Transkript der Folge „Das Ende danach?“ [#1.03] aus der Serie „Dr. House”

Transkript der Folge „Das Ende danach?“ [#1.03] aus der Serie „Dr. House”

Basierend auf dem englischen Transkript von Mari

Letzte Änderung: Sonntag, 28. Mai 2006

Bei diesem Skript handelt es sich nicht um ein Originaldrehbuch, sondern um die Mitschrift der TV-Version dieser Folge!
Anmerkungen zu Übersetzungsfehlern oder Erklärungen zu sonstigen Auffälligkeiten sind in den Fußnoten zu finden.

 

Originaltitel: Occam's Razor
Ausstrahlung: 30.11.2004
Deutscher Titel: Das Ende danach?

Ausstrahlung: 23.05.2006

Buch: David Shore
Regie: Bryan Singer

 

Darsteller
Hugh Laurie (Dr. Gregory House)
Lisa Edelstein (Dr. Lisa Cuddy)
Omar Epps (Dr. Eric Foreman)
Robert Sean Leonard (Dr. James Wilson)
Jesse Spencer (Dr. Robert Chase)
Jennifer Morrison (Dr. Allison Cameron)

Gastdarsteller
Kevin Zegers (Brandon Merrell)
Faith Prince (Becky Merrell)
Alexis Thorpe (Mindy)
Lauren Cohn (Jodi Matthews)
Marco Pelaez (Krankenhausapotheker) 
Jason Stuart (Adam Brown)
Ben Campbell (Jerry Morris)
 John Kelly (Robert Marrell)
Joshua Wolf Coleman (Apotheker in der Stadt)
Beth Hall (Shelby Lever)

 

 

Inhaltsangabe
Der College-Student Brandon bricht nach einer flotten Nummer mit seiner Freundin Mindy zusammen. Er hat hohes Fieber und Husten. Außerdem ist sein Körper von einem ungewöhnlichen Ausschlag befallen. Mit diesen Beschwerden landet Brandon schließlich bei Dr. House. Doch Dr. House und sein Team sind zunächst ratlos, denn die Symptome passen zu keinem gewöhnlichen Krankheitsbild. Die Lage spitzt sich zu, als auch Brandons Nieren versagen und die verabreichten Antibiotika keinerlei Wirkung zeigen. Die Ärzte tappen im Dunklen: Dr. Cameron vermutet eine virale Herzinfektion, während House den Verdacht einer falschen Medikamentengabe äußert. Beide Vermutungen erweisen sich als falsch, und der Zustand des Patienten wird immer kritischer. Erst akribische Nachforschungen bringen die Wende: House findet heraus, daß Brandon Drogen konsumiert haben muß, was dieser bislang verschwiegen hat. Mit Hilfe dieser Information gelingt es dem Team schließlich, das Leben des College-Studenten zu retten.  [Text RTL]


In einem Zimmer sitzt ein Junge auf dem Bett und telefoniert.

 

Brandon: Ich hab’ letzte Nacht nicht gut geschlafen und bin mit ’nem kratzigen Hals aufgewacht. Ich fühl mich einfach nicht gut. [Pause] Äh, Husten, [räuspert sich] und ich hab’ ähem, ’ne leichte Magenverstimmung, und Fieber habe ich glaube ich auch. Ich hab’ Angst, daß ich Sie anstecken könnte. [hustet] Inventur? Ich glaub’ schon, bis morgen wird’s mir wieder besser gehen. [Pause] Danke, Mr. Inabe.

 

Legt das Telefon beiseite und man sieht, daß neben ihm ein Mädchen im Bett liegt.

 

Mindy:    Ich glaub’s einfach nicht. Ehrlich nicht.

 

Brandon:  Ich, ähem, ich hab’ wirklich Husten.

 

Mindy:    Oh, das war also nicht gelogen? Und du würdest dich auch gern mit ’ner Tasse Hühnerbrühe ins Bett kuscheln, wenn du nicht eine scharfe Frau im Bett hättest. [beugt sich über ihn und beginnt ihn zu küssen]

 

Brandon:  Ja, [lacht] weil ich mit Sicherheit was, hey ich hab’ tatsächlich Husten.

 

Mindy:    Und du hast auch ein bißchen Ausschlag. [kichert]

 

Brandon:  Ich-ich bin nicht sicher, ob wir uns küssen sollten.

 

Mindy:    Oh, ist schon ok, ich hab’ auch gar kein Interesse daran, dich zu küssen.

 

Brandon:  Ach, wirklich?

 

Mindy:    Ja.

 

Die zwei haben wilden Sex. Das Bett wuitscht und bewegt sich, an den Wänden wackeln die Bilder, schließlich fallen Stifte vom Nachttisch.

 

Mindy:    [kichert] Ah, Brandon. Brandon? Ich weiß, ich war gut. Brandon, Brandon, Brandon… [Brandon hat das Bewußtsein verloren.]

 

 

 

VORSPANN

 

 

Ein Zimmer im Krankenhaus. Brandon liegt im Bett und ist an verschiedene Apparate angeschlossen. Er atmet schwer und schwitzt stark. Seine Freundin Mindy sitzt neben ihm und hält seine Hand.

 

SCHNITT: Dr. Wilson und Dr. House gehen einen Gang entlang.

 

House:    Warum sollte ich diesen Jungen behandeln?

 

Wilson:   Der Blutdruck reagiert nicht auf IV-Flüssigkeit.

 

House:    Hey, ich hab’ dich nicht gefragt, mit welchem Trick du mich dazu kriegen willst, ich hatte gefragt, warum du willst, daß ICH ihn behandle.

 

Wilson:   Er ist krank. Ich nehme Anteil, ich armer Trottel.

 

House:    Es gibt Millionen kranker Menschen, warum gerade der?

 

Wilson:   Weil der in unserer Notaufnahme liegt.

 

House:    Ah, es ist also eine Frage der geografischen Nähe. Wenn bei uns einer im Treppenhaus krank wäre, würden wir über den reden.

 

Wilson:   Wir würden, doch im Treppenhaus liegt kein Kranker.

 

House:    Also gut, dann gib’ mir mal die Papiere.

 

Wilson:   Hey, wieso war das so leicht?

 

House:    Du weißt wieso.

 

Wilson:   Weil der Blutdruck nicht auf IV-Flüssigkeit reagiert?

 

House:    Ja, das ist schon eigenartig.

 

House betritt den Aufzug.

SCHNITT: House ist mit seinem Ärzteteam in seinem Büro.

 

House:    Das große Blutbild war unauffällig, das Abdomen-CT ohne Befund. Also Herrschaften, Differentialdiagnose. Was fehlt ihr?

 

Cameron: Ihm.

 

House:    Ihm, ihr, ist das wichtig? Denkt hier einer, es ist ’n testikuläres Problem? Nein? Also, Chase…

 

Chase:     Jasinia Infektion?

 

Foreman: Nein, davon bekommt man keinen Ausschlag. Was ist mit Arthritis? Eine begleitende Vasculitis verursacht Nervenschäden –

 

Cameron: Das würde nicht die Blutdruckprobleme auslösen. Eine Allergie?

 

Chase:     Der Kerl hat Bauchschmerzen. Vielleicht ist es ’n Karzinom?!

 

Foreman: Dann kann man nicht die – [House wirft ein dickes Buch vor ihm auf den Tisch]

 

House:    Foreman, wenn Sie uns alles das auflisten wollen, was es nicht ist, geht’s vielleicht schneller alphabetisch. Also sehen wir mal. Absidia… Exzellent, das erklärt kein einziges der Symptome.

 

Cameron: Keine Erkrankung erklärt all die Symptome.

