Transkript der Folge „Der Straßenkreuzer“ [#1.01] aus der Serie „Die wilden Siebziger!”

Transkript der Folge Der Straßenkreuzer [#1.01] aus der Serie Die wilden Siebziger!”

 

Letzte Änderung: 24/12/2014     

Bei diesem Skript handelt es sich nicht um ein Originaldrehbuch, sondern um die Mitschrift der DVD-Version dieser Folge!
Länge der Folge auf DVD: 21:34 Minuten

 

Originaltitel: The Pilot  
Ausstrahlung: 23.08.1998
Deutscher Titel: Der Straßenkreuzer 

Ausstrahlung: 15.01.2000

 

Buch: Bonnie Turner, Terry Turner, Mark Brazill
Regie: Terry Hughes

 

Darsteller

Topher Grace (Eric Forman)                    

Mila Kunis (Jackie Beulah Burkhardt)        

Ashton Kutcher (Michael Kelso)                 

Danny Masterson (Stephen Hyde)                   

Laura Prepon (Donna Pinciotti)                

Wilmer Valderrama (Fes (Foreign Exchange Student) )

Debra Jo Rupp (Kitty Forman)                   

Kurtwood Smith (Red Forman)                     

Tanya Roberts (Midge Pinciotti)               

Don Stark (Bob Pinciotti)           

Lisa Robin Kelly (Laurie Forman)               

 

Gastdarsteller  
Paul Kreppel (Mr. Burkhardt)
Wayne Pére (Randy)

 

Inhaltsangabe
Der 17-jährige Eric und seine Freunde leben im Jahr 1976 im amerikanischen Provinzkaff Point Place und versuchen, ihren eigenen Weg ins Leben zu finden. Doch das ist gar nicht so leicht in einer Zeit, in der Overalls und Plateau-Schuhe den Inbegriff von Cool-Sein bedeuteten... [Text: RTL]


 

Akt 1

 

POINT PLACE, WISCONSIN 17. MAI 1976, 20:47 UHR

ORT: ERIC FORMANS KELLER

 

Szene 1 – Im Keller

Eric und seine Freunde sitzen herum. Aus dem ersten Stock ist der Lärm einer Party zu hören.

 

Hyde:         Eric, es wird Zeit.

 

Eric:           Warum machst du es nicht?

 

Hyde:                             Weil du hier wohnst. Hör dir das da oben an. Die Party ist auf ihrem Höhepunkt. In 10 Minuten werden wir nicht mal mehr die Spur eines Biers abkriegen.

 

Eric:           Wenn mein Dad mich beim Bierklauen erwischt, bringt er mich um.

 

Hyde:         Ich kann mit diesem Risiko leben.

 

Kelso:        Denk gar nicht drüber nach. Sei ganz ruhig, beweg dich unauffällig.

 

Donna:       Und vor allem achte nicht auf die Haare meines Vaters.

 

Eric:           Was ist mit seinen Haaren los?

 

Donna:       Sieh einfach nicht hin.

 

Hyde:         [umfasst Erics Kopf und sieht ihm in die Augen] Eric, kaltblütig, du musst kaltblütig sein.

 

Eric springt auf und läuft die Treppe hinauf.

SCHNITT: Die Küche.

Erics Mutter Kitty steht am Backofen, singt und nimmt ein Blech heraus. Sie geht mit dem Blech ins Wohnzimmer, wo sie mit Eric zusammenstößt.

 

Kitty:         Pass doch auf, Eric. Ich hab hier heiße Pizza. Ich komme, Leute! [stellt das Blech ab] Heiß und fettig. Haut rein, Leute, ich habe noch mehr. [geht zu den Gästen im Nachbarraum] Geht's euch allen gut? Ich weiß, ich weiß, Wiener Würstchen machen Laune.

 

Man sieht Erics Hände, die zwei Bierdosen von einem Pfeiler nehmen, dabei wird er von Mr. Pinciotti, Donnas Vater, angesprochen.

 

Mr. Pinciotti: Hallo, Eric.

 

Eric:           Mr. Pinciotti.

 

Mrs. Pinciotti: Sag mal Eric, wie findest du Bobs neue Haare? Sind die nicht groovy?

 

Eric:           Die sind unglaublich groovy, Mrs. Pinciotti.

 

Mr. Pinciotti: Ja, ja, das ist ihre Idee gewesen.

