Transkript der Folge „Reboot in Brooklyn“ [#1.01] aus der Serie „2 Broke Girls”

DINER – WILLIAMSBURG; BROOKLYN – NACHT

Das Diner ist gut besucht. In der Küche gibt der Koch Oleg das Essen aus. Max, eine junge Frau Anfang 20, serviert.

Oleg                     Essen für Tisch 12, 4 und 11.

Max                     Hey, wenn du mal kurz Zeit hast - dann hör' auf, auf meine Möpse zu starren.

Kunde 1              'Tschuldigung. Bedienung! Schnecke!

Der Gast schnippt mit den Fingern.

Max                     Hi, was darf's denn sein?

Kunde 1              Wir hätten gern....

Max geht an den Tisch und schnippt ebenfalls mit den Fingern.

Max                     Nervt das vielleicht? Ist das penetrant und unhöflich? Würde es dich stören, wenn das einer bei dir tun würde während du arbeitest? Oh, du hast keinen Job, entschuldige!

Kunde 2              Die hat dich böse auflaufen lassen-

Max                     Äh, nein, Hipster, nein. Wir sind nich‘ im selben Team, wir haben nichts gemeinsam. Ich trage Strickmützen, weil ich es kühl finde, du trägst sie, weil du es cool findest. Du hast Tattoos, um deinen Dad zu ärgern - mein Dad weiß nicht, daß er mein Dad ist. Nun mal zu dir. Du denkst, dieses Geräusch hilft dir beim Bestellen. Ich denke, dieses Geräusch trocknet meine Vagina aus.

Kunde 1              Die andere Bedienung ist verschwunden, die Russin mein' ich. Wir brauchen Meerrettich...

Kunde 2              ...bitte

Max                     So Ladies, redet man mit 'ner Bedienung.

Max geht in die Küche und weiter in den Vorratsraum. Aus dem Vorratsraum hört man Sexgeräusche.

Max                     Paulina? Tut mir Leid, ich wusste nicht, dass du Pause machst. Ich wollt' nur Meerrettich holen.

Paulina                Hier.

Max                     Oh, cool.

Max geht zurück in den Gästebereich.

Kunde 3              Entschuldigung, wo ist meine Bedienung?

Wieder sind Sexgeräusche zu hören.

Max                     Sie kommt.

 

VORSPANN

 

 

DINER – WILLIAMSBURG; BROOKLYN – NACHT

Max kommt mit einem Teller Cupcakes herein.

Max                     Earl, ich hab' deine Lieblingscupcakes gemacht. Red Velvet.

Earl                       Mein kleiner Cupcake bringt mir 'nen Cupcake mit. Den bezahl' ich gleich.

Max                     Oh, nein, der geht aufs Haus. Du hast Geburtstag. Wie alt wirst du überhaupt?

Earl                       75.

Max                     Ach, Earl, wenn du nur drei Jahre jünger wärst.

Earl                       Hey, Max, du wirst es nicht glauben. Der neue Boss hat unsere russische Freundin Paulina gefeuert. Die kleine Titten-Kournikova hat sich ihren russischen Bären wohl zu oft kraulen lassen.

Han Lee, Koreaner, kommt herein.

Han                      Grüße allerseits. Ich habe Gehaltscheck für Sie.

Max                     Ich muß mit Ihnen reden, Sie haben Paulina gefeuert, Han?

Han                      Ich bin nicht mehr Han Lee. Ich habe jetzt amerikanischen Namen, um mich Gesellschaft anzupassen.

Max                     Mich der Gesellschaft anzupassen. Das müssen Sie sich für Ihren Einwanderungstest merken.

Han                      Korrekt. Um mich der Gesellschaft anzupassen.

Han räuspert sich und Max liest das Namensschild an seinem Hemd.

Max                     Bryce? Ihr Name ist Bryce Lee? Moment warten Sie! Stellen Sie keine neue Bedienung ein, ja? Ich schmeiß' den Laden sowieso allein und könnte die Extrakohle gut gebrauchen.

Han                      Sie brauchen Hilfe.