 

House:    Gut, ich dachte nämlich er wär’ krank. Doch offenbar ist er’s nicht. Wer möchte die Entlassungspapiere fertigmachen? [Pause] Okay, wenn wir den Blutdruck nicht unter Kontrolle kriegen, wird er ganz sicher verenden, bevor wir wissen, was dem Jungen fehlt. Behandeln Sie ihn auf Sepsis, Breitbandantibiotika und ich will einen Hormontest und ein Echokardiogramm[1].

 

SCHNITT: Brandons Krankenzimmer. Das Echokardiogramm wird durchgeführt. Brandon hustet.

 

Chase:     Alles ok?

 

Brandon:  Ja.

 

Foreman: Der Test wird uns sagen, ob Ihre Hypophyse und Ihre Nebennieren richtig funktionieren.

 

Mindy:    Was bedeutet das?

 

Chase:     Wir haben ein paar Theorien, denen wir nachgehen.

 

Mindy:    Sie meinen, Sie wissen garnichts?!

 

Brandon:  Mindy…

 

Mindy:    Wenn sie was wüßten, würden sie nicht nur testen, sondern würden dich behandeln, Brandon.

 

Foreman: So ist nun mal das Verfahren. Erst finden wir heraus was es ist und dann machen wir ihn gesund.

 

SCHNITT: House betritt die Ambulanz und trifft dort auf Dr. Cuddy.

 

Cuddy:    Sie sind zu spät.

 

House:    Starke Fall-Last.

 

Cuddy:    EIN Fall ist keine „Last.“

 

House:    Und wie sind wir heute mit Wattebällchen versorgt? Falls akuter Mangel herrscht, kann ich schnell nach –

 

Cuddy:    [sieht auf sein Bein] Können Sie nicht.

 

House:    Reizend. [geht zum Warteraum hinüber, der mit Patienten besetzt ist] Hallo, liebe Kranke und ihre Liebsten! [Cuddy starrt ihm ungläubig hinterher] Damit wir Zeit sparen und nachher lauter langweiliges bla-bla vermeiden: ich bin Dr. Gregory House, wenn Sie wollen auch Greg. Ich bin einer der drei Ärzte, die hier heute Dienst haben.

 

Cuddy:    [zu House] Und jetzt nehmen Sie sich eine Akte.

 

House:    Dieser entzückende Sonnenschein ist Dr. Lisa Cuddy. Dr. Cuddy ist sowas wie die Leiterin des Krankenhauses und kann sich daher leider nicht um Sie kümmern. [sieht zu Cuddy hinüber] Ich bin ein gelangweilter, zertifizierter Diagnostiker mit der Spezialisierung Infektionskrankheiten und Nephrologie[2]. Außerdem bin ich der einzige Arzt in dieser Klinik, der gegen seinen Willen hier arbeiten muß. Ist doch so, nicht? [Cuddy starrt ihn an] Aber keine Angst, in Ihrem Fall könnte die Behandlung auch ein Affe übernehmen mit einem Fläschchen Motrin. Und sollten Sie mir besonders auf die Nerven gehen, habe ich das hier. Das ist Vicodin, es ist meins, Sie kriegen nichts davon. Nein, ich hab’ kein Schmerzbewältigungsproblem, ich hab’ ein Schmerzproblem. Aber wer weiß, vielleicht lieg’ ich auch falsch, ich bin nämlich zu stoned um den Unterschied zu erkennen. Also, wer will mich? [kein Patient rührt sich] Und wer wartet lieber auf einen der beiden Kollegen? [alle Patienten heben die Hand] Okay, ich bin im Untersuchungszimmer, falls doch einer will.

 

Cuddy:    Jodi Matthews? [Jodi steht auf] Bitte folgen Sie Dr. House ins Untersuchungszimmer Nummer Eins.

 

SCHNITT: Dr. Chase geht durch den Flur. Mindy läuft hinter ihm her.

 

Mindy:    Dr. Chase!

 

Chase:     Ich bin nicht sicher, ob angst machen jetzt die beste Medizin für Ihren Freund ist.

 

Mindy:    Ich weiß, ich mache Dummheiten, wenn ich Angst habe.

 

Chase:     Dann gehen Sie besser nie klettern.

 

Mindy:    Ich weiß nicht, ob… Bevor das passiert ist hatten wir Sex. Und…

 

Chase:     Sie, ähem, Sie glauben, Sie könnten sich vielleicht bei ihm angesteckt haben? Das ist unwahrscheinlich, wir haben ein komplettes STD-Profil erstellt -

 

Mindy:    Nein, ich frage mich, ob ich vielleicht Schuld daran bin. Ich war ziemlich wild.

 

SCHNITT: Dr. House ist gemeinsam mit Jodi im Untersuchungszimmer.

 

Jodi:       Es war gelb.

 

House:    Es war?

 

Jodi:       Jetzt nicht mehr.

 

House:    Hm, wie schade.

 

Jodi:       Also ich hab’ geahnt, daß Sie noch was anderes brauchen. Deswegen hab’ ich noch das hier. [gibt ihm eine Farbmusterkarte.]

 

House:    Ihr Schleim war „goldrutenblaß?“

 

Jodi:       Sollte ich mir deswegen vielleicht Sorgen machen?

 

House:    Oh, ja. Ernsthafte.

 

Jodi:       Ehrlich? Ich dachte, ich wär’ wieder okay.

 

House:    Und dennoch sind Sie hier. Was ist passiert? Haben die Sanis erst nach ’ner Woche auf Ihren Notruf reagiert?

 

Jodi:       Sie sind kein besonders netter Arzt, oder?

 

House:    Und Sie sind ziemlich unfähig in dem was Sie tun.

 

Jodi:       Aber Sie kennen mich doch garnicht!

 

House:    Ich weiß, daß man Sie feuern wird. Deswegen die neue Brille, deswegen die blitzweißen Zähne. Sie holen das Maximum aus Ihrer Krankenversicherung raus.

 

Jodi:       Ich kündige vielleicht.

 

House:    Wenn Sie das wollten, hätten Sie das letzte Woche schon gewußt, als Ihr Rotz noch gelb war. Sie werden gefeuert.

 

Jodi:       Ich mag nicht, wenn man mir sagt, was ich tun soll.

 

House:    Ende der Woche könnte ich für Sie einen Ganzkörperscan anmelden.

 

Jodi:       Danke.

 

SCHNITT: Chase, Cameron und Foreman sind im Labor.

 

Foreman: Es muß was virales sein. Wir sollten Gel- und Titatests ansetzen.

 

Chase:     Vielleicht sollten wir die Theorie der Freundin untersuchen. Sie glaubt, sie hätte ihren Freund totgeritten.

 

Foreman: [lacht] Was hast du ihr gesagt?

 

Chase:     Das ein Zwanzigjähriger niemals an Sex draufgeht, auch wenn er sehr wild war.

 

Cameron: Was hast du sie gefragt?

 

Chase:     Was meinst du?

 

Cameron: Ich meine du hast doch wohl hoffentlich versucht, näheres zu erfahren. Wenn die Kleine denkt, es kann einen

Töten, hätt’ ich mehr erfahren wollen. [Pause]

 

Chase:     Ist deinetwegen schon einer gestorben? [Cameron sieht ihn böse an. Foreman nimmt die Untersuchungsergebnisse aus dem Drucker]

 

Foreman: Wir sollten die Antibiotika absetzen.

 

Cameron: Um eine Wirkung zu sehen ist es zu früh.

 

Foreman: Sie wirken, aber sein Bludruck sackt rapide ab. [SCHNITT: Brandon hustet] Da ist Flüssigkeit in seinen Lungen. Das Kreatinin steigt an. Seine Nieren machen dicht. Unsere Behandlung hilft ihm nicht, sie wird ihn umbringen.