 

Mrs. Pinciotti: Das ist 'ne Minipli.

 

SCHNITT: Man sieht wieder Erics Hände, die nach zwei Bierdosen greifen, diesmal wird er von Red, seinem Vater, beobachtet.

 

Red:           Eric.

 

Eric:           Hi, Dad.

 

Red:           Was zum Teufel ist mit Bobs Haaren passiert?

 

Eric:           Ich hab keine Ahnung.

 

Red:           Sein Kopf sieht aus wie 'n Pudelarsch. Man, immer wenn du glaubst du hättest alles schon erlebt...

 

Eric:           ...kommt 'n Pudelarsch auf deine Party.

 

Red:           Eric, „Arsch“ ist kein Wort für dich. Du bist noch auf der Highschool.

 

Eric:           Ja, Sir.

 

Kitty kommt mit einem neuen Blech in der Hand aus der Küche und stellt es auf den Wohnzimmertisch.

 

Kitty:         Es geht weiter. Würstchen im Schlafrock! Heiß, heiß.

 

Mrs. Pinciotti: Kitty, gehört der Toyota da draußen euch?

 

Mr. Pinciotti: Red, ein Toyota?

 

Red:           Ja, das ist meiner. Ich sag dir, das letzte Mal, als ich so nah an 'ner Japsenblechkiste war, hat sie auf mich geschossen.

 

Kitty:         Wir stecken mitten in der Ölkrise. Wir haben keine Wahl.

 

Red:           Weißt du, der Toyota-Händler wollte mir lumpige 400 Dollar gutschreiben, wenn ich ihm meinen Kombi überlasse.

 

Mr. Pinciotti: Tja, was soll man machen?

 

Red:           Der muss schon anfangen vor sich hin zu rosten, bevor ich ihn weggebe.

 

Kitty:         Hasi, er rostet bereits vor sich hin.

 

Eric:           Hey Paps, ich nehm’ dir den Kombi ab. Mir ist egal, wie viel er verbraucht. [gestikuliert mit den Bierdosen in seinen Händen]

 

Red:           Was hast du da, Eric?

 

Eric:           Bier? Ich hab's gefunden. Das stand einfach… na ja, da so rum.

 

Red:           Stell es irgendwo ab, Junge. [geht]

 

Eric:           [geht in Richtung Küche] Genau das hatte ich vor, Sir.

 

Kitty:         Halt, Schatz! Wenn du schon in den Keller gehst, stell die doch bitte in den Kühlschrank. Die sind warm. [drückt ihm noch zwei Bierdosen in die Hand]

 

SCHNITT: Der Keller

Die Freunde lesen Zeitung und hören Musik.

 

Hyde:         [zu Kelso] Sieh dir das an.

 

Donna:       [sieht den Jungs über die Schulter] Das seh ich jeden Tag.

 

Eric kommt die Treppe herunter und präsentiert stolz die Bierdosen.

 

Kelso:        Er lebt noch!

 

Eric:           Ich habe gute Nachrichten. Mein Dad denkt ernsthaft darüber nach, mir seinen Kombi zu schenken.

 

Kelso:        Du kriegst 'n Auto?

 

Donna:       Habe ich dir schon mal gesagt, wie wahnsinnig attraktiv du bist, Eric?

 

Eric:           Nein.

 

Kelso:        Du hast mir gesagt, dass du auf ihn stehst.

 

Donna:       Nicht, dass ich wüsste.

 

Kelso:        Doch so war's. Und du hast gesagt, er darf es nicht erfahren.

 

Hyde:         Konzentrieren wir uns auf die Hauptsache, Leute. Forman hat was geklaut. Auf Forman! Auf Forman!

 

Eric:           Es ist traurig, aber ich war noch niemals so stolz.

 

 

 

VORSPANN

 

 

Szene 2 – Im Keller

Jackie, Kelso, Eric und Donna sitzen im Keller und sehen fern. Eric und Donna sprechen dabei die Dialoge der Serie „Bezaubernde Jeannie“ nach.

 

Eric:           „Tja Jeannie, es tut mir leid, aber du musst zurück in die Flasche.“

 

Donna:       „Wieso, Meister?“

 

Eric:           „Major Healey kommt gleich.“

 

Donna:       „Und er darf mich so nicht sehen?“

 

Eric:           „Tut mir Leid. Nicht mit diesem BH.“

 

Jackie:      Warum sehen wir uns „Bezaubernde Jeannie“ ohne Ton an? Das macht mich ballaballa.

