich hab einen Fehler gemacht. Ich hab Sie verwechselt. Hören Sie! Hier, nehmen Sie meine Krawatte! Das ist 'ne Hundert-Dollar-Krawatte. Ein Weihnachtsgeschenk. So!

Delancy: Los! Verschwinden Sie!

Stottlemeyer: [zu Disher] Wir besprechen das später. Wo ist Tisch Nummer sechs?

Disher: Okay. Warten Sie! Da ist das Fenster ... Oh! Blöd von mir! Das WAR Tisch sechs. Ich hatte Recht!

Stottlemeyer: Sind Sie sicher?

Disher: Ja.

Stottlemeyer: Ich hab’ ihm meine Krawatte geschenkt. Und ... ich hab ein bißchen an Autorität eingebüßt.

Disher: Nein, das finde ich nicht.

Stottlemeyer: Ach, das finden Sie nicht?

Disher: Er ... er wird es bestimmt verstehen. Jeder von uns macht mal 'nen Fehler.

Stottlemeyer: [geht zurück an den Tisch] Hallo, da sind wir wieder. Es ist mir peinlich, aber ich muss Sie bitten, mir die Krawatte zurückzugeben.

Delancy: Sie haben sie mir geschenkt!

Stottlemeyer: Wissen Sie, wenn man so ‚ne schöne Krawatte trägt, ... dann sollte sie wenigstens gerade sitzen! [zieht die Krawatte am Hals des Mannes fest] So 'ne schöne Krawatte trägt man nicht schief! Wo waren wir stehen geblieben? Ach ja! Wir haben über Jillian Garr geredet.

Delancy: Sie hat mich zweieinhalb Millionen Dollar gekostet. Ich gebe zu, ich war etwas unfreundlich.

Disher: Sie haben ihren Wagen gerammt.

Delancy: Ich wollte niemanden verletzen, aber ich war verdammt sauer. Wissen Sie, Sie stellen mir die falschen Fragen. Sie sollten lieber fragen, warum sie mich nicht angezeigt hat!

Stottlemeyer: Na schön! Warum hat sie Sie nicht angezeigt?

Delancy: Weil sie nicht allein war. Es war ein Mann bei ihr im Auto, und sie haben rumgeknutscht. Als ich sie gerammt hatte, ist er sofort getürmt.

Disher: Er wollte nicht gesehen werden.

Stottlemeyer:  Er war verheiratet. Sie hatte was mit 'nem Verheirateten.

Delancy: Gut geraten! Und jetzt holen Sie mir den Kellner! Ich brauche eine neue Suppe.

 

Szene 7  – Adrian Monks Schlafzimmer

Natalie bringt ein Tablett mit Suppe herein.

Monk: Aah! Ah!

Natalie: Essen Sie die Suppe!

Monk: Haah! Ich ... Ich sehe Buchstaben!

Natalie: Das ist 'ne Buchstaben-Suppe!

Monk: A ...

Natalie: Sie müssen sie nicht nach der Reihenfolge essen.

Monk: Oh! Ah! Ah!

Natalie: Wo ist Julies Karte?

Monk: Die hab’ ich in den Müll geworfen. Er wurde vorhin abgeholt.

Natalie: Julie ist total stolz auf die Karte. Was soll ich ihr jetzt sagen?

Monk: Sagen Sie ihr, daß der Müll recycelt wird, und daß wir damit den Planeten retten! Beee!

Natalie: Können wir bitte mal kurz über den Fall reden? Ich hab darüber nachgedacht. Der Mann an der Tür trug 'ne Baseball-Kappe. Und 'ne Sonnenbrille, aber es war schon dunkel. Es war, als wollte er versuchen, sein Gesicht zu verstecken. Glauben Sie, das bedeutet was?

Monk: Keine Ahnung. Ooh! Aah! Falscher Alarm, das ist ein kaputtes Q.

Natalie: Mr. Monk, die Sache ist mir wichtig! Okay, er hat die Pizzeria um fünf nach sieben verlassen. Aber er war erst um zwanzig vor acht hier. Die Pizza war kalt, wissen Sie noch?