 

SCHNITT: Das Büro von Dr. House. Das Ärzteteam schreibt auf eine Tafel die Symptome von Brandon. Cameron fügt „Nierenversagen“ hinzu.

 

House:    Also wir haben sechs Symptome, die uns nicht weitergebracht haben. Jetzt haben wir sieben. Alle begeistert?

 

Foreman: Ich glaube das verkompliziert nichts. Das Nierenversagen wurde durch die Antibiotika verursacht.

 

House:    Wär’ möglich.

 

Foreman: In der Regel bedeuten niedriger Blutdruck und Abdominalschmerz eine Infektion. Ein Abdominalinfekt verursacht Sepsis und niedrigen Blutdruck…

 

Chase:     Doch abdominelle Infektion hatten wir schon abgeklärt.

 

Foreman: Ich weiß, aber was wenn’s genau andersrum ist, wenn der niedrige Blutdruck die Abdomialschmerzen verursacht?

 

Cameron: Eine virale Herzinfektion. Die Eingeweide kriegen nicht genügend Blut und das Resultat sind Bauchschmerzen.

 

Foreman: Ich weiß, das ist nicht die Standardpräsentation.

 

Chase:     Und das bedeutet 10 Millionen zu 1.

 

Foreman: Ich dachte, damit hätten wir hier zu tun. Es erklärt die Kardiomyopathie, die Schmerzen, den niedrigen BD, das Fieber.  

 

House:    Sie haben das Buch gelesen. Ich bin beeindruckt. Es ist eine grotesk vage Vermutung, die jedes dieser Symptome erklärt, bis auf den Husten und den Ausschlag. Sollen wir die einfach wegwischen?

 

Foreman: Ein Ausschlag kann alles und jedes auslösen.

 

House:    Okay. [nimmt einen farbigen Stift] Okay, Herzinfektion. [umrandet alle Symptome, nimmt einen anderen Stift und markiert weiter] Cameron, Sie dachten an eine Allergie? [umkreist die Symptome mit dem Stift] Chase, was war Ihr Tip? Karzinoid. Und dann wär’ da noch eine Schilddrüsenunterfunktion… könnte sein. Parasiten. Und schließlich eine Sinusinfektion.

 

Foreman: Wenn Sie alles auflisten wollen, was es nicht ist, brauchen Sie mehr Farben.

 

House:    Cameron hat Recht. Keine Erkrankung erklärt all diese Symptome. Aber orange und grün deckt so gut wie alles ab.

 

Chase:     Orange und grün? Zwei Krankheiten, die simultan erworben wurden?

 

Foreman: Occam’s Rasiermesser. Die einfachste Erklärung ist immer die beste.

 

House:    Sie glauben eine sei einfacher als zwei?

 

Cameron: Ziemlich sicher, ja.

 

House:    Ein Baby wird kommen. Chase sagt, zwei Menschen hätten Körperflüssigkeit ausgetauscht um dieses Wesen zu produzieren, ich glaube, daß ein Storch ihnen den kleinen Windelfurzer gebracht hat. Nehmen wir also die Einer- oder Zweiertheorie?

 

Foreman: Ich finde Ihre Argumente vordergründig.

 

House:    Ich find’ Ihre Krawatte häßlich. Warum ist eins einfacher als zwei? Es ist kleiner und einsamer, aber auch einfacher? Ich würde sagen jede dieser Erkrankungen hat eine Wahrscheinlichkeit von eins zu tausend. Das zwei davon gleichzeitig auftreten liegt bei eins zu einer Million. Chase sagt, die einer Herzinfektion beträgt eins zu zehn Millionen. Das macht meine Idee zehnmal besser als Ihre. Nehmen Sie einen Taschenrechner und rechnen Sie’s nach.

 

Chase:     Wir machen die Tests.

 

House:    Die rauben uns Zeit, Behandlung geht schneller. Gegen die Sinusinfektion geben Sie Unasin und, äh… was war noch orange? 

 

Cameron: Hypothyroidismus.

 

SCHNITT: Brandons Krankenzimmer

 

Brandon: Mein Onkel hat Hypothyroidismus.

 

Cameron: Nicht diese Art. Levothyroxin ist ein künstliches Schilddrüsenpräparat. Zusätzlich werden die Schwestern

Ihnen Unasin geben, das ist ein gezielt wirkendes Antibiotikum.

 

Mindy:    Gegen die Sinusinfektion?

 

Cameron: Ja.

 

Mindy:    Das andere Zeug ist gegen was anderes?

 

Cameron: Beschissen, nicht? Keine Bange, er wird schon bald wieder voll einsatzfähig sein.

 

Die Tür öffnet sich und Brandons Eltern kommen herein.

 

Mrs. Merrell: Brandon?

 

Brandon:  Hey, Mum. [hustet]

 

Mr. Merrell: Wir sind seine Eltern. Wie geht’s ihm?

 

Cameron: Ähm, Brandon ist –

 

Brandon:  Mom, Dad… das ist Mindy. Ich-ich wollte sie Weihnachten mit nach Hause bringen... Wir sind verlobt.

 

Cameron hebt verblüfft eine Augenbraue. Brandons Eltern lächeln.

 

Cameron verläßt das Zimmer und trifft auf Chase und Foreman.

 

Chase:     Hast du der Familie die Theorie von House erklärt?

 

Foreman: Das zwei seltene Krankheiten zufälligerweise zur gleichen Zeit auftreten?

 

Cameron: So genau hab’ ich es nicht formuliert.

 

Chase:     Und, dürfen wir ihn behandeln?

 

Foreman: Hey, wir sind Ärzte, die glauben alles, was wir ihnen sagen. Ist das unser Job? Sind wir seine Puppen? Er kommt mit irgend’ner durchgeknallten Idee und wir sollen sie durchführen.

 

Cameron: Seine durchgeknallten Ideen sind meistens richtig. Wir sind schon solange hier, daß –

 

Foreman: Wir sind schon solange hier, daß wir am „Stockholmer Syndrom leiden“[3] [Chase und Cameron lachen]

 

Chase:     Was? Weil wir ihn nicht hassen, Foreman? House denkt über den Horizont hinaus, ist das vielleicht übel?

 

Foreman: Der Typ hat keine Ahnung wo der Horizont ist! Wenn ihr denkt, er hat Recht, fahrt nach Hause und entspannt euch. Wartet darauf, daß es dem Jungen besser geht. Ich wird’ ins Labor gehen und teste auf Virusinfektionen. [geht in Richtung Labor davon;  Chase und Cameron folgen]

 

SCHNITT: Das Labor. Die Ärzte machen Geltests. Chase und Foreman befinden sich im hinteren Teil des Labors, der durch eine Scheibe vom vorderen Teil abgetrennt ist, in dem Cameron arbeitet.

 

Foreman: Negativ bei Coxsackie-B-Virus.

 

Chase:     Sieben geklärt, dann bleiben nur noch 5000. Denkst du wirklich, wir werden dein mysteriöses Virus finden, indem wir solange Geltests machen bis wir ’n Treffer landen?  

 

Foreman: Nein, nein, ich glaube eher, indem wir rumstehen und anderen bei der Arbeit zusehen.

 

Chase:     Ich warte auf das Epstein Barr Virus. [sieht zu Cameron hinüber] Sie ist schon komisch, nicht?

 

Foreman: Spar dir das.

 

Chase:     Was?

 

Foreman: Spar dir das, Chase. Du arbeitest mit ihr.

 

Chase:     Was hab’ ich denn gesagt? Ist „komisch“ so ’n neuer „Ghetto-Euphemismus[4]?“ Für „sexy“ kannst du „geil“ sagen und für „gut“ „fett“ oder so. Was zum Henker bedeutet das schon?