 

Eric:           Hier, nimm den Ohrhörer.

 

Kelso:        [zu Eric] Und, wie läuft es mit dem Kombi?

 

Eric:           Es läuft so, dass noch gar nichts läuft.

 

Kelso:        Wie kommen wir dann zu dem Konzert?

 

Donna:       Halt die Klappe.

 

Jackie:      [zögernd] Was für ein Konzert?

 

Kelso:        Todd Rundgren.

 

Jackie:      Wann?

 

Kelso:        Am Wochenende.

 

Jackie:      Oh, wer geht dahin?

 

Kelso:        Eric und Donna und ich und Hyde und Fez, der Ausländer. Genau genommen, alle... Und du?

 

Jackie:      Oh, gut, gut, gut. Danke, dass du es mir gesagt hast, Michael.

 

Eric:           Ich hole was zu trinken.

 

Kelso:        Ja, ich auch.

 

Donna:       [zu Kelso] Pflanz dich wieder hin.

 

Donna und Eric gehen nach oben.

 

Jackie:      Du hast was dagegen, dass ich zum Konzert mitkomme, ist es so?

 

Kelso:        Ich wusste nicht, ob dir Musik gefällt.

 

Jackie:      Michael?

 

Kelso:        Ich hab dich nicht gefragt, ob du mitkommst, weil ich weiß, dass du meine Freunde nicht besonders magst.

 

Jackie:      Hast du ihnen das gesagt?

 

Kelso:        Nein.

 

Jackie:      Michael! Du hast niemandem zu erzählen, worüber wir beide uns unterhalten. Wir führen Gespräche, die niemanden sonst was angehen.

 

Kelso:        Außerdem hab' ich gedacht, du interessierst dich nicht für Todd Rundgren. Ich meine du hattest ganz Recht, er ist kein Frampton.

 

Jackie:      Ich liebe Todd Rundermeyer. Ich habe immerhin die Single von „Hello, it's me“. Weißt du noch, wie's war, als wir die gehört haben? Das können wir beim Konzert auch machen, und ganz besonders auf der Heimfahrt.

 

Kelso:        Ok, du darfst mitfahren.

 

Jackie:      Aber nur, wenn du es wirklich willst.

 

Kelso:        Oh, ich will es wirklich. [umarmt und küsst sie]

 

Eric und Donna kommen zurück.

 

Eric:           Jackie, ich nehme an, du kommst mit zum Konzert.

 

Jackie:      [ertappt; lässt Kelso los] Ja. Ich freu mich riesig. Und, Michael, wollen wir beide zu mir gehen und Todd Lindgren Platten hören?

 

Kelso:        Ja, klar.

 

Jackie:      Ok, macht's gut.

 

Jackie und Kelso verschwinden.

 

Eric:           Viel Spaß, ihr beiden. Macht's gut.

 

Donna:       Macht's gut. Die beiden sind wirklich süß. Wenn man sie nicht beobachtet, legen sie los wie die Kaninchen. Man kann die zwei nicht allein lassen.

 

Eric:           Nein. Weißt du... meine Schwester meint, uns beide kann man auch nicht allein lassen.

 

Donna:       Uns?

 

Eric:           Ja.

 

Donna:       Wir sind gerade allein.

 

Eric:           Hm, ja.

 

Donna:       Eric, bleib ruhig. Wir kennen uns schon seit einer Ewigkeit. Du hättest mich schon im Sandkasten haben können.

 

Eric:           Wirklich? Und ich hab jahrelang nur mit der Wippe gespielt. Ich Blödmann! Blödmann! Blödmann! Blödmann! Blödmann!

 

 

Szene 3 – Auf dem Hof der Familie Forman

Erics Gesicht ist zu sehen und er spricht scheinbar mit jemandem.

 

Eric:           Seit gestern Abend muss ich unaufhörlich an dich denken. Ich meine, ich kenn dich schon fast mein ganzes Leben. Ich will dich. Und ich werde dich nie betrügen.

 

Donna tritt neben Eric.

 

Donna:       Eric, das ist ein Auto.

 

Eric:           Ja.