Max                     Nein, gar nicht.

Han                      Aber jeder braucht ab und zu Hilfe.

Max                     Ich nicht. Ich bedien' schon mein ganzes Leben, okay. Ich hab' in Restaurants bedient, ich hab' in Bars bedient, ich hab' in Lederstrapsen bedient.

Han                      Ich hab' schon gefunden neue Bedienung. Sie hat gearbeitet in Top-Restaurant in Manhattan. Ich hab' ihr gegeben Paulinas Uniform.

Eine Blondine in einem Chanelkostüm kommt herein. Sie trägt die senfgelbe Dineruniform über dem Arm.

Caroline              Hi, Mr Lee. Das ist keine Beschwerde, aber ich denke jemand hat diese Uniform vor mir getragen. So direkt vor mir. Wäre es möglich, dass ich eine andere bekomme. Vielleicht eine, die etwas weniger feucht ist? Außerdem passt senffarben so überhaupt nicht zu meinem Hauttyp genauso wenig wie die Senfflecken... und diese vielfältigen anderen Flecken und Düfte... ich hoffe, das ist Rahmsoße. Also… ich glaube es wäre besser für alle, einschließlich meines Immunsystems... ähem, wenn ich einfach das weitertrage, was ich anhab' und die Schürze drüber. Denn das ist Chanel. Also... dankeschön und lasst uns bedienen.

Max                     (zu Han) Was auch immer das ist. Es gehört genauso wenig in dieses Diner wie ein Pudel auf eine Kampfhundmesse.

Han                      Aber sie blond, Haare glänzen. Gut für Business.

Han und Max gehen in die Küche.

Max                     Sagen Sie mal, wo finden Sie die bloß immer? Die russische Nutte, die davor war 'ne Crystal Meth Junkie -

Han                      Sie bilden sie aus. Ich bin Boss - der Boss!

Max                     Wie Sie wollen. Aber nur, wenn sie die Uniform trägt. Ich will die Crystal Meth Tante wieder. Die hat geputzt wie 'ne Wahnsinnige.

Han                      Aber ihre Zähne sind ausgefallen.

Max                     Sie sind wirklich verdammt intolerant.

 

DINER – WILLIAMSBURG; BROOKLYN – NACHT

Max und Caroline, beide in der Dineruniform, betreten die Küche.

Max                     Ich werd's nur einmal erklären, also pass gut auf.

Caroline              Ich bin Caroline, freut mich sehr. Und du bist Max?

Max                     Nicht anhänglich werden. Also das ist das Williamsburg Diner, Inhaber ist Han Lee, nennt sich seit neuestem Bryce Lee, weil er vermutlich noch weniger ernst genommen werden will als vorher. Er hat's vor acht Monaten der Russenmafia abgekauft. Die Gäste waren alle Kriminelle aus dem Ostblock und Crack-Nutten. Aber jetzt hat Han es total runtergewirtschaftet.

Während Max Erklärungen abgibt gehen Sie in den Vorratsraum. Als sie mit Caroline wieder herauskommt, sitzt der Koch Oleg in der Küche.

Oleg                     (zu Max) Hey, sexy Weibchen. Du siehst hübsch aus heute. Du siehst so wunderschön aus, dass ich deinen miesen Charakter vergessen hab'.

Max                     Danke, Oleg.

Oleg                     (zu Caroline) Hey, Barbie.

Caroline dreht sich angewidert weg. Max und Caroline gehen in den Hauptraum.

Max                     Das ist Oleg. Er wird dich massiv und ohne Ende angraben. Er weiß nicht, wie er aussieht und ich bring's nicht über's Herz es ihm zu sagen.

Kunde                 Würden Sie uns 'ne Karte bringen?

Caroline              Oh, sehr gern.

Max                     Niemals lächeln. Es erhöht die Erwartungen, dass ich auch lächle und das mach' ich nich'. Es strengt mich an und ist schlecht für meinen Rücken. Das ist Earl, wir lieben uns. Rede nur mit ihm, wenn du dich weißer fühlen willst, als du sowieso schon bist. Oh und dieser Fleck - keine Rahmsoße. Los, mach Ketchup-Hochzeit.