 

Foreman: „Ghetto-Euphemismus“? [Chase lacht] Du findest sie also geil?

 

Chase:     Nein.

 

Foreman: Hm, dann bist du brillant. Und ich benutze brillant als Euphemismus.

 

Chase:     Selbstredend ist die Frau heiß. Doch du redest nicht von ihrem Äußeren, du meinst, ob ich sie flachlegen will. Will ich nicht!

 

Foreman: Hm, brillant. [lange Pause; eine Maschine piept] Dein Epstein Barr ist fertig.

 

SCHNITT: Die Ambulanz. Dr. House ist mit einem Patienten im Untersuchungszimmer. House spielt Gameboy.

 

Patient:   Was ist jetzt?

 

House:    Level 4.

 

Patient:   Nein, nein, ich meine, was –

 

House:    Ich weiß, was Sie meinen. Wir warten.

 

Patient:   Mein Hals tut weh.

 

House:    Sagten Sie schon.

 

Patient:   Hm, wie lange warten wir noch?

 

House:    Genau zwei Minuten weniger als vor zwei Minuten. [Cuddy kommt herein]

 

Patient:   Hi.

 

Cuddy:    Hi. Ich bin Dr. Cuddy. Freut mich, Sie kennenzulernen.

 

House:    Dr. Cuddy, danke für die Konsultation. [schließt den Gameboy] Er hat’s offenbar im Rachen.

 

Cuddy:    [zum Patienten] Sagen Sie „ah.“

 

Patient:   Ah.

 

Cuddy:    Er hat ’ne Rachenentzündung.

 

House:    Aber klar doch! Der Mann hat das mir schon gesagt… das es weh tut. Wieso bin ich nicht gleich auf ’ne Entzündung gekommen!?

 

Cuddy:    Ich war in einem Meeting.

 

House:    Patienten gehen vor, finde ich.

 

Cuddy:    Sie würden keine Pastillen verschreiben, wenn die Wirksamkeit fraglich ist.

 

House:    Sie haben mich mal gefragt, warum ich dachte, ich hätte immer Recht und ich finde, Sie haben Recht. Zumindest denke ich, daß Sie Recht haben, aber sicher kann ich nicht sein. [Cuddy lächelt]

 

Patient:   Hey! Ich bin noch da!

 

Cuddy:    Gehen Sie nach Hause und trinken Sie ’n heißen Tee. [geht]

 

House:    Ein exzellenter Rat.

 

SCHNITT: Das Labor. Cameron und Foreman arbeiten zusammen, Chase befindet sich im abgetrennten Teil des Labors.

 

Cameron: Negativ bei Parvovirus B19.

 

Foreman: Kompliment.

 

Cameron: Danke, ich bin geboren für’s Geltesten.

 

Foreman: Ich meine bezüglich Chase.

 

Cameron: Was ist mit Chase?

 

Foreman: Nun, der Mann hat kein physisches Interesse an dir. Er hat eine rein professionelle Beziehung zu dir, respektiert dich als Kollegin, Ärztin. Und doch kann er dich nicht ansehen, ohne an Sex zu denken.

 

Cameron: Hm, weil ich gefragt habe welche Sorte Sex einen töten kann?

 

Foreman: Du hast jetzt die totale Kontrolle über deine Beziehung zu ihm.

 

Cameron: Heißt das, wir Frauen dürfen uns nicht über Sex äußern, ohne das daraus gleich ein Machtspielchen wird?

 

House ist unbemerkt von den anderen eingetreten.

 

House:    Nein. Wenn man aussieht wie Sie und sagt, was Sie sagen, muß man sich darüber im Klaren sein, welche Wirkung das auf Männer hat.

 

Cameron: Männer sollten erwachsen werden.

 

House:    Ja. Und die Hunde sollten aufhören sich zu belecken. [Chase kommt herein]

 

Chase:     Ahem, was ist los? [Cameron hört auf zu lachen]

 

Cameron: Ja, was wollen Sie hier?

 

House:    Na mit Ihnen reden.

 

Foreman: Wieso haben Sie nicht angerufen?

 

House:    Ich wußte, daß Sie hier sind.

 

Chase:     Wer hat uns verraten?

 

House:    Keiner. Ich nehme an, Sie wollten meine zwei Krankheitstheorien widerlegen, also kam nur das Labor in Frage. Haben Sie den Urin zentrifugiert? [nimmt eine Schmerztablette]

 

Foreman: Noch nicht.

 

House:    Sagen Sie mir Bescheid, wenn Sie’s getan haben.

 

SCHNITT: Das Büro von Dr. House, später am Tag.

House unterhält sich mit Dr. Wilson, Foreman kommt herein.

 

House:    Und, was haben Sie rausgefunden?

 

Foreman: Das Nierenversagen ist eine akute interstitielle Nephritis.

 

House:    Hm, ob das wohl signifikant ist?!

 

Foreman: Die Antibiotika haben das Nierenversagen nicht verursacht. Woher… wußten Sie das?

 

House:    Na ja, wenn Sie nicht so damit beschäftigt gewesen wären, mich zu widerlegen, hätten Sie mal nach dem Jungen gesehen.

 

Foreman: Sie besuchen einen Patienten?

 

House:    Ich saß den ganzen Morgen an seinem Bett, so wußte er, daß jemand für ihn da ist.

 

Wilson:   Ich war bei ihm, es geht ihm besser.

 

House:    Ergo, die Behandlung schlägt an. Deswegen hatte ich Recht und Sie Unrecht.

 

Foreman: Ich freu mich für den Jungen. [geht.]

 

Wilson:   Deine Selbstgefälligkeit ist eine attraktive Eigenschaft.

 

House:    Danke. Ich hatte die Wahl zwischen gesträhnten Haaren, oder dem. Von Selbstgefälligkeit hat man länger was.

 

Wilson:   Ich versteh’ ja, daß du kein großer Anhänger der „Fliegen mit Honig fangen“ Methode bist, doch denkst du ernsthaft, du kriegst allein mit essigsaueren Sticheleien ein Glas voll?

 

House:    Mit Fliegen nicht, Ärzten schon. Wenn ich zu Foreman sagen würde „Guter Versuch, klasse geraten, doch das war’s noch nicht“, was glaubst du, würde er tun?

 

Wilson:   Ich denke er würde nach Hause fahren, aber sich nicht wie ein Stück Scheiße fühlen.

 

House:    Gut getroffen.

 

Wilson:   Willst du, daß er sich wie Scheiße fühlt?

 

House:    Nein, ich will nicht, daß er nach Hause fährt.

 

SCHNITT: Foreman betritt Brandons Zimmer.

 

Brandon:  Dr. Foreman. [hustet]

 

Foreman: Sie haben immer noch Husten.

 

Brandon:  Ich fühl’ mich schon viel besser.

 

Mrs. Merrell: Er hat kein Fieber mehr und sein Ausschlag verschwindet auch.

 

Foreman: Sehr gut.

 

Mindy:    Ist dann alles okay?

 

Foreman: Ich ordne noch ein paar Tests an. Absolut nichts Beunruhigendes.

 

SCHNITT: In der Ambulanz

House sitzt in einem Untersuchungszimmer und spielt wieder mit dem Gameboy.

 

Patientin: Wie lange noch?