 

Kelso:        [kommt dazu; zu Donna] Lassen wir die Liebenden besser allein.

 

Donna:       Ja.

 

Mr. Pinciotti: Hey! Hallo, Donna.

 

Donna:       Hi, Dad.

 

Mr. Pinciotti: Tja, ihr Kinder steht hier einfach so in der Auffahrt rum. Das ist ja so was von süß. Es ist euch bestimmt noch nicht klar, aber mehr Spaß werdet ihr in diesem Leben nicht mehr haben.

 

Eric:           Heißt das, ab jetzt geht es bloß noch bergab?

 

Mr. Pinciotti: Tja. [geht]

 

Kelso:        Was ist denn mit seinen Haaren los?

 

Donna:       Das ist 'ne Minipli.

 

Kelso:        [entsetzt] Dann meint er das ernst?

 

 

Szene 4 – In einem Café

Eric, Donna, Jackie und Kelso sitzen an einem Tisch und trinken etwas. Hyde und Fez stehen an einem Spielautomaten.

 

Fez:            Es klingt vielleicht falsch, weil ich eure Sprache noch nicht beherrsche. Aber die Tussi hat super Brüste. Ja?

 

Jackie:      Michael, wer ist der Knabe?

 

Kelso:        Ah, das ist Fez, unser Austauschschüler.

 

Jackie:      Was habt ihr gegen ihn getauscht? [steht auf] Donna, ich muss mal verschwinden. Donna!

 

Donna steht auf und geht mit Jackie davon.

 

Fez:            Ich muss auch einmal verschwinden. Eric?

 

Eric:           Nein, unter Männern macht man das nicht so.

 

Fez geht.

 

Hyde:         Kelso, wie lange müssen wir noch mit dem „Jackie-Effekt“ leben?

 

Kelso:        Keine Sorge. Ich werd mit ihr Schluss machen.

 

Hyde:         Nie im Leben.

 

Kelso:        Es ist vorbei. Sie raubt mir meine Freizeit.

 

SCHNITT: Kelso, Eric und Hyde stehen zusammen und atmen Helium aus Lufballons ein. Dann beginnen sie mit quitschender Stimme  zu singen.

 

Alle:           I'm hooked on a feeling. I'm high on believing.

 

 

Szene 5 – Im Keller

Eric, Hyde, Fez  und Kelso rauchen einen Joint und unterhalten sich. Die Luft ist mit Rauch angefüllt.

 

Hyde:         Und? Hat Red immer noch vor, dir den Wagen zu geben?

 

Kelso:        [lacht albern] Auch wenn wir ihn kriegen, brauchen wir 'nen Haufen Kohle für Benzin, weil der Kombi 'n Schiff ist.

 

Eric:           Klar ist er 'n Schiff. Die Ölkrise ist wirklich ’n Hammer, Leute.

 

Fez:            Wer kriegt ein Schiff?

 

Hyde:         Es gibt keine Benzinknappheit. Das ist alles Schwindel. Die Ölkonzerne beherrschen die Welt. Dabei hat gerade einer ein Auto erfunden, das auf Wasserbasis fährt. Es hat 'n topmodernen Fiberglasmotor, und es fährt auf Wasserbasis.

 

Fez:            Dann ist es ein Schiff.

 

Hyde:         Nein, es ist ein Auto. Nur das man kein Benzin in den Tank schüttet, sondern Wasser, und dann fährt die Karre wie ein Schiff, Mann.

 

Kelso:        [lacht wieder albern] Von der Karre hab ich noch nie gehört. Hey, Jackie ist gut für Benzingeld.

 

Eric:           Du bist so 'ne Hure. [lacht]

 

Fez:            Wann wird das Schiff anlegen, Hure?

 

Red:           [von oben] Eric!

 

Eric:           Ja, Dad?

 

Red:           [von oben] Ich muss mit dir reden.

 

SCHNITT: In der Küche.

Eric steht seinen Eltern gegenüber und versucht ihrem Gespräch zu folgen. Dabei dreht sich die Wand hinter Kitty und Red so stark, dass er Mühe hat, alles zu verstehen.

 

Red:           Eric, wir haben dir etwas zu sagen. Weil ich in der Fabrik nur noch halbtags beschäftigt bin und das Krankenhaus nicht besonders weit weg ist, kann ich mit dem Toyota zur Arbeit fahren, und deine Mom kann den Bus nehmen.