Monk: Kalt!

Natalie: Ja, stimmt! Was bedeutet das wohl?

Monk: Kalt!

Natalie: Glauben Sie, es ist wichtig?

Monk: Mir ist so kalt!

Natalie: Bevor er zu uns kam, hatte er noch zwei andere Stationen. Ich hab die Adressen, und ich werd’ die Leute mal befragen.

Monk: Nein, nein! Nein, Natalie! Das soll die Polizei machen.

Natalie: Denen ist der Fall egal. Die wußten nicht mal mehr, wie der Typ heißt. Und was ich so glaube, ist denen erst recht egal. Die haben bloß diese vermißte Richterin im Kopf! Mr. Monk, Sie werden mich begleiten müssen.

Monk:Ich kann nicht.

Natalie: Und ob Sie können! Das wird Ihnen gut tun! Hey! Mitch war Football-Spieler. Und die haben ständig mit Verletzungen zu kämpfen. Er hat immer gesagt Die wirklich guten spielen auch krank. Mr. Monk, ich schaff das nicht ohne Sie! Sie müssen sich bloß ins Auto setzen. Es dauert nur 'ne Stunde!

Monk: Ich kann nicht.

Natalie: Dann fahr ich eben allein. Ein Mann wurde umgebracht, und er war vorher hier. Ich muss was unternehmen.

Monk: Nein! Natalie, Sie können nicht fahren! Sie können mich nicht allein lassen. Luftbefeuchter eins ist völlig leer, und ich habe bald kein Eis mehr. Sie müssen Ihren Job machen.

Natalie: Tut mir Leid, aber das kann ich nicht. Ich bin zu sehr mit IHREM Job beschäftigt. [geht]

 

Szene 8  – Auf der Straße

Natalie klingelt and er Haustür einer Familie. Eine Frau mit zwei Kindern öffnet.

Frau: Tim hat bei uns übernachtet. Wir haben drei Pizzas bestellt.

Natalie: Okay.

Kind 1: Eine Pizza Hawaii, eine mit Peperoni...

Kind 2: ... und 'ne Vegetarische.

Natalie: [zeigt das Foto] Ist das der Mann? Sind Sie sicher?

Frau: Ja, die ... die Polizei war mit dem gleichen Bild hier. Und das ist er bestimmt. Es tut uns sehr Leid.

Natalie: Hatte er 'ne Sonnenbrille auf?

Frau: Nein.

Natalie klingelt and er nächsten Haustür. Ein Mann öffnet.

Mann: Hallo!

Natalie: Hi!

Mann: Kann ich was für Sie tun?

Natalie: Verzeihen Sie bitte die Störung! Ich hoffe, ich komme nicht ungelegen.

Mann: Ehrlich gesagt bin ich gerade beschäftigt. Wieso? Worum geht's?

Der Mann stützt sich am Türrahmen ab und man erkennt einen Bluterguß unter seinem Daumennagel.

Natalie: Ich belästige Sie wirklich nur ungern. Ich wohne ein paar Häuser weiter.

Mann: Ja, ich hab Sie schon mal gesehen.

Natalie: Ja! Es geht um meine Katze Snowflake. Sie ist abgehauen.

Mann: Ihre Katze! Haben Sie ein Foto?

Natalie: Nein. Wissen Sie, ich hatte sie noch nicht lange, und deshalb ... Aber trotzdem vielen Dank! Entschuldigen Sie die Störung!

Mann: Warten Sie! Ich hab wirklich 'ne Katze gefunden. Heute Morgen. Sie hat an meiner Tür gekratzt. Sie ist im Keller. Kommen Sie!

Natalie: Nein, das wird sie nicht sein. Wie sieht sie aus?

Mann: Sie ist weiß.

Natalie: Tja, das hab ich geahnt. Snowflake ist schwarz.

Mann: Snowflake ist schwarz?

Natalie: Trotzdem danke! Sie sollten den Daumen mit Eis behandeln.