 

House:    9:30, ich schätze, sie war am achten Loch, als ich sie angepiepst hab’… [zieht eine Grimasse, als seine Spielfigur stirbt; gibt der Patientin den Gameboye] Wahrscheinlich dauert’s noch ’ne halbe Stunde. [die Patientin beginnt zu spielen; Foreman kommt herein]

 

Foreman: Ich hab’ einen TSH-Test mit T3 und 4 angeordnet. Aber das Resultat war absolut negativ. [die Patientin sieht ihn an] Ich meinte nicht Sie. [Patientin spielt weiter]

 

House:    Aber die Tatsache, daß es ihm besser geht, würde die Unzuverlässigkeit des Tests nahelegen.

 

Foreman: Wenn ich Recht habe und es eine Virusinfektion ist passiert eins von zwei Dingen: Der Patient stirbt oder das Immunsystem wehrt den Eindringling ab. [blickt auf die Patientin] Was ist mit ihr?

 

House:    Ihr Bein tut weh, nachdem sie sechs Meilen gerannt ist. Kann alles Mögliche sein.

 

Foreman: Es geht ihm besser, das beweist nicht, daß Sie Recht haben, nur das sein Zustand sich bessert. [House lächelt] Es sind nicht zwei Krankheiten. Es können niemals zwei Krankheiten sein!

 

House:    Was bin ich froh, daß Sie hier arbeiten.

 

Foreman: Wenn ich Recht hab’ könnten die Antibiotika, die Sie verordnet haben seine Nieren und Leber einengen und den Körper behindern das Virus abzuwehren. Das kann ihn umbringen.

 

House:    Gewiß, das wäre ein Grund zur Sorge. Fünfzig Mäuse? [die Patientin sieht auf] Nicht wegsehen, sonst sind die Space Monkeys in der Überzahl.

 

Foreman: Eine Wette auf seine Gesundheit abschließen?

 

House:    Glauben Sie, das bringt Unglück? Glauben Sie, Gott wird ihn für unsere Rücksichtslosigkeit bestrafen? Wenn Gott das tut, verdienen Sie schnell fünfzig Dollar. [Patientin besiegt einen Gegner und stößt einen Freudenschrei aus] Checken Sie seine Leukozytenzahl. Wenn er gegen einen Virus kämpft, wird sie stark erhöht sein. [er beginnt wieder Gameboy zu spielen; Foreman geht, Wilson kommt herein]

 

Wilson:   Hey, Cuddy sagt du brauchst ’ne Konsultation. Was gibt’s, ich hab’ zu tun?

 

SCHNITT: Das Büro von Dr. House

Cameron und Chase sind da, Chase gießt sich gerade Kaffee ein, Cameron sitzt am Laptop.

 

Chase:     Ah! [hat sich Kaffee über die Hand gegossen]

 

Cameron: Das war unüberlegt, sorry.

 

Chase:     Hm, aber du hast doch gar nichts gesagt.

 

Cameron: Nein, bezogen auf das was Brandons Freundin gesagt hat, ob wilder Sex ihn töten könnte. Das sollte ’n Witz sein, weil mir das Thema unangenehm war.

 

Chase:     Oh, ich weiß schon gar nicht mehr, was du gesagt hast.

 

Cameron: Das Thema Sex ist mir unangenehm. [Chase dreht sich  zu ihr herum]

 

Chase:     Na ja, wir müssen nicht darüber reden…

 

Cameron: Sex… kann einen töten. Ist dir klar, was ein menschlicher Körper beim Sex durchmacht? Die Pupillen dilatieren, die Arterien konstrigieren, die Körpertemperatur steigt, das Herz rast, der Blutdruck schießt in die Höhe [Chase wird es langsam unbehaglich], die-die Atmung wird schnell und flach, das Gehirn feuert Unmengen von elektrischen Impulssalven aus dem Nichts ins Nichts und Sekrete spritzen aus jeder Drüse [Chase sieht sich nach einem Fluchtweg um], die Muskeln verkrampfen sich, als würde man sein dreifaches Körpergewicht hochstemmen. Es ist brutal, häßlich und ziemlich eklig. Wenn Gott es nicht unglaublich lustvoll gemacht hätte, würde der Mensch seit Äonen nicht mehr existieren. [Pause] Ihr habt Glück, das ihr nur einen Orgasmus bekommt. Wußtest du, daß Frauen einen stundenlangen Orgasmus haben können? [Chase ist verblüfft; Foreman kommt herein] Hey, Foreman. Was gibt’s?

 

Chase:     Hey, Foreman!

 

Foreman: Hey. [House kommt herein]

 

House:    Die Leukozytenzahl ist nicht erhöht, hab’ ich Recht?

 

Foreman: Ja, aber wir hatten beide Recht. Die Leukozytenzahl ist niedrig, zu niedrig und sie sinkt weiter. Sein Immunsystem ist kaputt, wir sollten ihn in einen Reinraum verlegen.

 

SCHNITT: Brandon und Chase sind  im Vorraum zum Reinraum. Brandon sitzt in einem Rollstuhl.

 

Chase:     Können Sie gehen, Brandon?

 

Brandon:  Ja, ein bißchen.

 

Chase:     Gut, denn den Rollstuhl müssen wir draußen lassen. [zur Schwester] Wo ist April? April! [April kommt herein] Können Sie bitte den Rollstuhl mitnehmen, April? [zu Brandon] Sie müssen mir auch noch die Maske und den Kittel geben. Halten Sie sich jetzt lieber die Ohren zu, es wird ganz schön laut. [Luft wird hereingeblasen. Cameron, Foreman, Brandons Eltern und Mindy sehen von draußen in den Reinraum hinein)

 

Foreman: Durch irgendetwas ist seine Abwehr geschwächt.

 

Cameron: Seine Leukozytenzahl ist zu niedrig, das bedeutet, sein Körper ist wehrlos gegen Infektionen.

 

Foreman: Wenn er krank wird, wird er sterben.

 

Mrs. Merrell: Krank. Wie krank?

 

Foreman: Schon eine Erkältung wäre tödlich.

 

SCHNITT: Brandons Krankenzimmer. Foreman entnimmt Knochenmark.

 

Foreman: Okay. Ich steche Ihnen jetzt die Nadel in den Hüftknochen und entnehme dort etwas Mark.

 

Brandon:  Das tut garnicht weh.

 

Foreman: Das war erst das Betäubungsmittel. Die Knochenmarkspunktionsnadel ist etwas größer. Also, atmen Sie tief ein, das wird jetzt wehtun. Sehr sogar. [Brandon klammert sich an der Matratze fest und verzieht vor Schmerz das Gesicht] Das Mark produziert die Blutzellen. Wenn wir’s uns unterm Mikroskop ansehen finden wir vielleicht eine Virusinfektion oder vielleicht auch eine Fibrose. Na ja, irgendwas jedenfalls, das erklärt warum Ihr Blutbild so schlecht ist. [füllt die Spritze mit Knochenmark] So das hätten wir. ’Ner Antwort sind wir jetzt einen Schritt näher.

 

Brandon:  Was ist, wenn Sie keine finden? Ich kann doch nicht ewig hier liegen.

 

SCHNITT: Das Büro von Dr. Cuddy.

 

House:    Die Patientin hätte sterben können.

 

Cuddy:    Die Frau mit der Muskelzerrung?

 

House:    Nein, die Symptome passen auf einen Haufen von Krankheiten, das wissen Sie so gut wie ich. Ich mein’, ich hab’ ein Recht auf Konsultation.

 

Cuddy:    Oh, Sie drücken sich nicht um Ihre klinische Pflicht.

 

House:    Oh, kommen Sie schon. Sie haben Hunderte von idiotischen Ärzten, denen jedesmal warm wird, wenn sie einem Jungen was aus der Nase ziehen dürfen. Mich brauchen Sie nicht!

 

Cuddy:    Das ist richtig, aber die Arbeit mit Menschen macht Sie zu einem besseren Arzt.

 

House:    Hab’ ich mich angemeldet zu dem Kurs?