 

Kitty:         Hasi? Hasi, ich möchte lieber zu Fuß gehen. Wenn ich mit der Krankenschwesternkluft im Bus sitze, zeigen mir alle ihre Narben.

 

Red:           Dann werde ich dich auf dem Weg zur Arbeit absetzen.

 

Kitty:         Nein, danke. Ich möchte dir nicht zur Last fallen.

 

Red:           Dann fährt dich Eric hin.

 

Kitty:         Nein, Hasi. Er ist ein Teenager, er will mich doch nicht -

 

Red:           Wenn er nicht mal seine eigene Mutter zur Arbeit fahren kann, bekommt er unter keinen Umständen den Wagen.

 

Kitty:         Ok, Hasi.

 

Eric:           Entschuldigt, bitte. Bekomme ich den Wagen?

 

Red:           Das haben wir nicht gesagt. So etwas fällt einem nicht einfach in den Schoß, mein Junge. Nicht in diesem Leben.

 

Kitty:         Ein Auto bedeutet Verantwortung.

 

Red:           Du musst ihn versichern lassen. Hast du 'ne Vorstellung, was das kostet?

 

Kitty:         Ein Auto ist ein Privileg.

 

Red:           Ölwechsel, Stoßdämpfer, Bremsleuchten. Alles dein Job.

 

Kitty:         Ein Auto ist kein Schlafzimmer auf vier Rädern.

 

Red:           Immer blinken, immer blinken!

 

Kitty:         Lauries Freundin ist in einem Auto geschwängert worden. Das darf dir nicht auch passieren.

 

Red:           Wenn ich nur eine Bierdose in dem Wagen finde, dann ist Feierabend.

 

Kitty:         Und auch keine Süßigkeiten. [Red sieht sie verständnislos an] Ameisen!

 

Eric:           Also, dann kriege ich den Wagen?

 

Red wirft ihm den Schlüssel zu, Eric fängt ihn auf.

 

Eric:           Mann, geilo!

 

Red:           Eric, nicht vor deiner Mutter.

 

Eric:           Danke, Pop... Sir.

 

Red:           Ach, weißt du... Feg die Treppe.

 

 

 

Akt 2

 

 

Szene 6 – Auf dem Hof der Formans

Abend. Die Jugendlichen wollen mit Erics Auto zu dem Konzert fahren. Kelso will sich auf den Beifahrersitz setzen, doch Donna drängt sich dazwischen.

 

Donna:       Wie aufmerksam von dir.

 

Kelso:        Tut mir leid, ich sitze vorn.

 

Donna:       Tust du nicht.

 

Kelso:        Aber ich setzt' mich doch nicht nach hinten.

 

Donna:       Lassen wir Eric entscheiden.

 

Kelso:        Eric?

 

Eric:           Kelso! Steig hinten ein.

 

Donna:       Tja.

 

Red:           [kommt aus dem Haus] Du drehst deine erste Runde?

 

Eric:           Ja, Sir.

 

Red:                               Dann mal viel Spaß. Ach, eine Sache noch, was sehr Wichtiges. Es geht um den Wagen. Er ist alt. Und deshalb... Mach keine Landpartien. Niemals. Verstanden? Tja, viel Spaß. [geht]

 

Eric:           Tja, das war's dann wohl. Wir fahren nicht.

 

Donna:       Eric, willst du dahin?

 

Eric:           Er hat gesagt, keine Landpartien.

 

Donna:       Es ist dein Auto. Also, willst du dahin?

 

Eric:           Aber er ist Gott.

 

Kelso:        Ich glaube, Gott würde wollen, dass wir nach Milwaukee fahren.

 

Donna:       Eric, du bist ein 17 Jahre alter Mann. Ich werde machen, was immer du willst. Es ist deine Entscheidung.

 

Eric:           Es ist meine Entscheidung. Und meine Entscheidung heißt: Wir fahren zum Konzert.

 

Donna/Kelso: Ja.

 

SCHNITT: Im Haus der Formans.

Kitty und Red sitzen auf dem Sofa im Wohnzimmer.

 

Kitty:         Oh, die Kinder fahren weg. Ich frag mich, was die vorhaben.

 

Red:           'Ne Landpartie.

 

Kitty:         Bist du sicher?

 

Red:           Aber klar. Ich hab's ihnen verboten.