Caroline              Ich mach' Ketchup-Hochzeit, schon dabei.

Caroline stellt mehrere halbleere Ketchup Flaschen nebeneinander auf.

Max                     Okay, jetzt wollen sie wieder geschieden werden. Stop-Stop-Stop! Ketchup-Hochzeit bedeutet halbleere Flaschen zusammenzuschütten. Du hast noch nie bedient.

Caroline              Doch, das hab' ich.

Max                     Und du erwartest, dass ich dir das nach dieser Autismusnummer abnehme?

Caroline              Okay, okay, vielleicht hab' ich meinen Lebenslauf etwas frisiert.

Max                     Frisiert? Dein Lebenslauf hat 'ne Perücke.

Caroline              Bitte, ich brauch' diese Stelle wirklich. Wir haben unser ganzes Geld verloren. Mein Treuhandfonds wurde für Anwaltskosten verwendet. Mein Dad ist im Gefängnis.

Max                     Bist du etwa Martin Channings Tochter? Wo ist die Zeitung? Martin Channing, der Typ der die ganze Stadt abgezockt hat, ist dein Vater?

Caroline              Uns sagte er, es läuft gut, dieses Jahr.

Max                     Du bist Caroline Channing, du bist 'ne Milliardärin!

Caroline              War. Ich war eine Milliardärin. Unser Vermögen wurde eingefroren. Es ist alles weg. Ich habe nur das, was ich mitgenommen hab' und das war'n absolut die falschen Sachen.

Max                     Dann kennst du den Präsidenten?

Caroline              Hab' ihn mal getroffen.

Max                     Der ist scharf.

Caroline              Er ist der Präsident.

Max                     Warst du schon mal in der Schweiz?

Caroline              Ja.

Max                     Hast du ein Pferd.

Caroline              Ja.

Max                     Kennst du Paris Hilton?

Caroline              Nein, irgendwo ist Schluss.

Gast                     Entschuldigung, zwei heiße Schokoladen, bitte.

Max                     Sofort.

Caroline              Darf ich das bitte machen? Ich lerne wirklich schnell, ich war auf der Walton Business School. Ich war bei der Aufnahmeprüfung die Beste des Jahrgangs.

Max                     Weißt du, wie man heiße Schokolade macht? (Caroline nimmt den Sahnespender und sprüht sich die Sahne versehentlich in den Ausschnitt) Erste Sahne!

 

DINER – WILLIAMSBURG; BROOKLYN – NACHT

Max und Caroline sitzen nach Dienstschluss im Diner und zählen ihr Trinkgeld.

Max:                    Trinkgeld wird geteilt. Gib' mir deins. (Caroline gibt ihr zwei Scheine) Soviel hab' ich dir gar nicht zugetraut.

Caroline:             Hörzu, ich habe mir was überlegt, wie wir mehr Geld verdienen. Das was hier für diese Red Velvet Cupcakes verlangt wird, ist viel zu wenig. In Manhattan liegt der Preis nicht unter sieben. Also verkaufen wir sie für sieben und stecken die Differenz ein.

Max:                    Und dabei wirst du nicht mal rot, ja?

Caroline:             Ist es unsere Schuld, dass der Idiot vom Cupcake Bäcker nicht weiß, wieviel sie wert sind?

Max:                    Ich bin der Idiot von Cupcake Bäcker...

Caroline:             Gut, dass ich das jetzt weiß.

Max:                    Das ist doch Quatsch. Niemand zahlt sieben Dollar für einen meiner Cupcakes.

Caroline:             Ehrlich, weil... (holt eine Menge Scheine aus ihrer Handtasche)

Max:                    Wenigstens wissen wir, dass du nicht adoptiert wurdest.

 

DINER – WILLIAMSBURG; BROOKLYN – NACHT

Max und Caroline kommen nach ihrer Schicht aus dem Diner. Caroline hat einen Rollkoffer dabei.