 

Cuddy:    Hab’ ich den Eindruck vermittelt, daß mich das interessiert? [Pause]

 

House:    Wissen Sie, die Arbeit in dieser Klinik verbrauchte Ihr ganzes Mitleid. [wendet sich zum Gehen] Ich hab’ Ihre Privatnummer, falls gegen drei Uhr morgens früh etwas anliegen sollte.

 

Cuddy:    Das wird nicht funktionieren. Und wissen Sie warum? Weil es mir großen Spaß macht. Sie überlegen sich, wie Sie mir das Leben schwermachen können und ich, wie ich es Ihnen schwermachen kann. Ein Spiel und ich werd’ gewinnen! Weil ich einen Vorteil hab’: Sie, mein Freund, sind schon gebeutelt.  [verläßt ihr Büro und trifft auf Dr. Wilson]

 

Wilson:   Äh…

 

Cuddy:    Ist das wichtig?

 

Wilson:   Äh, nein.

 

Cuddy:    Gut. [geht; House kommt aus ihrem Büro]

 

Wilson:   Was läuft da zwischen euch?

 

House:    Frag’ nicht.

 

Wilson:   Bist du etwa verknallt in sie? Das wär’ der einzige Mensch –

 

House:    Nein! Es gibt keinen schmalen Grat zwischen Liebe und Haß. Vielmehr steht die große Chinesische Mauer mit unheimlich vielen bewaffneten Wachen zwischen Liebe und Haß. [zum Apotheker] 36 Vicodin.

 

Apotheker: Und wer ist der Patient?

 

House:    Ich.

 

Apotheker: Könnte ich vielleicht einen…

 

House:    Dr. Wilson ist hier der verschreibende Arzt.

 

Wilson:   Ja. [zu House] Du lügst, trickst und stiehlst um zu kriegen was du willst, aber ein bißchen Arschkriechen willst du nicht?

 

House:    Wir haben alle unsere kleinen Schwächen. [nimmt die Pillen und geht.]

 

Wilson:   House! Falscher Behälter. [gibt ihm den richtigen Behälter] Tu mir einen Gefallen. Schluck’ eine davon, warte bis es wirkt und kriech dann Cuddy in ihren Arsch. [Pause]

 

House:    Was war bei dem Jungen das erste Symptom? [kurze Pause] Du hast von seinen 800 Symptomen die Anamnese erhoben, welches trat zuerst auf?

 

Wilson:   Äh, der Husten.

 

SCHNITT: House ist in seinem Büro. Er starrt die Tafel an, auf der die Symptome aufgelistet sind. Dann sieht er Fachbücher durch und recherchiert online. Chase sieht ihm von außen zu.

 

SCHNITT: Brandons Zimmer. Er hustet immer noch.

 

SCHNITT: Das Büro der Ärzte. House kommt herein und geht dann in sein Büro, die Ärzte folgen ihm.

 

House:    Gicht.

 

Chase:     Ähem, reden wir hier von Brandon?

 

Foreman: Gicht? Harnsäurekristalle in den Gelenken? Seine Symptome sind Schmerzen, Schwellungen, Hautrötungen und Steifheit… davon seh’ ich aber nichts auf der Tafel.

 

House:    Weil er keine hat, Foreman. Jeden Tag sterben Zellen ab. Wir überleben, weil sich die noch vorhandenen Zellen neu teilen, um den Verlust wettzumachen. Aber Colchizin, ein Gichtmedikament, blockiert die Mitose und stoppt die Zellteilung, was dann zu Abdominalschmerzen führt, Ausschlag, Übelkeit, Fieber, Nierenversagen, niedrigem Blutdruck und auch das Knochenmark angreift. [streicht alle Symptome an der Tafel durch]

 

Chase:     Aber er hat keine Gicht, warum sollte er ein Gichtmittel einnehmen?

 

House:    Weil ihr alle irgendwie Recht hattet. Er hatte nicht zwei Erkrankungen zur exakt gleichen Zeit bekommen. Erst bekam er Husten und da er ein Idiot ist, ging er zu einem Arzt. Und der dachte, er müßte zur Rechtfertigung seines 200 Dollar Honorars irgendwas unternehmen. Uups. Er stellte ihm ein Rezept aus. 7000 Menschen sterben jährlich an falschen Medikamenten. Nicht annährend so viele sterben durch ärztliche Fehler, aber so was wird natürlich nicht erwähnt in den Werbebroschüren. Der Apotheker gab ihm ein Gichtmittel, statt Hustenmedizin. Und das Einzige, was die nicht können, was die nicht bewirkt, ist eine Linderung des Hustens. Occams Rasiermesser. Die einfachste Erklärung ist fast immer, daß jemand Mist gebaut hat.

 

Cameron: Aber nach seiner Aufnahme in der Klinik hatten wir ihn hier unter Kontrolle. Unser Essen, unsere Pillen, einfach alles. Selbst wenn Sie Recht haben, er hat kein Gichtmittel mehr bekommen. Sein Zustand hätte sich entweder verschlechtert oder verbessert. Es ging ihm besser und nach ’ner Weile wieder schlechter. Das versteh’ ich nicht, es ergibt keinen Sinn.

 

House:    Okay. Zwei haben Mist gebaut. Wenn’s nur einer wär, wär’s nicht so schlimm, aber…

 

SCHNITT: Brandons Eltern und Mindy sitzen im Wartezimmer. Dr. House und die anderen Ärzte kommen herein.

 

Mindy:    Er schläft jetzt, er  –

 

House:    Ich bin Dr. House, ich bin der behandelnde Arzt Ihres Sohnes.

 

Mrs. Merrell: Oh, Sie sind der, den wir noch nicht kennengelernt haben.

 

Mr. Merrell: Und Sie waren noch nie bei ihm. Wie können Sie jemanden behandeln, den Sie noch nie getroffen haben?

 

House:    Das ist ganz leicht, wenn er einem scheißegal ist. Und das ist gut so, wenn, ähem, Emotionen einen rational handeln ließen, würden sie nicht so heißen. Deswegen haben wir unsere Arbeitsteilung: Sie halten ihm die Hand, ich mach’ ihn gesund. Wenn ich anfange ihn nachts zuzudecken ist das Ihnen gegenüber nicht fair. Wenn Sie anfangen Medikamente zu verordnen ist das mir gegenüber nicht fair. Also, die Frage ist: wer hat in meinem Revier gewildert? Wer war so fürsorglich und gleichzeitig so dämlich und hat ihm Hustenmedizin gegeben?

 

Mindy:    Als wir Brandon eingecheckt hatten, sagte Dr. –

 

House:    Dienstag ging es ihm besser. Mittwoch ging es ihm wieder schlechter. Einer von ihnen hat ihm am Mittwoch sein Hustenmittel gegeben. [Pause] Kommen Sie, es wird auch keiner böse sein. Ich will nur wissen, wer versucht hat den Jungen umzubringen.

 

Foreman: Dr. House, vielleicht sollten wir noch andere –

 

Mrs. Merrell: Er hatte furchtbare Halsschmerzen.

 

House:    [zu Foreman] Piepsen Sie Dr. Occam an, das will er sich bestimmt anhören.

 

Mrs. Merrell: Tut mir Leid! Er hat wahnsinnig gehustet und ich wollte ihm doch nur helfen –

 

House:    Sie sind ein Schatz. Wo sind die Pillen?

 

Mrs. Merrell: Er hat die letzten genommen bevor er in dieses andere Zimmer verlegt wurde.

 

Cameron: Sind alle weg?

 

Mrs. Merrell: Es war doch nur Hustenmedizin!

 

House: Nein, war es nicht. Wo ist der Behälter?