 

Szene 9  – Auf dem Polizeirevier

Natalie telefoniert mit Disher.

Disher: Er hatte was?

Natalie: Einen Bluterguß am Daumen. Und der Typ, der uns die Pizza gebracht hat, hatte genau denselben. Er wollte mich in sein Haus locken.

Disher: Vielleicht mochte er Sie, oder er fand Sie attraktiv. So was soll ja vorkommen.

Natalie: Nein, er wollte mich umbringen! Das weiß ich! Kriegen Sie einen Durchsuchungsbefehl?

Disher: Nein, nicht wegen so was. Ich meine Der Typ hat 'n schönes Haus, klar? Er ist vermögend. Warum sollte der einen Pizzafahrer umbringen?

Natalie: Ich weiß es nicht!

Disher: Und wenn er ihn umgebracht hat Warum sollte er danach rumfahren und seine Pizza ausliefern? Das ergibt keinen Sinn.

Natalie: Können Sie nicht wenigstens herkommen und mit dem Kerl mal reden?

Disher: Kann ich. In etwa zwei Stunden.

Natalie: Nein, dann ist er bestimmt längst verschwunden! Wo ist der Captain?

Disher: Der arbeitet an dem Fall. Nicht an Ihrem Fall. An dem anderen - dem großen.

 

Szene 9  – Adrian Monks Schlafzimmer

Stottlemeyer hat seine Stadtpläne und Tafeln mitgebracht und in Monks Schlafzimmer aufgebaut.

Stottlemeyer: Sie hat das Gericht um Viertel vor fünf verlassen. Zuletzt gesehen wurde sie von einer Überwachungskamera. Auf dem Highway 104. Sie saß allein im Wagen.

Monk: [zeigt auf eine Tafel] Das steht nicht in der Mitte. Das da! Gut! Gut!

Stottlemeyer: Okay, der Wagen wurde auf einem Parkplatz gefunden - hier. Er war nicht verschlossen und fein säuberlich geputzt. Es gab keine Fingerabdrücke oder so was. Ich hab Fotos dabei. Hier.

Monk: Nein! Ich kann nichts sehen, ich kann mich nicht konzentrieren. Ich kann nichts sehen.

Stottlemeyer: Okay, werfen Sie später 'n Blick darauf!

Monk: Können Sie das drehen? Danke! Das ist gut.

Natalie: Was ist das für'n Ding?

Monk: Ein Luftbefeuchter.

Stottlemeyer: Und was ist das?

Monk: Ein Luftentfeuchter.

Stottlemeyer: Die neutralisieren sich doch!

Monk: So ist es.

Stottlemeyer: Ähm ... Wir wissen, daß sie 'n Liebhaber hatte. Der könnte verheiratet sein. Und an ihren Kreditkarten-Auszügen sieht man, daß .... daß sie zusammen weggefahren sind. Sie waren in Oakley, Idaho. Vom 10. Februar an zwei Wochen lang.

Monk: Er ist nicht verheiratet.

Stottlemeyer: Ist er nicht?

Monk: Nein.

Stottlemeyer: Woher wissen Sie das? [Monk putzt sich geräuschvoll die Nase] Monk, woher wissen Sie, dass er nicht verheiratet ist?

Monk: Aah! Die waren am Valentinstag da. Ein Ehemann wär da zu Hause geblieben.

Stottlemeyer: Ja. Sie haben Recht.

Monk: Ich brauch' 'ne Tüte. In der Schublade.

Stottlemeyer holt eine Tüte aus der Schublade heraus.

Stottlemeyer: Hey, Monk! Könnten Sie sich bitte konzentrieren?

Monk: Hier, hier!

Stottlemeyer: Okay. Konzentrieren Sie sich, ja?

Monk wirft das Taschentuch in die Tüte.

Monk: Zumachen!

Stottlemeyer: Wieso?

Monk: Schön zumachen!

Stottlemeyer:  Wieso haben sie's geheim gehalten?

Monk: Jetzt brauchen wir noch 'ne Tüte. Sie müssen die Tüte in eine andere tun.