Max:                    Und wie hat's dich nach Brooklyn verschlagen?

Caroline:             Ich habe bei einer Online Jobbörse eingegeben, dass ich irgendwo arbeiten will, wo niemand von der Upper East Side jemals einen Fuß hinsetzen würde... und habe dieses Diner gefunden.

Max:                    Du solltest nicht mit so'ner schicken Lederjacke in dieser Gegend rumlaufen, dreh' sie lieber um.

Caroline:             Oh...

Max:                    Pelz! Cool, lass es bleiben. Und wo wohnst du?

Caroline:             Unser Townhouse wurde von der Bank beschlagnahmt und verriegelt, also...

Max:                    Und ich soll jetzt Mitleid haben, ja?

Caroline:             Ich meine, ich erwarte das nicht. Aber ein nicht ganz herzloser Mensch würde das haben.

Max:                    Ich bin aus Granit.

Caroline:             Die Optik bestätigt das. Jedenfalls werd' ich bei 'ner Freundin in Manhattan schlafen.

Max:                    Ich wohn' bloß 'n paar Straßen von hier... Ich würd' dich zur U-Bahn begleiten, nur ich hab' kein' Bock.

Caroline:             Ist klar.

Max:                    Okay.

Beide gehen in verschiedene Richtungen davon.

 

MAX‘ WOHNUNG – WILLIAMSBURG; BROOKLYN – NACHT

Robbie, Max Freund, und 4 Kumpel hören in der Wohnung Musik.

Max:                    Robbie, wieso ist die Musik so laut?! (dreht die Musik ab)

Alle:                     Wow.

Max:                    Es ist drei Uhr morgens.

Robbie:               Tut mir Leid, Schatz. (küsst Max)

Max:                    Schon vergessen. Was macht ihr?

Robbie:               Die Band übt heute hier.

Max:                    Aber ihr spielt keine Instrumente!

Robbie:               Ja, wir über immer so. Wir hören uns andere gute Musik an und spielen's im Kopf nach.

Bandmitglied:   Voll angesagte Technik.

Max:                    Ja, ich sag' euch, was jetzt noch angesagt ist. Raus hier!

Alle:                     Wow.

Robbie:               Dann schiebt mal lieber ab, Jungs.

Bandmitglied:   Wir sollten lieber gehen. Verschwinden wir. Hauen wir lieber ab

Max:                    Entschuldigt, aber ich muss noch Cupcakes backen.

Bandmitglied:   Cupcakes? Backen? Die kauft man doch im Laden.

Die Band geht.

Robbie:               Das reicht doch morgen früh, Baby. Komm ins Bett.

Max:                    Das reicht nicht, ich muß um zehn in Manhattan sein. Gut, du kriegst drei Minuten. (Robbie zieht sein Shirt aus) Gut, du kriegst acht. Eine für jeden Bauchmuskel.

 

U-BAHN – WILLIAMSBURG; BROOKLYN – TAG

Max betritt ein überfülltes Zugabteil. Als der Zug anfährt küsst sie versehentlich eine Frau.

MAX                    Das kann ich ja dann von meiner Todo-Liste streichen. (schaut sich um und sieht eine schlafende Caroline) Hey!

CAROLINE          Ah! Ich hab' einen Taser! (schießt auf Max) Oh, mein Gott! Es tut mir so schrecklich Leid. Ich dachte nicht, dass er so wehtut... er ist pink!

MAX                    Der fühlt sich nicht pink an.

CAROLINE          Ich hab' nicht gewusst, dass du es bist. Ich dachte ich werde vergewaltigt.

MAX                    Vergewaltigung fühlt sich aber anders an! Hast du... hast du in der U-Bahn übernachtet?

CAROLINE          Ich konnte nirgendwo anders hin und ich hab' zu viel Angst, um auf der Straße zu schlafen.

MAX                    Ganz schön verwöhnt. Nimm Dein Zeug, ich bring' dich zu mir. Aber beeil dich, ich muss in dreißig Minuten in Manhattan sein.

Caroline nimmt ihren Koffer. Die Frau drückt Max einen Zettel in die Hand.