 

Brandons Mutter gibt ihm den Behälter.

 

SCHNITT: Die Apotheke. Chase, Mindy und Brandons Eltern sprechen mit dem Apotheker.

 

Chase:     Wir müssen genau wissen, was Sie in diesen Behälter getan haben. Wir glauben es war Colchizin, ein Gichtmedikament.

 

Apotheker: Wenn auf dem Rezept Hustenmittel stand, hab’ ich das auch in den Behälter getan.

 

Chase:     Die Familie ist bereit auf einen Haftungsanspruch zu verzichten, okay? Wir wollen nur wissen was es war und wie hoch die Dosierung war –

 

Apotheker: Es war, es war ein Hustenmittel.

 

Chase:     [gibt ihm den Behälter] Füllen Sie’s nach.

 

Mrs. Merrell: Er wird schon wieder werden.

 

Mindy:    Sie wissen garnichts.

 

Mrs. Merrell: Liebt Brandon diese Eigenschaft an Ihnen? Das klingt ein bißchen negativ.

 

Mindy:    Es wendet sich nicht immer alles zum Guten.

 

Mrs. Merrell: Doch es kann nicht schaden, darauf zu hoffen.

 

Mindy:    Nein. Es sei denn man glaubt deswegen man könnte tun was man will. Wie jemandem Hustentabletten geben.

 

Chase und der Apotheker kommen aus dem Nachbarraum.

 

Chase:     Das sind Hustentabletten. Die sollte Brandon bekommen und [nimmt drei Pillen heraus] diese Pillen sind klein, rund und gelb. Können Sie diesem Mann sagen, wie die Pillen, die ihr Sohn genommen hat, ausgesehen haben?

 

Mrs. Merrell: Sie waren klein, rund und gelb, genau wie diese.

 

Mindy:    Das waren die Pillen, die Brandon genommen hat.

 

Apotheker: Hey, ich bin zwar nur Apotheker, aber ich weiß, wie Hustenmittel aussehen, Herr Doktor.

 

SCHNITT: Das Büro von Dr. House

 

House:    Es war so perfekt. Es war schön wie Poesie.

 

Wilson:   Schönheit verführt uns oft bei der Wahrheitssuche.

 

House:    Und Trivialität tritt uns in den Arsch.

 

Wilson:   Das ist wahr.

 

House:    Es bedrückt dich nicht?

 

Wilson:   Das du dich geirrt hast? Ich versuche den Schmerz zu verkraften –

 

House:    Ich habe mich nicht geirrt. Alles was ich gesagt habe, war richtig. Es hat gepaßt, es war elegant.

 

Wilson:   Dann, äh, hat sich also die Realität geirrt?

 

House:    Realität irrt sich fast immer. [nimmt eine Vicodin] Das Hustenmittel hat etwas bewirkt. Es hat den Zustand verschlechtert. Es ist überall, es muß in seinem Blut sein.

 

Wilson:   Und wenn’s in seinem Blut ist?

 

House:    Ein Lymphom?

 

Wilson:   Wenn dir nichts Besseres einfällt.

 

House:    Na ja, ein Lymphom hatten wir dummerweise ausgeschlossen. Sein CT zeigt keine Adenophatie, beim großen Blutbild war das Differentialblutbild unauffällig –

 

Wilson:   Scheiß auf die Tests. Mach eine explorative Laparotomie und finde raus, was los ist.

 

House:    Dieser Typ hat keinen Blutdruck, kein Immunsystem und keine funktionierenden Nieren. Eine OP würde ihn killen.

 

Wilson:   Ja, das ist wahr. Halten wir uns an die „falsche Pillen“ Theorie. [Pause]

 

House:    Ich melde ihn zur OP an.

 

SCHNITT: Brandons Zimmer. Mindy und Brandons Eltern sehen von außen zu, wie die Ärzte einen Eingriff vornehemen.

 

Foreman: Okay, Brandon, wir leiten diesen Schlauch durch ihr Herz und durch die Pulmonalrarterie in Ihre Lunge.

 

Cameron: Die Sensoren daran liefern uns Informationen, die wir heute Nachmittag bei der explorativen OP benötigen.

 

Brandon:  Meine Finger sind taub.

 

Foreman: Versuchen Sie sich nicht zu bewegen. Wir sind jetzt im rechten Atrium und versuchen den Durchfluß durch die Tricuspidalklappe zu erwischen.  

 

Chase:     Ich glaube der Katheder kringelt sich im Atrium.

 

Foreman: Keine Panik. Ich bin dran. [ein Monitor piept]

 

Chase:     Ectopie. Du mußt die Herzwand gereizt haben.

 

Foreman: Das gibt sich wieder.

 

Chase:     Eine Herzarythmie toleriert er nicht. Zieh’ raus.

 

Foreman: Ich brauch’ den Eingriff. [der nächste Monitor piept]

 

Cameron: Druck ist gefallen.

 

Chase:     Sind Sie noch bei uns, Brandon?

 

Cameron: Vorhang schließen! [Chase schließt den Vorhang. Sie bereiten den Defibrilator vor]

 

Chase:     Schnell! Schnell! [Schock] Sinusrhythmus.

 

Cameron: Ich habe einen Puls.

 

Foreman: Gut, aber heute wird nicht mehr operiert.

 

SCHNITT: Die Ambulanz. House betritt ein Untersuchungszimmer, wo schon ein junger Mann auf ihn wartet.

 

House:    Na, wie geht’s?

 

Patient:   Gut.

 

House:    Prima. Mir geht’s auch gut. Ich kann heute ’ne Stunde früher Feierabend machen und wissen Sie, wieso? Weil ich meiner Chefin in den Arsch gekrochen bin. Kennen Sie das? Ich glaube sie hat „ja“ gesagt, weil sie dieses Verhalten unbedingt unterstützen will. Ich soll noch ein paar anderen in den Arsch kriechen, zum Beispiel Ihnen. [der Patient sieht verwirrt aus] Was wär’ Ihnen lieber, ein Arzt, der Ihnen die Hand hält während Sie sterben oder einer der Sie ignoriert, während Sie gesund werden? Ganz besonders ätzend wäre natürlich ein Arzt der Sie ignoriert, während Sie sterben.

 

Patient:   Ich sollte jetzt gehen.

 

House:    Glauben Sie, es wird von allein rauskommen? Es ist was Größeres, größer als ein Brotkorb. Es wird von alleine rauskommen. Bei Kleinkram ist es kein Problem, es wird schön weich verpackt und dann macht’s „plopp.“ Bei größeren Sachen reißt man sich was ein und da hört medizinisch gesprochen der Spaß auf.

 

Patient:   Woher wußten Sie, daß –

 

House:    Sie warten hier schon eine halbe Stunde und haben sich nicht hingesetzt. Sie haben mir nicht gesagt was es ist, das sagt mir, das es was Peinliches ist. Auf dem Arm haben Sie ein Vögelchen tätowiert, das sagt mir, daß Sie eine hohe Peinlichkeitstoleranz haben. Deswegen tippe ich nicht auf Hämorriden. [Pause] Ich bin seit 20 Jahren Arzt, Sie können mich nicht überraschen.

 

Patient:   Es ist ein MP3-Player.

 

House:    [muß das erstmal verdauen] Hm… ist es… ist es wegen der Größe, oder der Form oder ist es wegen der wummernden Bässe?

 

Patient:   Ähem… und was machen wir jetzt?

 

House:    [sieht auf die Uhr] Ich werde warten.

 

Patient:   Auf was?

 

SCHNITT: House verläßt das Untersuchungszimmer.