Stottlemeyer: In eine große?

Monk: Ja.

Stottlemeyer: Bleiben Sie beim Thema, Monk! Okay?

Stottlemeyer packt die kleine Tüte in eine große Tüte.

Monk: Sie ist Richterin, und vielleicht ist er jemand, mit dem ihr privater Kontakt...

Stottlemeyer:  ... verboten war! Ja, zum Beispiel ein Anwalt, der in einem Ihrer Fälle eine Rolle spielte. Ein Interessenkonflikt.

Monk: Das muß luftdicht sein. Fest verschlossen! Natalie faltet die Dinger noch zwei Mal. Zuerst verschließen, dann zwei Mal falten! Aber vorher muß die Luft raus. Sie müssen die Luft rauslassen. Vorher muß die Luft raus!

Stottlemeyer: Monk! Sie haben es vermutlich nicht bemerkt, weil ich mich so gut verstelle. Aber ich finde das hier extrem bescheuert.

Stottlemeyer steckt die Tüten in einen Abfallsack, öffnet die Tür und wirft die Tüte hinaus.

 

Szene 10  – Das Haus des Pizzafahrers

Natalie beobachtet vom Auto aus, wie der Pizzafahrer wegfährt und schleicht sich dann ins Haus. Per Handy ruft sie Monk an.

Monk: Ja, hallo?

Natalie: Mr. Monk? Ich hab’ den echten Pizzafahrer gefunden. Er ist es wirklich! Der Typ heißt Reggie Dennison.

Monk: Natalie, ich ... Ich hab versucht, Sie zu erreichen.

Natalie: Ich weiß. Ich bin nicht rangegangen, weil Sie mir das hier ausgeredet hätten.

Monk: Was?

Natalie: Ich bin in seinem Haus.

Monk: Sie sind in seinem Haus?

Natalie: Er hat was ins Auto getragen, aber ich weiß nicht, was. Und dann ist er weggefahren.

Monk: Sie sind in seinem Haus?

Natalie: Ich mußte doch was unternehmen! Keiner hat auf mich gehört!

Monk: Oh Natalie! Sie sind in seinem Haus? Hören Sie zu! Verschwinden Sie da! Und besorgen Sie mir auf dem Rückweg ein paar Hustenbonbons! Verschwinden Sie da! Aber vergessen Sie die Bonbons nicht!

Natalie: Ich bleibe hier, bis ich es gefunden habe.

Monk: Was gefunden?

Natalie: Keine Ahnung, aber ich brauch 'n Beweis! Mr. Monk, bitte helfen Sie mir! Ich weiß nicht, was ich suchen soll. Der Kamin! Aha! Der hat hier irgendwas verbrannt. Moment, warten Sie! Ein Foto! Das ist er! Mit einer Frau, aber von der sieht man nicht mehr viel. Das war in 'nem Hotel, dem Oakley Inn.

Monk: Ah, Oakley Inn! Oakley Inn. Natalie, ist ... ist der Mann Anwalt?

Natalie: Woher haben Sie das wieder gewußt? Ähm, ich rieche irgendwas - so was wie 'n Putzmittel. Ich bin jetzt im Badezimmer. Er muß es geputzt haben. Es riecht wie ... Wie Ihr Badezimmer!

Monk: Ist ... ist da Blut zu sehen?

Natalie: Oh Gott! Ähm ... Nein. Merkwürdig! Der Duschvorhang fehlt.

Monk: Gibt es ... Gibt es da einen Lichtschalter?

Natalie: Ja.

Monk: Ist das Licht an oder aus?

Natalie: Aus.

Monk: Schalten Sie's an, aber seien Sie vorsichtig! Benutzen Sie ein ... ein Tuch oder so was.

Natalie schiebt den Lichtschalter hoch.

Natalie: Da ist Blut!

Monk: Ah ja! Die vergessen immer den Lichtschalter.

Monk beginnt zu husten. Natalie hört ein dumpfes Geräusch und ein klirren und läuft im Haus hin und her. Sie verliert ihr Handy, aus dem immer noch Monks Husten klingt. Dennison kommt herein, findet das Handy und hebt es auf.