 

Kitty:         Tja, die werden wohl 'ne Weile wegbleiben.

 

Red:           Ja. [Pause; springt auf und läuft mit Kitty die Treppe hinauf] Also, schnell!

 

 

Szene 7 – Auf dem Hof einer Autowerkstatt

Abend. Das Auto hat schlappgemacht. Die Motorhaube steht auf, die Freunde stehen um den Wagen herum und ein Mechaniker sieht sich den Wagen an.

 

Kelso:        Ich schwör’s euch, das Benzin ist alle.

 

Eric:           Das Benzin ist nicht alle.

 

Mechaniker: Es liegt an der Batterie. Die ist sechs Jahre alt und im Eimer.

 

Jackie:      Ich weiß was. Wir rufen einfach meinen Dad an.

 

Eric:           Kelso, sag's ihr.

 

Kelso:        Er darf mit dem Wagen die Stadt nicht verlassen.

 

Jackie:      Ich will nicht seinen Dad anrufen.

 

Hyde:         Jackie, Eltern reden miteinander über den Mist, den wir bauen.

 

Jackie:      Warum sollten die über das hier reden?

 

Eric:           Sie können nichts dagegen machen. Nehmen wir an, es steigt 'ne Party, und unsere sämtlichen Eltern sind da, auf einem Haufen.

 

Überblende: Im Haus der Formans steigt eine Party mit sämtlichen Eltern. Die Jugendlichen übernehmen die Rollen ihrer Eltern und sprechen für sie.

 

Jackies Dad: Hallo, Red, ist es nicht toll, dass unsere Kinder sich so gut verstehen?

 

Donnas Dad: Ja, Vater von Jackie, das ist wirklich 'ne steile Truppe.

 

Jackies Dad: Oh ja, da stimme ich zu.

 

Donnas Mom: Kitty, die Küchenrenovierung ist wirklich gelungen.

 

Kitty:         Ja, Gelb und Lila, bla, bla, bla. Ja, ja, ja.

 

Jackies Dad: Wo wir gerade von den Kindern sprechen: Ich bin froh, dass ich Eric aus der Patsche helfen konnte, als er die Landpartie durch Milwaukee gemacht hat und zwar ohne Ihre Erlaubnis.

 

Red:           Was? Was fällt diesem frühreifen Bürschchen ein? Er bekommt fünf Jahre Hausarrest.

 

Jackies Dad: Kinder, was kann man da schon machen?

 

Red:           Wir quälen sie einfach mit dummen Ratschlägen und sinnlosen Lebensweisheiten.

 

Donnas Mom: Hey, alles mal herhören. Jetzt wird getanzt.

 

Auf der Party fangen alle an zu tanzen.

Überblende: Auf dem Hof der Werkstatt. Die Freunde stehen in einer Reihe und tanzen ebenfalls.

 

Jackie:      Leute, wir sind irgendwo in der Pampa, und ich muss mal aufs Klo. Donna! [Jackie und Donna gehen]

 

Mechaniker: Und, wo wollt ihr hin?

 

Hyde:         Todd Rundgren spielt.

 

Mechaniker: Stark. Also, wollt ihr 'ne Batterie haben? Ich kann euch nämlich eine verkaufen.

 

Eric:           Ist so was billig? Oder vielleicht umsonst?

 

Mechaniker: 30 Mäuse. Angebot.

 

Kelso:        Ok, ich sag dir was: Wir tauschen unsere Batterie gegen deine und legen noch 5 Mäuse drauf.

 

Mechaniker: Tja, das ist wirklich ein fetziges Angebot, mein Freund, aber ich hab ein besseres. Also, ich tausche eine Batterie gegen 2 Konzertkarten.

 

Kelso:        Nein, 2 Karten können wir nicht abgeben.

 

Mechaniker: Dann nicht. [geht]

 

Eric:           Entweder wir lassen uns drauf ein oder keiner von uns kommt hin.

 

Kelso:        Und wer bleibt hier?

 

Hyde:         Tja, da wäre zunächst mal Jackie.

 

Kelso:        Ja, das ist klar, Jackie. Die ist selbstverständlich raus, aber wer sonst noch.

 

Eric:           Tja, keine Ahnung. Jackies Freund?

 

Kelso:        Jetzt hört aber auf. Ihr wisst doch, dass ich mit ihr Schluss mache. Ihr habt doch wohl 'ne Vollmeise.