 

House:    Okay, es ist drei Uhr, ich verschwinde. Würden Sie Dr. Cuddy sagen da ist ein Patient in Untersuchungszimmer 2 und die Musikindustrie will eine Überprüfung auf illegale Downloads. [lacht über seinen Witz; Cameron kommt angelaufen]

 

Cameron: Brandon ist noch nicht operationsfähig.

 

House:    Okay, dann warten wir noch ein paar Wochen, bis dahin sollte es ihm besser gehen. Oh ja, wie vergeht nochmal die Zeit?

 

Cameron: Er ist während der OP Vorbereitung abgestürzt. Vielleicht war irgendein Erreger in den Reinraum eingedrungen. Ich denke wir sollten seine GCSF Dosis verdoppeln um vorübergehend seine Leukozytenzahl zu erhöhen.

 

House:    Der Schmerz in seinen Fingern… genau. [nimmt eine Vicodin]

 

SCHNITT: Der Gang vor dem Reinraum

 

House:    [zu Mrs. Merrell] Hallöchen. [betritt den Reinraum]

 

Mrs. Merrell: Er kann doch nicht da reingehen –

 

Mr. Merrell: Wo will er hin?

 

House geht direkt in den Reinraum, ohne sich vorher zu desinfizieren oder einen Kittel anzuziehen.

 

House:    Na, wie geht’s allerseits? Ein interessanter Fakt, alle sieben Jahre ist der Mensch ein neuer. Inspirierende Metapher, hä?

 

Chase:     Dr. House, das hier ist ein Reinraum.

 

House:    Ja, das Schild hab’ ich gelesen. Aber die Zellen verschiedener Organe reproduzieren sich mit unterschiedlicher Geschwindigkeit. [er berührt Brandons Bein, Brandon stöhnt auf] Also braucht man alle drei Jahre eine neue Niere und jede Woche eine neue Magenschleimhaut… und daher verursacht eine Colchizinvergiftung all diese Symptome, aber nicht alle zu gleicher Zeit.

 

Mrs. Merrell: Aber wir waren in der Apotheke. Wir haben die Pillen gesehen!

 

House:    Colchizin richtet seine Schäden in spezifischer Reihenfolge an. Zunächst kommt der Schmerz im Abdomen, dann der Ausschlag und das Fieber… so war’s bei Ihnen doch auch? Dann versagen die Nieren, und genau das passierte auch bei...

 

Cameron: Brandon.

 

House:    Richtig. Dann greift es das Knochenmark an, und dann – Neuropathie. Schmerzhaftes Kribbeln in den Fingern und Zehen. Was glauben Sie, passiert dann? [reißt Brandon ein Büschel Haare au.] Haarverlust. Die schlechte Nachricht ist, ihr wundervoller Prachtjunge nimmt Drogen.

 

Mrs. Merrell: Nein, tut er nicht!

 

House:    Ecstasy?

 

Mrs. Merrell: Nein!

 

Brandon:  Zweimal mit Dan und Mike.

 

House:    Wissen Sie, womit das Zeug gestreckt wird? Offenbar mit Colchizin. Es sei denn, Sie haben das Colchizin durch Ihre Kontaktlinsenlösung aufgenommen, ihre Hautcreme, oder was anderes, das Sie uns verschweigen. Ich weiß nicht, wie es passiert ist und es interessiert mich nicht. Es ist passiert, also…

 

Cameron: Brandon.

 

House:    Hübscher Name. Geben Sie Brandon Fabfragmente und zusätzlich Tylenol wegen der ausgerissenen Haare. Und lassen Sie hier frische Luft rein! [geht hinaus und trifft auf Dr. Wilson] Notier mal: ich sollte nie an mir selbst zweifeln.

 

Wilson:   Ich denke, das wirst du nicht vergessen. Eigentlich würde es dir nicht schaden, dich ab und zu mal zu irren.

 

House:    Wieso nimmst du nicht Anteil an diesen Leuten?

 

SCHNITT: Brandons Zimmer. Dr. Foreman gibt Brandon eine neue Infusion.

 

Foreman: Das Colchizin beeinträchtigt die Fähigkeit des Herzmuskels zu kontrahieren, Blut zu pumpen und senkt Ihren Blutdruck. Die Antikörper, die wir Ihnen geben, sollten das Colchizin neutralisieren und Ihr Herz in die Lage versetzen mit normaler Geschwindigkeit zu schlagen.

 

Brandon:  Wann wissen Sie’s genau?

 

Cameron: Das tun wir jetzt schon.

 

Dr. Foreman signalisiert Mindy und Brandons Eltern, das alles in Ordnung ist. Die umarmen sich stürmisch.

 

SCHNITT: Dr. House durchwühlt die Krankenhausapotheke.

 

Wilson:   Langes Wochenende?

 

House:    Ist nicht für mich, ich bin voll versorgt.

 

Wilson:   Läßt Cuddy dich Inventur machen?

 

House:    Nein, ich versuche den Fall des Jungen zu lösen.

 

Wilson:   Die Gichtmittelüberdosis?

 

House:    Ja.

 

Wilson:   Ich würde sagen, da ich weiß, daß es eine ÜD war, kann man folgern, daß der Fall gelöst ist.

 

House:    Da würdest du falsch liegen.

 

Wilson:   Was ist mit der Tatsache, daß der Junge jetzt, ich glaube der Fachausdruck lautet „nicht mehr krank“ ist?

 

House:    Weißt du wie viele Formen von Colchizin auf dem Markt sind?

 

Wilson:   Hör auf.

 

House:    Ich auch nicht. Doch es sind viele. Pillen, Pulver, Säfte, IV-Flüssigkeiten… Irgendwann auf ’ner Party, in seinem Kaffee, vielleicht auf die Nase, durch’s Ohr, hat der Junge das Zeug eingenommen.

 

Wilson:   Du bist also nicht happy mit deiner Ecstasy-Theorie?

 

House:    Er sagt, er hat’s nur zweimal geschluckt.

 

Wilson:   Menschen lügen.

 

House:    Aber wenn sie schon lügen, dann –

 

Wilson:   Weißt du was, vergiß es.

 

House:    Nicht neugierig?

 

Wilson:   Nein, ich bin nämlich mental ausgeglichen. [er geht davon]

 

House:    Richtig.

 

SCHNITT: Brandons Zimmer. Chase und Cameron checken Brandon nochmal durch.

 

Cameron: Temperatur ist normal.

 

Brandon:  Wir werden noch Sharon einladen.

 

Mrs. Merrell: Wenn wir Sharon einladen müssen wir alle Verwandten einladen.

 

Mindy:    Na und? Meine Verwandten essen so gut wie nichts. [Brandon hustet]

 

Brandon:  Könnt’ ich noch ein paar von den Hustenpillen kriegen? Die sind doch okay, oder?

 

Cameron: Ja, die tun Ihnen gut.

 

Chase:     Sie sollten vielleicht Dr. House einladen.

 

Brandon:  Würde er kommen?

 

Chase:     Nein, aber er schickt ein Geschenk.

 

Cameron: Ich sorg’ dafür, daß es was Nettes ist. [gibt Brandon die Hustenpillen]

 

Brandon:  Da sind Buchstaben auf diesen Pillen.

 

Cameron: War auf den alten Pillen keiner drauf?

 

Brandon:  Nein. Sie waren rund und gelb, aber ohne Buchstaben. [Pause]

 

Cameron: Ähem, diese helfen jedenfalls gegen den Husten. [geht]

 

Chase:     Hey, hättest du vielleicht Lust auf –

 

Cameron: Nein.

 

SCHNITT: House durchwühlt immer noch die Apotheke. Er findet das Colchizin und vergleicht es mit dem Hustenmittel: klein, rund, aber ohne den Buchstaben.

 

 

---=== ENDE ===---