Monk:  Natalie? Natalie, es lief so ab. Dieser Anwalt, Dennison, hatte eine Affäre mit Richterin Garr. Sie war gestern Abend bei ihm. Und die beiden haben sich entschlossen, eine Pizza zu bestellen. Irgendwann wurde es dann hässlich. Vielleicht haben die beiden sich gestritten. Wir werden wohl nie erfahren, worum es ging. Aber er hat sie umgebracht. Und zwar in diesem Badezimmer. [Hustet erneut]  Aber der Pizzafahrer, Julio, muss etwas gesehen haben - oder zumindest gehört. Und er hat versucht, ihr zu helfen. Er ist gestorben, weil er sie retten wollte. Natalie, ich brauche dringend die Hustenbonbons! Nicht die mit Menthol. Sie wissen schon, welche. Jedenfalls hatte Dennison ein Problem. In der Pizzeria war Julios Fahrt-Route bekannt. Und Dennison wußte wenn Julio einfach so verschwunden wäre, hätten die Cops sich bald mit ihm beschäftigt. Sie hätten rumgestochert, viele Fragen gestellt. Also, also brauchte er jemand anderen, der der Letzte war, der Julio vermeintlich lebend gesehen hatte. Deshalb beschloß er, noch eine Pizza auszuliefern. Als Julio, um die Aufmerksamkeit von sich abzulenken. Sie hatten Recht, Natalie. Julio hat ihre Pizza nicht ausgeliefert. Das war nämlich sein Mörder. Er war clever, aber er hat zwei Fehler gemacht. Große Fehler. Nummer 1: Das Blut, das Sie am Lichtschalter im Badezimmer gefunden haben. Wenn das von der Richterin stammt, wovon ich überzeugt bin, dann bekommt er lebenslänglich. Aber auch ohne das Blut könnten wir ihn trotzdem überführen. Fehler Nr. 2: Seine Fingerabdrücke sind auf dem Pizza-Karton, den er ausgeliefert hat. Und der ist auf der Müllkippe. [Hustet erneut] Den könnte man bestimmt wiederfinden, wenn es sein müsste. Der Müll wurde erst heute Früh abgeholt. [es piept im Telefon] Ich hab noch ein Gespräch. Bleiben Sie dran!

Natalie: Mr. Monk!

Monk:  Natalie, ich ruf’ Sie zurück. Ich bin gerade auf der anderen Leitung.

Natalie:  Aber ...

Monk: Wo war ich? Äh ... Natalie! Natalie! Alles in Ordnung?

Dennison bringt Natalie in seine Gewalt.

Dennison: [zu Monk] Wenn Sie irgendwas ausplaudern, bringe ich die Kleine um! Verstanden?

 

Szene 11  – Auf der Müllkippe

Dennison hat Natalie gefesselt und den Mund verbunden. Er fährt mit ihr auf die Müllkippe.

Natalie: Bitte! Ich hab’ eine Tochter!

Dennison: Helfen Sie mir, ihn zu finden! Dann werden Sie sie wiedersehen.

Natalie: Wen zu finden?

Dennison: Den Karton! Den Pizza-Karton, auf dem meine Fingerabdrücke sind! War er in einer Mülltüte oder was?

Natalie: In einem Recyclingbeutel. Mein Boss macht Haufen, die exakt  30 cm hoch sind. Und dann kommt jeder Haufen in einen grünen, doppelwandigen Spezialmüllbeutel, den er sorgfältig zwei Mal verschnürt. Dann kommt dieser Beutel in einen zweiten Beutel, den er mit Bindfaden gegen den Uhrzeigersinn umwickelt und zwei Mal verknotet. Und wenn er damit fertig ist ...

Dennison: Wollen Sie mich hier verarschen?!

Natalie: Nein! Ich schwör's Er ist sehr pingelig.

Dennison: Na schön! Er meinte, der Müll wurde heute abgeholt. Wir fangen da an.