 

Eric:           Ich musste ihr eine Stunde lang zuhören.

 

Fez:            Eine sehr lange Stunde.

 

Kelso:        Gott hasst mich. [gibt Eric die Karten]

 

Fez:            Wie kannst du sagen, Gott hasst dich? Immerhin liebt dich eine betörende Frau. Du bist ein glücklicher Mann, oder?

 

SCHNITT: Fez steht allein vor einer blauen, sich drehenden Diskokugel.

 

Fez:            Ich trage einen Freizeitanzug, aber er kommt auch gut an, wenn’s mal wirklich ernst wird.

 

SCHNITT: Auf dem Konzert.

Eric, Fez, Hyde und Donna stehen im Saal und hören sich das Konzert an. Neben den Freunden sitzt der Mechaniker.

 

Fez:            Hey, Leute, Danny ist mit einem Mann hier.

 

Donna:       Ich finde das gut.

 

Eric:           Wir sind so locker, dass wir damit klarkommen.

 

Mechaniker: Ich muss mal aufs Klo. Kevin!

 

Kevin steht auf und folgt dem Mechaniker. Fez sieht Eric fragend an.

 

Eric:           Ich erklär dir das später.

 

SCHNITT: Auf dem Parkplatz vor dem Konzertsaal.

Kelso und Jackie machen im Wagen rum.

 

Jackie:      So wird das nichts.

 

Kelso:        Doch, doch. Das ist ein Pfadfindergürtel. Du musst die Schnalle nur -

 

Jackie:      Nein, Michael, bevor du weiterredest, bitte hör mich an. Ich glaube, wir sollten Schluss machen.

 

Kelso:        Jetzt?

 

Jackie:      Du fühlst dich überhaupt nicht wohl.

 

Kelso:        Na und ob ich mich wohlfühle.

 

Jackie:      Wirklich?

 

Kelso:        Ja.

 

Jackie:      Michael, ich bin ja so froh, dass du nicht Schluss machen willst. Es war lieb, dass du die Karte verschenkt hast, um bei mir zu bleiben.

 

Kelso:        Ja.

 

Jackie:      Das heißt: Du brauchst keine Musik oder Konzerte oder Freunde. Weißt du, was du brauchst, Michael?

 

Kelso:        Keine Ahnung.

 

Jackie:      [streng] Mich! Du brauchst mich! Mich, Michael.

 

Kelso:        Ja, ja, ja, ich glaube schon.

 

Jackie:      Ja? Du bist nur zu schüchtern, um es zu sagen, Romeo. Also, wann wirst du Pfadfinder?

 

 

Szene 8 – Auf dem Hof der Formans

Abend. Das Auto steht vor der Garage und Eric und Donna liegen auf der Motorhaube und sehen sich die Sterne an.

 

Eric:           Was für ein toller Abend. Es ist erstaunlich, wie gut es einem geht, wenn man nur einmal ungehorsam ist. Ich meine mit dem Auto können wir die ganze Welt bereisen. Nächstes Mal fahren wir nach… Kanada. Wir haben 'ne neue Batterie. Was hindert uns?

 

Donna:       Ich glaube, Kanada hat um halb zehn Ladenschluss.

 

Eric:           Ja. Ich hätte das nie gemacht, wenn du mich nicht überredet hättest

 

Donna:       Ich hab dich zu gar nichts überredet. Tja, ich werde dann mal nach Hause gehen. Gute Nacht.

 

Eric:           Nacht.

 

Donna:       Ach übrigens, danke für den Ausflug. [beugt sich über ihn und gibt ihm einen Kuss]

 

Eric:           Wofür war der?

 

Donna:       Ich wollte nur mal wissen, wie es so ist.

 

Eric:           Wie war es so?

 

Donna:       Du warst dabei.

 

Eric:           Ja, aber ich war nicht drauf vorbereitet.

 

Donna:       Was hättest du anders gemacht?

 

Eric:           Ich weiß nicht. Irgendwas mit den Lippen.

 

Donna:       Klingt nicht übel. Das versuchen wir beim nächsten Mal.

 

Eric:           Wann genau ist nächstes Mal?

 

Donna:       Schlaf gut.

 

Eric:           Ja, danach kann ich prima schlafen.

 

=== ENDE ===