Frau                     Ruf! mich an.

 

MAX‘ WOHNUNG – WILLIAMSBURG; BROOKLYN – TAG
Max bringt Caroline in die Wohnung

CAROLINE          Oh mein Gott, du bist ausgeraubt worden!

MAX                    Hier sieht es immer so aus.

CAROLINE          Oh, mein Gott! Is' ja total schnucklig.

MAX                    Ich komm' um vier wieder. Dann gehen wir zusammen zur Arbeit. Badezimmer. Schlafzimmer. Mein Freund pennt bis vier. Garten

CAROLINE          Oh, du hast 'n Garten. Da kann man sicher super relaxen und Crack rauchen.

MAX                    Genau. Ich muss los, sonst komm' ich zu spät zu meinem Zweitjob.

CAROLINE          Du hast zwei Jobs?

MAX                    Ja, ich babysitte in Manhattan für so 'ne Schicki-Micki-Tante. Jetzt hab' ich zwei davon.

 

MANHATTAN – TAG
Max kommt herein. Eine junge Frau wartet bereits, während sie auf dem Handy herumdrückt. In zwei Wiegen liegen Babys.

MAX                    'tschuldigen Sie die Verspätung.

PEACH                 Gott sei Dank sind sie da, hier schwebt ein Gossenduft über den Babys, der bei mir schrecklichen Stress verursacht.

MAX                    Dann müssen wir wohl die Windeln wechseln.

PEACH                 Schon wieder! Aber das hat doch die Morgen Nanny erledigt. Mutter sein ist voll die Realität. Sagen Sie, Max, wie war nochmal mein Twitter Passwort?

MAX                    Twitter Passwort! Hi, Brad! Hi, Angelina!

PEACH                 Max, ich erzähle Ihnen jetzt etwas, denn Sie gehören zur Familie. Also, bringen Sie mir ein zimmertemperiertes Wasser und kommen Sie her. Wir sind dem Channing-Finanzbetrug zum Opfer gefalle. Ich, David und Brangelina.

MAX                    Wieviel haben Sie verloren?

PEACH                 Halten Sie meine Hände. Garnichts. Aber es hat mir einen Schock versetzt. (mit Blick auf die geschlossene Wasserflasche) Aufmachen.

MAX                    Heißt das, Sie kennen Caroline Channing?

PEACH                 Nein, aber Sie hat alles verloren. Sie ist völlig pleite. Wie das wohl ist, wenn man pleite ist? Ich meine, dann wär' man ja ... pleite.

MAX                    Das sollten Sie twittern.

PEACH                 Und niemand will mehr mit ihr reden. Angeblich hat sie bei sechs verschiedenen Freunden Unterschlupf gesucht und alle haben so getan, als wären sie nicht zuhaus.

MAX                    Das ist uncool.

PEACH                 Ja.

MAX                    Das ist echt traurig.

PEACH                 Sehr traurig. Es bricht mir das Herz. Mutter zu sein hat mich emotional irgendwie geöffnet. Max, ich will ein Baby halten. Bringen Sie mir eins! (Max gibt ihr ein Kind) Nein, das andere, das ist nicht das gute.

 

MAX‘ WOHNUNG – WILLIAMSBURG; BROOKLYN – TAG
Caroline steht in der Küche an der Spüle und wäscht ihre Uniform. Robbie ko0mmt aus dem Schlafzimmer.

Robbie                Hallo

CAROLINE          Oh, hi. Oh, tut mir Leid, dass ich Sie aufgeweckt hab'.

ROBBIE                Wer bist du?

CAROLINE          Eine Freundin von Max. Das hab' ich nie gesagt. Wenn Sie hört, dass ich uns als Freundinnen bezeichne bin ich tot.

ROBBIE                Was treibst du denn da?

CAROLINE          Ich wasch' nur meine Uniform, damit sie etwas hübscher wird und etwas weniger krustig.

ROBBIE                Oh, pass auf!