Die beiden beginnen zu suchen. Vor der Deponie fährt ein Taxi vor und Monk springt im Bademantel und in Schlappen heraus.

Dennison: Sie suchen hier unten!

Natalie: Ich seh’ ihn nicht.

Dennison: Sie wollen Zeit schinden!

Natalie: Das will ich nicht. Ich schwör's Ihnen!

Dennison: Ich geb Ihnen noch eine letzte Chance, um mir zu helfen, den verdammten ...

Natalie:           Aah!

Monk stürzt sich auf den Mörder und eine Rauferei beginnt.

Die Polizeisirene ertönt und Stottlemeyer, Disher und einige Polizisten fahren vor.

Polizist: Wir gehen nach hinten!

Maschinenlärm ertönt und es fällt von oben eine Ladung Papier auf den Mörder. Stottlemeyer greift sich den Verbrecher.

Stottlemeyer: Wo ist Monk? Wo ist er? Wo ist er?

Man hört Monk husten.

Disher: Schafft ihn weg!

Monk hat sich mit Papier umwickelt und versucht sich davon zu befreien.

Monk: Ah! Was ... Ist alles weg?

Natalie: Ja, ich glaube schon. Ja. Ist alles weg. Redet er?

Stottlemeyer: Er ist Anwalt, also ja. Er sagt, daß Sie ihn mit Waffengewalt hergebracht hätten.

Natalie:  Was?

Disher: Er sagt, Sie wären eine Stalkerin und völlig irre.

Stottlemeyer: Sie waren in seinem Haus!

Natalie: Aber Sie können ihn nicht laufen lassen!

Stottlemeyer: In diesem Moment haben wir keinerlei Beweise, um diesen Mann mit einem der Morde in Verbindung zu bringen.

Natalie: Was ist mit dem Pizza-Karton?

Stottlemeyer: Wenn wir den finden könnten, und er würde aus Monks Wohnung stammen, und es wären Dennisons Fingerabdrücke drauf, dann wäre das ein echter Volltreffer.

Disher: Wir werden ihn nicht finden. Vergessen Sie's! Ich hab mit dem Chef hier gesprochen. Es gibt keinerlei Aufzeichnungen. Der Müll kann überall liegen. Sehen Sie sich den Laden mal an!

Monk: Pst!

Disher: Es gibt zwei weitere solche Hallen, und draußen liegt auch alles voll.

Monk: Pst!

Stottlemeyer: Was ist?

Monk: Pst! Ich bitte um Ruhe!

Nichts ist zu hören.

Monk: Hören Sie das?

Leise Musik ertönt.

Monk: Der Polly Wolly Doodle!

Natalie: [zu Disher und Stottlemeyer] Er meint damit Julies Karte. Da ist ein Musik-Chip drin.

Die Musik wird lauter.

Monk: Der Polly Wolly Doodle!

Stottlemeyer: [zu Disher] Warten Sie! Nicht aufmachen! Das macht die Spurensicherung.

Natalie: [zu Monk] Sie sind aufgestanden!

Monk: Mhm.

Natalie: Sind Taxi gefahren. In Ihrem Bademantel! Mitch hatte Recht. Die Guten spielen auch krank.

 

Szene 12  – Vor Monks Haus

Monk sitzt auf der Treppe vor seinem Haus. Natalie kommt hinzu.

Natalie: Guten Morgen! Was machen Sie denn hier draußen?

Monk: Ich sitze.

Natalie: Draußen?

Monk: Es ist ein schöner Tag. Mir geht's prima. Viel besser!

Natalie: Na schön! Ich hab mit dem Captain geredet. Die Leiche der Richterin wurde gefunden. Dennison hat alles gestanden. Er hat sogar verraten, wo die Leiche versteckt war. Im Ernst, was machen Sie hier draußen? Sie gehen NIE freiwillig raus!

Monk: Vielleicht hab’ ich mich geändert.

Natalie: Ganz ehrlich Was machen Sie hier draußen?

Man hört den Polly Wolly Doodle.

 

---=== ENDE ===---