CAROLINE          'Tschuldigung. Oh, man. Haben Sie... 'n Handtuch oder 'n Lappen oder sowas.

ROBBIE                Nein, das kriege ich schon hin. (zieht sein Shirt aus)

CAROLINE          Oh, okay.

Robbie wischt den Boden zu Carolines Füßen.

ROBBIE                Ich bin Robbie.

CAROLINE          Ich bin peinlich berührt. Außerdem werde ich nass.

ROBBIE                Das ist der Plan.

CAROLINE          Sie haben 'ne Beziehung mit Max.

ROBBIE                Ist schon okay.

CAROLINE          Nein, ist es nicht. Wir sind nicht bei Jersey Shore. Sie sind armselig und das sagt Ihnen jemand der obdachlos ist und bloß noch ein Chanel Outfit besitzt. Und ich kenne besseres.

ROBBIE                Nein, kennst du nicht.

 

DINER – WILLIAMSBURG; BROOKLYN – NACHT

Caroline putzt die Tische. Max kommt herein.

MAX                    Hey, warum hast du nicht auf mich gewartet? Wir wollten zusammen hergehen.

CAROLINE          Oh...ähm... ich wollte früher hier sein, wegen der Ketchup Hochzeit.

MAX                    Ich hab' was über dich gehört, was ich ziemlich schlimm fand.

CAROLINE          Hat er etwa gesagt ich wollte ihn verführen?

MAX                    Wen meinst du?

CAROLINE          Ach, nichts.

Caroline geht in die Küche, Max folgt ihr wütend.

MAX                    Meinst du Robbie?

CAROLINE          Es geht mich wirklich nichts an, aber du hast was Besseres verdient.

MAX                    Ja, es geht dich überhaupt nichts an. Ach, ich wollte gerade anfangen, dich zu bemitleiden.

CAROLINE          Ich meine das ernst. Du bist echt zu gut für den.

MAX                    Erwartest du wirklich, dass ich dir vertraue? Du lügst wenn es um deinen Lebenslauf geht, du lügst wegen der Cupcakes. Du lügst nur.

CAROLINE          Ich will dir nur helfen.

Beide gehen wir in den Hauptraum.

MAX                    Ich sag' dir was. Nachdem du über alles so gut Bescheid weißt, sieh zu, dass du mit deinem tollen Abschluss und deiner lächerlichen Jacke erstmal allein hier klarkommst.

CAROLINE          Max! Max, warte!

MAX                    Oh, das Arcade Fire Konzert von gegenüber ist gerade vorbei. Viel Glück damit.

Max stürmt aus dem Diner. Eine Gruppe Gäste kommt herein.

CAROLINE          (zu Earl) Die kommt doch ganz bestimmt wieder. Die wird mich doch hier nicht alleinlassen wenn das Restaurant gerammelt voll ist?!

EARL                    Ich würd's mal so formulieren: Du musst durch dasselbe durch wie ein Dienstmädchen im Haus der Schwarzeneggers. Du-bist-am-Arsch!

 

MAX‘ WOHNUNG – WILLIAMSBURG; BROOKLYN – NACHT
Max kommt herein aus dem Schlafzimmer kommen Sexgeräusche. Robbies Stimme ist zu hören.

MAX                    Hi, Schatz ich bin zuhause! (Robbie kommt mit einem Tuch um die Hüfte aus dem Schlafzimmer) Und wenn ich wiederkomme, dann bist du weg.

ROBBIE                Baby! Baby! Ich kann's erklären. Du bist zu früh hier aufgetaucht.

MAX                    Manche sagen, ich verdien' was Besseres als dich.

ROBBIE                Wer? Die blonde Schnecke? Die weiß doch nicht, wovon sie spricht.

MAX                    Sie war auf der Walton School... und sie war in der Schweiz.

 

DINER – WILLIAMSBURG; BROOKLYN – NACHT

Caroline hat mehrere Teller Essen in den Händen, die ihr von Oleg aus der Küche gereicht werden. Max kommt herein.

OLEG                   Vorsicht! Vorsicht!

EARL                    (zu Max) Hey, hey, sieh dir das an! Die Kleine strengt sich mehr an, als Stephen Hawking, wenn er versucht Manschettenknöpfe zu schließen.

MAX                    Warte, ich helf' dir damit.

CAROLINE          Ich brauche keine Hilfe.

MAX                    Jeder braucht manchmal Hilfe.

Max nimmt Caroline einen Teller ab und stellt ihn vor einem Gast auf den Tisch.

GAST                   Das hab' ich aber nicht bestellt.

MAX                    Das ist Caroline. Vermutlich hat sie sich bei Ihrem Essen geirrt. Aber manchmal hat sie auch Recht. (Max und Caroline gehen zum Tresen) Danke.

CAROLINE          Nein, ich danke dir. Was fandest du an dem Kerl eigentlich?

MAX                    Er hatte diese Muskeln.

CAROLINE          Oh, diese Dinger da.

MAX                    Ich weiß nicht, wie die heißen, aber die machen kluge Mädchen dämlich.

OLEG                   Max, ich dachte, dein Knackarsch kommt nicht her heute und mein Herz zerbrach in zwei Hälften.

MAX                    Weißt du was, Oleg, das hatte ich nötig.

 

DINER – WILLIAMSBURG; BROOKLYN – NACHT

Caroline und Max kommen nach ihrer Schicht aus dem Diner.

MAX                    Also... ähem... ich brauch' 'ne Mitbewohnerin… falls du bei mir pennen willst...

CAROLINE          Soll ich ehrlich sein. Die U-Bahn ist sauberer als deine Couch.

MAX                    Wow. Dabei fing ich gerade an, dich gernzuhaben.

CAROLINE          Wirklich? Ich finde auch das wir zwei sehr viel gemeinsam -

MAX                    - ich wusste du hältst das nicht durch. Komm mit. Wir können morgen den Rest von deinem Zeug aus Manhattan herschaffen.

CAROLINE          Ist alles weggesperrt.

MAX                    Es gibt nichts, was du noch gern holen würdest?

CAROLINE          Naja, etwas schon.

 

MAX‘ GARTEN – WILLIAMSBURG; BROOKLYN – TAG
Max und Caroline sitzen auf einem Pferd und trinken Kaffee.

MAX                    Das Verrückteste ist, dass uns niemand aufgehalten hat.

CAROLINE          Ich werd' 'n Vermögen dadurch sparen, dass er nicht mehr im Stall steht, sondern hier bei uns.

MAX                    Wann hast du dir diese ganze Pferd-in-meinem-Garten-Sache ausgedacht?

CAROLINE          Tja, so bin ich. ich ergreife jede sich bietende Chance. Wie das mit deinen Cupcakes.

MAX                    Wie was mit meinen Cupcakes?

CAROLINE          Okay. Wir brauchen für einen Backshop höchstens 250 Riesen Grundkapital für Gerätschaften und Ladenmiete.

MAX                    Ja, oh, 250 Riesen. Ist das alles?

CAROLINE          Ja.

MAX                    Hat Chestnut dir 'n Huf an den Kopf gesemmelt, während ich bei Starbucks war?

CAROLINE          Lass mich ausreden. Wenn wir beide 'n Zweitjob machen und zweitausend Dollar die Woche verdienen, können wir unseren Laden in gut einem Jahr eröffnen. Wir haben in zwei Tagen 387 Dollar verdient. Das ist 'n Anfang. Wir verdienen was dazu, zum Beispiel als PR Agentinnen, Shopping Beraterinnen...

MAX                    ... Drogenkuriere... Hausmeister…

CAROLINE          An deinem Selbstbewusstsein müssen wir arbeiten. Also deine Cupcakes plus meine Geschäftserfahrung ist gleich Erfolg für uns. Was denkst du?

MAX                    Ich denk' du hast 'n Pferd.

CAROLINE          Ich denke, wir haben ein Pferd.

Das Pferd dreht den Kopf in Richtung der Mädchen.

MAX                    Nich' anhänglich werden.

 

 

 

CURRENT TOTAL:

$387.25